Withdrawal of objection makes the summary order final

BK 2020 252Supreme Court / Appeals ChamberJul 1, 2020Dismissed

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

The appellant withdrew his objection to a summary penalty order during the main hearing before the Regional Court Bern-Mittelland. The appellate chamber held that the withdrawal was valid and final because he had been informed of the consequences and did not show any defect such as mistake. It therefore upheld the regional court's ruling that the penalty order had entered into force and dismissed the appeal as manifestly unfounded. The appellant was ordered to pay appeal costs of CHF 300.

Omnilex headnote

Art. 390 Abs. 2 StPO; withdrawal of objection against a summary penalty order and legal force of the order; the withdrawal of an objection is effective and final where it is made after proper judicial clarification of its consequences and no circumstance invalidating consent, in particular mistake, is invoked or established. A later attack directed at the merits of the penalty order does not affect the validity of the withdrawal; in such a case the objection proceedings are terminated and the order becomes final. Costs follow the outcome under Art. 428 Abs. 1 StPO.

Full text

BesetzungOberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid, Oberrichter Gerber

Gerichtsschreiberin Lustenberger

VerfahrensbeteiligteA.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, Postfach, 3001 Bern

GegenstandRückzug der Einsprache

Strafverfahren wegen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern

Beschwerde gegen Verfügung des Regionalgerichts Bern-Mittelland, Einzelgericht, vom 11. Juni 2020 (PEN 20 219)

Erwägungen:

1. Mit Strafbefehl vom 27. Mai 2019 wurde A.________ wegen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz durch Missbrauch von Ausweisen und Kontrollschildern (Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern trotz behördlicher Aufforderung) zu einer bedingten Geldstrafe sowie einer Verbindungsbusse verurteilt. Am 9. Juni 2019 erhob A.________ Einsprache gegen den Strafbefehl. Die zuständige Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) hielt mit Verfügung vom 16. März 2020 am Strafbefehl fest und überwies die Akten zur Durchführung des Hauptverfahrens an das Regionalgericht Bern-Mittelland (nachfolgend: Regionalgericht). An der Hauptverhandlung vom 11. Juni 2020 zog A.________ seine Einsprache zurück. Daraufhin verfügte das Regionalgericht, der Strafbefehl sei infolge Rückzugs der Einsprache in Rechtskraft erwachsen. Gegen diese Verfügung erhob A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 20. Juni 2020 Beschwerde.

2. Die Zuständigkeit der Beschwerdekammer in Strafsachen ergibt sich aus Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts (OrR OG; BSG 162.11). Die Eintretensvoraussetzungen sind grundsätzlich erfüllt. Die Beschwerde ist jedoch, wie nachfolgend aufgezeigt, offensichtlich unbegründet, weshalb in Anwendung von Art. 390 Abs. 2 der Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet wird.

3. Zur Begründung seiner Beschwerde führt der Beschwerdeführer aus, der Strafbefehl beruhe auf der «Annahme Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern zum 19.03.2019». Die Versicherung habe aber die fälligen Beträge am 12.03.2019 von ihm durch Banküberweisung erhalten.

4. Damit verkennt der Beschwerdeführer, dass er die Einsprache gegen den Strafbefehl anlässlich der Hauptverhandlung vom 11. Juni 2020 zurückgezogen hat. Er war vom Gerichtspräsidenten vorher über die entsprechende Möglichkeit und die rechtliche Ausgangslage aufgeklärt worden. Gründe, weshalb der Rückzug der Einsprache unwirksam sein soll, etwa weil er einem Irrtum unterlegen sei, macht der Beschwerdeführer keine geltend. Der Rückzug der Einsprache ist somit endgültig erfolgt und das Regionalgericht hat zu Recht die Rechtskraft des Strafbefehls verfügt. Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet und wird abgewiesen.

5. Gestützt auf Art. 428 Abs. 1 StPO wird der unterliegende Beschwerdeführer für die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 300.00, kostenpflichtig.

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

Die Beschwerde wird abgewiesen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 300.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

Zu eröffnen:

dem Beschuldigten/Beschwerdeführer (per Einschreiben)

der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier, unter Beilage einer Kopie der Beschwerde)

dem Regionalgericht Bern-Mittelland, Gerichtspräsident B.________ (per Kurier, mit den Akten)

Mitzuteilen:

der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwältin C.________ (per Kurier, unter Beilage einer Kopie der Beschwerde)

Bern, 1. Juli 2020

Im Namen der Beschwerdekammer in Strafsachen Der Präsident: Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin: Lustenberger

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung gestellt.

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

1

Keywords

withdrawal of objectionsummary penalty orderlegal forcecriminal procedureappeal costsmanifestly unfounded appeal

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the withdrawal of the objection against the summary penalty order was effective and made the order final.

Extracted holding

The objection withdrawal was definitive and effective; the regional court correctly held that the summary penalty order had entered into legal force.

Extracted reasoning

The appellant had withdrawn the objection at the main hearing after being informed of the legal situation and the possibility of withdrawal. He did not allege any circumstance, such as mistake, that would invalidate the withdrawal. His later arguments attacked the merits of the penalty order, not the validity of the withdrawal.

Key legal question

Whether the costs of the appeal proceedings should be charged to the appellant.

Extracted holding

The losing appellant must bear the appeal costs, set at CHF 300.

Extracted reasoning

As the appeal was dismissed, the appellant was ordered to pay the costs under the applicable procedural rule.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.