VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI S 21 3 2. Kammer als Versicherungsgericht Vorsitzvon Salis RichterInMeisser und Pedretti AktuarinMaurer URTEIL vom 31. Mai 2022 in der versicherungsrechtlichen Streitsache A., Beschwerdeführerin gegen B. Gesundheitsorganisation, Beschwerdegegnerin betreffend Versicherungsleistungen nach UVG
2 - I. Sachverhalt: 1.A., Jahrgang 1964, wohnhaft in C., war zum Zeitpunkt des Unfallereignisses am 31. Dezember 2018 bei D._____ als Eventmanage- rin angestellt und dadurch bei der B._____ Versicherungen AG obligato- risch unfallversichert. Gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG vom 31. Ja- nuar 2019 schlug sich A._____ beim Aufbauen einer Silvesterparty in einer Hütte den Kopf an einem Querbalken an, wobei es einen Knacks im Na- cken gab. Die Erstbehandlung erfolgte am 1. Januar 2019 im Center E., wo durch den behandelnden Arzt Dr. med. F., Leitender Arzt, die Diagnose einer leichten HWS-Distorsion und Schädelkontusion mit intermittierend whs. kombiniert kinematisch-cervicogener Nausea bei vorbestehend mässigen degenerativen HWS-Veränderungen gestellt wurde. Es bestand keine Arbeitsunfähigkeit. Die B._____ Versicherungen AG erbrachte für den Unfall vom meteo31. Dezember 2018 die gesetzli- chen Leistungen (Heilbehandlungskosten). Am 18. Dezember 2019 begab sich A._____ aufgrund von anhaltenden Nackenbeschwerden erneut in ärztliche Behandlung. 2.Zur Prüfung der weiteren Leistungspflicht legte die B._____ Versicherun- gen AG den Schadenfall ihrem beratenden Arzt Dr. med. G._____, Fach- arzt für Chirurgie FMH, vor. In seiner Beurteilung vom 10. Mai 2020 hielt dieser fest, dass für die anhaltenden Beschwerden (muskuläre Verspan- nungen im Bereich des Nackens) nach dem Unfallereignis vom 31. De- zember 2018 keine Kausalität zum Unfallereignis bestünde. Es könne eine leichte Schädelprellung angenommen werden, ebenfalls eventuell eine sehr leichte Zerrung im Bereich der HWS. Der Status quo ante sei jedoch drei Wochen nach dem Unfallereignis erreicht gewesen, die darüber hin- aus anhaltenden Beschwerden den muskulären Verspannungen geschul- det.
3 - 3.Mit Verfügung vom 5. Juni 2020 stellte die B._____ Versicherungen AG die gesetzlichen Versicherungsleistungen aus der Unfallversicherung per
4 - und Erbrechen nach mehr als 12 Stunden vermerkt worden. Zur Behand- lung der Beschwerden habe sie einen weichen Halskragen und die Emp- fehlung zur beschwerdelimitierten Belastung sowie Verlaufskontrollen beim Hausarzt erhalten. Sie habe sich an die Empfehlungen der Assis- tenzärztin gehalten, eine Besserung der Symptome abgewartet und auf spezifische Verlaufskontrollen beim Hausarzt verzichtet. Ab Mitte Mai 2019 sei sie wegen eines Zusammenbruchs krankgeschrieben und in hausärztlicher wie auch psychiatrischer Behandlung gewesen; das erlit- tene Schleudertrauma sei auch Thema gewesen und mit Schmerzmitteln in Eigenmedikation behandelt worden. Im Sommer 2019 sei die Situation etwas besser gewesen, da sie aufgrund der Krankschreibung sehr selten habe Autofahren müssen und keine körperlichen Anstrengungen zu ge- wärtigen gehabt habe. Ab Wiederaufnahme der Arbeit Ende Herbst 2019 sei sie arbeitshalber wieder vermehrt Auto gefahren, womit auch die Na- ckenbeschwerden und die Übelkeit wieder zugenommen hätten. Daher habe sie sich am 18. Dezember 2019 zur Verlaufskontrolle in die Klinik I._____ begeben. Mit Bericht vom 19. Dezember 2019 hätten die behan- delnden Ärzte persistierenden Schwindel und Myalgie Übergang HWS/BWS nach Trauma vom 31. Dezember 2018 diagnostiziert. Als Be- fund sei nebst anderem ein paravertebral links bestehender Muskelhart- spann, welcher nach oben zur Schulter ziehe, erhoben worden. Verordnet worden sei vorerst Physiotherapie und bedarfsgerechte orale Analgesie mit Eigenmedikation. Damit sei es zu einer weiteren Verbesserung der Be- schwerden gekommen. Sie habe gelernt, eine bessere Halshaltung zu ha- ben, was zu weniger Vermeidungshaltung geführt habe. Aufgrund des Muskelaufbaus habe sie zudem weniger Schmerzen gehabt. Trotz Übel- keit habe sie sich bei Passfahrten mit dem Auto weniger übergeben müs- sen. Auf Nachfragen der Beschwerdeführerin hätten die Hausärztin, die Krankenkasse J._____ als auch die Physiotherapeutin bestätigt, dass sie seit Jahren und auch im Jahr 2018 keine Beschwerden an HWS oder Na- cken bzw. Verspannungen gehabt habe bzw. deswegen vorstellig gewor-
5 - den sei. Auf die blosse Aktenbeurteilung des Versicherungsmediziners Dr. med. G._____ könne, da ihm die Fachlichkeit als Chirurg abgehe, nicht abgestellt werden. Untersuchungen bei den Spezialisten der K._____ Kli- nik in Zürich am 2. November 2020 und 4. Januar 2021 hätten einen ein- deutigen Zusammenhang der anhaltenden Beschwerden mit dem Unfal- lereignis vom 31. Dezember 2018 ergeben. Zur Ausheilung der Unfallfol- gen sei eine intensive Physiotherapie verordnet worden. Da von Seiten der Ärzte noch kein Behandlungsabschluss vorgesehen sei und sie von der ersten physiotherapeutischen Behandlung, welche im März 2020 co- ronabedingt habe abgebrochen werden müssen, namhaft profitiert habe, bestehe derzeit noch keine ausreichende Grundlage für eine Leistungs- einstellung. Eine allfällige Leistungseinstellung könne vielmehr erst nach Einholen der notwendigen ärztlichen Einschätzungen erfolgen. 6.Am 2. Februar 2021 schloss die B._____ Versicherungen AG (nachfol- gend Beschwerdegegnerin) unter Verweis auf den angefochtenen Ein- spracheentscheid vom 25. November 2020 auf Abweisung der Be- schwerde. Ergänzend führte sie an, die Aktenbeurteilung von Dr. med. G._____, Facharzt für Chirurgie FMH, vom 10. Mai 2020 sei beweiswertig. Weder in den Untersuchungen noch mittels Röntgen hätten die angege- benen Beschwerden ausreichend objektiviert werden können. Schon bei der Erstuntersuchung am Tag nach dem Unfallereignis vom 31. Dezember 2018 hätten sich weitgehend unauffällige Verhältnisse gezeigt. Die Be- schwerdeführerin habe weder eine Commotio erlitten, noch sei eine retro- grade Amnesie berichtet worden. Für die anhaltenden Beschwerden be- stehe keine Kausalität zum Unfallereignis. Es könne eine leichte Schädel- prellung angenommen werden, ebenfalls eventuell eine sehr leichte Zer- rung im Bereich der HWS, diese seien jedoch spätestens nach drei Wo- chen abgeheilt gewesen. Die anhaltenden muskulären Verspannungen im Nackenbereich seien nicht unfallkausal. Aus medizinischer Sicht seien keine Brückensymptome vorhanden. Zwischen der Erstkonsultation vom
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7 - sichtigt, diese vielmehr als nichtig abgetan. Auch habe Dr. med. G._____ seinen Bericht nicht der Faktenlage bzw. den aktuellen medizinischen Er- kenntnissen angepasst, seine Aktenbeurteilung beruhe auf Berichten, die nach über einem Jahr für die Beschwerdegegnerin ausgestellt worden seien und nicht auf dem Bericht vom 1. Januar 2019. Er habe seinen Be- richt auf Annahmen basierend ausgestellt und es unterlassen, die später beigebrachten Beweise und Fakten zu verwenden, um einen aktualisierten Bericht zu erstellen. Auffällig sei, dass er in seinem Bericht die Unfallfolgen häufig verniedliche ("unauffällige Verhältnisse, keine Commotio, keine re- trograde Amnesie, Annahme einer leichten Schädelprellung!, sehr leichte Zerrung, vorbestandene muskuläre Verspannungen") und behaupte, es bestehe keine Unfallkausalität. Seine Aussagen seien jedoch durch die behandelnden Ärzte und die Krankenkasse widerlegt worden. Sie habe ihrerseits alle Nachweise der Kausalität der Unfallfolgen erbracht. 8.Am 24. Februar 2021 hielt die Beschwerdegegnerin duplicando an ihrem bisherigen Rechtsbegehren fest und vertiefte im Wesentlichen ihren Standpunkt. 9.Mit Triplik vom 8. März 2021 vertiefte die Beschwerdeführerin im Wesent- lichen den bisherigen Standpunkt und nahm Stellung zur Duplik der Be- schwerdegegnerin. Sie führte an, dass nach dem Unfall sehr wohl ärztliche Konsultationen stattgefunden hätten. So sei sie 2019 und 2020 bei ver- schiedenen Ärzten wegen Krankheit in Behandlung gewesen, wobei das Schleudertrauma auch jeweils Thema gewesen sei und sie dafür Schmerzmittel bekommen habe. Diese Behandlungen seien nicht über die Beschwerdegegnerin abgerechnet worden, diese habe aber Einsicht in ihre Krankenakten bei der Krankenkasse gehabt, zudem habe sie Bestäti- gungen betreffend die ärztlichen Behandlungen beigebracht. Da es sich um eine Folgeuntersuchung aufgrund persistierender Unfallfolgen gehan- delt habe, habe sie auch keine Rückfallmeldung gemacht. Da die Be- schwerden trotz der vergangenen Zeit und des Tragens des Halsstützkra-
8 - gens nicht gebessert hätten, habe sie sich zum Spezialisten in die Klinik I._____ begeben. Die verordnete Physiotherapie habe zwischenzeitlich zu einer Verbesserung beigetragen. Nach deren Beendigung hätten die Schmerzen indes wieder zugenommen, so dass sie sich zur Untersuchung in die Klinik K._____ habe begeben müssen, wo ihr eine Langzeitphysio- therapie mit speziellem Training zur Entlastung der Schmerzen verordnet worden sei. Der Neurologe habe in seinem Bericht vom 7. Januar 2021 eindeutig festgehalten, dass die Beschwerden ihren Ursprung im Unfall hätten. Eindeutig sei auch dessen Erklärung, dass das postkontusionelle Syndrom ein organisches Psychosyndrom infolge einer Gehirnerschütte- rung sei, das mit körperlichen und geistigen Veränderungen einhergehen könne. Auch im Arztbericht des Wirbelsäulenspezialisten der K._____ Kli- nik vom 24. November 2020 würden die Unfallfolgen als Post-Concussion- Syndrom (PCS) gewertet. Die Berichte der Spezialisten der K._____ Klinik widerlegten damit die Beurteilung des beratenden Arztes. Der Fall sei für die Beschwerdegegnerin keineswegs drei Wochen nach dem Unfall abge- schlossen gewesen, habe diese doch die Rechnung der Klinik I._____ vom 18. Dezember 2019 bezahlt, ohne mit ihr in Kontakt zu treten und im Bewusstsein, dass ein Schleudertrauma nicht innert drei Wochen abge- heilt sei. Erst nach Eingang der Rechnung für die Physiotherapie habe die Beschwerdegegnerin den Fall rückwirkend schnell abschliessen und sich dadurch ihrer Leistungspflicht entziehen wollen. 10.Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 16. März 2021 auf die Erstattung einer Quadruplik. 11.Mit unaufgeforderter Eingabe vom 27. März 2021 vertiefte die Beschwer- deführerin erneut im Wesentlichen das bisher Vorgebrachte. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen Einspracheentscheid vom 25. November 2020 sowie die übrigen Akten
9 - wird, sofern erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegan- gen. II. Das Gericht zieht in Erwägung: 1.Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 25. November 2020. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen ei- nen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung Be- schwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben wer- den, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der Beschwerdeer- hebung ihren Wohnsitz hat. Die Beschwerdeführerin wohnt im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit er- gibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Ge- setzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als formelle und materielle Adressatin des angefochtenen Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin davon überdies berührt und weist ein schutzwür- diges Interesse an dessen gerichtlicher Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist so- mit einzutreten (Art. 60 und 61 ATSG). 2.Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die aufgrund des Unfalls vom 31. Dezember 2018 erbrachten Leistungen (Heilbehandlung) per
12 - diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft, während nach der bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule (HWS) sowie Schädel-Hirntraumen anwendbaren so- genannten Schleudertrauma-Praxis (BGE 117 V 359, präzisiert in BGE 134 V 109) auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychi- schen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E.2.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2010 vom 23. August 2010 E.3). 3.3.Hat ein Unfallversicherer die Unfallkausalität bejaht und Leistungen er- bracht, entfällt seine Leistungspflicht erst, wenn der gesundheitliche Scha- den nur noch ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er un- mittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber der- jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (BGE 147 V 161 E.3.3; Urteil des Bun- desgerichts 8C_7/2022 vom 22. April 2022 E.5.1). Mit dem Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für noch beste- hende Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungs- kosten nach Art. 10 UVG fallen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_781/2017 vom 21. September 2018 E.5.1). Ebenso wie der leistungs- begründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen je- der kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesund- heitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (Status quo sine vel ante; vgl. BGE 146 V 51 E.5.1; Urteile des Bundes- gerichts 8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3, 8C_689/2019 vom 9. März 2020 E.5.3, 8C_421/2018 vom 28. August 2018 E.3.2 [dazu SVR 2019 IV
13 - Nr. 9 S. 26]). Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegrün- dender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht beim Versi- cherten, sondern beim Unfallversicherer. Dabei muss nicht etwa der Be- weis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein Ge- burtsgebrechen oder degenerative Veränderungen sind, ist unerheblich. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheits- schadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, ob diese also dahinge- fallen sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_543/2020 vom 11. Dezember 2020 E.5.1). Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den ne- gativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vor- liegt oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Ur- teile des Bundesgerichts 8C_68/2020 vom 11. März 2020 E.3.2 und 8C_840/2019 vom 14. Februar 2020 E.3.2 mit weiteren Hinweisen). 3.4.Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale Sozialversiche- rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht; der Versi- cherungsträger und das im Streitfall angerufene Gericht haben den rechts- erheblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Bei der Beurteilung der streitigen Fragen ist vor- liegend der Sachverhalt zu berücksichtigen, der sich bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids am 25. November 2020 verwirklicht hat (BGE 142 V 337 E.3.2.2). Massgeblich ist dabei der im Sozialversiche- rungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 141 V 15 E.3.1, 138 V 218 E.6). Das Gericht hat dabei das gesamte Beweismaterial objektiv zu würdigen und bei sich widersprechenden me- dizinischen Berichten die Gründe anzugeben, warum es auf die eine oder andere medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E.2.2.2, 125 V 351 E.3a). Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. von des- sen Wegfall ist in erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachperso-
14 - nen zu führen (Urteil des Bundesgerichts 8C_80/2021 vom 7. Juli 2021 E.2.2, 8C_331/2015 vom 21. August 2015 E.2.2.3.1). 3.5.Soweit ersichtlich ist vorliegend unbestritten, dass die Beschwerdegegne- rin im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 31. Dezember 2018 gesetz- liche Versicherungsleistungen erbrachte, diese aber mit Verfügung vom
16 - Wenn die Beschwerdeführerin den Begriff der "Hirnerschütterung" bzw. des "Schädel-Hirn-Traumas" einführt (vgl. E-Mail vom 28. Januar 2019 an die Arbeitgeberin, Bf-act. 9; Bericht Klinik I._____ vom 19. Dezember 2019, Bf-act. 6), so findet sich dieser nicht in den ärztlichen Beurteilungen der Erstbehandlung am 1. Januar 2019, sondern erst im Untersuchungs- bericht der Klinik I._____ im Dezember 2019 (vgl. Bf-act. 6 und 7), wonach die Beschwerdeführerin darüber "berichtet" hat. Im Zeitraum dazwischen gab es unbestrittenermassen keine unfallbezogenen Untersuchungen, so dass das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die entsprechenden (Kran- ken-)Akten seien vom Versicherungsmediziner Dr. med. G._____ nicht berücksichtigt worden, ins Leere geht. 4.4.1.Am 1. Januar 2019 wurden eine leichte HWS-Distorsion und eine Schä- delkontusion diagnostiziert (vgl. Bf-act. 1), nicht aber eine Commotio ce- rebri (Hirnerschütterung). Die Beschwerdeführerin selbst führte im E-Mail vom 28. Januar 2019 aus, sie sei nach dem Anschlagen des Kopfes "leicht benommen" gewesen, habe aber trotzdem weitergearbeitet, da der Schmerz sich in Grenzen gehalten habe (vgl. Bf-act. 9). Damit – und auch aufgrund sämtlicher ärztlicher Akten (vgl. dazu u.a. Bf-act. 4-1) – kann eine (zumindest kurzzeitige) Bewusstlosigkeit ausgeschlossen werden, was rechtsprechungsgemäss Voraussetzung für die Diagnostizierung einer Commotio cerebri ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_41/2022 vom 13. April 2022 E.3). Auch eine Amnesie für die Zeit der Verletzung und/oder für die Zeit vor der Verletzung liegt nicht vor (vgl. Bf-act. 4-1, vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_14/2021 vom 3. Mai 2021 E.4.2.1). Die Beschwerde- führerin zog sich damit keine Hirnerschütterung und unbestrittenermassen keine organisch objektiv nachweisbare Hirnverletzung zu. Nebst dem Tra- gen des Halskragens wurde der Beschwerdeführerin eine Verlaufskon- trolle beim Hausarzt (vgl. Bf-act. 4-3) bzw. bei Beschwerdepersistenz ein MRI der HWS in der Klinik I._____ empfohlen (vgl. Bf-act. 1 und 3). Es ist daher nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin trotz angebli-
17 - cher Beschwerden (vgl. Bf-act. 5) auf deren Abklärung verzichtete und sich erst knapp ein Jahr nach dem Unfallereignis erstmals und einmalig zu einer Verlaufskontrolle in die Klinik I._____ begab (vgl. Bf-act. 6 und 7). Der Befund der Verlaufskontrolle in der Klinik I._____ am 18. Dezember 2019 lautete auf HWS und BWS klopf- und druckindolent; keine Stufenbil- dung palpabel; paravertebral links Muskelhartspann, welcher nach oben zur Schulter zieht; endgradig freie HWS-Beweglichkeit, Spurling-Test ne- gativ, Radialis-Pulse beidseits gleich gut tastbar; periphere Sensibilität und Motorik der oberen Extremität intakt. Somit erachteten die Ärzte der Klinik I._____ eine Bildgebung für nicht notwendig. Sie verordneten einzig Phy- siotherapie und empfahlen eine bedarfsgerechte orale Analgesie mit Ei- genmedikament (vgl. Bf-act. 6 und 7). 4.4.2.Die Diagnose der beurteilenden Ärzte der Klinik I._____ lautete auf per- sistierenden Schwindel und Myalgie Übergang HWS/BWS nach Trauma vom 31. Dezember 2018. Zum Begriff "Trauma" ist mit der bundesgericht- lichen Rechtsprechung festzuhalten, dass der Begriff "posttraumatisch" im medizinischen Sprachgebrauch zwar häufig gleichbedeutend mit "unfall- kausal" verwendet, nach üblichem, allgemein geläufigem Sprachverständ- nis der Ausdruck "post" oft aber doch auch mit der zeitlichen Abfolge – unter Ausschluss des Verhältnisses von Ursache und Wirkung – in Ver- bindung gebracht wird. Vor diesem Hintergrund ist in jedem Einzelfall zu prüfen, welche Bedeutung den Begriffen "post" resp. "posttraumatisch" beizumessen ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_555/2018 vom
19 - S. 2 f.), tut die Beschwerdeführerin nicht substanziiert dar und sie legt auch keine solchen Unterlagen ins Recht. Sie selbst führt aus, erst mit der Verlaufskontrolle in der Klinik I._____ die Beschwerden aus dem Unfaller- eignis weiter abgeklärt zu haben. Dass der beratende Dr. med. G._____ weder bei der Hausärztin, noch bei der behandelnden Psychiaterin oder Physiotherapeutin nachfragt hat, tut seiner Einschätzung keinen Abbruch, wäre die Beschwerdeführerin doch aufgrund ihrer Mitwirkungspflicht ge- halten gewesen, eine entsprechende Dokumentation beizubringen, was sie im Verwaltungsverfahren bis zum angefochtenen Einspracheentscheid nicht tat. Auch im Beschwerdeverfahren brachte sie diesbezüglich keine neuen Akten ein. 4.4.5.Die Beschwerdegegnerin hat gestützt auf die Bagatellunfall-Meldung UVG den Versicherungsfall eröffnet und ist für die Heilbehandlungskosten auf- gekommen, aktenkundig zumindest bis zur Untersuchung in der Klinik I._____ am 18. Dezember 2019. Ein Fallabschluss ergeht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) ab- geschlossen sind (Art. 19 UVG). Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 21. Januar 2019 sei sie noch in physiotherapeutischer Behandlung gestanden, weshalb die Beschwerde- gegnerin zu Unrecht einen medizinischen Endzustand angenommen habe, ist dem zunächst entgegenzuhalten, dass bei der Prüfung der Adäquanz nach der Praxis zu den psychischen Unfallfolgen (vgl. BGE 115 V 133) der Umstand, dass die Beschwerdeführerin von weiterer Physio- therapie hätte profitieren können, praxisgemäss nicht genügt, um den Fallabschluss hinauszuzögern (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_812/2021 vom 17. Februar 2022 E.7.2). Auch der weitere aktenmäs- sige Verlauf mit der ersten Verlaufskontrolle in der Klinik I._____ im De- zember 2019 lässt nicht darauf schliessen, dass der Fallabschluss per
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22 - vember 2021 E.3.2, 8C_234/2021 vom 12. August 2021 E.3.2, 8C_143/2021 vom 7. Juni 2021 E.2.4 mit Hinweisen). 4.5.3.Den Schluss eines vollen Beweiswerts lässt die Aktenbeurteilung von Dr. med. G._____ ohne weiteres zu. Wenn sich die Beschwerdeführerin daran stösst, dass er als Diagnose zusätzlich zu den in der Erstuntersu- chung vom 1. Januar 2019 genannten Schädelkontusion (Schädelprel- lung) und HWS-Distorsion die muskulären Verspannungen im Bereich des Nackens erwähnt (vgl. Bf-act. 8-5 = Bg-act. 15 S. 3), so gereicht dies der Beschwerdeführerin nicht zum Nachteil und tut dies dem Beweiswert sei- ner Einschätzung keinen Abbruch. Auch seine Beurteilung, dass weder in den Untersuchungen noch mittels Röntgen die angegebenen Beschwer- den ausreichend objektiviert werden konnten und dass sich schon bei der Erstuntersuchung am nächsten Tag weitestgehend unauffällige Verhält- nisse zeigten, dass die Beschwerdeführerin keine Commotio erlitten habe und eine retrograde Amnesie nicht berichtet wird, ist – gemäss Aktenlage – schlüssig, nachvollziehbar begründet, widerspruchsfrei und es bestehen keine Indizien gegen deren Zuverlässigkeit. Gleiches gilt für die Vernei- nung der Kausalität zum Unfallereignis für die anhaltenden Beschwerden über den 21. Januar 2019 (drei Wochen nach Unfallereignis) hinaus (Er- reichen des Status quo ante), zumal eine leichte Schädelprellung und eine sehr leichte HWS-Zerrung vorgelegen haben (vgl. Bf-act. 8-5 f.). Ob der natürliche Kausalzusammenhang über den 21. Januar 2019 hinaus noch vorlag, kann letztlich gar offenbleiben, ist doch der adäquate Kausalzu- sammenhang – wie nachfolgend (siehe Erwägung 4.7) ausgeführt wird – zu verneinen. 4.5.4.Wenn die Beschwerdeführerin geltend macht, Dr. med. G._____ habe sie nicht persönlich untersucht, weshalb auf seine Beurteilung nicht abgestellt werden könne, ist dem entgegen zu halten, dass nicht auf eigenen Unter- suchungen der versicherten Person beruhende versicherungsärztliche Stellungnahmen beweiskräftig sein können, sofern ein lückenloser Befund
23 - vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich fest- stehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte fachärztli- che Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Ur- teile des Bundesgerichts 8C_812/2021 vom 17. Februar 2022 E.5.2, 8C_582/2021 vom 11. Januar 2022 E.8.2, 8C_239/2008 vom 17. Dezem- ber 2009 E.7.2; SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63). Angesichts des dem beraten- den Arztes Dr. med. G._____ vorliegenden lückenlosen Befunds der Erst- konsultation am 1. Januar 2019 im Center E._____ und der Verlaufskon- trolle in der Klinik I._____ vom 18. Dezember 2019 konnte Dr. med. G._____ vertretbarerweise auf eine Untersuchung der Beschwerdeführe- rin verzichten. Die Beschwerdeführerin war denn auch nie arbeitsunfähig und die indizierte Behandlung stets konservativ (Halskragen, Schonung, Physiotherapie, orale Analgesie mit Eigenmedikament), so dass Dr. med. G._____ den an sich feststehenden medizinischen Sachverhalt beurteilen konnte. 4.6.1.Rechtsprechungsgemäss kann offengelassen werden, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den geltend ge- machten Beschwerden erfüllt ist, wenn ohnehin der adäquate Kausalzu- sammenhang nicht erfüllt ist (BGE 147 V 207 E.6.1 [Praxis 6/2021 S. 699 ff.] mit Hinweisen auf BGE 135 V 465 E.5.1). Gemäss der Recht- sprechung genügt ein Schädel-Hirntrauma, das höchstens den Schwere- grad einer Commotio cerebri – nicht im Grenzbereich zu einer Contusio cerebri – erreicht, grundsätzlich nicht für die Anwendung der Adäquanz- beurteilung gemäss der Schleudertrauma-Praxis (Urteile des Bundesge- richts 8C_66/2021 vom 6. Juli 2021 E.5.3.1, 8C_632/2018 vom 10. Mai 2019 E.7.2.2; SVR 2019 UV Nr. 41 S. 155). Während die Beschwerdegeg- nerin die Frage der adäquaten Unfallkausalität der hier streitigen Be- schwerden nach der HWS-Praxis, d.h. der Schleudertrauma-Praxis, ver- neinte, ist nach Ansicht des streitberufenen Gerichts die adäquate Unfall- kausalität der hier streitigen Beschwerden gegebenenfalls nach der Praxis
24 - zu den psychischen Fehlentwicklungen nach einem Unfall, d.h. der Psy- cho-Praxis, zu beurteilen, mithin unter Ausschluss psychischer Aspekte des Gesundheitsschadens (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_812/2021 vom 17. Februar 2022 E.6.2 mit Hinweisen auf BGE 140 V 356 E.3.2, 115 V 133 E.6c/aa). Im Rahmen der Adäquanzprüfung ist als Erstes die Schwere des Unfalls vom 31. Dezember 2018 zu bestimmen. Diese ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwi- ckelnden Kräften zu beurteilen. Irrelevant sind die Unfallfolgen oder Be- gleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können. Solchen Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen (Urteil des Bundesgerichts 8C_812/2021 vom 17. Fe- bruar 2022 E.8.1 mit Hinweisen auf BGE 140 V 356 E.5.1; Urteil des Bun- desgerichts 8C_582/2021 vom 11. Januar 2022 E.11.1). Für die Beurtei- lung der Schwere ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausge- hend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorge- nommen wurde: banale bzw. leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischenliegende mittlere Bereich. Bei leichten Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen Anschlagen des Kopfes kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und nachfol- genden Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint wer- den, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Ein- bezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheits- schaden zu verursachen (BGE 117 V 369 E.4). 4.6.2.Vorliegend ist über das eigentliche Unfallgeschehen bekannt, dass die Be- schwerdeführerin bei Arbeiten für den Silvesterschlittelplausch den Kopf an einem Querbalken angeschlagen hat, mit Knacken im Genick bzw. Na- cken (vgl. Bf-act. 9, Bg-act. 1 und 12). Im Dokumentationsbogen der Be- schwerdegegnerin schilderte die Beschwerdeführerin den Unfallhergang dahingehend, dass sie am 31. Dezember 2018 mehrmals bei der Arbeit
25 - im Freien den Kopf frontal am Holzbrett angeschlagen habe, einmal mit heftigem "Knirschen" im Nacken (vgl. Bf-act. 4-1). Laut Bagatellunfall-Mel- dung UVG der Arbeitgeberin bzw. von deren Treuhänderin hat die Be- schwerdeführerin mit Aufbauen einer Silvesterparty in einer Hütte den Kopf an einem Querbalken angeschlagen. Es gab einen Knacks im Na- cken (vgl. Bg-act. 1). Die Beschwerdeführerin selbst beschrieb den Unfall- hergang im E-Mail vom 28. Januar 2019 an ihre Arbeitgeberin so, dass sie sich beim Material-Aufbau für den Silvesterschlittelplausch den Kopf am Holzbrett des Durchgangs vom Windfang gestossen habe. Sie sei beim Aufbau der Musikanlage gewesen. Dazu habe sie sich in die Schlittelhütte begeben, um Material zu holen und Kabel zu verlegen. Wegen des vielen Schnees, der lag, sei der Durchgang zur und von der Hütte nur ca. 160 cm hoch und der Querbalken genau auf ihrer Stirnhöhe gewesen. Während des Arbeitens sei sie aus der Hütte im Eiltempo dem Durchgang entgegen gelaufen und da der Querbalken nicht in ihrem Sichtfeld gewesen sei, sei sie mit voller Wucht mit der Stirn hineingelaufen. Es habe einen Knacks im Nacken gegeben und sie sei etwas benommen gewesen. Trotzdem habe sie weiter gearbeitet, da sich der Schmerz in Grenzen gehalten habe (vgl. Bf-act. 9). Dieses Unfallgeschehen des Anschlagens des Kopfes an einem Holzbalken beim Durchlaufen eines Durchgangs ist als Bagatellun- fall zu qualifizieren und damit als leichter Unfall, so dass die adäquate Un- fallkausalität des organisch objektiv nicht nachweisbaren Gesundheits- schadens der Beschwerdeführerin zu verneinen ist (BGE 117 V 369 E.4.b). Damit kann offen bleiben, ob die natürliche Unfallkausalität gege- ben ist (BGE 147 V 207 E.6.1 [Praxis 6/2021 S. 699 ff.] mit Hinweisen auf BGE 135 V 465 E.5.1). Die Leistungseinstellung per 21. Januar 2019 ist somit in keiner Weise zu beanstanden. 4.6.3.Daran ändern auch die zwei Beurteilungen der K._____ Klinik vom 24. No- vember 2020 resp. 7. Januar 2021 (vgl. Bf-act. 11 und 16), welche die Be- schwerdeführerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens beibringt, und
26 - die die Beschwerden "am ehesten i.R. eines chronifizierten postkontusio- nellen Syndroms" interpretieren, nichts. Diese Beurteilungen konnten von der Beschwerdegegnerin bis zum angefochtenen Einspracheentscheid nicht berücksichtigt werden (erstere ging frühestens am Tag des Erlasses des angefochtenen Einspracheentscheids bei der Beschwerdeführerin ein) und sind allein aufgrund des Zeitablaufs (minus/plus zwei Jahre nach dem Unfallereignis) für die Kausalitätsbeurteilung unbehelflich. Das post- kontusionelle Syndrom ist ein Synonym des postkommotionellen Syn- droms, welches per definitionem ein organisches Psychosyndrom infolge einer Gehirnerschütterung ist (siehe dazu Gerichtsbeilagen sowie elektro- nisch: https://flexikon.doccheck.com/de/Postkontusionelles_Syndrom; https://www.icd-code. de/suche/icd/code/F07.-.html?sp=SF07.2; jeweils zuletzt besucht am 31. Mai 2022). Eine Gehirnerschütterung wurde – wie bereits ausgeführt – nicht diagnostiziert, sondern – so muss aufgrund der Aktenlage angenommen werden – von der Beschwerdeführerin begrifflich eingeführt und kolportiert. Da der natürliche Kausalzusammenhang man- gels Adäquanz ohnehin offen gelassen werden kann, vermögen auch die Beurteilungen der K._____ Klinik von November 2020 resp. Januar 2021 – möchte man sie denn überhaupt berücksichtigen – am Ergebnis nichts zu ändern. 4.7.Was den Beweisantrag der Beschwerdeführerin auf Parteibefragung an- belangt, kann das Gericht darauf verzichten, wenn es anhand der vorlie- genden Unterlagen den Sachverhalt als hinreichend abgeklärt erachtet. Da von einer Parteibefragung vorliegendenfalls angesichts des ausführli- chen Schriftenwechsels keine entscheidwesentlichen Erkenntnisse zu er- warten sind, kann in antizipierter Beweiswürdigung darauf verzichtet wer- den (BGE 144 V 361 E.6.5, 136 I 229 E.5.3; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_754/2019 vom 6. Februar 2020 E.5.3). 4.8.Im Ergebnis ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 25. November 2020 nicht zu beanstanden und die Beschwerde somit abzuweisen.
27 - 5.Gemäss Art. 61 lit. f bis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen Versiche- rungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Art. 105 ff. UVG sehen keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind unfallversicherungsrechtliche Be- schwerdeverfahren über Leistungen in der Regel kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge – in casu nicht vorliegenden – mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. f bis in fine ATSG). Es sind daher keine Kosten zu erheben. Ein Parteikostener- satz steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin gemäss Art. 61 lit. g ATSG nicht zu. III. Demnach erkennt das Gericht: 1.Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 3.[Rechtsmittelbelehrung] 4.[Mitteilungen]