Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N° 17.
du 3 fävrier 1953 a ete deposee. Mais cette condition
n'est pas remplie. Un malentendu sur ce point est d'autant
plus plausible que dame de Tschudi reside a Casablanca
et que, vu la brievete des delais du droit de poursuite, il
lui etait difficile de donner a SOil Conseil les renseignements
dont ce dernier avait besoin pour rediger la plainte.
2. -En vertu des art. 92 eh. 7 LP et 519 al. 2 CO,
les rentes constituees a titre gratuit peuvent seules etre
stipulees insaisissables. Pour qu'une rente soit soustraite
aux creanciers, il faut donc qu'elle constitue une liberalite,
que le credirentier ne s'engage a aucune contre-prestation
ni envers son cocontractant ni envers un tiers.
L'Autorite de surveillance a considere cependant que
cette question ressortissait au juge civil et elle a admis
que la rente etait insaisissable sans rechercher si elle
etait gratuite. La recourante critique avec raison cette
maniere de proceder. Sans doute appartient-il au juge
civil de decider, en cas de litige, si le credirentier doit
une contre-prestation a son cocontractant. Mais les autori-
tes de surveillance n'en ont pas moins le pouvoir de tran-
cher des questions de droit civil a titre prejudiciel, lorsque
leur solution s'impose avec evidence (RO 60 III 226).
L'Autorite de surveillance ne pouvait donc refuser d'em-
blee de se prononcer sur la gratuite de la rente et c'est de
cette question que depend en definitive le sort de la plainte.
3. -La rente litigieuse a ete chnstituee en avancement
d'hoirie. La credirentiere a donc renonce simplement a
une part correspondante dans la succession de dame
Scheitlin, mais elle ne s'est engagee a aucune autre pres-
tation envers cette derniere. Cette question n'est pas
douteuse et, bien qu'elle releve du droit civil, eile peut
etre tranchee prejudiciellement par les autorites de sur-
veillance en matiere de poursuite.
II reste donc a juger si la renonciation de dame de
Tschudi enleve a la rente son caractere de gratuite. II
faut considerer a cet egard qu'elle ne sortira effet que
si dame Scheitlin decede avant la credirentiere et laisse
Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N° 18.
a sa mort des biens a partager. II est impossible de juger
aujourd'hui s'il en sera ainsi. Dans ces conditions, la
contre-prestation assumee par dame de Tschudi est a ce
point aleatoire qu'on ne saurait admettre qu'elle porte
atteinte au caractere de gratuite de la rente. Celle-ci est
donc insaisissable.
Par ces motifs, la Ohambre des poursuites et des faillites
prononce:
Le recours est rejete.
18. Auszug aus dem Entscheid vom 16. April 1953
i. S. l lüller.
- Die Aufnahme eines Retentionsverzeichnisses für den Mietzins
aus einer mehr als ein Jahr zurückliegenden Mietperiode darf
nicht wegen dieser verflossenen Zeit abgelehnt werden, wenn
die Miete damals zu Ende ging.
- Nicht für Mietzins zu retinieren sind Gegenstände, die zweifellos
nicht zur Einrichtung oder Benutzung der vermieteten Räume
gehören.
Art. 272 OR, 283 Abs. 3 SchKG.
- L'inventaire des biens soumis au droit de retention en garantie
d'un loyer remontant a une date anterieure a un an ne doit
pas etre refuse en raison du temps qui s'est ecoule si c'est a ce
moment-la que le bail a pris fin.
- On ne doit pas inventorier des biens qui incontestablement ne
servaient pas a l'amenagement ou a l'usage des locaux loues.
Art. 272 CO, 283 aJ. 3 LP.
- L'erezione d'un inventario dei beni vincolati al diritto di riten-
zione per la mereede relativa a un pernodo di loeazio ne ehe
risale ad oltre un anno non puo essere r1fiutata a motivo del
tempo trascorso se la locazione ha preso fine a quell'epoea.
- Non debbono essere inventariati i beni ehe incontestabilmente
non servivano all'arredamento o all'uso dei locali appigionati.
Art. 272 CO, 283 ep. 3 LEF.
Aus dem Tatbestand :
A. -Ulrich Engler benutzte mit seiner Familie vom
- Februar bis zum 15. April 1950 eine Ferienwohnung in
Valbella. Er stellte dem Vermieter Ruedi Müller am 15.
76 Sehuldbetreibungs-und Konkursrecht. No 18.
April 1950 eine Schuldanerkennung über einen Betrag
von Fr. 1630.-für die Wohnungsmiete aus. Seine Ehefrau
beliess einige Gegenstände (Kleidungsstücke, Sportgeräte
und Reiseutensilien) in der gemieteten Wohnung.
B. -Am 20. Dezember 1952 verlangte der Gläubiger
die
Aufnahme einer Retentionsurkunde für den erwähnten
Mietzins von Fr. 1630.-. In der Retentionsurkunde vom
5. Januar 1953 verzeichnete das Betreibungsamt Alva-
schein die seinerzeit
beim Gläubiger belassenen Sachen.
C. -Der Schuldner beschwerte sich über die Reten-
tionsaufnahme, weil es sich um eine längst verfallene
Mietzinsforderung
handle, für die kein Retentionsrecht
mehr bestehen könne.
D. -Mit Entscheid vom 18. März 1953 entsprach die
kantonale Aufsichtsbehörde dem Beschwerdeantrag und
hob die Retention auf. Sie stimmte der Ansicht des Schuld-
ners bei, dass unter dem verfallenen Jahreszins nach
Art. 272 OR nur der ein Jahr zurückliegende, gerechnet
vom letzten Ziel vor Stellung des Retentionsbegehrens ll,
zu verstehen sei. Weiter zurilckliegende Mietzinsforderun-
.,
gen, wie die hier in Frage stehenden aus dem Jahr 1950,
seien dagegen des Retentionsrechtes nicht mehr teilhaftig.
E. -Mit vorliegendem Rekurs hält der Gläubiger daran
fest, dass die vom Schuldner angefochtene Retentionsver-
fügung zu, bestätigen sei. Er macht geltend, als letztes
Ziel komme kein späteres Datum als der 15. April
1950 in Betracht, da damals das Mietverhältnis aufgehört
habe.
Die Schul,dbetreibungs-und Konkurskammer
zieht
in Erwägung:
l. -In der Regel wird das Retentionsrecht ausgeübt,
während die Miete dauert, oder kurz nach ihrer Beendi-
gung. Solchenfalls ist die auf BGE 42 III 279 gestützte
Betrachtungsweise des vorinstanzlichen Entscheides zu-
treffend. Hat aber, wie im vorliegenden Falle, die Miete
schon vor einigen Jahren aufgehört, so erhebt sich die
Sehuldbetreibungs-und Konkursrecht. No 18.
Frage, ob als letzter verfallener Jahreszins nicht eben
derjenige des letzten Jahres der Mietdauer zu gelten habe.
Der Entscheidung dieser Frage greift das soeben ange-
führte Urteil nicht vor. Ferner spricht nicht etwa der
Text des Art. 272 OR eindeutig für die enge vorinstanzliche
Auslegung.
Die deutsche und die italienische Fassung
( einen verfallenen Jahreszins ll, le mercedi di un anno
scaduto ... ) lassen sich zwanglos auf eine mehr als ein
Jahr zurückliegende Mietdauer beziehen, sofern die Miete
eben damit zu Ende ging. Der französische Text ((( loyer
de l'annee ecoulee ))) scheint freilich eine der Ausübung
des Retentionsrechtes bzw. der laufenden Mietperiode
unmittelbar vorausgegangene Jahresperiode (bis zum letz-
ten Ziel ) im Auge zu haben. Doch geht das Gesetz
dabei wohl vom eingangs erwähnten Regelfalle aus, so
dass die Frage offen bleibt, ob nicht nach Beendigung
der Miete das für das letzte Mietjahr bestehende Reten -
tionsrecht einfach bestehen bleibe, solange der betreffende
Mietzins
aussteht und auch die übrigen Voraussetzungen
des
Retentionsrechtes weiterhin gegeben sind. Bei dieser
Rechtslage sind aber die Betreibungsbehörden dann nicht
befugt, die Aufnahme eines Retentionsverzeichnisses mit
der Begründung zu verweigern, dass der geltend gemachte
Mietzins für eine mehr als ein Jahr zurückliegende Zeit
gefordert werde, wenn die Miete damals zu Ende ging.
Denn ob auch in diesem Falle das Retentionsrecht unter-
gegangen sei, ist eine die zivilrechtlichen Voraussetzungen
des
Retentionsrechtes betreffende und daher vom Richter
zu entscheidende Frage, deren Bejahung durch die Betrei-
bungsbehörden selber nur dann gestattet wäre, wenn gar
kein Zweifel darüber bestehen könnte (vgl. BGE 75 III
31 unten/32). Das trifft jedoch nach dem Gesagten nicht
zu. Die neuere Rechtsprechung kommt vielmehr dem
Standpunkte des Rekurrenten entgegen (vgl. BGE 72
II 368 ff.).
2. -Lässt sich somit die Ablehnung der Retentions-
nahme nicht auf die vorinstanzlichen Gründe stützen, so
Schuldbetreibungs-und Konkursreeht. N° 19.
fehlt es nun aber zweifellos an einer andern Voraussetzung
zur Retinierung der vom Betreibungsamte verzeichneten
Sachen. Kleidungsstücke, Sportgeräte (und zwar solche
für den Skisport) wie auch Reisekoffern lassen sich unmög-
lich gemäss
Art. 272 OR zu den Sachen zahlen, die zur
Einrichtung oder Benutzung einer Mietwohnung gehö-
ren.
Die Retention solcher Sachen ist daher ausgeschlossen
(BGE 59
III 68). Dieser rechtliche Mangel der Retention
ist zu berücksichtigen, wiewohl sich der Schuldner nicht
darauf berufen hat.
Demnach erkennt die Sckuldbetr.-u. Konkurskammer:
Der Rekurs wird abgewiesen.
III. URTEILE DER ZIVILABTEILUNGEN
ARRETS DES COURS CIVILES
19. Sentenza 26 marzo 1953 della II Corte eivile nella causa
Bisehofberuer Co. c. S. A. Virano.
- Amm.issibilita d'un' azione revocatoria degli atti giuridici del
debitore ehe ha ottenuto un concordato con abbandono del-
l'attivo prima dell'entrata in vigore, il I febbraio 1950, della
revisione della LEF (art. 316 a e seg., specialmente art. 316 8
cp. l LEF ; art. 51 dell'ordinanza 24 gennaio 1941 ehe mitiga
temporaneamente le disposizioni sull'esecuzione forzata).
- Applicabilita dell'art. 288 LEF negata in concreto.
- Zulässigkeit einer Anfechtungsklage bezüglich Rechtshand-
lungen des Schuldners, der bereits vor Inkrafttreten der SchKG-
N ovelle vom 28.9.1949 (1.2.1950) einen Nachlassvertrag mit
Vermögensabtretung erlangt hat (Art. 316, a ff., besonders
Art. 316, s Abs. 1 SchKG; Art. 51 der Verordnung vom 24.
Januar 1941 über vorübergehende Milderungen der Zwangs-
vollstreckung).
- Anwendbarkeit des Art. 288 SchKG in casu verneint.
- Admissibilite d'une action revocatoire visant des actes juridi-
ques du debiteur qui a obtenu un concordat par abandon d'actif
Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. No 19. 79
ant6rieurement a l'entree en vigueur (Jer füvrier 1950) de la
loi du 28 septembre 1949 revisant la LP (art. 316 lettre a et
suiv specialement art. 316 lettre s al. 1 LP art. 51 de l'or-
donnance du 24 janvier 1941 attenuant a tit;e temporaire le
regime de l'execution forcee).
- Applicabilite de l'art. 288 LP niee en l'espece.
A. -Mediante un atto ehe porta la data del 13 aprile
1948 e
s'intitola contratto di commissione la ditta Virano
S. A. a Magadino e la ditta Ernst Blickenstorfer e Co.
A.-G. a Zurigo hanno pattuito quanto segue:
" 1. Die irm i:. Yira ? A Magadino errichtet auf 1. April
1948 m ur1ch f ihrnn TJ:aunensaft e Regionallager
Ostschweiz und ubergibt mit diesem Zeitpunkt der Firma
E. Bnckenstorfe: Co. A. G. dessen Verwaltung und den
Vi;irtrieb des Viranotraubensaftes auf Kommissionsbasis.
D1.e Kommissionsansätze für die Bemühungen der Firma
Blickenstorfer Co. A. G. sind in der von der Eidg. Preis-
kontrollstelle genehmigten Preisliste vom 15. November
194 7 festgesetzt.
- Zur Vereinfachung und bessern Kontrolle des beidseitigen
Geschäftsverkehrs verrechnet die Virano SA ihre Lieferun-
gen fakturamässig an die Firma Blickenstorfer Co. A. G.
di hiefür einen Wechsel auf 60 Tage akzeptiert. Die Firm
Bhckenstorfer Co. A. G. fakturiert ihren Kunden per
30 ?-'age und rechnet selbständig mit ihnen ab. Die Organi-
sat10n der Buchhaltung und Verrechnung ist Sache der
Firma Blickenstorfer Co. A. G.
- Das gesamte Viranowarenlager bleibt im Besitze der
Virano SA ; es haftet, wie auch alle Debitoren-Rechnungen
aus Viranolieferungen, für die Einlösung der Wechsel.
- Die Firma Blickenstorfer Co. A. G. ist verpflichtet, der
Virano SA jederzeit Einsicht in die Buchhaltung über
Viranolieferungen und über deren Abrechnungen zu ge-
währen.
Ohne ausdrückliches Einverständnis der Virano SA dürfen
keine Spezialpreise an Kunden gewährt werden.
- Die Virano SA übernimmt die Kosten der Reklame, wäh-
rend e persönlichen quisitionsspesen, Kosten für Lager,
Vertrieb und Fakturierung aus den Kommissionsvergü-
tungen durch die Firma Blickenstorfer Co. A. G. zu
tragen sind.
- Dieser Vertrag kann bei Nichtbefolgung oder Verletzung
durch die Firma Blickenstorfer Co. A. G. ohne Kündi-
gung sofort aufgelöst werden.
- Der Vertrag tritt verabredungsgemäss rückwirkend auf
den 1. April 1948 in Kraft. Er kann bei Beachtung einer
3monatigen Kündigungsfrist je auf Ende eines Monats
gelöst werden.
B. -Sulla scorta di questo contratto, la Virano S. A.
forni notevoli quantita di succo d'uva alla Blickenstorfer