Le Conseil :d'Etat refuse toute nouvelle patente s'il
estime que les etablissements existants sont suffisants pour
les besoins d'une 10caliM, d'un quartier ou d'un hameau .
Cet article a remplace l'art. 12 al. 3 de la loi du 21 aout
1903, qui etait ainsi con,;lU :
Lor:;que le Conseil d'Eta estime que le nombre des
etablissements
existants est suffisant pour les besoins
d'une 10caliM, d'un quartier ou d'un hameau, il refuse
l'octroi de nouvelles patentes .
La seule difierence entre les deux textes, sauf l'arrange-
ment des mots, .est que, suivant le nouveau, le Conseil
d'Etat refuse tmde nouvelle patente, tandis que l'ancien
disait :
refuse l'octroi de nouvelles patentes . La nou-
velle loi,
en tant qu'elle differerait intentionnellement de
l'ancienne,
aurait renforce le pouvoir du Conseil d'Etat et
voulu couper court a toute casuistique.
Or le Tribunal fMeral a declare dans la causa Hoirs
Cantin c. Conseil d'Etat du canton de Vaud (arret cite
plus haut, co:n.sid. 3) que l'art. 12 a1. 3 de la loi de 1903
permettait a l'autorite, sans qu'on put lui adresser le
reproche
d'arbitraire, de refuser, en raison du trop grand
nombre de debits, l'octroi d'une patente pour un etablisse-
ment deja existant. L'autorisation d'exploiter est, en droit
vaudois, de caractere purement personnel (cf. art. 19 de la
loi de 1933), et elle se rapporte a un local determine. Celui
qui
veut reprendre un cafe exploite jusque-Ia par une autre
personne doit requerir une nouvelle autorisation, comme
celui
quientend ouvrir un nouvel etablissement. TI est
des lors conforme au systeme de la loi de permettre au
Conseil d'Etat d'examiner a cette occasion la question
du besoin. Les arguments tires par la recourante de la
genese de l'art. 16 a1. 4 n'infirment pas ce raisonnement;
en presence du texte formel de l'art. 19, on ne peut pas
admettre que le Iegislateur vaudois ait voulu rattacner la
patente a l'immeuble et conferer ainsi au proprietaire une
sorte de droit acquis. Si la clause de besoin doit atteindre
son but, il est essentiel que l'Etat puisse profiter des cas
Niederla.ssungsfreiheit. N° 3.
'ou le droit a la patente s'eteint dans la personne d'un
tenancier, pour refuser de maintenir, par l'octroi d'une
nouvelle patente, un etablissement qui ne repond plus a
aucun besoin dans des 10caliMs ou le nombre des caf6s est
excessif.
III. NIEDERLASSUNGSFREIHEIT
LIBERTE D'ETABLISSEMENT
3. t7rteU vom 19. Februar 1937 i. S. Blppstein
gegen Zürich Begimmgsrat.
Der Bevormundete kann das Recht auf Niederlassung nicht
selbständig, ohne Mitwirkung des Vormundes, ausüben.
Amold Rippstein von Kienberg (Kanton Solothurn),
Wirt in Aeugst a. A. (Kanton Zürich), der am 3. Oktober
1936 wegen Delirium tremens bei schwerem chronischem
Alkoholismus
in die Heilanstalt Burghölzli verbracht und
am 5. Oktober unter Vormundschaft gestellt worden war-
wurde
durch Beschluss des Waisenamtes der Wohnge,
meinde
vom 21. November 1936 für die Dauer von zwei
Jahren in eine durch die Justizdirektion zu bestimmende
Verwahrungsanstalt eingewiesen.
Da Rippstein für die Kosten der Versorgung nicht auf-
kommen
konnte und eine Verständigung mit den Solo-
thurner Behörden über die Leistung der Unterstützung für
die Versorgung ihres Bürgers im Kanton Zürich nicht
zustande kam, verfügte der Regierungsrat des Kantons
Zürich die Heimschaffung. Rippstein wurde demgemäss
in die solothurnische Anstalt Rosegg übergeführt.
Rippstein erhebt rechtzeitig die staatsrechtliche Be-
schwerde gegen die Ausweisung mit dem Antrag, sie wo-
möglich aufzuheben.
Das Bundesgericht ist auf die Beschwerde nicht eingetre-
ten
in Erwägung:
Da der RekUrrent bevormundet ist., kann er nach der
Praxis des Bundesgerichtes (BURCKHARDT: Kommentar,
3. Aufl., S. 394 ; BGE 20 S. 740 ; 35 I S. 666) das Recht auf
Niederlassung nicht selbstndig geltend machen. Es
kommt vielmehr auf den Willen des Vormundes und der
Vormundschaftsbehörden an (Art. 377 und 421, Zifi. 14
ZGB).
Das Bundesgericht hat sich daher mit der vor-
liegenden Eingabe, die vom Rekurrenten persönlich aus-
gegangen ist und die auch keine Erklärung des Vormundes
zu dem darin gestellten Antrage enthält, nicht zu be-
fassen... .
IV. GEWALTENTRENUNG
SEPARATION DES POUVOIRS
4. Urteil Tom 19. Kirz 1937 i. S. Dalski
gegen lesirkarat linsiedeln ud. Regierungsrat Schwyz.
Gewal ten trenn ng:
In der blossen adnllnistrativen Polizeigewalt (der schwyzerischen
Bezirksräte) ist die Verordnungsgewalt nicht inbegriffen
(Erw. 2).
Genehmigung der von einer unzuständigen Behörde erlassenen
Verordnung durch die Behörde, die zum Erlass zuständig
gewesen wäre (Erw. 3).
Umfang der kantonalen Verordnungsgewalt im Gebiete der Was-
serbaupolizei (Erw. 4).
Verordnung nur für einen Bezirk (Erw.5).
Aus dem Tatbestand :
Am 8. Oktober 1936 erliess der Bezirksrat von Ein-
siedeln eine Verordnung über die Ausbeutung von Kies,
Sand und Steinen in der Alp , die am 16. November 1936
vom Regierungsrat von Schwyz genehmigt wurde: Die
Gewaltentrennung. No 4. 9
'Verordnung bestimmt, dass die Ausbeutung von Sand
Kies und Steinen in der Alp auf dem Gebiete des Bezirk
Einsiedeln einer bezirksrätlichen Bewilligung bedürfe
(Zifi. 1), und dass die gewerbsmässige Ausbeutung die Ent-
richtung einer Konzessionsgebühr bedinge (Ziff. 7). Im
übrigen werden für die Ausbeutung bestimmte polizei-
liche
Schranken aufgestellt.
Die Alp
ist ein Bergwasser, das in seinem untern Teil
den Bezirk Einsiedeln durchfliesst und an welchem ver-
. schiedene Verbauungsarbeiten ausgeführt worden sind.
Diese
Verbauungen sind durch übermässige Kiesausbeu-
tung gefährdet worden, was zum Erlass der Verordnung
Anlass gab.
Gegen die Verordnung erhob der Rekurrent, der im
Bezirk Einniedeln gewerbsmässig Kies ausbeutet, die
staatsrechtliche Beschwerde, unter anderm wegen Ver-
letzung des Grundsatzes der Gewaltentrennung. Das
Bundesgericht hat die Beschwerde hierin nur insoweit
gutgeheissen, als
Zifi. 7 über die Konzessionspflicht der
gewerbsmässigen Ausbeutungsbetriebe aufgehoben wurde
mit der '
Begründung :
- -Die Verordnung über die Ausbeutung von Kies,
Sand und Steinen in der Alp bei Einsiedeln stellt ein Verbot
auf, diese Materialien aus dem Gewässer ohne eine Bewilli-
des . Bezirksrats zu gewinnen, welche Bewilligung
beIm Vorliegen
bestimmter Umstände zu erteilen ist. Es
ist zugleich ein Befehl an alle diejenigen, die Kies usw. in
der Alp ausbeuten wollen, zuerst um diese Bewilligung
nachzusuchen.
Es wird eine Bewilligungsgebühr und bei
gewerbsmässiger Ausbeutung eine Konzessionsgebühr vor-
gesehen.
Für den Fall der Zuwiderhandlung gegen die
Verordnung
werden Strafbestimmungen aufgestellt durch
Hinweis auf die Straf androhungen des eidgenössischen
Wasserbaupolizeigesetzes (WBPG).
Die Vorschriften der Verordnung sind ohne Frage