Separate enforcement of costs from provisional debt-recovery proceedings

BGE 47 III 120Federal Supreme Court Official Reports (BGE) / Band IIIOct 13, 1921Dismissed

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Omnilex summary

The creditor enforced a party compensation awarded in provisional release proceedings by filing a separate debt collection. The debtor did not file objection to the new payment order, but later argued that only a provisional levy was possible because a cancellation action was pending. The Federal Supreme Court held that the separate collection was independent from the earlier proceeding; the prior objection in the first case had no effect in the new one. Because no objection was raised against the new payment order, it constituted a definitive enforcement title for the costs claim. The complaint was dismissed.

Omnilex headnote

Art. 68 SchKG; Art. 7 Verordnung I; separate enforcement of costs awarded in provisional release proceedings; effect of pending cancellation action. Costs awarded as enforcement costs may be added to the original collection, but if the creditor instead institutes a separate debt-collection proceeding, that proceeding is independent of the former one. An objection raised only in the original proceeding does not extend to the new payment order. If no objection is filed against the new payment order, it becomes an autonomous title for enforcement of the costs claim; the levy must therefore be definitive. The legal prerequisites of provisional levy and cancellation proceedings are not subject to party disposition (consid.).

Full text

120 Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. No 38. 38. Entsoheid. vom 11. Oktober 1921 i. S. Weber. Selbständige Betreibung für die Parteientschädigung für das Rechtsöffnungsverfahren. Wird kein Rechtsvorschlag er- hoben, so kann sie ungeachtet der Pendenz des Aberken- nungsprozesses fortgesetzt werden. ,: Mit der Betreibung Nr. 668 des Betreibungsamtes Niedersimmenthal machte der Gläubiger eine ihm in einem Verfahren betreffend provisorische Rechtsöffnung zugesprochene Parteientschädigung geltend. Der Schuld- ner erhob nicht' Rechtsvorschlag, machte II jedoch un- mittelbar nach Ablauf der Rechtsvorschlagsfrist das Betreibungsamt darauf aufmerksam)), dass es gege- benenfalls nur eine provisorische Pfändung vornehmen dürfe, weil er Aberkennungsklage angestrengt habe und. deshalb der Gläubiger gleich wie für den Hauptbetrag )) auch für die Betreibungs-einschliesslich Rechtsöffnungs- kosten bloss provisorische Pfändung verlangen könne. Das Betreibungsamt verurkundete die darauf vorgenom- mene Pfändung als provisorische, ordnete jedoch, als. der Gläubiger in der Folge das Verwertungsbegehren stellte, die Verwertung an. Hiegegen richtet sich die vorliegende, nach Abwt:isung durch die kantonale Aufsichtsbehörde an das Bundesgericht weitergezogene Beschwerde des Schuldners. Die Schuldbetreibungs-und Konkurskammei' zieht in El'wägung: Gemäss Art. 68 SchKG und Art. 7 der Verornnung I des Bundesrates hätte der Rekursgegner die ihm für das Rechtsöffnungsverfahren zugesprochene Parteientschädi- gung als Betreibungskosten zur Betreibungssumme hinzu- schlagen und in der Betreibung, für welche ihm die pro- visorische Rechtsöffnung bewilligt worden war, geltend machen können. Nachdem er dies jedoch nicht getan, sondern dafür den Weg einer besonderen Betreibung ge- Schuldbetreibungs-und Konkursreeht. N0 39. 121 wählt hat, ist dieses Zwangsvollstreckungsverfahren ganz unabhängig von jener früher angehobenen Betreibung durchzuführen. Demnach kommt dem in jener Betrei- . bung erhobenen, in der Folge provisorisch beseitigten Rechtsvorschlag keinerlei Wirksamkeit für diese neue Betreibung zu. Vielmehr hätte der Rekurrent gegen den neuen Zahlungsbefehl ebenfalls Rechtsvorschlag erheben müssen, wenn er mit Rücksicht auf den noch schweben- den Aberkennungsprozess verhindern wollte, dass die ihm auferlegte Parteientschädigung für das Rechtsöff- nungsverfahren vollstreckt werden könne, Nachdem er es unterlassen hat, stellt jener Zahlungsbefehl einen selb- ständigen Vollstreckungstitel für diese Kostenforderung dar, auf Grund dessen die Pfändung nur als definitive vorgenommen werden konnte. Hieran vermag der Um- stand, dass sie auf Verlangen des Schuldners vom Be- treibungsamt unrichtig verurkundet wurde, nichts zu ändern, da die gesetzlichen Voraussetzungen der pro- visorischen Pfändung ebensowenig wie diejenigen der Aberkennungsklage der Parteidisposition unterliegen (vgl. BGE 43 III S. 294 ff.). Demnach erkennt die Schuldbetr.-und Konkurskammer : Der Rekurs wird abgewiesen. 39. Entscheid vom 13. Oktober 1921 i. S. Chriatoffel. SchKG Art. 67 Ziff. 1, 69 Ziff. 1, 274 Ziff. 1 : Die blosse An- gabe eines gewählten Domizils des Gläubigers im Betrei- bungsbegehren, Zahlungsbefehl und Arrestbefehl genügt nicht. -Folgen der Unterlassung der Angabe des Wohn- ortes des Gläubigers. A. -Am 8. August erwirkte Frau Mary Linder. mit Prozessdomizil bei Fürsprecher Dr. Dumont in Bern, einen Arrestbefehl gegen J. B. Christoffel in

Keywords

debt collectionparty compensationprovisional releasecancellation actionpayment orderlevyseparate enforcementdefinitive enforcement

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Key legal question

Whether a costs award from provisional debt-recovery proceedings may be pursued in a separate enforcement action while cancellation proceedings are pending.

Extracted holding

Yes. If the creditor chose a separate enforcement action for the costs award, that proceeding is independent of the earlier case and may continue unless objection is raised to the new payment order.

Extracted reasoning

Court held that the creditor could have added the costs to the original enforcement claim as enforcement costs, but having chosen a separate proceeding, it must be treated independently. The earlier objection in the first proceeding has no effect in the new one. Since the debtor did not object again, the payment order became an independent enforcement title for the costs claim, and the levy had to be definitive.

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