3 commentaries
Die Kantone konkretisieren das Ausmass und die Anforderungen der Feinerschliessung, wobei dazu öffentlich zugängliche Quartierstrassen gehören; kantonales Recht legt Umfang und Zugänglichkeit fest.
“Die Erschliessungsplanung hat die Voraussetzung von Art. 19 Abs. 1 RPG zu erfüllen, wonach eine hinreichende Zufahrt für die betreffende Nutzung bestehen muss. Der Begriff der Erschliessung wird für den Wohnungsbau in Art. 4 des Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetzes vom 4. Oktober 1974 (WEG; SR 843) präzisiert, der zwischen der Grob- und Feinerschliessung unterscheidet. Die Feinerschliessung umfasst den Anschluss der einzelnen Grundstücke an die Hauptstränge der Erschliessungsanlagen mit Einschluss von öffentlich zugänglichen Quartierstrassen (vgl. Art. 4 Abs. 2 WEG). Erforderlich ist somit die vollständige, der jeweiligen Nutzungszone angepasste Erschliessung (Grob- und Feinerschliessung), bei der mehr oder weniger nur noch die Hausanschlüsse zu erstellen sind (vgl. BGE 123 II 337 E. 8c; Urteile 1C_129/2021 vom 9. Februar 2022 E. 4.2; 1C_695/2017, 1C_696/2017 und 1C_706/2017 vom 22. Februar 2019 E. 7.2, in: URP 2019 S. 371 ff.). Das Bundesrecht begnügt sich inhaltlich mit Minimalanforderungen, die sicherstellen, dass keine Bauten und Anlagen entstehen, die wegen fehlender Zufahrten sowie Versorgungs- und Entsorgungseinrichtungen feuer- oder gesundheitspolizeiliche Gefahren bieten oder sonstige öffentliche Interessen gefährden (Urteil 1C_462/2022 vom 15. Januar 2024 E. 6.3.1). Die einzelnen Anforderungen ergeben sich im Detail hauptsächlich erst aus dem kantonalen Recht und der kantonalen Gerichts- und Verwaltungspraxis, die sich am bundesrechtlichen Rahmen zu orientieren haben. Das entsprechende kantonale Recht kann insbesondere das Ausmass der Erschliessungsanlagen und die Anforderungen an die genügende Zugänglichkeit in abstrakter Weise festlegen (vgl.”
Bei Abgrenzungsfragen bleibt die Zuständigkeitsbestimmung zwischen Kanton und Gemeinde praxisrelevant; dabei sind Definitionen aus LATeC/LCAP zur Einordnung von Haupt- versus Detailerschliessung (Feinerschliessung) heranzuziehen.
“Als Haus- bzw. Grundstückszufahrt wird eine für die Benützung mit Fahrzeugen bestimmte Verbindung (private Ein- und Ausfahrt) zwischen einer öffentlichen, vortrittsberechtigten Strasse und einem anstossenden Grundstück mit kleinem Verkehrsaufkommen verstanden (vgl. Ziffer 1 der Norm SN 640 050 [Grundstückszufahrten] des Schweizerischen Verbands der Strassen- und Verkehrsfachleute [VSS]). Es hält vor Bundesrecht stand, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, private Hauszufahrten gehörten nicht zur Feinerschliessung (vgl. Urteil 1C_248/2019 vom 3. Februar 2020 E. 5.3) und bildeten daher nicht mehr Bestandteil der Erschliessung im Sinne von Art. 4 WEG und Art. 19 RPG (vgl. ALEXANDER REY, in: Griffel/Liniger/Rausch/Thurnherr [Hrsg.], Fachhandbuch Öffentliches Baurecht [nachfolgend: Fachhandbuch Öffentliches Baurecht], Zürich 2016, Rz. 3.273; BERNHARD WALDMANN/PETER HÄNNI, Raumplanungsgesetz, Handkommentar, 2006, N. 5 zu Art. 19 RPG). Im Einzelfall kann die Abgrenzung zwischen Feinerschliessung und Hauszufahrt schwierig sein (vgl. dazu BGE 121 I 69); sie ist letztlich unscharf und es obliegt den Kantonen und Gemeinden, hier anhand ihrer Erschliessungs-Begrifflichkeiten klare Unterscheidungskriterien zu treffen (vgl. BEAT STALDER/NICOLE TSCHIRKY, Fachhandbuch Öffentliches Baurecht, Rz. 3.372). Inwiefern die Vorinstanz in diesem Zusammenhang kantonale Bestimmungen (insbesondere Art. 66 lit. a und Art. 67 lit. a des Planungs- und Baugesetzes des Kantons St. Gallen vom 5. Juli 2016 [PBG/SG; sGS 731.1]) willkürlich angewendet haben soll, wird jedoch nicht dargetan (zu den Rüge- und Begründungsanforderungen vgl. E. 2.2 hiervor).”
“Elle s’est notamment inspirée de la loi fédérale du 4 octobre 1974 encourageant la construction et l’accession à la propriété de logements (LCAP; RS 843) et de la loi cantonale du 2 décembre 2008 sur l’aménagement du territoire et les constructions (LATeC; RSF 710.1). Selon l’art. 94 al. 2 LATeC, l’équipement de détail comprend les routes de desserte, les chemins piétons, les conduites et ouvrages d’évacuation des eaux nécessaires à l’utilisation prévue des terrains à bâtir et au raccordement de ceux-ci à l’équipement de base. L'art. 94 al. 1 LATeC précise que l’équipement de base comprend les routes principales, collectrices et leur raccordement au réseau routier principal ainsi que les liaisons piétonnes (let. a), les installations et conduites principales d'approvisionnement en énergie, en eau potable et en eau pour la défense contre l'incendie (let. b), les installations nécessaires à l'évacuation et à l'épuration des eaux ainsi qu'à la collecte des déchets (let. c), le raccordement raisonnable à un moyen de transports publics (let. d), le cas échéant, les voies cyclables et les chemins de randonnée pédestre (let. e). Conformément à l’art. 4 LCAP, l’équipement général consiste à pourvoir une zone à bâtir des principaux éléments des installations d’équipement, en particulier des conduites d’eau et d’énergie et des canalisations d’égouts, ainsi que des routes et chemins desservant directement la zone à équiper (al. 1). L’équipement de raccordement relie les divers biens-fonds aux éléments principaux des installations d’équipement, y compris les routes de quartier et les canalisations publiques (al. 2). 3. Dispositions relatives à la preuve 3.1. La taxation se fait sur la base des pièces justificatives jointes à la réquisition d’inscription au registre foncier (art. 15 al. 1 LIAA). Elle se fait également à partir des indications complémentaires que doivent fournir, sur demande, le débiteur de l’impôt ou son représentant à l’acte, l’officier public instrumentant, les éventuelles autres parties à l’acte ainsi que la commune concernée. Les art. 142, 149, 159, 160 et 162 de la loi du 6 juin 2000 sur les impôts cantonaux directs (LICD; RSF 631.”
Die Feinerschliessung umfasst auch die Verkehrssicherheit und Zugänglichkeit bzw. Verkehrssicherheit privater Hauszufahrten; bei engen funktionalen Zusammenhängen dürfen öffentliches Strassenbauprojekt und private Hauszufahrten nicht unabhängig voneinander angeordnet werden.
“Nach dem vertretbaren vorinstanzlichen Verständnis gehören die privaten Hauszufahrten nicht zur Feinerschliessung; sie sind damit Bestandteil des jeweiligen Grundstücks, auf dem sie liegen (vgl. E. 4.4.4 hiervor). Daraus ergibt sich, dass die öffentlichen (grundstücksexternen) Erschliessungsanlagen (Grob- und Feinerschliessung nach Art. 4 WEG) von den (grundstücksinternen) Hauszufahrten abzugrenzen sind. Es handelt sich nicht um "eine Anlage" im Sinne von Art. 25a Abs. 1 RPG, sondern um zwei separate Vorhaben bzw. Verfahren. Zwar könnten strassenpolizeiliche Massnahmen hinsichtlich der bestehenden Hauszufahrten (wie Sichtzonen oder andere geeignete Massnahmen) von der Gemeinde grundsätzlich auch unabhängig von einem Strassenbauprojekt verfügt und umgesetzt werden. Wenn aber wie hier das Strassenbauprojekt im Bereich der vom Rebweg erschlossenen privaten Hauszufahrten bereits verschiedene (bauliche) Massnahmen vorsieht und sich damit im konkreten Fall unmittelbar auf die privaten Hauszufahrten auswirkt, besteht ein enger betrieblicher und funktioneller Zusammenhang zwischen den beiden Verfahren, sodass diese nicht getrennt und unabhängig voneinander angeordnet werden dürfen. Der Rebweg soll nicht nur vollständig neu gebaut und teilweise verbreitert werden; im Strassenbauprojekt sind darüber hinaus im Bereich der bestehenden Hauszufahrten auch bauliche Massnahmen wie die Entfernung von Hecken, Zäunen und Bepflanzungen vorgesehen.”
“Zunächst ist zu prüfen, ob die vorinstanzliche Auffassung, wonach ein Teilstrassenplan bzw. Strassenbauprojekt nur die Feinerschliessung der Baugrundstücke, nicht aber die Zugänglichkeit bzw. die Verkehrssicherheit der einzelnen privaten Hauszufahrten sicherzustellen habe, mit dem bundesrechtlichen Verständnis der Erschliessung nach Art. 19 RPG und Art. 4 WEG vereinbar ist.”
Nutzen Sie die aktuelle Seite als Kontext für Recherche, Zusammenfassungen, Vergleiche und Entwürfe.