20 Schutdbetreibung -und KOllkursrecht. N° 6
6. Auuug aus dem Entscheid vom 15. Februar 1926
i. S. Vogel.
Wegen Unvollständigkeit oder Unrichtigkeit des Pro t 0-
kolls über die Gläubigerversammlung
kann ohne Befristung Beschwerde geführt werden.
A. -Mit der vorliegenden am 8. Dezember einge-
reichten Beschwerde verlangen 33 Konkursgläubiger
des Josef Vogel-Meyer
in Stans Ergänzung des ihrem
Vertreter
am 26. November zugestellten Protokolls
der zweiten Gläubigerversammlung vom 7. November
1925 in näher angegebener Weise. Zunächst
hatten sie
bezw.
ihr Vertreter durch Schreiben vom 26. November
den Konkursverwalter (Konkursbeamten) selbst
darum
ersucht; jedoch hatte dieser am 28. November ablehnend
geantwortet.
B. -Am 28. Dezember 1925 hat die Aufsichtsbe-
hörde (Regierungsrat) von Nidwalden
erkannt: Auf
die Beschwerde wird, weil verspätet eingereicht, nicht
eingetreten.
C. -Diesen Entscheid haben die Beschwerdeführer
unter Bezugnahme auf Art. 17 Abs. 3 SchKG an das
Bundesgericht weitergezogen
mit dem Antrag auf Gut-
heissung ihrer Beschwerde.
Die Schuldbetreibungs-' und Konkurskammer zieht
in Erwägung:
- -Zu Unrecht hat die Vorinstanz den Art. 17
Abs. 2 SchKG zur Anwendung gebracht, wonach die
Beschwerde binnen zehn Tagen seit dem Tage,
an welchem
der Beschwerdeführer von der Verfügung Kenntnis
erhalten hat, angebracht werden muss. Diese Vorschrift
trifft gemäss ihrem Wortlaut sowie ihrer Beziehung zum
vorangehenden Abs. 1 des
Art. 17 SchKG nur auf solche
Beschwerden zu, welche gegen Verfügungen des Betrei-
bungs-oder Konkursamtes (oder der Konkursverwaltung,
Sehuldbetreibullgs-und Konkursreeht. N° 6. 21
vgl. Art. 241 SchKG) gerichtet sind, mit der Massgabe,
dass die Verfügungen durch den Ablauf
der Beschwerde-
frist in Rechtskraft erwachsen, sofern inzwischen nicht
Beschwerde geführt worden ist. Protokolle über Gläu-
bigerversammlungen
im K( nkursverfahren sind jedoc?
keine derartigen V t:rfügungen, bezüglich welcher dIe
Frage aufgeworfen werden könnte, ob sie Rechtskraft
beschritten haben oder nicht. Vielmehr stellen sie blosse
Beweisurkunden über die Zusammensetzung
und das
Ergebnis der Verhandlungen der Gläubigerversamm-
lungen dar. Werden sie vom Konkursamt aufgenommen,
so legt ihnen das Gesetz insofern die Bedeutung öffent-
licher
Urkunden bei, als sie unter Vorbehalt des Gegen-
beweises für ihren
Inhalt beweiskräftig sind (SchKG
Art. 8 Abs. 3, der gemäss Art. 241 SchKG für die von
den Gläubigern gewählte Konkursverwaltung freilich
nicht gilt).
Ist ein solches Protokoll ungenau oder un,:oll-
ständig, so sind die Beteiligten berechtigt, dessen Benc
tigung oder Vervollständigung zu verlangen. Dass SIe
von diesem Rechte auch Gebrauch machen, ist freilich
nicht Voraussetzung für die Beschwerdeführung gegen
Verfügungen der Konkursverwaltung (Konkursamt)
mit
der Begründung, sie verstossen gegen einen nicht oder
unrichtig protokollierten Beschluss der
Gläubigerve
sammlung. Vielmehr kann bei solcher GelegenheIt
j e der z e i t s P ä t e r noch behauptet und nachge-
wiesen werden, dass das Protokoll unvollständig oder
unrichtig sei. Allein das schliesst nicht aus, dass
aunh
unabhängig von einer derartigen Beschwerde gegen dIe
Vollziehung von Gläubigerversammlungsbeschlüssen bei
der Konkursverwaltung (Konkursamt) verlangt werden
kann dass
im Protokoll niedergelegt werde, was schon
anfänglich hätte darin niedergelegt werden sollen. Gibt
die Konkursverwaltung (Konkursamt) einem derartigen
Gesuch keine Folge,
so kann sie auf Beschwerde hin
durch die Aufsichtsbehörden dazu angehalten werden,
und zwar ebenfalls ohne Rücksicht
auf den Zeitpunkt,
22 Schuldbetreibungs-und KQnkursrecht. N0 7.
in welchem Beschwerde geführt wird, gleichwie wegen
Unterlassung oder unvollständiger Vornahme jeglicher
Amtshandlung gemäss
Art. 17 Abs. 3 SchKG ohne
efristung Beschwerde geführt werden kann, solange nur
Immer deren Nachholung bezw. Ergänzung noch möglich
ist. Lässt sich somit die vorliegende Beschwerde nicht
wegen Verspätung von der
Hand weisen, so muss die
Sache
zur materiellen Beurteilung zurückgewiesen' werden,
der vorgängig die Vorinstanz durch Einholung von
Ver-
nehmlassungen des Konkursamtes und nötigenfalls auch
der Mitglieder des Bureaus festzustellen haben wird,
welcne Behaupnngen der Beschwerdeführer überhaupt.
bestntten und Infolgedessen allfällig zum Gegenstand
eines Beweisverfahrens zu machen sind.
2. . ........................................... .
Demnach erkennt die Schuldbetr.-und Konkurskammer :
Der Rekurs wird dahin begründet erklärt, dass der
angefochtene Entscheid aufgehoben und die Sache zu
neuer Beurteilung
an die Vorinstanz zurückgewiesen
wird.
7.
SentenzalS febbrajo 1926 nella causa Bin..
Ove i1 debitore sia stato disererlato e non abbia contestata la
diseredazione,
i creditori, ehe al momento delI'apertura
della successione sono portatori di certificati di carenza
di beni, sono
autorizzati a promuovere l'azione di disere-
dazione,
ma sino a tauto ehe la diseredazione non e annullata
non e ossibile il pignoramento della quota ehe spetterebb;
al debltore se non losse stato diseredato.
A. -Il 24 settembre 1925 mancava ai vivi Pia
Albrizzi, nata Primavesi, in Lugano. Con testamento
luglio 1925,
la defunta aveva disereditato il marito Giu-
seppe Albrizzi, di modo ehe
la successione passava alle
figlie Andreina, Augusta, Maria Luigia e Giuseppina. Il
Sehuldbetreibungs-und Konkursrecht. No 7. 23
23 ottobre 1925 rUfficio di Lugano pignorava a favore
dei creditori Adolfo e Alfonso
Riva e Giuseppe Moccetti
in Lugano (gruppo N0 2460) Ia quota parte di eredita
spettante al debitore Giuseppe Albrizzi nella successione
della defunta di lei consorte Pia Albrizzi nata Prima-
vesi I). In precedenza, in occasione di un sequestro
ottenuto dal creditore Moccetti, le coeredi, con communi-
cazione deI
30ttobre 1925, avevano notificato all'Ufficio
ehe il padre loro era stato disereditato dalla consorte
a norma deU'art. 477 cif. 2
ces. In seguit , essendo loro
stato communicato anche il pignoramento 23 ottotre,
eon lettere 19 e 30 novembre, esse notificavano all'Ufficio,
che la communicazione 3 ottobre doveva essere considerata
come
atto di rivendicazione dei diritti staggiti, e doman-
davano che l'Ufficio dovesse procedere
in eonformita
degli art.
106-109 LEF, assegnando ai creditori pigno-
ranti
i1 termine di 10 giorni per procedere in giudizio.
B. -Nel frattempo, i ereditori Adolfo ed Alfonso
Riva avevano diffidato il debitore Giuseppe Albrizzi
(art. 524
CCS) a dare inizio entro 20 giorni aU'azione di
contestazione della clausola di diseredazione, sotto Ia
eomminatoria che,
in caso negativo, l'azione sarebbe
stata proposta dai creditori stessi. Il 15 novembre il
diffidato diehiarava di rifiutarsi dal contestare la disere-
dazione, ritenendola giusta e meritata.
In seguito di
ehe i creditori Alfonso ed Adolfo Riva, asserendosi
in
possesso di regolari atti di carenza di beni, iniziarono,
per Ioro conto, contro
le coeredi Albrizzi la causa di
contestazione della diseredazione, Ia quale
e pendente
avanti Ia Pretura di Lugano-Citta.
C. -Con lettera 2 dicembre 1923 l'Ufficio, rispon-
dendo
aHa diffida 3 ottobre delle coeredi IAlbrizzi di
procedere,
in relazione al pignoramento 23 ottobre,
giusta gli
art. 106-109 LEF, dichiarava di non ritenere
applicabile nella fattispecie questa procedura, dovendosi
inveee seguire quella dell'art. 122, poiche si
trattava dei
pignoramento di una quota creditaria.