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AGVE_2005_10 ΓÇó Conflict of interest after free legal advice
AGVE_2005_10Other Court / Bar ChamberMay 30, 2005
The Anwaltskommission held that a lawyer who merely provides free legal advice, without concluding a mandate or undertaking a full factual and legal assessment, does not create a conflict preventing a law-firm partner from later representing the opposing party. The concern of disloyalty to a former client arises only where a true counseling or mediation mandate exists. Therefore, in the circumstances described, the later representation was allowed.
Art. 12 lit. c BGFA; conflict of interest after preliminary legal advice: A lawyer is barred from representing the opposite party only where a prior mandate, including counseling or mediation, has been established. Mere free legal advice does not, by itself, constitute a mandate. If no comprehensive fact-finding and no in-depth legal assessment were carried out, a law-firm partner may subsequently represent the counterparty. To avoid later conflicts, the lawyer should make clear at the outset that no representation will be undertaken in any ensuing dispute (consid. 10).
2005 Zivilprozessrecht 53 Die Folge eines gemeinsamen Beratungs- oder Mediationsmandates ist somit, dass der Anwalt bei einem späteren Streit nicht eine der Parteien gegen die andere im Prozess vertreten darf. Andernfalls würde er einem seiner beiden früheren Mandanten untreu. Um diese Problematik zu vermeiden, hat der Anwalt deshalb bereits bei Beginn der Beratung oder Mediation klarzustellen, dass er im Streitfalle keiner der Parteien als Vertreter zur Verfügung steht (vgl. Ethische Richtlinien des Schweizerischen Dachverbandes Mediation vom 4. Mai 2004, Ziff. A.2.; H ESS, a.a.O., S. 25). 10 Art. 12 lit. c BGFA; Interessenkollision Bei der Beratung im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsauskunft kommt es nicht zu einem Mandatsabschluss. Findet keine Ermittlung des vollständigen Sachverhalts und keine eingehende Rechtsüberprüfung statt, ist die Vertretung der Gegenpartei des ursprünglich Rat suchenden Anzeigers durch den Büropartner der Auskunft erteilenden Anwältin zulässig. Entscheid der Anwaltskommission vom 30. Mai 2005 i.S. F.
2005 Strafrecht 55 IV. Strafrecht
11 Art. 69 StGB; Prinzip der Verfahrensidentität Die Untersuchungshaft wird angerechnet, sofern sie in dem Verfahren ausgestanden wurde, das zur Ausfällung der Strafe führte. Aus dem Entscheid des Obergerichts, 3. Strafkammer, vom 22. April 2005 in Sachen StA ca. S.B. Aus den Erwägungen 2. a) Der Angeklagte befand sich vom 26. Januar 2000 bis am 7. Februar 2000 in Untersuchungshaft. Angeordnet wurde sie aufgrund der Beschuldigung der Hehlerei, als Haftgründe wurden Flucht