Withdrawal of residence permit upheld despite family ties

100 2018 56Administrative CourtAug 15, 2018Dismissed

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Omnilex summary

The Bern Administrative Court dismissed the appeal against the withdrawal of a Turkish national's settlement permit and his expulsion. It held that the 30-month prison sentence for drug, weapons, handling stolen goods, and money-laundering offenses established the statutory withdrawal ground, and that the measure remained proportionate despite his long residence and family ties. The court found no hearing violation and no need for further fact-finding, because the appellant had not sufficiently cooperated on family and health issues. It also rejected the request for provisional admission, finding no indication that removal to Turkey would be unlawful. Court costs of CHF 2,500 were imposed on the appellant.

Omnilex headnote

Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG; withdrawal of a settlement permit after a sentence exceeding one year; proportionality under Art. 5 Abs. 2 BV and Art. 96 AuG. A final custodial sentence of more than twelve months constitutes a withdrawal ground irrespective of whether the sentence is conditional or unconditional. In the proportionality assessment, the seriousness of the offence, repeated delinquency, recidivism risk, duration of stay, integration, and family consequences must be weighed cumulatively. A favourable criminal prognosis does not preclude a stricter immigration-law assessment. Where the person concerned fails to cooperate on facts within his own sphere, the authority may rely on the file; a further evidentiary inquiry is unnecessary if no decisive new facts are indicated.

Full text

100.2018.56U

MUT/MAL/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern

Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. August 2018

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied

Verwaltungsrichter Keller, Verwaltungsrichter Müller

Gerichtsschreiberin Marti

A.________ vertreten durch Rechtsanwalt …

Beschwerdeführer

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Bern Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei, Predigergasse 5, Postfach, 3001 Bern

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung infolge Straffälligkeit; vorläufige Aufnahme (Entscheid der Polizei- und Militärdirek­tion des Kantons Bern vom 26. Januar 2018; 2016.POM.715)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.08.2018, Nr. 100.2018.56U, Seite 1

Sachverhalt:

A.

A.________, türkischer Staatsbürger (geb. … 1963), reiste am 9. November 1987 in die Schweiz ein und stellte gleichentags ein Asylge­such. Das damalige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF; heute: Staatssekreta­riat für Migration [SEM]) lehnte das Asylgesuch am 24. August 1989 ab und ordnete den Wegweisungsvollzug an. Am 25. Oktober 1990 wurde A.________ in die Türkei zurückgeführt.

Am 19. November 1990 ehelichte A.________ in der Türkei eine Schwei­zer Bürgerin. Gestützt auf diese Ehe reiste er am 25. April 1991 erneut in die Schweiz ein. Im Jahr 1996 erhielt er die Niederlassungsbewil­ligung. Am 24. Februar 1997 verstarb seine Ehefrau.

Im Jahr 1998 reisten drei Kinder (geb. 1983, 1985, 1988), die aus der im Jahr 1990 geschiedenen Ehe mit der Landsfrau B.________ stammen, im Familiennachzug zu ihrem Vater in die Schweiz ein. Am 7. Januar 1999 heiratete A.________ in der Türkei seine frühere Ehefrau und Mutter von insgesamt sechs gemeinsamen Kindern. Die Ehefrau siedelte mit den drei jüngeren Kindern (geb. 1989, 1990, 1994) am 2. August 1999 in die Schweiz über. Am 24. Dezember 2000 gebar sie ihr siebtes Kind, die Tochter C.________.

Aus einer ausserehelichen Beziehung mit der Schweizer Bürgerin D.________ hat A.________ zwei weitere Kinder: E.________ (geb. 2005) und F.________ (geb. 2007).

Weil er während seines Aufenthalts in der Schweiz strafrechtlich in Er­scheinung getreten war, wurde A.________ am 5. Mai 2008 ausländer­rechtlich verwarnt.

Am 20. November 2015 verurteilte ihn das Regionalgericht Bern-Mittelland wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (mehrfach und teilweise mengenmässig und gewerbsmässig qualifiziert begangen), Hehlerei (mehrfach begangen), Gehilfenschaft zu Diebstahl (mehrfach be­gangen) und mehrfacher Widerhandlungen gegen das Waffengesetz sowie Geldwäscherei zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten (teilbedingt voll­ziehbar, Probezeit drei Jahre) und zu einer unbedingten Geldstrafe von insgesamt Fr. 6ʹ000.--.

Mit Verfügung vom 17. November 2016 widerrief die Einwohnergemeinde (EG) Bern, Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei (EMF), die Niederlassungsbewilligung von A.________ und wies ihn unter Anset­zung einer Ausreisefrist aus der Schweiz weg.

B.

Hiergegen erhob A.________ am 19. Dezember 2016 Beschwerde bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM). Diese wies das Rechtsmittel am 26. Januar 2018 ab, soweit sie darauf eintrat, und setzte A.________ eine Ausreisefrist auf den 15. März 2018 an.

C.

Hiergegen hat A.________ am 28. Februar 2018 Verwaltungsgerichts­beschwerde erhoben mit folgenden Rechtsbegehren in der Sache:

«1. Der Beschwerdeentscheid der Polizei- und Militärdirektion vom 26. Januar 2018 sei aufzuheben und die Sache sei an die Vor­instanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei anzuweisen, vollständig auf die Beschwerde vom 19. Dezember 2016 einzutreten.

2. Eventuell sei der Beschwerdeentscheid der Polizei- und Militärdirek­tion vom 26. Januar 2018 wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

3. Eventuell sei der Beschwerdeentscheid der Polizei- und Militärdirek­tion vom 26. Januar 2018 aufzuheben und die Sache sei zur Fest­stellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachver­haltes und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

4. Eventuell sei der Beschwerdeentscheid der Polizei- und Militärdirek­tion vom 26. Januar 2018 aufzuheben und die Niederlassungsbe­willigung des Beschwerdeführers sei nicht zu widerrufen.

5. Eventuell sei die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs fest­zustel­len und die EMF der Stadt Bern anzuweisen, beim Bun­desamt für Migration die vorläufige Aufnahme des Beschwerdefüh­rers zu beantragen.»

Mit Vernehmlassung vom 4. April 2018 beantragt die POM die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die EG Bern hat sich nicht ver­nehmen lassen.

Mit Verfügung vom 11. Juli 2018 hat der Instruktionsrichter einen Strafbe­fehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, vom 25. Oktober 2017 zu den Akten erkannt.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letz­te kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Ge­setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Ver­fahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid beson­ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht einge­reichte Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten (vgl. aber sogleich E. 1.2; betreffend Rechtsbegehren 5 [vorläufige Aufnahme] vgl. hinten E. 8).

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechts­verletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit der Beschwerdeführer Unangemessenheit rügt (Beschwerde S. 3; Art. 80 Bst. c Ziff. 3 VRPG [Umkehrschluss]; BVR 2010 S. 1 E. 1.4, 1994 S. 176 E. 3a).

2.

2.1 Der Beschwerdeführer rügt die Verletzung des rechtlichen Gehörs und verlangt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids sowie die Rück­weisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung (Rechtsbe­gehren 2). Er begründet dies damit, dass die POM eine Gehörsverletzung durch die EG Bern zu Unrecht verneint habe. Diese habe es in ihrer Verfü­gung unterlassen, die Tochter C.________ zu erwähnen und die Entfernungsmass­nahme auf deren Kindeswohl zu überprüfen (Beschwerde S. 4 f.). Sodann habe die EG Bern, wie bereits vor der POM beanstandet, den Sachverhalt unvollständig und unrichtig abgeklärt, weshalb die Sache auch aus diesem Grund zurückzuweisen sei (Rechtsbegehren 3; Beschwerde S. 6).

2.2 Der Umfang des Anspruchs auf rechtliches Gehör ergibt sich in ers­ter Linie aus Art. 21 ff. VRPG. Ergänzend greifen die verfassungsrechtli­chen Mindestansprüche nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern (KV; BSG 101.1). Der Anspruch auf rechtliches Gehör verpflichtet die Behörde, die Vorbringen der in ihrer Rechtsstellung Betroffenen effektiv zu prüfen und beim Entscheid zu berücksichtigen. Folge dieser Prüfungspflicht und zugleich Bedingung einer wirksamen Selbstkontrolle ist die behördliche Begründungspflicht (vgl. auch Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG). Die Begrün­dung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Trag­weite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinn müs­sen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Dage­gen wird nicht verlangt, dass sich die Begründung mit allen Parteistand­punkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen aus­drücklich widerlegt (statt vieler BGE 138 I 232 E. 5.1, 136 I 229 E. 5.2; BVR 2013 S. 407 E. 3.2, 2012 S. 326 E. 4.1, S. 109 E. 2.3.3).

2.3 Die POM weist zutreffend daraufhin (angefochtener Entscheid E. 2c), dass die EG Bern dem Beschwerdeführer am 29. Juni 2016 den Wider­ruf seiner Niederlassungsbewilligung und dessen Wegweisung unter An­gabe der Gründe in Aussicht gestellt hat. In der Folge hat der Be­schwerdeführer zwar die Möglichkeit zur Stellungnahme genutzt und darauf hingewiesen, dass drei seiner Kinder noch minderjährig seien. Er erwähnte aber – im Gegensatz zu seinen beiden ausserehelichen Kindern – die Tochter C.________ nicht mit Namen und äusserte sich in keiner Weise zur Art der Vater-Tochter-Beziehung (vgl. Akten EG Bern pag. 276, 278 f.). Im Um­stand, dass die EG Bern die Auswirkungen der Entfernungsmassnahme nur in Bezug auf die beiden ausserehelichen Kinder überprüft hat, ist keine Verletzung der Begründungspflicht zu sehen, da aus der Gesamtheit ihrer Be­gründung ersichtlich ist, von welchen Überlegungen sie sich hat leiten lassen und auf welche Argumente sich ihr Entscheid stützt. So hat die EG Bern durchaus erwogen, dass die Wegweisung des Beschwerdeführers dessen Recht auf Privat- und Familienleben berührt (vgl. Akten EG Bern pag. 322 f.). Zudem war es dem Beschwerdeführer, wie auch die POM be­merkt, offensichtlich möglich, den Entscheid sachgerecht anzufechten. Die POM hat daher eine Gehörsverletzung durch die EG Bern zu Recht ver­neint.

2.4 Zum Vorwurf, die EG Bern habe den Sachverhalt fehlerhaft abge­klärt, hat die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zutreffend festgehal­ten (E. 2d), dass die Behörden den Sachverhalt zwar von Amtes wegen feststellen (sog. Untersuchungsgrundsatz; Art. 18 Abs. 1 VRPG), der Grund­satz jedoch durch die Pflicht der Parteien relativiert wird, an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken, wenn sie aus einem Begehren eigene Rechte ableiten (sog. Mitwirkungspflicht; Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 90 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslände­rinnen und Ausländer [AuG; SR 142.20] und dazu etwa BGE 138 II 229 E. 3.2.3; BVR 2015 S. 391 E. 5.5, 2010 S. 541 E. 4.2.3). Die Mitwirkungs­pflicht bezieht sich insbesondere auf Tatsachen, welche eine Partei besser kennt als die Behörde und welche die Behörde ohne die Mitwirkung der Partei nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben könnte. Wenn ein Sachumstand von einer Partei aufgehellt werden könnte, diese aber die ihr obliegende Mitwirkung unterlässt, ist die Behörde nicht gehalten, von sich aus weitere Abklärungen zu treffen (vgl. zum Ganzen BVR 2010 S. 541 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Wie die POM zu Recht bemerkt, wäre es dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer freigestanden, seine Vor­bringen in seiner Stellungnahme an die EG Bern vollständig zu deponieren oder bekräftigende Unterlagen, wie etwa Erklärungen von Familienmitglie­dern bezüglich des Verhältnisses zur Tochter C.________ oder aktuelle, ihn betref­fende Gesundheitsberichte einzureichen. Dabei handelt es sich offenkundig um Umstände aus seinem Lebensbereich, die er besser kennt als die ver­fügende Behörde. Mit der POM ist davon auszugehen, dass sich die EG Bern gestützt auf die Aktenlage dennoch ein ausreichendes Bild über die aktuelle familiäre Situation des Beschwerdeführers hat machen können. Der Beschwerdeführer macht zudem nicht substantiiert geltend (vgl. Be­schwerde S. 6), die EG Bern hätte allfällige Beweisanträge ignoriert und damit das rechtliche Gehör verletzt. Es ist nicht zu beanstanden, dass die POM keinen Anlass gesehen hat, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Abklärung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die EG Bern zurückzuweisen. Im Übrigen hat die POM, welche die gleiche Überprüfungsbefugnis wie die EG Bern hat (Art. 66 VRPG), die entspre­chenden Vorbringen des Beschwerdeführer ausführlich behandelt (vgl. an­gefochtener Entscheid E. 7c/bb und dd), was insoweit zur Heilung einer allfälligen Gehörsverletzung geführt hätte (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 21 N. 16).

3.

Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen:

3.1 Der Beschwerdeführer, geboren am … 1963, ist Staats­angehö­riger der Türkei. Am 9. November 1987 gelangte er ein erstes Mal in die Schweiz. Nach Ablehnung seines Asylgesuchs wurde er am 25. Oktober 1990 in die Türkei zurückgeführt (vgl. Akten POM, Beilage a zur Eingabe vom 29.11.2017), wo er am 19. November 1990 die Schweizer Bürgerin G.________ heiratete. Gestützt auf die Ehe reiste er am 25. April 1991 erneut in die Schweiz ein (vgl. Akten EG Bern pag. 24). Der Be­schwerdeführer ist, soweit ersichtlich, Vater von insgesamt zehn Kindern (vgl. Akten EG Bern). Aus einer eheähnlichen Beziehung mit einer Lands­frau stammt sein ältester Sohn H.________ (geb. 1977; vgl. Akten EG Bern pag. 7, 10 f., 72 f.). In erster Ehe war er mit B.________ (geb. 1959) ver­heiratet (vgl. Akten EG Bern pag. 1 ff.). Mit ihr hatte er, als die Ehe am 10. April 1990 geschieden wurde, fünf gemeinsame Kinder (geb. 1983, 1985, 1988, 1989 und 1990; vgl. Akten EG Bern pag. 99). Das sechste gemeinsame Kind kam im Jahr 1994 zur Welt (vgl. Akten EG Bern pag. 145, 152). Während der Ehe mit G.________ versuchte der Be­schwerdeführer mehrmals, einige seiner Kinder zu sich in die Schweiz nachzuziehen (vgl. Akten EG Bern pag. 15-18, 40-43, 47-51, 72-79, 101-107). Nach dem Hinschied von G.________ im Februar 1997 beantragte der Beschwerdeführer, welchem am 21. Mai 1996 die Niederlassungsbe­willigung erteilt worden war (Akten EG Bern pag. 92), den Nachzug seiner drei älteren Kinder (geb. 1983, 1985 und 1988) aus der Ehe mit B.________ (Akten EG Bern pag. 112 ff.). Nachdem die POM am 5. Februar 1998 das Rechtsmittel des Beschwerdeführers gegen die negative Verfü­gung der EG Bern gutgeheissen hatte, reisten diese drei Kinder in die Schweiz ein (vgl. Akten EG Bern pag. 116, 123-126, 135-143). Am 7. Januar 1999 verheiratete sich der Beschwerdeführer in der Türkei erneut mit seiner ersten Ehefrau B.________ (Akten EG Bern pag. 149 ff.). Nach Be­willigung des Familiennachzugs reiste die Ehefrau am 2. August 1999 mit den drei jüngeren Kindern (geb. 1989, 1990 und 1994) in die Schweiz ein (vgl. Akten EG Bern pag. 145 ff.). Am 24. Dezember 2000 gebar B.________ das siebte gemeinsame Kind, die Tochter C.________ (Akten POM, Bei­lage k zur Eingabe vom 29.11.2017). Der Beschwerdeführer ist zudem Vater zweier ausserehelicher Kinder, welche beide das Schweizer Bürger­recht besitzen und bei ihrer Mutter D.________ leben: E.________ (geb. … 2005) und F.________ (geb. … 2007; vgl. Akten EG Bern pag. 164, 174 f.; Strafakten [act. 3A1] pag. 3547; Akten POM, Beilage i zur Eingabe vom 29.11.2017 [Unterhaltsvertrag betreffend Lena]).

3.2 Während seines Aufenthalts in der Schweiz ist der Beschwerdefüh­rer wie folgt straffällig geworden (vgl. Auszug aus dem Schweizerischen Strafregister vom 9.4.2008 und 27.6.2016, Akten EG Bern pag. 194 f., 256 f.):

  • Strafmandat des Untersuchungsrichteramts III Bern-Mittelland vom 22. Mai 2005 wegen (grober) Verletzung der Verkehrsregeln, Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs, Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung, Übertretung der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (alles begangen am 5.1.2005): 10 Tage Gefängnis, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren, und Busse von Fr. 1ʹ500.--;

  • Urteil des Untersuchungsrichteramts Freiburg vom 31. Januar 2006 wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln und Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung (begangen am 29.9.2005): Busse von Fr. 1ʹ000.--, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren;

  • Strafmandat des Amtsstatthalteramts Sursee vom 30. Oktober 2007 wegen Erleichterns der rechtswidrigen Einreise von Ausländern, (be­gangen am 31.7.2007): Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 80.--, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren, und Busse von Fr. 700.-- (Akten EG Bern pag. 188);

  • Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 20. November 2015 wegen Vergehens und Verbrechens gegen die Betäubungsmittelge­setz­gebung (teilweise grosse Gesundheitsgefährdung und gewerbs­mässiger Handel, begangen in der Zeit von 1.7. bis 22.11.2011), Heh­lerei (mehrfach begangen in der Zeit von 1.2. bis 30.11.2011), Dieb­stahls (mehrfache Gehilfenschaft, begangen in der Zeit von 21.1. bis 23.5.2011), Vergehens gegen das Waffengesetz (mehrfach begangen in der Zeit von 21.3. bis 23.11.2011), Vergehens und Verbrechens ge­gen die altrechtliche Betäubungsmittelgesetzgebung (teilweise men­gen- und gewerbsmässig qualifiziert begangen in der Zeit vom 1.1.2007 bis 30.6.2011) und Geldwäscherei (begangen am 13.10.2011): Freiheitsstrafe von 30 Monaten, teilbedingt vollziehbar, bei einer Probezeit von 3 Jahren und Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 40.-- (vgl. Akten EG Bern pag. 241-245);

  • Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Ober­land, vom 25. Oktober 2017 wegen Vergehens und wegen Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz (beides mehrfach begangen zwi­schen 1.1.2013 und 24.2.2016 sowie am 3.12.2016): Geldstrafe von 75 Tages­sätzen zu Fr. 30.-- sowie einer Busse von Fr. 200.--; Verlän­gerung der Probezeit von 3 Jahren um 1½ Jahre.

4.

Umstritten sind der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwer­deführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz.

4.1 Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Bedingun­gen erteilt (Art. 34 Abs. 1 AuG). Sie kann widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe, d.h. zu einer solchen von mehr als einem Jahr, verurteilt worden ist, wobei meh­rere unterjährige Strafen nicht kumuliert werden dürfen und es keine Rolle spielt, ob die Sanktion (teil-)bedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 Bst. b AuG; BGE 139 I 31 E. 2.1). Vorausgesetzt ist, dass das Strafurteil in Rechtskraft erwachsen ist (BVR 2015 S. 391 E. 3.1, 2013 S. 543 E. 3.1).

4.2 Der Beschwerdeführer wurde rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt (vgl. hinten E. 3.2). Damit hat er den Widerrufs­grund der längerfristigen Freiheitsstrafe gesetzt, was er nicht bestreitet (Be­schwerde S. 7). – Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Weg­weisung sind auch bei Vorliegen eines Widerrufsgrunds nur zulässig, wenn sie aufgrund der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung als verhältnismässig erscheinen (Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 96 AuG). Im Rahmen dieser Prüfung sind das öffentliche Interesse an der Entfernungs­massnahme aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und die privaten Interessen der betroffenen Person am weiteren Verbleib in der Schweiz gegeneinander abzuwägen. Zu berücksichtigen ist die Gesamtheit der rechtswesentlichen Umstände im Einzelfall, namentlich die Schwere des Verschuldens, das Verhalten gegenüber der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Allgemeinen, die Rückfallgefahr, die Dauer der bisherigen Anwesenheit bzw. die Integration sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie oder anderen Angehörigen drohenden Nachteile (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 139 I 31 E. 2.3.1; BVR 2013 S. 543 E. 4.1). Wird durch die Entfernungsmassnahme die weitere Pflege familiärer Beziehun­gen oder das Privatleben im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Men­schenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) bzw. des inhaltlich deckungs­gleichen Art. 13 Abs. 1 BV beeinträchtigt, bilden Grundlage dieser Interes­senabwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV (BGE 143 I 21 E. 5.1, 142 II 35 E. 6.1; BVR 2015 S. 391 E. 4.1). Hat die betroffene Person minder­jäh­rige Kinder, so sind in die Beurteilung zusätzlich die Interessen im Zusam­menhang mit dem Kindeswohl gemäss dem Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK; SR 0.107) und Art. 11 BV einzubeziehen (BGE 143 I 21 E. 5.5.1, 135 I 153 E. 2.2.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.1).

4.3 Für die Interessenabwägung ist vorliegend zudem Folgendes zu be­achten: Im ausländerrechtlichen Verfahren wird in der Regel mit dem negativen Bewilligungsentscheid gleichzeitig die Wegweisung als Vollstre­ckungsverfügung und Konsequenz der fehlenden Aufenthaltsberechtigung an­geordnet (Art. 64 Abs. 1 Bst. c AuG) sowie den Betroffenen eine ange­messene Ausreisefrist angesetzt (Art. 64d Abs. 1 AuG). Ist der Vollzug der Weg­weisung nicht möglich, nicht zulässig oder nicht zumutbar, verfügt das SEM die vorläufige Aufnahme als Ersatzmassnahme für die Wegweisung (Art. 83 Abs. 1 AuG). Wurde jedoch die weggewiesene Person wie hier zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt, werden Aspekte, welche die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs betreffen, bei der vorläufigen Auf­nahme gestützt auf Art. 83 Abs. 7 Bst. a AuG nicht geprüft, weshalb sie im bewilligungsrechtlichen Zusammenhang Teil der umfassenden Interessen­abwägung bilden müssen, andernfalls sie unberücksichtigt blieben (vgl. BGE 135 II 110 E. 4.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.1). In die Verhältnismässig­keitsprüfung einzubeziehen ist somit auch das Vorbringen, dem Beschwer­deführer könne wegen seines Gesundheitszustands, seiner Vorgeschichte und der dortigen Lage die Rückkehr in sein Heimatland nicht zugemutet werden (vgl. Beschwerde S. 11 ff.; hinten E. 6).

5.

Hinsichtlich des öffentlichen Interesses am Widerruf der Niederlassungs­bewilligung und der Wegweisung ist Folgendes festzuhalten:

5.1 Das Verschulden, welches die betroffene Person mit der längerfristi­gen Freiheitsstrafe auf sich geladen hat, ist Ausgangspunkt der Beurteilung des öffentlichen Interesses. Die Schwere des Verschuldens bemisst sich regelmässig nach der Höhe der vom Strafgericht verhängten Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 [Pra 97/2008 Nr. 87]; BVR 2013 S. 543 E. 4.3). Pra­xis­gemäss sprechen Freiheitsstrafen ab 24 Monaten für ein schweres Ver­schulden, da diese Fälle bereits als so gravierend eingestuft werden, dass ein vollständiger Aufschub der Strafe nicht mehr in Frage kommt und min­destens ein Teil zwingend vollzogen werden muss. Auch aus fremdenpoli­zeilicher Sicht bedeutet eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als 24 Monaten in jedem Fall einen sehr schwerwiegenden Verstoss gegen die schweizerische Rechtsordnung (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.3 und 3.4, 135 II 377 E. 4.4, zur vorliegend infolge nicht mehr kurzer Aufenthaltsdauer zwar nicht anwendbaren sog. «Reneja-Praxis»; in Bezug auf die Beurtei­lung des Verschuldens sind die Erwägungen aber dennoch massgeblich).

5.2 Zum Verschulden des Beschwerdeführers ergibt sich was folgt:

5.2.1 Unbegründet ist zunächst der Einwand des Beschwerdeführers, wo­nach die strafrechtliche Verurteilung bereits den Grund für den Widerruf der Niederlassungsbewilligung liefere und es «im Rahmen der Interessen­ab­wägung nicht zu einer ‚doppelten Verwertung‘ kommen [dürfe]» (Be­schwer­de S. 10). Denn Widerrufsgrund und Interessenabwägung sind aus­ein­an­derzuhalten. Insbesondere bedeutet das Vorliegen eines Widerrufs­grunds noch nicht, dass eine Entfernungsmassnahme auch von einem über­wiegenden öffentlichen Interesse gedeckt ist (VGE 2015/234 vom 4.3.2016 E. 3.2.1 [bestätigt durch BGer 2C_300/2016 vom 19.8.2016; vgl. etwa auch VGE 2014/364 vom 17.8.2015 E. 6.2 [bestätigt durch BGer 2C_853/2015 vom 5.4.2016).

5.2.2 Von den angeklagten Delikten hat das Strafgericht die Wider­handlun­gen gegen das Betäubungsmittelgesetz als schwerste Tat gewertet (Akten EG Bern pag. 247). Es hat dem Beschwerdeführer ange­lastet, dass er in der Zeit von 2007 bis November 2011 803 Gramm Koka­ingemisch erworben, 1ʹ756 Gramm Kokaingemisch veräussert oder abge­geben sowie 578 Gramm Kokaingemisch besessen, aufbewahrt und gela­gert hat (Akten EG Bern pag. 241 f.). Der Beschwerdeführer war sich dar­über im Klaren, dass er, indem er diese Drogen an Dritte weitergab, die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr brachte (vgl. Akten EG Bern pag. 241 f. und 247). Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer selber kokainabhängig war. Er wollte allerdings durch den Drogenhandel nicht nur seine eigene Sucht, sondern auch sein Leben finanzieren, womit auch fi­nanzielle Motive mit­gespielt haben. Das Strafgericht verneinte zudem eine verminderte Schuld­fähigkeit und hielt fest, dass der Beschwerdeführer je­derzeit und ohne Ein­schränkung in der Lage gewesen wäre, sich rechtsge­treu zu verhalten (vgl. Akten EG Bern pag. 248). Aus seinem Hinweis (Be­schwerde S. 10), das Strafgericht habe sein Verschulden – innerhalb des Strafrahmens von einem bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe – «noch als leicht» eingestuft (Akten EG Bern pag. 248), kann er bezüglich des Grads des Verschuldens im aus­länderrechtlichen Verfahren nichts für sich ablei­ten: Das Straf- und das Ausländerrecht verfolgen unterschiedliche Ziele; ist es Zweck des Straf­rechts, verschuldensabhängig bestimmte Verhaltens­weisen zu sank­tionieren und den Täter zu resozialisieren, steht ausländer­rechtlich der Sicher­heitsaspekt im Vordergrund, in dessen Rahmen auch bei geringer bis mittlerer Strafhöhe eine Straffälligkeit gegen wesentliche Rechtsgüter nicht hingenommen werden muss (BGer 2C_740/2017 vom 6.3.2018 E. 3.3). Gesamthaft betrachtet ist mit der POM von einem eher schweren Ver­schulden auszugehen.

5.3 Zu berücksichtigen ist sodann das Verhalten gegenüber der öffentli­chen Ordnung und Sicherheit im Allgemeinen. Bei Ausländerinnen oder Aus­ländern, die mehrfach oder sogar regelmässig delinquiert haben, be­steht aufgrund ihrer Einsichtslosigkeit ein erhebliches sicherheitspolizeili­ches Interesse, sie aus der Schweiz wegzuweisen. Wiederholte oder gar notorische Delinquenz zeigt in besonderer Weise, dass sich die betreffende Per­son von Strafurteilen nicht hat beeindrucken lassen, und führt zum Schluss, dass sie nicht willens oder fähig ist, sich an die hiesige Rechts­ordnung zu halten (vgl. BGE 139 I 145 E. 3.8; BVR 2013 S. 543 E. 4.3 mit Hinweisen). – Der Beschwerdeführer hat mit den der Verurteilung vom 20. November 2015 zugrunde liegenden Straftaten über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren delinquiert und insoweit fortgesetzt strafbare Hand­lungen begangen. Er hat nicht nur mit Drogen gehandelt, sondern auch mehrfach Gegenstände erworben, von denen er wusste oder zumin­dest hätte wissen müssen, dass es sich bei diesen um Diebesgut handelte. Zu­dem hat er einen Betrag von Fr. 30ʹ000.-- illegaler Herkunft ins Ausland überwiesen und damit Geldwäscherei betrieben (vgl. Akten EG Bern pag. 239 ff.). Sein kriminelles Verhalten gab er überdies nicht aus eigenem An­trieb auf, sondern erst infolge der Festnahme durch die Polizei am 22. November 2011 (vgl. Strafakten [act. 3A1] pag. 3551, 3554). Sodann durfte die POM zu seinen Ungunsten gewichten, dass der Beschwerdefüh­rer bereits in der Vergangenheit mit dem Gesetz in Konflikt geraten war: Er wurde zwischen 2005 und 2007 unter anderem wegen grober Verkehrsre­gelverletzung und Erleichterns der rechtswidrigen Einreise zu bedingten Strafen verurteilt bei einer Probezeit von jeweils zwei Jahren (vgl. vorne E. 3.2). Selbst wenn die Bedeutung dieser Verurteilungen zu relativieren ist, dürfen auch Straftaten herangezogen werden, die bereits länger zu­rück­liegen oder für sich allein nicht besonders schwer wiegen (vgl. BVR 2013 S. 543 E. 4.3.1 mit Hinweisen; VGE 2015/174 vom 14.12.2015 E. 3.3.3 [bestätigt durch BGer 2C_64/2016 vom 2.8.2016]). Der Beschwer­de­führer muss sich schliesslich vorwerfen lassen, dass er sich von be­dingten Strafen, Probezeiten und der am 5. Mai 2008 ausgesprochenen aus­länder­rechtlichen Verwarnung nicht beeindrucken liess, nahm er doch im Jahr 2007 den gewerbsmässigen Betäubungsmittelhandel auf. Auch die Unter­suchungshaft von 175 Tagen ab November 2011 hat offensichtlich keine Wirkung gezeigt (vgl. Akten EG Bern pag. 251). Laut Strafbefehl vom 25. Oktober 2017 verstiess der Beschwerdeführer bereits ab 2013 mehr­fach gegen das Betäubungsmittelgesetz, indem er unrechtmässig Kokain und Marihuana erwarb und konsumierte sowie Kokain unentgeltlich abgab (vgl. Akten EG Bern pag. 326-331 und act. 5). Die POM hat daher zutref­fend geschlossen, dass das Verhalten des Beschwerdeführers gegenüber der öffentlichen Ordnung dem sicherheitspolizeilichen Interesse an der Ent­fernungsmassnahme zusätzliches Gewicht verleiht (vgl. angefochtener Entscheid E. 6b/cc).

5.4 Die Rückfallgefahr ist wie folgt zu beurteilen:

5.4.1 Wie die POM zutreffend ausgeführt hat (angefochtener Entscheid E. 6c/aa), ist aus fremdenpolizeilicher Sicht das Risiko eines Rückfalls um­so weniger hinzunehmen, je schwerer die Tat wiegt, welche die auslän­di­sche Person verübt hat. Bei schweren Straftaten muss, angesichts der von diesen Delikten ausgehenden potentiellen Gefahr für die Gesellschaft, aus­länderrechtlich selbst ein relativ geringes Rückfallrisiko nicht hinge­nommen werden (BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 139 I 31 E. 2.3.2, 137 II 233 E. 5.2.2). Da Art. 5 Anhang I des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schwei­zerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemein­schaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; SR 0.142.112.681) hier nicht Anwendung findet, bildet zudem das Vor­liegen einer gegenwärtigen Gefahr nicht Voraussetzung einer Wegwei­sungs­massnahme. Vielmehr dürfen auch generalpräventive Überlegungen mit­berücksichtigt werden (vgl. BGE 136 II 5 E. 4.2 im Umkehrschluss; jüngst etwa BGer 2C_393/2017 vom 5.4.2018 E. 3.3.3). Der konkreten Pro­gnose über das Wohlverhalten (und somit der Rückfallgefahr) sowie dem Re­sozialisierungsgedanken des Strafrechts ist zwar im Rahmen der um­fassenden fremdenpolizeilichen Interessenabwägung ebenfalls Rech­nung zu tragen; die beiden Umstände geben aber nicht den Ausschlag (BGE 136 II 5 E. 4.2; zum Ganzen BVR 2013 S. 543 E. 4.4.1 mit Hinwei­sen).

5.4.2 Die Vorinstanz hat erwogen, ein gewisses Risiko, dass der Be­schwer­deführer erneut straffällig wird, sei nicht von der Hand zu weisen und könne nicht hingenommen werden (angefochtener Entscheid E. 6c/bb). Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, ihm habe das Strafgericht in seinem Urteil vom 20. November 2015 eine güns­tige Legalprognose gestellt. Das Strafgericht habe nämlich den Eindruck ge­wonnen, dass das Urteil für ihn einen genügenden Denkzettel darstelle, damit er sich in Zukunft legal verhalten werde (Akten EG Bern pag. 251). Die Einschätzung der POM, der Beschwerdeführer sei «vermindert fähig», die Rechtsordnung zu respektieren, stehe folglich im Widerspruch zum Strafurteil (Beschwerde S. 9 f.). – Anders als der Beschwerdeführer meint, be­deutet eine günstige Legalprognose nicht, dass im ausländerrechtlichen Sinn von Verurteilten keine Gefahr mehr ausgeht. Da im Ausländerrecht das Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund steht, während der Straf- und Massnahmenvollzug auch eine resozialisie­rende bzw. therapeutische Bedeutung hat, ergibt sich ein im Vergleich mit jenem der Straf- und Strafvollzugsbehörden strengerer Beurteilungsmass­stab (vgl. vorne E. 5.2; statt vieler BGE 137 II 233 E. 5.2.2). Von Bedeutung ist schliesslich, dass der Beschwerdeführer sich seither keineswegs klaglos ver­halten hat. Im Gegenteil; am 25. Oktober 2017 ist er wegen mehrfachen Vergehens und mehrfacher Übertretung gegen das Betäubungsmittelge­setz (begangen in der Zeit zwischen 1.1.2013 und 24.2.2016 sowie 3.12.2016) erneut schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er ist somit während des hängigen Strafverfahrens und laufender Probe­zeit rückfällig geworden und hat nur gerade 14 Monate nach der poli­zeilichen Festnahme am 22. November 2011 erneut und mehrfach gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen. Zwar hat die Staatsanwaltschaft darauf verzichtet, die bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu widerrufen; sie hat aber den Beschwerdeführer verwarnt und die Probezeit von 3 Jahren um 1½ Jahre verlängert (act. 5). Nach dem Ge­sagten kann von einem Wegfall der Rückfallgefahr keine Rede sein und es besteht ein erhebliches Risiko, dass der Beschwerdeführer erneut straffällig wird.

5.5 Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, wenn die POM auf­grund des eher schweren Verschuldens, der Mehrfachdelinquenz und der Rück­fallgefahr auf ein erhebliches öffentliches Interesse am Widerruf der Nieder­lassungsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegwei­sung aus der Schweiz geschlossen hat (angefochtener Entscheid E. 6d).

6.

Hinsichtlich der privaten Interessen, welche der Entfernungsmassnahme ent­gegenstehen können, sind die Dauer der Anwesenheit und die Integra­tion in der Schweiz sowie die dem Beschwerdeführer und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen.

6.1 Je länger eine Ausländerin oder ein Ausländer in der Schweiz an­we­send war, desto strengere Anforderungen sind grundsätzlich an die An­ordnung eines Widerrufs der Niederlassungsbewilligung zu stellen. Zu be­rück­sichtigen ist unter anderem, in welchem Alter sie oder er in die Schweiz eingereist ist. Selbst bei einer ausländischen Person, die bereits hier ge­boren wurde und ihr ganzes bisheriges Leben in der Schweiz ver­bracht hat (Ausländerin oder Ausländer der «zweiten Generation»), ist der Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht ausgeschlossen. Erst recht gilt dies für ausländische Personen, die – wie der Beschwerdeführer – als Erwachsene in die Schweiz gelangt sind (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 139 I 31 E. 2.3.1, 125 II 521 E. 2b). Der Widerruf der Niederlassungsbewil­ligung ist auch nach längerem Aufenthalt in der Schweiz eher zulässig, wenn die aus­ländische Person in der Schweiz nicht integriert ist (vgl. BGE 139 I 31 E. 3.2 [betreffend einen Ausländer «zweiter Generation»]; BGer 2A.119/2001 vom 15.10.2001 E. 2b; BVR 2015 S. 487 [VGE 2014/339 vom 23.3.2015, bestätigt durch BGer 2C_338/2015 und 2D_22/2015 vom 12.5.2015] nicht publ. E. 4.1; zum Ganzen BVR 2013 S. 543 E. 5.1). – Der heute 55-jährige Beschwerdeführer gelangte im No­vember 1987 als Asylsuchender im Alter von 24 Jahren in die Schweiz (vgl. vorne Bst. A). Ordnungsgemäss ist sein Aufenthalt allerdings erst seit dem Jahr 1991, als ihm gestützt auf die Ehe mit einer Schweizerin ein Aufent­halts­titel erteilt wurde. Er hält sich folglich mit 27 Jahren vergleichsweise lang in der Schweiz auf. Mit der Vorinstanz ist daher insoweit von einem ge­wichtigen Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz auszugehen.

6.2 Zur Integration des Beschwerdeführers ist Folgendes festzuhalten:

6.2.1 Der Beschwerdeführer ging seit 1988 – mit einzelnen Unterbrüchen – als ungelernte Arbeitskraft verschiedenen Erwerbstätigkeiten nach und be­zog in den Jahren 1993, 2000 und 2001 Leistungen der Arbeitslosenver­sicherung. Von 2002 bis 2007 war er als Gesellschafter und Geschäftsfüh­rer eines …geschäfts tätig. Im Februar 2006 erlitt der Beschwer­de­führer einen Verkehrsunfall und war in der Folge für eine gewisse Zeit ar­beitsunfähig (vgl. Strafakten [act. 3A1] pag. 3557 ff.). Seit September 2008 er­hält er eine Invalidenrente der Unfallversicherung im Umfang von mo­natlich Fr. 1ʹ135.90 (Erwerbsunfähigkeit von 28 %; Bescheinigung SUVA vom 13.11.2017, Beilage h zur Eingabe vom 29.11.2017). Dazu kommt, dass der Beschwerdeführer und seine Familie in der Vergangenheit auf Unter­stützung der öffentlichen Hand in erheblicher Höhe angewiesen waren; die von September 1999 bis September 2007 geleistete Sozialhilfe beläuft sich auf Fr. 181ʹ187.70 (Bestätigung vom 14.11.2017, Akten POM, Beilage f zur Eingabe vom 29.11.2017; vgl. auch Akten EG Bern pag. 208 [Gesamtbetrag Fr. 235ʹ957.70]). Seither ist kein erneuter Sozialhilfebezug aktenkundig, wobei nicht ohne weiteres klar ist, mit welchen Mitteln die Gross­familie nach Ablösung von der Sozialhilfe ihren Unterhalt zu decken vermochte: So hat der Beschwerdeführer in den Jahren 2008 bis 2012 nicht gearbeitet und – im Unterschied zu vorher – überhaupt kein AHV-pflichtiges Einkommen mehr erwirtschaftet (Individueller Kontoauszug der Aus­gleichskasse des Kantons Bern vom 9.7.2013, Strafakten [act. 3A1] pag. 3569]), seine Ehefrau ebenso wenig (vgl. Strafakten [act. 3A1] pag. 3558). Es ist keineswegs ausgeschlossen, dass die wirtschaftliche Eigen­ständigkeit in jenem Zeitraum auch seiner Delinquenz zu verdanken war, hat doch der Beschwerdeführer zwischen 2007 und 2011 gewerbs­mässigen Handel mit Drogen betrieben (vgl. vorne E. 3.2). Allerdings hat der Beschwerdeführer verschiedentlich angegeben, er und seine Familie würden Unterstützung von Verwandten erhalten und könnten kostenlos in einer Liegenschaft wohnen, welche im Eigentum seiner Schwester stehe (vgl. Strafakten [act. 3A1] pag. 3559, 3562; Protokoll der Hauptverhandlung vom 18.-20.11.2015 S. 6). Laut einem auf den 25. März 2014 datierten Ar­beitsvertrag arbeitet der Beschwerdeführer seit dem 1. Juli 2012 als All­rounder im Restaurant seiner Schwester mit einem Pensum von 15 % (Akten EG Bern pag. 285). Vor der POM hat er ausgeführt und belegt, in jenem Restaurant als stellvertretender Geschäftsführer mit einem Pensum von 40 bis 50 % zu arbeiten und mindestens Fr. 1ʹ200.-- pro Monat zu ver­dienen (Akten POM pag. 14); der Nettolohn des Jahres 2017 betrug Fr. 11ʹ584.-- (exkl. Kinderzulagen; Akten POM, Beilage e zur Eingabe vom 29.11.2017).

6.2.2 In finanzieller Hinsicht ergibt sich, dass der Beschwerdeführer hoch ver­schuldet ist. Bestanden per 10. Juni 2013 25 offene Verlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 73ʹ326.50 (Akten EG Bern pag. 210 f.), sind seine Schulden in den folgenden vier Jahren markant angestiegen. Auf dem Be­treibungsregisterauszug vom 27. November 2017 sind 46 Verlustscheine aus Pfändungen im Gesamtbetrag von Fr. 228ʹ940.-- registriert (Akten POM, Beilage b zur Eingabe vom 29.11.2017). Der Beschwerdeführer hat namentlich, soweit aus den Akten ersichtlich, nie Unterhaltsbeiträge für die beiden ausserehelichen Kinder geleistet (vgl. etwa Akten EG Bern pag. 175, 245; Akten POM [3A1], Strafakten pag. 3558, 3561; Protokoll der Hauptverhandlung vom 18.-20. November 2015, S. 18); der Gesamtbetrag der vom Gemeinwesen bis November 2017 bevorschussten Kinderalimente beläuft sich auf Fr. 98ʹ288.-- (Bestätigung Alimenteninkasso vom 15.11.2017, Akten POM, Beilage g zur Eingabe vom 29.11.2017). Zwar kommt der Beschwerdeführer dank seinen eigenen Einkünften (monatlich gut Fr. 2ʹ000.--) offenbar über die Runden. Allerdings bezieht er als stell­vertretender Geschäftsführer eines Restaurants und Angestellter seiner Schwester einen auffallend tiefen Lohn und scheint nicht ernsthaft daran interessiert zu sein, seine Schulden zu amortisieren und seinen Unterhalts­pflichten nachzukommen. Dem Beschwerdeführer ist es somit – auch unter Be­rücksichtigung seiner unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit – nicht gelun­gen, sich beruflich und wirtschaftlich zu integrieren.

6.2.3 Der deutschen Sprache ist der Beschwerdeführer mächtig, worin aber keine besondere Integrationsleistung liegt, zumal er seit über 27 Jahren hier lebt. Wie bereits die POM zutreffend bemerkt, gibt es keine Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer in besonderem Mass gefes­tigte soziale Kontakte und Freundschaften zur einheimischen Bevölkerung pflegen würde. Die vor Verwaltungsgericht geltend gemachte «soziale Ver­wurzelung» belegt er nicht näher (Beschwerde S. 11). Schliesslich spricht neben seiner Schuldenwirtschaft auch sein deliktisches Verhalten wesent­lich gegen eine erfolgreiche Eingliederung, ist doch die Respektie­rung der rechts­staatlichen Ordnung zentraler Aspekt jeglicher Integration (vgl. Art. 4 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über die Integra­tion von Ausländerinnen und Ausländern [VIntA; SR 142.205]). Gesamthaft gesehen ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, sich in die hiesigen Verhältnisse zu integrieren.

6.3 Zu würdigen sind schliesslich die Auswirkungen der Entfernungs­massnahme auf den Beschwerdeführer und seine Familie.

6.3.1 Was die Ausreise in die Türkei anbelangt, hat die POM zunächst richtigerweise ausgeführt (E. 7c/aa), dass der Beschwerdeführer die ersten knapp 25 Jahre im Heimatland verbracht hat und er mit der türkischen und der kurdischen Sprache sowie den dortigen kulturellen und gesellschaftli­chen Gepflogenheiten unbestrittenermassen vertraut ist. Für eine enge Ver­bundenheit mit seiner Heimat spricht zudem, dass er seit seiner ersten Einreise im Jahr 1987 regelmässig, manchmal mehrmals pro Jahr, in die Türkei zurückgekehrt ist; nach seinem Weggang kamen dort vier seiner Kinder zur Welt (vgl. vorne E. 3.1; vgl. Akten EG Bern pag. 113, 124, 152, 218, 314; Strafakten [act. 3A1] pag. 3555 f.). Die berufliche Integration dürfte für den heute 55-jährigen Beschwerdeführer zwar eine Herausforde­rung darstellen, da er aufgrund der Folgen eines Verkehrsunfalls keiner Voll­zeitbeschäftigung nachgehen kann. Immerhin besteht ein Abkommen zwischen der Schweiz und der Türkei über soziale Sicherheit (SR 0.831.109.763.1), weshalb der Beschwerdeführer voraussichtlich nicht auf die Rente der Unfallversicherung (derzeit monatlich Fr. 1ʹ135.90) ver­zichten müsste. Der familiäre Zusammenhalt innerhalb der Grossfamilie ist offen­sichtlich intakt, kann doch der Beschwerdeführer seit längerem auf die gross­zügige Unterstützung seiner Schwester zählen (vgl. vorne E. 6.2.1). Zu­dem pflegt er nach wie vor Kontakte zu seinen in der Türkei lebenden Ge­schwistern (vgl. Akten POM pag. 19-18; Strafakten [act. 3A1] pag. 3555 f., 3563). Folglich besteht dort eine gewisse familiäre Verbun­denheit, an die er anknüpfen kann.

6.3.2 Nach Auffassung der POM erweist sich eine Rückkehr in die Türkei auch aus medizinischer Sicht zumutbar. Gemäss den im Verfahren vor der EG Bern eingereichten Belegen hat der Hausarzt zwar wiederholte depres­sive Störungen diagnostiziert und den Beschwerdeführer am 9. August 2016 zu einer ambulanten psychiatrischen Mitbetreuung an eine Privatklinik überwiesen (Akten EG Bern pag. 288); von dieser Klinik ist indes nur eine Termin­bestätigung für den 25. August 2016 aktenkundig (Akten EG Bern pag. 289). Nähere Angaben zum Verlauf der Behandlung oder zu seinem gegenwärtigen Gesundheitszustand legte der Beschwerdeführer auch der POM nicht vor, beantragte aber, es sei «eine angemessene Frist zur Ein­reichung eines ausführlichen spezialärztlichen Berichts zum aktuellen Ge­sundheitszustand […] anzusetzen» (Akten POM pag. 18). Die POM be­merkt mit Recht (angefochtener Entscheid E. 7c/bb), dass es im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht (Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 90 AuG) am Be­schwerdeführer wäre, solche Beweismittel, sollten sie entscheidwesentlich sein, von sich aus ins Verfahren einzubringen (vgl. dazu auch vorne E. 2.4). Im Übrigen ist, wovon auch die POM ausgeht, eine adäquate medi­zinische Betreuung auch in der Türkei verfügbar. So besteht eine allge­meine Krankenversicherung, wodurch u.a. ein grosser Teil der Medika­menten­kosten und weitere Leistungen in einer staatlichen Institution ge­deckt werden. In der Heimatregion des Beschwerdeführers befindet sich zu­dem eine Universitätsklinik, welche psychiatrische Leistungen anbietet (angefochtener Entscheid E. 7c/bb mit Hinweis auf die Schnellrecherche der Schweizerischen Flüchtlingshilfe vom 18.8.2016 zur Türkei: Behand­lung und Pflege einer schizophrenen Person im Südosten der Türkei, S. 3, ein­sehbar unter <www.fluechtlingshilfe.ch>, Rubriken «Herkunftslän­der/ Europa/Türkei»; vgl. auch VGE 2016/173 vom 31.10.2017 E. 4.3.4). Mit dieser differenzierten Würdigung der Vorinstanz setzt sich der Beschwer­de­führer nicht auseinander, sondern er beschränkt sich darauf zu wieder­holen, dass die gesundheitliche Situation «klar gegen seine Rückkehr» spreche, wobei hierzu nach «Abklärung des relevanten Sachverhalts mehr aus­geführt werden [könne]» (Beschwerde S. 11). Wie dargelegt wäre es Sache des Beschwerdeführers, entsprechende Beweismittel beizubringen. Er macht im vorliegenden Verfahren im Übrigen nicht geltend, er nehme gegen­wärtig eine ärztliche Behandlung in Anspruch und sei auf Medika­mente angewiesen. Von einem spezialärztlichen Bericht sind daher keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb der im verwaltungsgerichtlichen Ver­fahren erneut gestellte Beweisantrag abgewiesen wird (vgl. zur antizi­pierten Beweiswürdigung statt vieler BVR 2017 S. 255 E. 5.1; Merkli/ Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 18 N. 8 ff.). Somit steht der Ge­sund­heits­zustand des Beschwerdeführers einer Entfernungsmassnahme nicht ent­ge­gen.

6.3.3 Die Vorinstanz stufte sodann die Wegweisung in die Türkei weder ge­stützt auf die allgemeine Lage noch aufgrund konkreter individueller Gründe als unzumutbar ein. Der Beschwerdeführer kritisiert dies und wirft der Vorinstanz vor, den Sachverhalt unrichtig festgestellt zu haben, da sich in den letzten Monaten die Situation auf der türkischen Grenzseite, seiner Heimatregion, erheblich verschlechtert habe (Beschwerde S. 6 f.). Dazu äussern könne er sich allerdings erst nach den notwendigen Sachverhalts­abklärungen (Beschwerde S. 12). – Nach der Rechtsprechung des Bun­des­verwaltungsgerichts ist trotz Wiederaufflammens des türkisch-kurdi­schen Konfliktes, der bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der PKK und staatlichen Sicherheitskräften seit Juli 2015 in verschiedenen Provinzen im Südosten des Landes (im Einzelnen: Batman, Diyarbakir, Mardin, Siirt, Urfa und Van, anders als die Provinzen Hakkari und Sirnak) und der Ent­wicklung nach dem Militärputschversuch vom 15./16. Juli 2016 nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt oder bürgerkriegsähnlichen Ver­hältnissen – auch nicht für Angehörige der kurdischen Ethnie – auszu­gehen (vgl. zuletzt BVGer E-6244/2016 vom 9.5.2018 E. 7.3, D-572/2018 vom 22.2.2018 E. 6.4.2, D-7527/2015 vom 4.1.2018 E. 7.3.2). Das Bun­des­verwaltungsgericht beurteilt die Rückkehr in die Region Urfa, aus wel­cher der Beschwerdeführer stammt und wo einige seiner Geschwister le­ben, dem­nach als zumutbar. Entgegen seiner Auffassung kann sich der Be­schwerdeführer nicht darauf beschränken, die vorinstanzliche Würdi­gung zu bestreiten, ohne nur annähernd darzutun, inwiefern ihm die Rück­kehr in die Türkei unzumutbar sein soll oder ihm aufgrund seiner Vorge­schichte eine konkrete Gefahr im Sinn der Rechtsprechung zu Art. 3 EMRK drohen würde (vgl. Beschwerde S. 13). Die Rückkehr in die Türkei ist dem Beschwerdeführer folglich zuzumuten.

6.3.4 In familiärer Hinsicht stehen die Beziehungen des Beschwerdefüh­rers zu seiner Ehefrau und zur gemeinsamen Tochter C.________ sowie zu den beiden ausserehelichen Kindern zur Diskussion. Vorab hält die POM fest, die Entfernungsmassnahme hätte einschneidende Konsequenzen für das Fa­milienleben, davon ausgehend, dass die Wegweisung des Beschwer­de­führers voraussichtlich die Trennung der Familie zur Folge hätte. Die im Jahr 1999 in die Schweiz eingereiste Ehefrau stammt ebenfalls aus der Türkei. Anlässlich einer polizeilichen Einvernahme im März 2016 hat sie zu Pro­tokoll gegeben, sie wisse nicht, wo ihr Ehemann wohne. Er gehe in der Wohnung ein und aus, um seine Tochter zu sehen und schlafe etwa alle zwei Wochen auf dem Sofa (vgl. Akten EG Bern pag. 330). Aus diesen An­gaben hat die POM geschlossen, dass der Beschwerdeführer nur sehr wenig Zeit in der Familienwohnung in Bern verbringt, jedoch zu seiner Toch­ter C.________ Kontakt hat und sie mehr oder weniger regelmässig sieht. Die Fest­stellung der POM, wonach die eheliche Beziehung nicht mehr intakt sei bzw. gelebt werde, ist unwidersprochen geblieben. Damit geht auch das Ver­waltungsgericht davon aus, dass die Entfernungsmassnahme nicht mit einer starken Beeinträchtigung des Ehelebens verbunden wäre. Was die Be­ziehung zu den drei minderjährigen Kindern betrifft, führt die Vorinstanz richtigerweise aus, dass der Beschwerdeführer selbst diese für ihn womög­lich schmerzhafte Situation herbeigeführt hat, hat ihn doch die Verant­wortung als vielfacher Vater nicht davon abgehalten, straffällig zu werden. Dass der Beschwerdeführer in jener Zeit selber Kokain konsumierte (vgl. Beschwerde S. 12), vermag daran nichts zu ändern, zumal das Strafgericht eine verminderte Steuerungsfähigkeit ausdrücklich verneint hat (vgl. vorne E. 5.2.2). Sein Interesse am Verbleib in der Schweiz fällt somit nicht ent­scheidend ins Gewicht (vgl. auch BVR 2013 S. 543 E. 5.3.1).

6.3.5 Hinsichtlich der Tochter C.________ hat die POM zu Recht erwogen, dass sie bald volljährig wird und in diesem Alter nicht mehr im gleichen Ausmass wie früher auf ihren Vater als Bezugsperson angewiesen ist. Zudem kann sie in ihrem vertrauten Umfeld verbleiben. Die Beziehung zu ihrem Vater könnte C.________ mit Blick auf ihr Alter ohne Schwierigkeiten mittels der üblichen Kommunikationsmittel sowie mit Besuchen in der Türkei weiterhin pflegen (vgl. BVR 2013 S. 543 E. 5.4). In Bezug auf E.________ (geb. 2005) und F.________ (geb. 2007), welche beide das Schweizer Bürgerrecht besit­zen, führt die POM aus (E. 7c/dd), dass beide bei ihrer sorge- und obhuts­be­rechtigten Mutter leben, wobei die Eltern offenbar darauf verzichtet ha­ben, das Besuchsrecht vertraglich festzulegen oder behördlich festlegen zu lassen. Sie hätten sich allerdings mündlich dahin geeinigt, dass der Be­schwerdeführer seine Kinder jederzeit sehen könne. Er besuche sie – so­fern es seine Arbeit erlaube – alle zwei Wochen für einen Tag (vgl. Akten POM pag. 61 und 15). Bei dieser Sachlage scheint die Beziehung des Be­schwerdeführers zu E.________ und F.________ zwar intakt zu sein. Allerdings ist der Beschwerdeführer, der nach eigenen Angaben (nur) zwi­schen 40 und 50 % arbeitet (vgl. vorne E. 6.2.1), weit davon entfernt, ein nach heutigem Massstab übliches oder gar ein darüber hinausgehendes Be­suchsrecht auszuüben. Dass er zusätzliche Betreuungsaufgaben wahr­nehmen würde, behauptet er nicht. Klar zu verneinen ist eine wirtschaftli­che enge Beziehung zu den Kindern: Die vom Beschwerdeführer geschul­deten Unterhaltsbeiträge werden im Gegenteil seit zehn Jahren vom Ge­mein­wesen bevorschusst (vgl. vorne E. 6.2.2). Was die beiden heute 10- und 13-jährigen Kinder angeht, ist nicht von der Hand zu weisen, dass die dauerhafte örtliche Trennung vom Vater wohl schmerzhaft wäre. Mit der Vor­instanz ist indes festzustellen, dass die Beziehung ebenfalls vom Aus­land her insbesondere mittels herkömmlicher Kommunikationsmittel im­mer­hin in einem gewissen Rahmen aufrechterhalten werden kann. Die Be­zie­hung zu seinen minderjährigen Kindern begründet folglich ein nicht un­be­deutendes privates Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz, kann doch der Kontakt von der Türkei aus nicht im selben Umfang wie heute gelebt werden. Weitere Abklärungen in Bezug auf die Beziehung zu den drei minderjährigen Kindern können indes unterbleiben, zumal der Be­schwerdeführer mit keinem Wort begründet, welche neuen Informationen, die er nicht selber einbringen kann, sich aus den «entsprechende[n] Be­weis­mittel[n]» ergeben sollen (Beschwerde S. 7); der Beweisantrag wird da­her abgewiesen.

6.4 Zusammenfassend fallen somit auf privater Seite die Beziehungen zu den drei minderjährigen Kindern als nicht unerhebliches Interesse ins Ge­wicht. Die lange Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers ist aber ins­be­sondere mit Blick auf die nicht gelungene Integration deutlich zu relativie­ren; zudem stehen seiner Rückkehr in die Türkei keine wesentlichen Hin­der­nisse entgegen.

7.

7.1 Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interes­sen ergibt Folgendes: Der Beschwerdeführer wurde unter anderem wegen Wider­handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach und teil­weise mengen- und gewerbsmässig qualifiziert begangen, zu einer Frei­heits­strafe von 30 Monaten verurteilt und hat damit ein eher schweres Ver­schul­den auf sich geladen (vorne E. 5.2.2). Im Verbund mit der durch seit­he­rige, erneute Delinquenz belegten Rückfallgefahr (vorne E. 5.4.2) be­steht ein erhebliches öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlas­sungs­bewilligung. Die privaten Interessen an einem Verbleib des Be­schwer­deführers in der Schweiz haben dagegen zurückzustehen: Zwar fällt seine Aufenthaltsdauer lang aus; gleichwohl ist es ihm nicht gelungen, sich in die hiesigen Verhältnisse zu integrieren (vorne E. 6.2). Der Rückkehr in die Türkei, wo er bis zum 25. Altersjahr gelebt hat, stehen keine wesentli­chen Hindernisse entgegen (vorne E. 6.3.1 ff.). In familiärer Hinsicht ist un­be­stritten geblieben, dass die Ehe zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau nicht mehr gelebt wird (vorne E. 6.3.4). Die Beziehung zu den drei minderjährigen Kindern scheint zwar intakt zu sein; sie ist aber in Be­zug auf die zwei jüngeren Kinder, die bei ihrer Mutter aufwachsen,

  • namentlich in wirtschaftlicher Hinsicht – nicht eng. Die Kontakte können in einem gewissen Rahmen auch über die Landesgrenzen hinweg mittels gegen­seitiger Besuche und der modernen Kommunikationsmittel aufrecht­er­halten werden. Schliesslich können die Kinder immerhin im gewohnten Um­feld verbleiben und von den hiesigen Lebensbedingungen profitieren. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung des Be­schwerdeführers aus der Schweiz erweisen sich demnach auch im Licht von Art. 8 EMRK, Art. 13 Abs. 1 BV und der KRK als verhältnismässig.

7.2 Anders als der Beschwerdeführer meint (Beschwerde S. 13), führt die Wegweisung nicht zu einer Verletzung von Art. 12 Abs. 4 des Interna­tionalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte (UNO-Pakt II; SR 0.103.2), wonach niemandem willkürlich das Recht entzogen werden darf, in sein eigenes Land einzureisen. Angewendet auf ausländische Staats­angehörige wäre Voraussetzung, dass diese über keinerlei Berüh­rungs­punkte zu ihrem Kulturkreis verfügen und ihnen insbesondere auch sprachlich jegliche Verbindung zu ihrem Heimatstaat fehlt (BGer 2C_6/2015 vom 30.6.2015 E. 2.4 [betreffend VGE 2013/269 vom 28.11.2014]). Hiervon kann keine Rede sein, ist doch der Beschwerdefüh­rer nach wie vor eng mit seiner Heimat verbunden (vgl. vorne E. 6.3.1).

8.

Im Eventualstandpunkt strebt der Beschwerdeführer schliesslich eine vor­läufige Aufnahme nach Art. 83 AuG an (vgl. Rechtsbegehren 5). Diese wird vom SEM verfügt, wenn der Vollzug der Weg- oder Ausweisung nicht mög­lich, nicht zulässig oder nicht zumutbar ist (Art. 83 Abs. 1 AuG). Die vorläu­fige Aufnahme wegen Unmöglichkeit oder Unzumutbarkeit des Wegwei­sungsvollzugs fällt jedoch ausser Betracht, wenn die weg- oder ausgewie­sene Person (wie hier) zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist; solche Personen werden nur dann vorläufig aufgenommen, wenn der Vollzug unzulässig ist (vgl. Art. 83 Abs. 7 i.V.m. Art. 83 Abs. 2-4 AuG). Nach Art. 83 Abs. 6 AuG kann nur die kantonale Behörde einen ent­sprechenden Antrag beim SEM stellen. Die weg- oder ausgewiesene Per­son ist vom direkten Zugang zum Verfahren auf vorläufige Aufnahme aus­ge­schlossen (BGE 137 II 305 E. 3.2 mit Hinweisen; BVR 2013 S. 543 E. 7.1, 2015 S. 105 E. 4 f. [zusammengefasst]). – Soweit der Beschwerde­füh­rer beantragt, es sei mit Blick auf eine vorläufige Aufnahme die Unzu­lässigkeit des Wegweisungsvollzugs verbindlich festzustellen, ist das Ver­waltungsgericht sachlich nicht zuständig, weshalb der Antrag unzulässig ist. Gleichwohl müssen Vollzugshindernisse, die zu einer vorläufigen Auf­nahme führen könnten, von jeder wegweisenden Behörde beachtet wer­den. Mit Blick auf Art. 83 Abs. 6 i.V.m. Abs. 7 AuG hat das Verwaltungsge­richt geprüft, ob Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Rückkehr des Be­schwerdeführers in die Türkei unzulässig sein könnte. Dies ist hier nicht der Fall. Insbesondere deuten weder die dortige allgemeine Lage noch sein Ge­sundheitszustand auf eine konkrete Gefährdung hin (vgl. vorne E. 6.3.2 f.). Andere Gründe, welche den Vollzug der Wegweisung im Licht von Art. 83 Abs. 3 AuG als unzulässig erscheinen lassen könnten, sind weder vorgebracht noch erkennbar. Das Verwaltungsgericht sieht daher keinen Anlass, die EG Bern anzuhalten, beim SEM die Einleitung eines Ver­fahrens auf vorläufige Aufnahme zu beantragen.

9.

Nach dem Gesagten hält der angefochtene Entscheid der Rechtskontrolle stand. Die Beschwerde erweist sich in allen Teilen als unbegründet und ist ab­zuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. vorne E. 1.2 und E. 8). Da die von der Vorinstanz angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist praxis­ge­mäss eine neue festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kosten­pflichtig; Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. Dem Beschwerdeführer wird eine neue Ausreisefrist angesetzt auf den 1. Oktober 2018.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 2ʹ500.--, werden dem Beschwerdeführer auf­erlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:

-dem Beschwerdeführer

-der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern

-der Einwohnergemeinde Bern

-dem Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied:Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün­dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.

Keywords

settlement permitexpulsionproportionalityrecidivismfamily lifeprovisional admissionright to be heardcooperation dutydrug offenses

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal against withdrawal of the settlement permit and expulsion was admissible and whether the court could review the complaint only for legality, not appropriateness.

Extracted holding

The appeal was admissible in principle, but the court would not examine mere arguments of inappropriateness.

Extracted reasoning

As final cantonal instance, the court had jurisdiction; however, review was limited to violations of law under the VRPG.

Key legal question

Whether the first-instance authority violated the right to be heard by insufficiently addressing the daughter's situation and the family life implications.

Extracted holding

No hearing violation occurred.

Extracted reasoning

The authority's reasoning was sufficient to show the considerations on which the decision rested, and the appellant had been able to challenge it effectively.

Key legal question

Whether the record had to be further clarified before deciding on the withdrawal and expulsion.

Extracted holding

No further investigation was required.

Extracted reasoning

The appellant had a duty to cooperate on facts within his own sphere, especially regarding family and health circumstances; the existing file was sufficient.

Key legal question

Whether the settlement permit had to be withdrawn because of a long-term custodial sentence.

Extracted holding

Yes, the statutory withdrawal ground was met.

Extracted reasoning

A final sentence of 30 months' imprisonment qualifies as a long-term custodial sentence exceeding one year.

Key legal question

Whether withdrawal of the permit and expulsion were proportionate despite the appellant's long stay, family ties, and integration claims.

Extracted holding

Yes, the measures were proportionate.

Extracted reasoning

The appellant had committed serious and repeated offenses, showed a significant risk of reoffending, had not integrated socially or economically, and could reasonably return to Turkey.

Key legal question

Whether provisional admission had to be ordered or the authorities had to request it from SEM.

Extracted holding

No provisional admission was warranted and the court could not directly order a finding of inadmissibility of removal.

Extracted reasoning

No indication of unlawful removal existed; neither the general situation in Turkey nor the appellant's health showed a concrete risk.

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