QS certification need not receive a better procurement rating

AGVE_2002_73Administrative Court / Chamber 3Jan 8, 2002

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Omnilex summary

R. AG complained that its ISO 9001 and 14001 certification had not been taken into account when the municipal authority scored the award criterion 'quality and references'. The court held that a certification is only one possible indicator of quality and does not automatically confer an advantage over non-certified bidders. It was therefore not objectionable that the contracting authority did not ask for certification or grant a better rating on that basis. The excerpt also notes general points on participation of the successful bidder, the time limit for challenging tender documents, and the admissibility of soft award criteria.

Omnilex headnote

Public procurement; quality certification as award criterion; discretionary evaluation of bidders. A quality certification does not as such establish a direct quality advantage over non-certified undertakings; it is merely an indicium of quality and may be outweighed by other indicators such as references. It lies largely within the contracting authority's discretion whether to take certification into account and what weight to assign to it in the quality assessment; judicial review is limited to whether that discretion was exercised without legal error (consid. 4b). The use of soft award criteria is in principle permissible where the authority's evaluative margin is respected.

Full text

2002Submissionen295 IX. Submissionen 73 Zertifizierung.

  • Der Verzicht der Vergabestelle, in der Ausschreibung nach einer Qualitätszertifizierung zu fragen bzw. eine vorhandene Zertifizierung im Sinne einer Besserbewertung zu berücksichtigen, lässt sich nicht beanstanden. Aus einer Zertifizierung lässt sich nicht zwangsläufig ein unmittelbarer Qualitätsvorsprung gegenüber nichtzertifizierten Unternehmen ableiten. Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 8. Januar 2002 in Sachen R. AG gegen Gemeinderat Küttigen. Aus den Erwägungen 4. b) Die Beschwerdeführerin bemängelt, dass bei der Bewertung des Zuschlagskriteriums "Qualität und Referenzen" ihre Betriebszertifizierung nach ISO Standards 9001 und 14001 überhaupt keine Würdigung gefunden habe. Es stelle sich die Frage nach dem Sinn solcher Zertifizierungen. Die Beschwerdeführerin hat - wie die meisten Anbieter - beim Kriterium "Qualität und Referenzen" die Maximalpunktzahl erhalten. Sie ist - soweit ersichtlich - die einzige Anbieterin, die eine QS-Zertifizierung nachgewiesen hat. Sinngemäss macht sie geltend, diese Tatsache hätte bei der Bewertung zu ihren Gunsten berücksichtigt werden müssen, indem die nicht zertifizierten Konkurrentinnen beim Kriterium "Qualität und Referenzen" nicht das Punktemaximum hätten bekommen dürfen. Der Verzicht der Vergabestelle, in der Ausschreibung nach einer QS-Zertifizierung zu fragen bzw. eine vorhandene Zertifizierung im Sinne einer Besserbewertung zu berücksichtigen, lässt sich nicht beanstanden. Das Verwaltungsgericht hat mehrfach festgehalten, aus einer Qualitätszertifizierung lasse sich nicht zwangsläufig ein un-

296Verwaltungsgericht2002 mittelbarer Qualitätsvorsprung gegenüber nichtzertifizierten Unternehmungen ableiten; die Zertifizierung sei lediglich ein Indiz für Qualität, nicht mehr; ebensogut könne z.B. auch eine Referenzliste Auskunft über die Qualifikation einer Unternehmung geben. Die Qualität könne sich also auch aufgrund anderer Kriterien als der Zertifizierung ergeben (vgl. VGE III/87 vom 14. Oktober 1997 in Sachen ARGE St. [BE.1997.00189], S. 6 f.; III/47 vom 16. April 1999 [BE.1999.00055] in Sachen C.H., S. 12; III/14 vom 7. Februar 2001 [BE.2000.00405] in Sachen St. AG, S. 10). Der Nutzen der Qualitätsmanagementsysteme ist überdies auch nicht unbestritten (vgl. Peter Gauch / Hubert Stöckli, Vergabethesen 1999, Thesen zum neuen Vergaberecht des Bundes, Freiburg 1999, S. 20 f.). Es liegt letztlich weitestgehend im Ermessen der Vergabestelle, ob sie bei der Qualitätsbeurteilung derartige Zertifikate berücksichtigen und welches Gewicht sie ihnen dabei zumessen will. Bei der Qualitätsbeurteilung handelt es sich generell über weite Teile um einen Wertungsbzw. Ermessensentscheid der Vergabebehörde. Im vorliegenden Fall liegt klarerweise keine rechtsfehlerhafte Ermessensausübung der Vergabestelle vor. 74 Verfahrensbeteiligung; Anfechtungszeitpunkt; Auswahl der Zuschlagskriterien.

  • Verfahrensbeteiligung (Erw. I/4). Allgemeine Grundsätze in Bezug auf die Verfahrensbeteiligung des Zuschlagsempfängers (Erw. I/4/a-c). Verfahrensbeteiligung von Arbeitsgemeinschaften (Erw. I/4/d).
  • Zeitpunkt der Anfechtung von Ausschreibung und Ausschreibungsunterlagen (Erw. II/3/c).
  • Auswahl und Gewichtung der Zuschlagskriterien; Zulässigkeit der Berücksichtigung von sogenannten "weichen" Zuschlagskriterien (Erw. II/3/d).

Keywords

public procurementquality certificationaward criteriadiscretionreferencestender challenge

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether an existing quality certification had to be positively weighted in the award evaluation.

Extracted holding

No. The contracting authority was not required to ask for certification in the tender or to grant a better score because of an existing certification.

Extracted reasoning

A certification is only an indication of quality, not a necessary sign of superiority over non-certified competitors. Quality may also be demonstrated by other means, and the weighting of such certificates largely lies within the contracting authority's discretion.

Key legal question

General admissibility of the participation of the award winner in the proceedings.

Key legal question

When the tender and tender documents must be challenged.

Key legal question

Whether the selection and weighting of award criteria, including soft criteria, are permissible.

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