Appeal inadmissible for insufficient value in dispute

BGE 45 II 215Federal Supreme Court Official Reports (BGE) / Band IIJan 17, 1919Inadmissible

Summary

In a paternity and maintenance dispute, the appellants challenged the cantonal refusal of their reconventional claims. The Federal Supreme Court held that the value in dispute for the recurring child-support payments, capitalized at 4.5%, did not reach CHF 4,000. Because the appeal was supported only by a reference to earlier cantonal briefs and not by a separate motivated memorandum, the formal requirements for reform appeal were not met. The Court therefore declined to enter into the appeal.

Regest

Art. 54, 59, 67 OG; appeal in reform where the value in dispute for recurring maintenance payments is below CHF 4,000: the amount in dispute is determined by capitalizing the annuity according to the probable yield of the capital over the duration of the payments. The capitalization rate is not fixed once and for all, but must reflect prevailing economic conditions; a rate of 4.5% is not excessive in contemporary market circumstances (consid. 2). Where the threshold is not reached, the appeal declaration must be accompanied by a memorandum stating reasons; a mere reference to submissions filed before the cantonal courts is insufficient and renders the appeal inadmissible (consid. 3).

Full text

ProzeSlireeht. N° 31. VII. PROZESSRECHT PROCEDURE 31. Arrit de 1a. Ire sleUon eivile du 8 ma.i 1919 dans Ia ca use Korgenegg contre !ächler. Recours en rCforme. -Valeur litigieuse inferieure a 4000 fr.

Simple renvoi aux ecritures produites devant les ins- tances cantonales. -Recours irrecevable. En septembre 1916, Bächler a assigne Morgenegg en paiement de 152 fr. Le defendeur a conclu a liberation et a reclame reconventionnellement 2450 fr. Jugeant Ia cause en appeI, la Cour de Justice civile du canton de Geneve a, par arret du 13 decembre 1918, deboute Ie defendeur de sa demande reconventionneJle et a achemine le demandeur a faire Ia preuve par Iui offerte en ce qui concerne Ia somme qu'il reclame a Mor- genegg. L'arret definitif a He rendu le 7 mars 1919. Morgenegg a recouru en refornle au Tribunal fMeral contre l'arret du 13 decembre 1918 en tant qu'il a ecarte ses conclusions reconventionnelles. Le recourant declare reprendre les arguments qu'il a fait valoir dans ses ecritures en appel des 15 mai et 13 jUill 1918. Considerant-; qua Ia valeur de l'objet du litige n'atteignallt pas 4000 fr., le recourant aurait du joindre a sa declaration un memoire motivant son recours, confOl1'l1ement a Ia prescription de l'art. 67, dernier alinea OJF ; que, d'apres Ia' jurisprudence du Tribunal fMeraI, de simples references aux ecritures produites devant les instances cantonales ne sauraient remplacer le memoire prevu par Ia loi ( 1'. entre autres arrets, RO 28 II p.598 et suiv. ; 29 II p. 404 ; WEISS, Berufung, p. 108) ; que le l'ecours est des 10rs entache d'un vice de forme qui le rend irrecevable (RO 33 II p. 211). Le Tribunal IMeral pl'olwnce : n n'est pas entre en matiere sur le recours. 32. Urteil der II. Zivila.bteilung 1'ODl19. Februa.r 1919 i. S. :SolU gegen lIottinger. Berechnung des Streitwertes wiederkehrender Leistungeu (Ull- terhaltsbeiträge an ein aussereheliches Kind) nach Art. 54, 59, 67 OG. Berechnung nach den Barwerttafeln von Piccard unter Zugrundlegung eines Zil1sfusses von 4 Yz %. A. -Durcb Urteil vom 11. Oktober 1918 hat das Obergericht des Kantons Zürich II. Kammer über die Streitfrage: Ist der Beklagte als ausserehelicher Vater des yon der Klägerin am 3. Januar 1918 geborenen Knaben Jakob zu erklären und als solcher zu folgenden Leistun- i) gen verpflichtet :

  1. an die Kin d s mut tel' : ,) a) für ntbindungskosten 40 Fr. b) für den Unterhalt während vier lochen vor )) und vier Wochen nach der Geburt je a Fr.
  2. an das Kin d : monatliche Unterhaltsbeiträge von je 30 Fr. monatlich vorauszahlbar, von der Geburt bis zum zurückgelegten 18. Altersjahr desselben; l) alles unter Kosten-und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten ? erkannt: ;) 1. Die Klage wird abgewiesen. 2 u.3. I) (Kosten-und Entschädigungsbestimmungen)"

Prozessrecht. N" :J . B. -Gegen dieses den Parteien am 17. Januar 1919 zugestellte Urteil richtet sich die vorliegende Berufung der Kläger mit dem Antrag auf Gutheissung der Klage- begehren. Das Bundesgericht zieht in Erwägung: Streitig sind nach den Klageanträgen einzig die Leistungen von zusammen 200 Fr. nacll Art. 317 ZGB an die Klägerin 1 und der monatliche Unterhaltsbeitrag von 30 Fr. an das Kind. Der für das mündliche Berufungs- verfahren erforderliche Streitwert von 4000 Fr. wäre demnach nur dann erreicht, wenn der Kapitalwert der Monatsrente von 30 Fr. mindestens 3800 Fr. ausmachen würde (Art. 54, 59, 67 OG). Nach Piccard (Tabelle 7), beträgt der Barwert einer monatlich vorschüssigen Rente von 30 Fr. bis zum vollendeten 18. Altersjahre für ein Kind männlichen Geschlechts, je nachdem der Kapita- lisierung ein Zinsfuss von 3 %, 4 oder 4 % % zu Grunde gelegt ird ; 4002.80 (11,12 x 360), 3855 (10,71 x360) oder 37-1 ;) (10,32 x 360) Fr. Die Frage des Vorhanden- seins des Streitwertes hängt somit von der Vahl de Kapitalisationszinsfusses ab. Nun ist allerdings richtig, dass das Bundesgericht bisher in der Haftpflichtpra.' is und früher auch bei der Berech- nung des Streitwertes auf Grund des OG im Anschluss an die Tabel1e 3 bei Soldan niit einem Zinsfusse von nur 312 % gerechnet hat. Es ist indessen Piccard (Haftpflicht- praxis und soziale Unfallversicherung S. 124 ff.) beizu- stimmen, dass daran bei den Verhältnissen, wie sie sich seither herausgebildet haben, nicht mehr festgehalten werden kann. Da der Barwert einer Rente nichts anderes als das Kapital ist, dessen es unter Hinzurechnung der darauf erlaufenden Zinsen bedarf, um dem Rentenbe- rechtigten daraus die Entnallme einer Rente in der zuge- sprochenen Höhe während der Rentendauer zu ermög- lichen, kann der dabei einzusetzende Zinsfuss niehtals eine ein für alle Mal gegebene Grösse betrachtet, sondern Proztssrecht. o 3:':.

muss nach dem Durchschnittsertrag bestimmt werden. den das Kapital mutmasslich während der Rentendauer abwerfen wird. Es hatte denn auch schon SOLDAN m den Erläuterungen zu seiner Tabelle 3 (s. das Zitat bei PICCARD, S. 128) darauf hingewiesen, dass bei der Wahl des Zinsfusses auf die jeweilige Lage des Geldmarktes Rücksicht genommen werden müsse. ErWägt man, dass lleute der Ertrag erstklassiger Obligationen allgemein 5 % und mehr beträgt, so geht es daher nicht zu weit, wenn für die Kapitalisierung von Renten nac? Art .. 54 ?G. ein ZillSfuss von 4%% zu Grunde gelegt WIrd. DIe Moghch- keit einer allmäligen Verbilligung des Leihsatzes nach Rückkehr normalerer Verhältnisse ist damit immer noch in hinlänglichem Masse berücksichtigt. Da demnach der Streitwert mit 3915 Fr. (3715 200) unter 4000 Fr. bleibt, hätte der Berufungserklärung,damit sie als wirksam betrachtet werden könnte, eine sie be- gründende Rechtsschrift beigelegt werden müssen (Ar . 67 OG) und muss mangels Erfüllu dieses Erf.orderl11sses während der Berufungsfrist das Emtreten auf die Berufung abgelehnt werden. Demnach erkennt das Bundesgericht: Auf die Berufung wird nicht eingetreten. Vgl. auch Kr. 26. -Voir aussi n° 26. AS 45 11 -1919

Keywords

value in disputerecurring paymentsmaintenancecapitalization rateappeal admissibilitymotivated briefinadmissibility