Fakultativprotokoll zum Wiener Übereinkommen über konsularische Beziehungen betreffend die obligatorische Beilegung von Streitigkeiten

0.191.021Multilateral International Treaty19 de mar. de 1967

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Abgeschlossen in Wien am 24. April 1963
Von der Bundesversammlung genehmigt am 18. Dezember 19641
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 3. Mai 1965
In Kraft getreten für die Schweiz am 19. März 1967

(Stand am 11. Dezember 2024)

Die Vertragsstaaten dieses Protokolls und des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen2, im folgenden als «Übereinkommen» bezeichnet, das von der vom 4. März bis zum 22. April 1963 in Wien abgehaltenen Konferenz der Vereinten Nationen angenommen wurde,

von dem Wunsch geleitet, zur Regelung aller sie betreffenden Streitigkeiten über die Auslegung oder Anwendung des Übereinkommens die obligatorische Gerichtsbarkeit des Internationalen Gerichtshofs in Anspruch zu nehmen, sofern die Parteien sich nicht innerhalb einer angemessenen Frist über eine andere Form der Beilegung geeinigt haben,

sind wie folgt übereingekommen:

Art. I

Streitigkeiten über die Auslegung oder Anwendung des Übereinkommens unterliegen der obligatorischen Gerichtsbarkeit des Internationalen Gerichtshofs und können diesem daher durch Klage einer Streitpartei unterbreitet werden, die Vertragspartei dieses Protokolls ist.

Art. II

Binnen zwei Monaten, nachdem eine Partei der andern notifiziert hat, dass nach ihrer Auffassung eine Streitigkeit vorliegt, können die Parteien Übereinkommen, diese nicht dem Internationalen Gerichtshof, sondern einem Schiedsgericht zu unterbreiten. Nach Ablauf der genannten Frist kann jede Partei die Streitigkeit im Klagewege dem Gerichtshof unterbreiten.

Art. III
  1. Innerhalb derselben Frist von zwei Monaten können die Parteien vereinbaren, vor Anrufung des Internationalen Gerichtshofs ein Vergleichsverfahren einzuleiten.
  2. Die Vergleichskommission hat binnen fünf Monaten nach ihrer Einsetzung ihre Empfehlungen abzugeben. Nehmen die Streitparteien diese Empfehlungen nicht binnen zwei Monaten nach ihrer Abgabe an, so kann jede Partei die Streitigkeit im Klagewege dem Gerichtshof unterbreiten.
Art. IV

Vertragsstaaten des Übereinkommens, des Fakultativprotokolls über den Erwerb der Staatsangehörigkeit sowie des vorliegenden Protokolls können jederzeit erklären, dass sie dieses Protokoll auch auf Streitigkeiten anwenden werden, die sich aus der Auslegung oder Anwendung des Fakultativprotokolls über den Erwerb der Staatsangehörigkeit ergeben. Diese Erklärungen sind dem Generalsekretär der Vereinten Nationen zu notifizieren.

Art. V

Dieses Protokoll liegt für alle Staaten, die Vertragsparteien des Übereinkommens werden, wie folgt zur Unterzeichnung auf: bis zum 31. Oktober 1963 im Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten in der Republik Österreich und danach bis zum 31. März 1964 am Sitz der Vereinten Nationen in New York.

Art. VI

Dieses Protokoll bedarf der Ratifizierung. Die Ratifikationsurkunden sind beim Generalsekretär der Vereinten Nationen zu hinterlegen.

Art. VII

Dieses Protokoll liegt zum Beitritt für alle Staaten auf, die Vertragsparteien des Übereinkommens werden. Die Beitrittsurkunden sind beim Generalsekretär der Vereinten Nationen zu hinterlegen.

Art. VIII
  1. Dieses Protokoll tritt an demselben Tag wie das Übereinkommen oder aber am dreissigsten Tag nach dem Zeitpunkt in Kraft, an dem die zweite Ratifikations- oder Beitrittsurkunde zu dem Protokoll beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt worden ist, je nachdem, welcher Tag später liegt.
  2. Für jeden Staat, der dieses Protokoll nach seinem gemäss Ziffer 1 erfolgten Inkrafttreten ratifiziert oder ihm beitritt, tritt es am dreissigsten Tag nach Hinterlegung seiner eigenen Ratifikations- oder Beitrittsurkunde in Kraft.
Art. IX

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen notifiziert allen Staaten, die Vertragsparteien des Übereinkommens werden:

  1. die Unterzeichnungen dieses Protokolls und die Hinterlegung der Ratifikations- und Beitrittsurkunden gemäss den Artikeln V, VI und VIII;
  2. die gemäss Artikel IV abgegebenen Erklärungen;
  3. den Tag, an dem dieses Protokoll gemäss Artikel VIII in Kraft tritt.
Art. X

Die Urschrift dieses Protokolls, dessen chinesischer, englischer, französischer, russischer und spanischer Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, wird beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt; dieser übermittelt allen in Artikel V bezeichneten Staaten beglaubigte Abschriften.

Zu Urkund dessen haben die unterzeichneten, von ihren Regierungen hierzu gehörig befugten Bevollmächtigten dieses Protokoll unterschrieben.Geschehen zu Wien am vierundzwanzigsten April neunzehnhundertdreiundsechzig.(Es folgen die Unterschriften)

VertragsstaatenRatifikation
Beitritt (B)
Inkrafttreten
Australien12. Februar1973 B14. März1973
Belgien9. September19709. Oktober1970
Botsuana12. Mai2008 B11. Juni2008
Bulgarien11. Juli1989 B10. August1989
Burkina Faso11. August196419. März1967
Dänemark15. November197215. Dezember1972
Deutschland7. September19717. Oktober1971
Dominikanische Republik4. März196419. März1967
Estland21. Oktober1991 B20. November1991
Finnland2. Juli19801. August1980
Frankreich31. Dezember197030. Januar1971
Gabun23. Februar196519. März1967
Indien28. November1977 B28. Dezember1977
Iran5. Juni1975 B5. Juli1975
Island1. Juni1978 B1. Juli1978
Italien25. Juni196925. Juli1969
Japan3. Oktober1983 B2. November1983
Kenia1. Juli1965 B19. März1967
Korea (Süd-)7. März1977 B6. April1977
Laos9. August1973 B8. September1973
Liechtenstein18. Mai196619. März1967
Litauen26. September2012 B26. Oktober2012
Luxemburg8. März19727. April1972
Madagaskar17. Februar1967 B19. März1967
Malawi23. Februar1981 B25. März1981
Mauritius13. Mai1970 B12. Juni1970
Mexiko15. März2002 B14. April2002
Nepal28. September1965 B19. März1967
Neuseeland10. September1974 B10. Oktober1974
Nicaragua9. Januar1990 B8. Februar1990
Niederlandea17. Dezember1985 B16. Januar1986
Aruba17. Dezember198516. Januar1986
Curaçao17. Dezember198516. Januar1986
Karibische Gebiete (Bonaire,
Sint Eustatius und Saba)
17. Dezember198516. Januar1986
Sint Maarten17. Dezember198516. Januar1986
Niger21. Juni197821. Juli1978
Norwegen13. Februar198014. März1980
Oman31. Mai1974 B30. Juni1974
Österreich12. Juni196912. Juli1969
Pakistan29. März1976 B28. April1976
Palästina18. März2019 B17. April2019
Panama28. August196727. September1967
Paraguay23. Dezember1969 B22. Januar1970
Peru23. März200722. April2007
Philippinen15. November196519. März1967
Rumänien19. September2007 B19. Oktober2007
Schweden19. März197418. April1974
Schweiz3. Mai196519. März1967
Senegal29. April1966 B19. März1967
Seychellen29. Mai1979 B28. Juni1979
Slowakei27. April1999 B27. Mai1999
Spanien21. September2011 B21. Oktober2011
Suriname11. September1980 B11. Oktober1980
Ungarn8. Dezember1989 B7. Januar1990
Vereinigtes Königreich9. Mai19728. Juni1972
Gebiete unter territorialer
Souveränität des Vereinigten
Königreichs
9. Mai19728. Juni1972
a Für das Königreich in Europa.

Footnotes

  1. AS 1968 885

  2. SR 0.191.02

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