Verfahren. N 10.
tions contraires edictees par la Confäderation et par les
cantons. Dans !'affirmative le pourvoi devrait etre admis,
car la recourante a fait opposition moins de 14 jours
apres avoir-renm le prononce administratif.
En realite, toutefois, l'art. 62 bis al. 3 LT continue de
sortir e:ffet. Cela resulte d'abord de l'art. 279 in fine PPF,
qui reserve expressement les prescriptions contraires des
lois qu'il mentionne et des ordonnances d'execution, de
sorte que la dause abrogatoire generale de l'art. 342 al.
ne vise pas ces prescriptions. Au surplus l'art. 169 OJ,
qui abroge aussi toutes les dispositions contraireg', enonce
que les art. 8, 62, 62 bis et 63 LT restent en vigueur dans
lateneur queleur adonnee la loi sur la juridiction adminis-
trative et disciplinaire. Cette exception est decisive, car
la loi d'organisation judiciaire est posterieure a la loi sur
la procedure penale.
On n'arrive pas a une solution differente en tant que
le prononce du 22 octobre se fonde sur l'art. 15 AIA: en
effet, l'art. 17 al. 2 de cet. arrete declare applicables par
analogie, entre autres dispositions, les art. 61 a 63 LT.
2. -La recourante ne conteste pas avoir forme oppo-
sition apres l'expiration du delai de 8 jours prevu par
l'art. 62 bis LT. Mais, soutenant que ce retard ne lui est
pas imputable a faute, elle estime que le delai devait
lui etre restitue conformement a l'art. 35 OJ.
L'applicabilite de cette disposition n'est pas evidente.
La quatrieme partie de la loi sur la procedure penale ne
s'y refäre pas et ne contient pas davantage un renvoi a
l'art. 99 PPF. II est vrai qu'elle ne constitue pas une
reglementation complete. Cela resulte notamment du fait
qu'elle fixe des delais (ant. 295, 296, 298, 302), mais ne
dit pas comment les calculer. Cette precision ne :figure
pas non plus a l'art. 62 bis LT. II y a Ia une lacune, qui
doit etre comblee au moyen de l'art. 32 OJ. On ne voit
aucune raison, les art. 32 a 35 OJ for:mant un tout, de
ne pas appliquer egalement cette derniere disposition.
La mesure qu'elle prevoit n'est pas incompatible avec les
Verfahren. No ll.
particularites de la procedure en matiere de contraventions
aux lois fiscales de la Confäderation.
3. -(Les conditions de l'art. 35 OJ ne sont pas remplies.)
11. Auszug aus dem Entscheid der Anklagekammer vom 15. 1-lai
1953 i. S. Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern gegen Ver
höramt des Kantons Zug.
- Formelle Anforderungen an ein Gesuch nach Art. 351 StGB,
Art. 264 BStP (Erw. 1).
Art. 350 StGB, 263 BStP. Wo ist der Täter für strafbare Hand-
lungen zu verfolgen, die er auf der Flucht aus einer Strafan-
stalt begeht, um sich durchzuschlagen? (Erw. 4).
1.
Formes de la requete visee par les art. 351 OP et 264 PPF
(consid. 1).
2.
Art. 350 OP et 263 PPF. For de la poursuite d'infractions que
l'auteur a commises pour assurer sa subsistance apres s'etre
evade d'un penitencier (consid. 4).
1.
Requisiti formali dell'istanza a norma degli art. 351 OP e 264
PPF (consid. 1).
2.
Art. 350 OP e 263 PPF. Foro nel caso di reati ehe il colpevole
ha commessi per procurarsi quanto e necessario a sostentare la
vita dopo l'evasione da uno stabilimento penitenziario (con-
sid. 4).
A. -Wigand von Mentlen und Hermann Furrer brachen
in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 1952 aus dem
luzernischen Straflager Wauwilermoos aus. Auf ihrer
gemeinsamen Flucht stahlen sie in den Kantonen Luzern,
Zug, Zürich, Schwyz und St. Gallen Fahrräder, Kleider,
Lebensmittel und dergleichen, um sich durchzuschlagen.
B. -Die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern, die
während längerer Zeit das Verhöramt des Kantons Zug
erfolglos zu bestimmen versucht hat, den Gerichtsstand
Zug zur Verfolgung und Beurteilung von Mentlens und
Furrers anzuerkennen, beantragt der Anklagekammer des
Bundesgerichts mit Eingabe vom 24. April 1953, die
Behörden dieses
Kantons zuständig zu erklären.
Verfahren. No 11.
Die Anklagekammer zieht in Erwägung:
- -Wie die Anklagekammer in ihrem Kreisschreiben
vom 31. Januar 1946 an die Kantonsregierungen zu
Randen der zuständigen Amtsstellen ausgeführt hat,
müssen einem Gesuche nach Art. 351 StGB und Art. 264
BStP ohne Durchsicht der Akten die für die Bestimmung
des Gerichtsstandes wesentlichen Tatsachen entnommen
werden können, hat also die gesuchstellende Behörde die
dem Verfolgten vorgeworfenen Tatbestände und deren
rechtliche
Würdigung in kurzer aber vollständiger Über-
sicht darzulegen und summarisch die vorgenommenen
Verfolgungshandlungen anzugeben.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern hat das in
ihrer Eingabe vom 24. April 1953 nicht getan. Sie hat
sich darauf beschränkt, auf ihren Brief an das Verhöramt
des Kantons Zug vom 17. April und auf die Antwort
dieser Amtsstelle vom 22. April zu verweisen und zu
letzterem Schreiben Stellung zu nehmen. Damit ist sie
den erwähnten Anforderungen an ein Gesuch um Bestim-
mung des Gerichtsstandes umsoweniger nachgekommen,
als nicht einmal ihr Schreiben vom l 7. April alle den
Beschuldigten zur Last gelegten Tatbestände erwähnt,
sondern sich nur mit den im Gebiete des Kantons Luzern
verübten strafbaren Handlungen befasst.
Im vorliegenden Falle kann es bei diesem Hinweis sein
Bewenden
haben, da das Gesuch ohnehin als offensichtlich
unbegründet abgewiesen werden muss und die Strafver-
folgung wegen des Streites um den Gerichtsstand schon
erheblich verzögert worden ist.
- und 3. -... (Ausführungen darüber, dass die im
Kanton Luzern begangenen Verbrechen nicht mit leich-
terer Strafe bedroht sind als die in den anderen Kantonen
verübten und dass die Behörden des Kantons Luzern
die Untersuchung zuerst angehoben haben.)
- -Selbst wenn der eine oder andere von der Gesuch-
stellerin
vertretene Gesichtspunkt formell standhielte,
Verfahren. N 11.
könnte das Gesuch nicht gutgeheissen werden. Denn die
Unterscheidungen, welche die Gesuchstellerin macht, sind
zu subtil, als dass sie gegen die Gründe der Billigkeit und
Zweckmässigkeit, die für den Gerichtsstand Luzern spre-
chen,
aufzukommen vermöchten. Den Beschuldigten wer-
den ausschliesslich Vermögensdelikte vorgeworfen, die sie
begangen
haben, um sich nach ihrer Flucht aus dem
Straflager Wauwilermoos durchzuschlagen, und zwar liegt
das Schwergewicht ihrer strafbaren Tätigkeit weder nach
Zahl noch nach Art der Delikte im einen oder anderen
der fünf beteiligten Kantone. In solchen Fällen ist es
nicht nur zweckmässig, sondern auch billig, dass die
Strafverfolgung von den Behörden jenes Kantons durch-
geführt werde, aus dessen Anstalt der Beschuldigte ent-
wichen ist und in dessen Gebiet er die Kette von strafbaren
Handlungen begonnen hat. In diesem Sinne hat die
Anklagekammer schon bisher entschieden.
Demnach erkennt die .Ankl,agekammer:
Die Behörden des Kantons Luzern werden berechtigt
und verpflichtet erklärt, von Mentlen und Furrer für die
ihnen zur Last gelegten strafbaren Handlungen zu ver-
folgen
und zu beurteilen.
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