Non-entry due to missing objection decision in EL case

200 2014 364Administrative CourtApr 24, 2014Inadmissible

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Omnilex summary

The Bern Administrative Court, sitting as a single judge, held that it lacked functional jurisdiction because the claimant had appealed directly against the compensation office's 11 April 2014 decision without a prior objection decision. The objection procedure under Art. 52 ATSG is mandatory and an objection decision is a prerequisite for judicial review. The court therefore did not enter into the filing, did not forward it to the compensation office because an objection had already been lodged, and imposed no costs or party compensation.

Omnilex headnote

Art. 52 Abs. 1 ATSG; Einspracheverfahren als zwingende Prozessvoraussetzung für die nachfolgende verwaltungsgerichtliche Beschwerde; das Verwaltungsgericht tritt auf eine direkt erhobene Beschwerde nicht ein, wenn keine Einspracheentscheidsverfügung vorliegt und die angefochtene Verfügung weder prozess- noch verfahrensleitend ist. Die Einsprache ist bei der verfügenden Stelle einzureichen und führt zu einem neuerlichen Entscheid derselben Instanz in gleicher Sache; erst der Einspracheentscheid eröffnet den Rechtsweg an das Gericht (vgl. auch Art. 57 Abs. 1 GSOG zur Einzelrichterzuständigkeit bei offensichtlichem Nichteintreten).

Full text

200 14 364 EL

ACT/SHE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 24. April 2014

Verwaltungsrichter Ackermann

Gerichtsschreiber Schnyder

A.________

Beschwerdeführer

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern Abteilung Leistungen,Chutzenstrasse 10, 3007 Bern

Beschwerdegegnerin

in Sachen

B.________

betreffend Verfügung vom 11. April 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2014, EL/14/364, Seite 1

Der Einzelrichter zieht in Erwägung,

1. Mit Verfügung vom 11. April 2014 verneinte die Ausgleichskasse des Kantons Bern das Gesuch um Vergütung von Kosten für Hilfe und Betreuung zu Hause im Sinne von Art. 16 der Einführungsverordnung zum Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom 16. September 2009 (EV ELG, BSG 841.311; vgl. Art. 14 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom 6. Oktober 2006 [ELG; SR 831.30]). Damit zeigte sich A.________ (nachfolgend Beschwerdeführer) mit einer als Beschwerde gekennzeichneten Eingabe an das Verwaltungsgericht des Kantons Bern vom 19. April 2014 nicht einverstanden.

2. Gegen Verfügungen kann innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden; davon ausgenommen sind prozess- und verfahrensleitende Verfügungen (Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 [ATSG; SR 830.1]). Das Einspracheverfahren ist zwingender Natur und der Einspracheentscheid formelles Gültigkeitserfordernis für das nachgelagerte verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren. Das Einspracheverfahren ist formell dadurch gekennzeichnet, dass die selbe verfügende Instanz nochmals in der gleichen Sache zu entscheiden hat (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 30. September 2005, C 279/03, E. 2.2.2).

3. Im vorliegenden Verfahren liegt keine prozess- oder verfahrensleitende Verfügung vor und es wurde bis anhin kein Einspracheentscheid erlassen, weshalb das Verwaltungsgericht funktionell nicht zuständig ist. Daher wird auf die Eingabe vom 19. April 2014 nicht eingetreten.

4. Eine Weiterleitung der Eingabe an die Ausgleichskasse des Kantons Bern entfällt, da der Beschwerdeführer bereits Einsprache gegen die Verfügung vom 11. April 2014 erhoben hat (Beschwerde, S. 1).

5. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschädigung zugesprochen.

6. Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichterinnen oder Einzelrichter Beschwerden und Klagen, auf die offensichtlich nicht eingetreten werden kann (Art. 57 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Auf die Eingabe vom 19. April 2014 wird nicht eingetreten.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):

A.________

Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Leistungen (samt Kopie der Beschwerde vom 19. April 2014).

Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter:Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.

Keywords

social insurancenon-entryobjection procedurefunctional jurisdictionhome care costscourt costsparty compensation

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Key legal question

Whether the court could hear the filing without a prior objection decision.

Extracted holding

No. Because the challenged act was not a procedural or case-management order and no objection decision had yet been issued, the court lacked functional jurisdiction and could not enter into the filing.

Extracted reasoning

Under Art. 52(1) ATSG, objections against such decisions must first be filed with the issuing authority; the objection procedure is mandatory and the objection decision is a formal prerequisite for judicial review. Since that step had not occurred, the filing was premature.

Key legal question

Whether the filing should be forwarded to the compensation office as an objection.

Extracted holding

No. A forwarding was unnecessary because the claimant had already filed an objection against the 11 April 2014 decision.

Extracted reasoning

The court noted that the claimant had already used the objection route, so a transfer of the appeal would serve no purpose.

Key legal question

Costs and party compensation

Extracted holding

No procedural costs and no party compensation were awarded.

Extracted reasoning

The court ordered no costs and no indemnity in the non-entry decision.

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