Public water ownership and fixed-term mortgage certificates

ARGVP-1988-1089Administrative CourtJul 31, 1984Dismissed

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Omnilex summary

J. M. challenged the refusal to approve culverting of a small brook in connection with excavation works. The Regierungsrat held that the watercourse was a public stream belonging to the Canton Appenzell A.Rh., and that private arrangements or land-register descriptions could not alter that status. It further held that culverting would eliminate public use and was disfavored for hydraulic, maintenance, spatial-planning, and water-protection reasons. The excerpt also states, in a separate mortgage-law point, that fixed-maturity schuldbriefe are impermissible where the law makes them non-callable by the creditor.

Omnilex headnote

Art. 664 ZGB; Art. 199, 206, 208 EG zum ZGB; public waters, culverting, and fixed-term schuldbriefe: Public rivers and brooks fall under cantonal ownership and disposal competence; the statutory classification cannot be displaced by private agreements or land-register descriptions. A brook is characterized by a natural bed or by the potential to form one and by sufficient flow; the source of its water is irrelevant. Culverting of a public watercourse, insofar as it deprives the public of ordinary use, is to be allowed only restrictively and may be refused for water-engineering, spatial-planning, maintenance, and water-protection reasons, especially where flood and self-purification concerns arise. The excerpt further states that a contractual fixed maturity for a schuldbrief is incompatible with a rule making such securities non-callable by the creditor.

Full text

A. Entscheide des Regierungsrates 1089 1089 Wasserrecht. Eigentum an Flüssen und Bächen, Eindolung von Gewäs­sern (Art. 199 EG zum ZGB; bGS 211.1). Im Zuge der Erstellung seiner bewilligten Jauchegrube deponierte J. M. das anfallende Aushubmaterial im Gelände, womit gleichzeitig ein Bächlein eingedolt wurde. Die zuständige Behörde bewilligte die Eindolung nicht. Gegen diese Verweigerung der Bewilligung erhob J.M . Rekurs beim Regie­rungsrat. Art. 664 ZGB bestimmt, dass herrenlose und öffentliche Sachen in der Hoheit des Staates stehen. Dies bedeutet, dass der Kanton die Materie in den vom Bundesrecht gesetzten Schranken regeln kann. Diese Regelungs­befugnis betrifft insbesondere auch die Eigentumsfrage. Der ausserrho- dische Gesetzgeber hat bezüglich der Gewässer als einer der wenigen hie­von Gebrauch gemacht (Meier-Hayoz, Kommentar, N. 53 zu Art. 6 6 4 ZGB). Art. 199 Abs. 3 EG zum ZGB vom 29. April 1969 (bGS 211.1) schreibt vor, dass Flüsse und Bäche im Eigentum und Verfügungsrecht des Kantons ste­hen. Als Bach gilt jedes fliessende Gewässer von solcher Mächtigkeit, dass es ein natürliches Bett gebildet hat oder bilden würde, wenn sein Lauf nicht künstlich ausgebaut wäre (Art. 199 Abs. 2 EG zum ZGB). Dass das fragliche Gewässer ein Bett aufweist und ausserdem ganzjährig Wasser führt, blieb im Verfahren unbestritten. Es handelt sich somit um ein Gewässer, das im Eigentum des Kantons Appenzell A.Rh. steht. Dass es, wie der Rekurrent behauptet, lediglich von Drainage-, Quell- und Meteorwasser gespeist werde, ist unerheblich. Ebenso ist eine grundbuchamtliche Beschreibung, welche der Parzelle Nr. 592 Bachgewässer zuordnet, nicht geeignet, die gesetzliche Regelung zu durchbrechen. Die gesetzlichen Bestimmungen des EG zum ZGB können durch einen Grundstückkaufvertrag unter Priva­ten nicht abgeändert werden. Gemäss Art. 206 EG zum ZGB ist der Gemeingebrauch an öffentlichen Gewässern gewährleistet. Ein Bach kann zum Baden, Wasserschöpfen, Tränken, Waschen, Befahren usw. von jedermann benützt werden. Eine Eindolung zwecks Aufschüttung hätte den Ausschluss dieser jedermann zustehenden Nutzung zur Folge und käme einer Sondernutzung gleich. Ob es sich bei der Eindolung eines öffentlichen Gewässers um eine Son­dernutzung im Sinne von Art. 208 EG zum ZGB handelt, für welche eine Konzession des Regierungsrates erforderlich ist, kann offenbleiben, nach­ 129

A. Entscheide des Regierungsrates 1089, 1090 dem bereits wasserbaupolizeiliche und raumplanerische Gründe die Ertei­lung einer Eindolungsbewilligung verbieten. Infolge geänderter Bewirtschaftungsformen werden vor allem im Som­mer mit den heftigen Regenfällen mehr als früher Heu, Zweige und ande­res mehr in Bächen mitgeschwemmt. Bei jeder Eindolung besteht daher eine erhebliche Gefahr der Verstopfung des Durchlasses, was zu Über­schwemmungen führt. Von der Bewilligung einer Eindolung ist schon aus diesem Grund zurückhaltend Gebrauch zu machen. Desgleichen hat die Baudirektion in letzter Zeit vermehrt die Erfahrung machen müssen, dass bei Eindolungen früher oder später namhafte Instandstellungsarbeiten anfallen. Diese Kosten müssen in der Regel von der öffentlichen Hand mit­finanziert werden, weil sie die Kräfte des einzelnen übersteigen. Aus gewässerschutzpolizeilicher Sicht sind Eindolungen deshalb uner­wünscht, weil sie insbesondere wegen des Abschlusses des Gewässers von Luft und Sauerstoff die Selbstreinigungskraft des Wassers herabsetzen. Schliesslich handelt es sich beim fraglichen Bächlein auch nach den Fest­stellungen des Rekurrenten um ein Fischgewässer. Aus den erwähnten Gründen ist generell Zurückhaltung bei der Erteilung von Eindolungs- bewilligungen am Platz. RRB 31.7.1984 1090 Grundpfandrecht. Unzulässigkeit der Errichtung von Schuldbriefen mit vereinbarter Fälligkeit. Gemäss Art. 169 Abs. 1 EG zum ZGB1 sind Schuldbriefe auf landwirtschaft­lichen Grundstücken, Wohnhäusern und Baugebieten seitens des Gläubi­gers unkündbar. Es stellt sich nun die Frage, ob dieses Verbot der Kündi­gung auch die Errichtung von Schuldbriefen ausschliesst, die eine feste Laufzeit und also eine zum voraus bestimmte Fälligkeit aufweisen. Nach Ansicht des Regierungsrates ist die Vereinbarung einer bestimmten Fällig­keit als eine Art vorweggenommener Kündigung zu betrachten, die sich ' Heute: Art. 242 Abs. 1 EG zum ZGB vom 27. April 1969 (bGS 211.1) 130

Keywords

public watersculvertingcantonal ownershipwater protectionflood riskfish watercoursemortgage certificatefixed maturity

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Key legal question

Whether the brook was public water owned by the canton and therefore subject to cantonal control over culverting

Extracted holding

The brook was a public watercourse in the ownership and disposal competence of the Canton Appenzell A.Rh.; private descriptions or purchase agreements could not override the statute.

Extracted reasoning

Cantonal law under Art. 664 ZGB and Art. 199 EG ZGB places rivers and brooks in cantonal ownership. A stream with a natural bed and year-round flow qualifies as a brook regardless of its feeding sources.

Key legal question

Whether the requested culverting of the brook could be authorized

Extracted holding

The request was refused; culverting would exclude the public's ordinary use of the watercourse and was additionally opposed by water-engineering, spatial-planning, and water-protection reasons.

Extracted reasoning

Culverting creates flood and maintenance risks, may require public financing for repairs, reduces self-purification by closing the water to air and oxygen, and is particularly disfavored for a fish watercourse.

Key legal question

Whether mortgage certificates with agreed fixed maturity are permissible under the cantonal rule making such certificates non-callable by the creditor

Extracted holding

The decision states that creating schuldbriefe with an agreed maturity is impermissible because a predetermined maturity is equivalent to an advance notice of termination.

Extracted reasoning

The cantonal prohibition on creditor cancellation would be undermined if parties could bypass it through a fixed due date.

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