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Art. 21

834.1EOGFederal ActJan 1, 1953Original source
  1. Die Durchführung der Erwerbsersatzordnung erfolgt durch die Organe der Alters- und Hinterlassenenversicherung und:
    1. für die Dienste in der schweizerischen Armee oder im Rotkreuzdienst: unter Mitwirkung der Rechnungsführer der militärischen Stäbe und Einheiten;
    2. für den Zivildienst: unter Mitwirkung des Bundesamtes für Zivildienst (ZIVI);
    3. für den Zivilschutz: unter Mitwirkung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS) und der Rechnungsführer der Zivilschutzorganisationen;
    4. für die Kaderbildung von «Jugend und Sport»: unter Mitwirkung des Bundesamtes für Sport (BASPO);
    5. für die Jungschützenleiterkurse: unter Mitwirkung der Gruppe Verteidigung.1
  2. Soweit dieses Gesetz nichts Abweichendes bestimmt, gelten sinngemäss folgende Bestimmungen des AHVG2über:
    1. die Informationssysteme (Art. 49a , 49b und 72a Abs. 2 Bst. b AHVG);
    2. das Register der laufenden Geldleistungen (Art. 49c AHVG);
    3. die systematische Verwendung der AHV-Nummer (Art. 50c und 153b – 153i AHVG);
    4. die Arbeitgeber (Art. 51 und 52 AHVG);
    5. die Ausgleichskassen (Art. 53–70 AHVG); und
    6. die Zentrale Ausgleichsstelle (Art. 71 AHVG).3
  3. Die Haftung für Schäden der AHV-Organe nach Artikel 49 AHVG richtet sich nach Artikel 78 ATSG4und sinngemäss nach den Artikeln 52, 70 und 71a AHVG.5
  4. In Abweichung von Artikel 78 ATSG ist die Haftung wie folgt geregelt:
    1. Die Haftung der Rechnungsführer der militärischen Stäbe und Einheiten untersteht dem Militärgesetz vom 3. Februar 19956.
    2. Die Haftung des ZIVI, des BABS, des BASPO und der Gruppe Verteidigung untersteht dem Verantwortlichkeitsgesetz vom 14. März 19587.
    3. Die Haftung der Rechnungsführer der Zivilschutzorganisationen untersteht dem BZG8.9

Footnotes

  1. Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 14. Juni 2024 (Digitalisierung in der Erwerbsersatzordnung), in Kraft seit 1. Jan. 2025 (AS 2024 681;BBl 2023 2245).

  2. SR 831.10

  3. Fassung gemäss Anhang Ziff. 6 des BG vom 17. Juni 2022 (Modernisierung der Aufsicht), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 688;BBl 2020 1).

  4. SR 830.1

  5. Eingefügt durch Anhang Ziff. 6 des BG vom 17. Juni 2022 (Modernisierung der Aufsicht), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 688;BBl 2020 1).

  6. SR 510.10

  7. SR 170.32

  8. SR 520.1

  9. Eingefügt durch Anhang Ziff. 14 des BG vom 6. Okt. 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (AS 2002 3371;BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523). Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 14. Juni 2024 (Digitalisierung in der Erwerbsersatzordnung), in Kraft seit 1. Jan. 2025 (AS 2024 681;BBl 2023 2245).

3 commentaries

N1.Beitragserhebung und Vollstreckung durch Ausgleichskassen

Nach Art. 21 Abs. 2 EOG kommen den Ausgleichskassen unter anderem Aufgaben im Bereich Bezug und Vollzug der Beiträge zu. Konkret sieht die Quelle vor, dass die Ausgleichskassen die Durchführung des Mahn‑ und Vollstreckungsverfahrens übernehmen; ferner gehören Erlass von Veranlagungsverfügungen und der Bezug der Beiträge zu ihren Aufgaben.

in Frage (Urk. 38 Rz. 17 und Rz. 134). Die Vorinstanz ging auf die Frage der sachlichen Zu- ständigkeit nicht ein. Als Prozessvoraussetzung ist die sachliche Zuständigkeit von Amtes wegen zu prüfen (Art. 59 Abs. 2 lit. b und Art. 60 ZPO). - 7 - 2.2.Den Ausgleichskassen obliegen insbesondere folgende Aufgaben (Art. 63 Abs. 1 AHVG bzw. i.V.m. Art. 60 Abs. 2 und Art. 66 Abs. 1 lit. f IVG sowie Art. 21 Abs. 2 lit. e EOG): die Festsetzung der Beiträge (lit. a), der Bezug der Beiträge (lit. c), die Abrechnung über bezogene Beiträge (lit. d), der Erlass von Veranla- gungsverfügungen sowie die Durchführungen des Mahn- und Vollstreckungsver- fahrens (lit. e). Erhält eine Ausgleichskasse Kenntnis davon, dass ein Beitrags- pflichtiger keine oder zu niedrige Beiträge bezahlt hat, so hat sie die Nachzahlung der geschuldeten Beiträge zu verlangen und nötigenfalls durch Verfügung festzu- setzen (Art. 39 Abs. 1 AHVV bzw. i.V.m. Art. 1 IVV und Art. 42 EOV; Wegleitung über den Bezug der Beiträge in der AHV, IV, und EO [WBB] Rz. 2030). Für das Berufungsbegehren Ziff.
in Frage (Urk. 38 Rz. 17 und Rz. 134). Die Vorinstanz ging auf die Frage der sachlichen Zu- ständigkeit nicht ein. Als Prozessvoraussetzung ist die sachliche Zuständigkeit von Amtes wegen zu prüfen (Art. 59 Abs. 2 lit. b und Art. 60 ZPO). - 7 - 2.2.Den Ausgleichskassen obliegen insbesondere folgende Aufgaben (Art. 63 Abs. 1 AHVG bzw. i.V.m. Art. 60 Abs. 2 und Art. 66 Abs. 1 lit. f IVG sowie Art. 21 Abs. 2 lit. e EOG): die Festsetzung der Beiträge (lit. a), der Bezug der Beiträge (lit. c), die Abrechnung über bezogene Beiträge (lit. d), der Erlass von Veranla- gungsverfügungen sowie die Durchführungen des Mahn- und Vollstreckungsver- fahrens (lit. e). Erhält eine Ausgleichskasse Kenntnis davon, dass ein Beitrags- pflichtiger keine oder zu niedrige Beiträge bezahlt hat, so hat sie die Nachzahlung der geschuldeten Beiträge zu verlangen und nötigenfalls durch Verfügung festzu- setzen (Art. 39 Abs. 1 AHVV bzw. i.V.m. Art. 1 IVV und Art. 42 EOV; Wegleitung über den Bezug der Beiträge in der AHV, IV, und EO [WBB] Rz. 2030). Für das Berufungsbegehren Ziff.

N2.Arbeitgeber- und Organhaftung bei grober Fahrlässigkeit

Art. 52 AHVG findet sinngemäss auf Art. 21 Abs. 2 EOG Anwendung. Danach hat der Arbeitgeber der Ausgleichskasse den Schaden zu ersetzen, wenn er durch vorsätzliche oder grob fahrlässige Missachtung von Vorschriften einen Schaden verursacht. Ist der Arbeitgeber eine juristische Person, können subsidiär die verantwortlichen Organe in Anspruch genommen werden. Mehrere nach dieser Bestimmung haftende Personen haften solidarisch.

Art. 52 AHVG (betreffend die Arbeitgeberhaftung) findet sinngemäss auch im Bereich der Invalidenversicherung (Art. 66 Abs. 1 lit. e IVG), der Erwerbsersatzordnung (Art. 21 Abs. 2 lit. d EOG [SR 834.1]), der Arbeitslosenversicherung (Art. 6 AVIG [SR 837.0]) und der Familienzulagen (Art. 25 lit. c des Bundesgesetzes vom 24. März 2006 über die Familienzulagen [Familienzulagengesetz, FamZG; SR 836.2]) Anwendung. Die dritte öffentlich-rechtliche Abteilung ist zuständig für den Entscheid über die streitige Schadenersatzpflicht nach Art. 52 AHVG (Art. 82 lit. a BGG und Art. 31 lit. b des Reglements für das Bundesgericht vom 20. November 2006 [BGerR; SR 173.110.131]; vgl. Urteil 9C_861/2018 vom 12. März 2019 E. 1.1).
Nach Art. 52 AHVG, welcher sinngemäss auch im Bereich der Invalidenversicherung (Art. 66 IVG), der Erwerbsersatzordnung (Art. 21 Abs. 2 EOG; SR 834.1), der Arbeitslosenversicherung (Art. 6 AVIG; SR 837.0) und der Familienzulagen (Art. 25 lit. c des Bundesgesetzes vom 24. März 2006 über die Familienzulagen [Familienzulagengesetz, FamZG; SR 836.2]) Anwendung findet, hat ein Arbeitgeber, der durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften einen Schaden verschuldet, diesen der Ausgleichskasse zu ersetzen (Abs. 1). Ist der Arbeitgeber eine juristische Person, so können subsidiär gegebenenfalls die verantwortlichen Organe in Anspruch genommen werden. Mehrere nach Art. 52 AHVG Schadenersatzpflichtige haften solidarisch (Abs. 2).

N3.Sinngemässe Anwendung von Art. 52 AHVG

Art. 21 Abs. 2 EOG lässt die sinngemässe Anwendung von Art. 52 AHVG in der Erwerbsersatzordnung zu. Die Rechtsprechung stellt ferner klar, dass über die streitige Schadenersatzpflicht nach dieser Bestimmung die Dritte öffentlich-rechtliche Abteilung des Bundesgerichts zu entscheiden hat.

Art. 52 AHVG (betreffend die Arbeitgeberhaftung) findet nicht nur in der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), sondern sinngemäss auch im Bereich der Invalidenversicherung (IV; Art. 66 Abs. 1 lit. e und Abs. 2 IVG), der Erwerbsersatzordnung (EO; Art. 21 Abs. 2 lit. d EOG [SR 834.1]), der Arbeitslosenversicherung (ALV; Art. 6 AVIG [SR 837.0]) und der Familienzulagen (Art. 25 lit. c des Bundesgesetzes vom 24. März 2006 über die Familienzulagen [Familienzulagengesetz, FamZG; SR 836.2]) Anwendung. Die Dritte öffentlich-rechtliche Abteilung ist zuständig für Beschwerden betreffend die AHV, die IV und die EO (vgl. Art. 82 lit. a BGG sowie Art. 31 lit. b, c und d des Reglements für das Bundesgericht vom 20. November 2006 [BGerR; SR 173.110.131]). Nach Art. 32 lit. c und e BGerR fallen Streitigkeiten betreffend die ALV und Familienzulagen zwar in die Zuständigkeit der Vierten öffentlich-rechtlichen Abteilung. Es ist indessen aus prozessökonomischen Gründen sinnvoll, dass die Dritte öffentlich-rechtliche Abteilung auch über die Beschwerde entscheidet, soweit sie die Schadenersatzpflicht in den Bereichen ALV und Familienzulagen betrifft (vgl. Art. 36 Abs. 1 BGerR; Urteil 9C_32/2024 vom 5. März 2024 E. 1.1).
Art. 52 AHVG (betreffend die Arbeitgeberhaftung) findet sinngemäss auch im Bereich der Invalidenversicherung (Art. 66 Abs. 1 lit. e IVG), der Erwerbsersatzordnung (Art. 21 Abs. 2 lit. d EOG [SR 834.1]), der Arbeitslosenversicherung (Art. 6 AVIG [SR 837.0]) und der Familienzulagen (Art. 25 lit. c des Bundesgesetzes vom 24. März 2006 über die Familienzulagen [Familienzulagengesetz, FamZG; SR 836.2]) Anwendung. Die dritte öffentlich-rechtliche Abteilung ist zuständig für den Entscheid über die streitige Schadenersatzpflicht nach Art. 52 AHVG (Art. 82 lit. a BGG und Art. 31 lit. b des Reglements für das Bundesgericht vom 20. November 2006 [BGerR; SR 173.110.131]; vgl. Urteil 9C_861/2018 vom 12. März 2019 E. 1.1).