Creditor’s recourse after debtor’s sale to third party

BGE 73 III 142Federal Supreme Court Official Reports (BGE) / Band IIIOct 24, 1947Dismissed

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Omnilex summary

A creditor tried to reach machinery and tools sold by the debtor to the respondent and later resold to a third party. The court held that alleged third-party ineffectiveness of the transfer had to be asserted through seizure and objection proceedings, not by treating the debtor’s putative vindication claim as an asset. Because the chattels had already been resold in good faith, seizure of the goods was no longer possible; at most a substitute claim against the first purchaser could be seized. The Paulian avoidance action remained available and did not require the challenged transaction to be civilly valid.

Omnilex headnote

Art. 285 ff. SchKG, Art. 5 SchKG; a creditor who alleges that a debtor’s transfer of movables is ineffective against third parties must pursue the asset by seizure, subject to the objection procedure, or, if the thing has been resold to a bona fide third party, seize any substitute claim against the first acquirer. A vindicatory claim of the debtor is not the object of seizure. The Paulian avoidance action is not conditional on the civil-law validity of the challenged legal act; it may be brought independently of whether the transfer is void, voidable, or merely unenforceable against third parties.

Full text

Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N° 36. Weiterveräusserung an Frey berechtigt war , in seinem Rekurse nicht geltend gemacht, dass ihm Einwendungen gegen den Eigentumserwerb des Dritten (Frey) zu Gebote stehen, obwohl der angefochtene Entscheid ihn darauf hingewiesen hatte, dass der Weiterverkauf der von ihm verlangten Steigerung entgegenstehe .. Daraus darf ge- schlossen werden, dass er gegen jenen Erwerb nichts Stichhaltiges' einzuwenden weiss. Das Beschwerdebegehren ist deshalb abzulehnen, ohne dass noch abzuklären wäre, ob der Rekurrent wirklich pfändender Gläubiger sei, und ob er sich rechtzeitig beschwert habe. Dem Rekurrenten bleibt nur noch der Weg der Schaden- ersatzklage offen (Art. 5 SchKG). Demnach el'lcennt die Schuldbetr.-u. Konkurskammer .- Der Rekurs wird abgewiesen. 11. URTEILE DER ZIVILABTEILUNGEN ARR !jTS DES COURS CIVILES 36. Auszug nus dem Urteil de!' 11. Zivilabteilung vom 25. Sep- tember 1947 i. S. S( bnydl'r gegen Nicolazzi. Pfändung.-Behauptet ein Gläubiger Unwirksamkeit einer vom Schuldner vor15enommenen Veräusserung gemäss Art. 717 ZGB. so kann er dIe Sache (unter Vorbehalt des Widerspruchsver- fahrens) oder eventuell eine Ersatzforderung pfänden lassen. Die paulianische Anfechtungsklage (Art. 285 ff. SchKG) setzt nicht Gültigkeit der Rechtshandlung voraus. Saisie.-Si le .crt3ancier. pretend qu'un transfert de propriete opere par le deblteur est mopposable aux tiers en vertu de l'art. 717 ce, il peut faire saisir ou Ia chose alienee (sous reserve de Ia proced?I'e deo revend? tion) ou, 1e cas echeant, la creance qui , ap:partlnndralt. au deblteur contre l'acquereur. L actnon revocatmre (art. 285 et suiv. LP) ne presuppose pas la. vaIidite de l'acte juridique attaque. Pignr:ramento: Se il cred!tore pretende ehe un trapasso di pro- pneta operato daI debItore non e opponibile ai terzi in virtü Schuldbctroibungs-und Konkursrecht. N° 36. 143 dell'art. 717 ce, puo far pignorare 0 Ia cosa alienata (sotto riserva delIa procedura di rivendicazione) 0 eventualmente il credito spettante al debitore contro l'acquirente. L'azione revocatoria (art. 285 e seg. LEF) non presuppone Ia vaIidita dell'atto giuriClico impugnato. Aus dem Tatbestand : Die vom Kläger für die Pfandausfallforderung ver- langte Pfändung war fruchtlos. Er erhielt am 17. Januar 1946 eine leere PIändungsurkunde als Verlustschein. Am 13. Februar 1946 erhob er auf Grund desselben die vor- liegende Anfechtungsklage, um auf die dem Beklagten am 18. Dezember 1943 vom Schuldner verkauften Schreinerei- maschinen und -werkzeuge greifen zu können. Mit Rück- sich auf die erfolgte Weiterveräusserung an Heldner und in Anbetracht der Schätzung des betreffenden Mobiliars auf Fr. 5750.-durch gerichtlich beauftragte Sachver- ständige änderte er sein Begehren dahin, dass der Be- klagte in die Zwangsverwertung des Schnyder Gregor Fr. 5750.-einzuzahlen habe. Aus den Erwägungen: Der Kläger macht in erster Linie zivIlrechtliche Un- gültigkeit der Veräusserung des Schreinereimobiliars durch den Schuldner an den Beklagten geltend : Der Kaufver- trag sei simuliert, ferner wäre eine allfällig ernst gemeinte Eigentumsübertragung Dritten gegenüber nach Art. 717 ZGB angesichts des damit verfolgten Zweckes ungültig. Der Standpunkt, das Eigentum sei überhaupt beim Schuldner verblieben, oder der Beklagte habe jedenfalls nicht allseitig wirksames Eigentum erhalten (vgl. die Erläuterungen zu Art. 707 des Vorentwurfs), hätte jedoch auf dem Wege der Sachpfändung geltend gemacht werden müssen. Der Kläger hätte diese beim Betreibungsamt verlangen (und gegebenenfalls auf dem Beschwerdewege durchsetzen) können, worauf ein Widerspruchsverfahren über die Eigentumsfrage zu eröffnen gewesen wäre. Sachen, die nach Behauptung eines Gläubigers im Eigentum des

Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. N° 36. Schuldners stehen oder jedenfalls nicht in einer für Dritte wirksamen Weise auf eine andere Person übergegangen sind, unterliegen eben als solche der Pfändung unter Vorbehalt des Widerspruchsverfahrens. Es ist nicht etwa ein Vindikationsanspruch des Schuldners zu pfänden und zu verwerten. Mit dem Widerspruchsprozess hätte die paulianische Anfechtung der Veräusserung an den Be- klagten als Eventualstandpunkt verbunden werden kön- nen. Sachpfändung kommt jedoch nach Weiterveräusse- rung an einen gutgläubigen Dritten (Heldner), wie sie hier nach Ansicht aller Beteiligten erfolgt ist, nicht mehr in Betracht, da der jetzige Besitzer mit Erfolg Widerspruch erheben könnte. Das schliesst zwar nicht jeglichen zivil- rechtlichen Anspruch des Schuldners aus, wie die Vor- instanz anzunehmen scheint. Es hätte jedoch nicht mehr das Mobiliar, sondern nur noch eine Ersatzf9rderung des Betriebenen an den Ersterwerber, also den Beklagten, gepfändet werden können, sei es wegen unbefugter Eigen- tumsentziehung, sei es einfach auf Wertersatz. Aber auch eine derartige Forderung kann hier nicht zur Beurteilung kommen, weil sie eben nicht gepfändet (und dem Kläger nach Art. 131 SchKG zur Geltendmachung zugewiesen oder von ihm ersteigert) worden ist. Daher bleibt bloss paulianische Anfechtung möglioh. Diese hat nioht etwa zivilrechtliche Gültigkeit der angefoohtenen Veräusserung zur Vdraüssetzung. Der Kläger konnte füglieh von einer Besohwerd über die Ausstellung des Verlustscheins absehen rihd statt (allenfalls unsicherer) zivilreohtlicher Ansprüche ohne weiteres die Anfechtungsklage erheben. Vgl. H. Teil Nr. 16. -Voir He partie n° 16.

Seboldhetreibungs-und lionkursreebt. Poursulte et FailHte. I. ENTSCHEIDUNGEN DER SCHULDBETREffiUNGS UND KONKURSKAMMER ARR 'jTS DE LA CHAMBRE DES POURSUITES ET DES FAILLITES 37. Entscheid vom 24. Oktober 1947 i. S. Haag. RechtBvorschlag, Fortsetzung de;r Betreibung. Weist das Betrei- bungsamt einen Rechtsvorschlag als ungültig zurück, oder nimmt es einen Rückzug des Rechtsvorschlages (hier: durch die Ehefrau des Betriebenen) als gültig entgegen, und setzt es daher die Betreibung auf Begehren des Gläubigers fort, so erwächst seine Verfüpg mangels Beschwerde binnen gesetzlicher Frist in Rechtskraft. OppOBition. Gontinuation de la poursuite. Si l'office deS. poursuites rejette une opposition comme non valable ou declare recevable un retrait de l'opposition (effectue en l'espece par la femme du debiteur poursuivi) et qu'il continue en consequence Ja poursuite a. Ja requisition du creancier, sa decision passe en force de chose jugee si elle ne fait pas l'objet d'une plainte dans le delai legal. OppOBizione, pro88guiment dell'88ecuzi . Se l'ufl?ci d'esnone respinge oome non vahda un'OPposlZlone 0 dlChiara rlnVlbile un ritiro dell'opposizione (fatto in concreto dalla mogbe deI. l'escusso) e prosegue quindi l'esecuzione su domanda deI credi tore, la sua decisione diventa definitiva se non e impugnata mediante reclamo entro il termine legale; , A. -In der Betreibung Nr. 40790 des Rekurrenten gegen Gottfried Schneider wurde der Zahlungsbefehl der Ehefrau des Schuldners ausgehändigt. Sie hielt sich snlbst für betrieben, da es sich um ihre eigene voreheliche 10 AS 73 III -1947

Keywords

debt enforcementseizurePaulian actiongood-faith third partyloss certificatesubstitute claimvindicatory claim

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether a creditor alleging that the debtor’s transfer of property is ineffective against third parties may levy on the transferred chattel or on an alternative claim.

Extracted holding

The creditor may levy on the transferred thing, subject to vindication proceedings, or alternatively on the debtor’s claim against the first purchaser; after resale to a good-faith third party, only a possible claim for damages or value remains.

Extracted reasoning

Property allegedly still belonging to the debtor, or not validly transferred against third parties, must be pursued by asset seizure and the corresponding objection procedure. Once the thing has been resold to a bona fide third party, seizure of the thing is no longer possible, and only a substitute claim against the first acquirer may remain.

Key legal question

Whether a Paulian avoidance action presupposes the civil-law validity of the challenged transaction.

Extracted holding

No. The avoidance action under Art. 285 ff. SchKG does not require the challenged legal act to be valid.

Extracted reasoning

The creditor may choose the avoidance action even if the sale might have been invalid under civil law; he was not required to challenge the loss certificate first.

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