Verwaltungs-und Disziplinarrechtspllege.
23. Auszug aus dem Urteil vom 26. Mai 1944 i. S. W. R.
gegen Rekurskonssion des Kantons Solothurn.
WehrQPter: 1. Bei der Bemess1IDg des Wehropferwertes von
Wohn-1IDd Geschäftshäusern nach dem Bmttoertrag (Art. 11
VBG) ist der Mietwert vorübergehend leerstehender Wohnungen
mitzuberücksichtigen.
2. Einer Bewertung ach. Art. 11 VBG kann nicht entgegen-
gehalten werden, die L18genschaften anderer Steuerpflichtiger
im Kannon seien in dem in Art. 14 VBG vorgesehenen Ver-
fahren un Anschluss an bestehende kantonale Steuerschat-
z1IDgen eingeschätzt worden.
Sacritwe p'0ur la defense nationale: 1. Lors de la fixation de la
valenr unposable des maisons d'habitation et des locaux com-
merClaux sur la base du rendement brut (art. 11 de l'Ordon-
nance du 26 decembre 1939 concernant l'evaluation des immeu-
ble en vue de Ja contribution federale de crise), il faut aussi
temr compte de Ja valeur locative des logements qtti sont
momentanement inoccupes.
2. O e saurait op:poser a une evaluation fondee sur l'art. 11
preClte
que les unmeubles d'autres contribuables dans le
cant on auraient Me estimes, selon la procedure fixee par l'art.
14, sur le fondement de taxations fiscales cantonales deja.
operees.
Sacritwio.per la difesa nazionale : 1. Nel fissare in base al reddito
lordo 11 valore imponibile delle case d'abitazione e delle case
cne servono ad aziende commerciali (art. 11 delI'ordinanza 26
dicenbre . 1939 concernente la valutazione dei fondi per la
eontnbuzlOne federale di crisi) devesi tener eonto anche dei
val?re locativo degli appartamenti momentaneamente disabi-
tatl.
2. Ad una valutaz.i !ne fonnta ,sull'!ll't. 11 .suddento non si potrebbe
0pp?rr ehe. gh. unmOblh d altn contrlbuentl nel cantone sono
stah stII?anl, gIusta la procedura stabilita dall'art. 14 in base
a tassazlOlli fiscaH cantonali giA esistenti. '
A. -Laut Entscheid der kantonalen Rekurskommission
Solothurn vom 26. Januar 1944 ist, gemäss Art. 11 VBG,
als
Steuerwert der Grundstücke des Beschwerdeführers
der zu 7 % kapitalisierte Bruttoertrag eingesetzt worden'
wobei
zu der effektiven Mietzinseinnahme des Jahre
1939 der Mietwert einer leerstehenden Wohnung hinzu-
gerechnet wurde.
B. -Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird
geltend gemacht, die Rekurskommission habe die Vor-
schriften des Wehropferbeschlusses und die Verfügung
des
Finanzdepartements vom 26. Dezember 1939 betref-
Bundesrechtliehe Abgaben. N° 23.
fend die Bewertung der Grundstücke dadurch verletzt,
dass sie den Mietwert einer während des Jahres 1939
leerstehenden
Wohnung anrechnete. Die angefochtene
Schätzung beruhe zudem auf einer Verletzung von Art.
4 BV, da der Wehropferwert der Liegenschaften im
Kanton Solothurn sonst allgemein auf Grund von Brandas-
sekuranz und Katasterschatzung festgesetzt worden sei.
Der Beschwerdeführer habe ein Recht auf Gleichbehand-
lung mit den übrigen Steuerpflichtigen.
Das Bundesgericht hat die Beschwerde abgewiesen
in Erwägung :
- -Nach Art. 20 Abs. 1 WOB wird der Wehropfer-
wert von Grundstücken unter billiger Berücksichtigung
des Verkehrswertes und des Ertragswertes berechnet. Das
eidgenössische Finanzdepartement hat im Rahmen des
ihm in Art. 20, Abs. 5 WOB erteilten Auftrages bestimmt,
dass bei Wohn-und Geschäftshäusern als massgebender
Abgabewert
in der Regel der zu 6 bis 7 % kapitalisierte
Bruttoertrag des Jahres 1939 angenommen werden dürfe
(Art. 11 VBG). Dass dabei bei Miethäusern der Mietwert
vorübergehend leerstehender Wohnungen mitberück-
sichtigt werden muss, folgt aus der Überlegung, dass
Ertragswert und Verkehrswert von Gebäuden bestimmt
werden durch die dauernden Erträgnisse. Gelegentliche
Ausfalle im Mietertrag, die sich etwa daraus ergeben,
dass ein Mieter
auszieht und ein neuer Mieter nicht sofort
gefunden werden kann, wirken sich in ihnen in der Regel
nicht aus. Darum wäre es unrichtig, bei Berechnung
eines nach Ertrags-und Verkehrswert bestimmten Steuer-
wertes eines Miethauses nur auf die tatsächlichen Miet-
zinseingänge abzustellen
in einem Falle, wo damit nicht
der ganze Mietzinsertrag erfasst wird, der als normaler
Bruttoertrag der Schätzungsobjekte anzusehen ist. Dass
der Mietwert unbewohnter Wohnungen mitberücksichtigt
werden muss, ergibt sich übrigens auch aus Art. 11 VBG
selbst. Denn dort wird die Bewertung nichtbewohnter
Verwaltungs-und DisziplinarrechtBpflege.
Gebäude nach dem Mietwert vorgeschrieben. Was für
nichtbewohnte Gebäude gilt, trifft offenbar auch zu,
wo Miethäuser vorübergehend
nicht ganz besetzt sind. In
ArK 11 VBG ist denn auch nicht vorgesehen, dass der
Bruttoertrag des Jahres 1939 , die in diesem Jahr
tatsächlich erzielte Einnahme, der Bewertung schlechtweg
zu Grunde zu legen sei. Es wird gesagt, dass in der
Regel so vorgegangen werden könne, womit der nötige
Raum für die freiere Anwendung der Bewertungsvor-
schrift in besonderen Fällen gelassen ist. Hier war es
richtig,
den Mietwert der am 1. Januar 1940 leerstehenden
Wohnung bei Ermittlung des Steuerwertes der Liegen-
schaften. des Beschwerdeführers zu berücksichtigen. Im
übrigen hat die Rekurskommission den höchsten Kapitali-
sierungsansatz gewählt, was ZU einer Bewertung führt,
die sich an der untern Grenze hält.
Dass in andern Fällen anders vorgegangen, Grund-
stücke nicht auf Grund des Bruttoertrages, sondern in
Anlehnung an die bestehenden kantonalen Steuerschat-
zungen bewertet wurden, kann der Bewertung nach Art.
11 VBG nicht entgegengehalten werden. Die Feststellung
des Wehropferwertes in dem in Art. 14 ff. VBG vorge-
sehenen Verfahren
auf Grund der kantonalen Schätzungen
ist beschränkt auf brauchbare Schätzungen ). Der
Steuerpflichtige kann sie nur verlangen, wenn damit im
Ergebnis eine Bewertung nach Gesntz (Art. 20 WOB)
erreicht wird. Doch kann eine Verletzung von Bundesrecht
oder ein Verstoss gegen das Gebot der Rechtsgleichheit
darin nicht liegen, dass eine Schätzung auf dieser Grund-
lage abgelehnt wurde, weil jene Voraussetzung nicht
zutrifft (BGE 68 I S. 182).
Registersaehen N° 24.
II. REGISTERSACHEN
REGISTRES
- Arrnt de la Ire Seetion eivile dn 20 jnin 1944 dans la cause
ErDest Borel Oe c. Departement federal de justiee et police.
L'utilisation du signal international de detresse 8. O. 8. comme
marque de commerce est contraire aux bonnes mreurs (m.
14, a1. ler, eh. 2 LMF).
Der Gebrauch des internationalen Notsignals 8. O. 8. als Handels-
marke verstösst gegen die guten 8itten (Art. 14 Abs. 1 Ziff. 2
M8ehG). .
L'uso deI segnale internazionale di pericolo 8.0.8. eOJ;ne marea di
commercio offende i buoni costwni (art. 14, cp. 1, mfr .. 2 LMF).
A. -Le 9 novembre 1943, la maison Ernest Borel
Cle,successeur de Borel-Courvoisier, socieM anonyme, a
Neuchatel, adepose au Bureau federal de la propriete
intellectuelle a Berne une marque verbale ( S. O. S. pour
tollS produits horlogers. Elle dit etre sur le point de mettre
dans le commerce une nouvelle montre munie d'un dispo-
sitif avertisseur qui, de meme qu'un reveille-matin, pourra
se declencher a l'heure prevue par le porteur de la montre ;
c'est a cette montre que la marque serait plus specialement
destinee.
La marque a ew enregistree sous n° 105761 et l'enre-
gistrement publie dans la Feuille officielle suisse du com-
merce
du 16 decembre 1943.
Le 4 janvier 1944, la Chambre de commerce de Zurich
a signa16 au Departement federal de justice et police
qu'ontrouvait choquant et contraire aux bonnes moours
cet emploi d 'un signe international de detresse ades
fins de reclame commerciale.
La deposante, informee de cette critique, declara main-
tenir sa marque.
B. -Le 15 mars 1944, le Departement federaJ de
justice et police, agissant en vertu de l'art. 16 bi8, l
er