Leave to appeal granted; liability for pension top-up costs

BVerwG 6 B 41/13, 6 B 41/13 (6 C 7/14)Bverwg / Divisão 67 de jan. de 2014Granted

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Resumo Omnilex

The Federal Administrative Court held that the defendants' and interveners' non-admission complaints were admissible and well-founded. The interveners were granted reinstatement because their complaint had been timely posted but not received through no fault of their own. Their grounds were timely filed by fax. The court also found that they had sufficient standing to complain because they had been properly joined and were adversely affected. Leave to appeal was granted because the case raises a question of fundamental importance about whether the current Postbeamtenversorgungskasse or the post-succession companies must bear the costs of statutory pension insurance benefits resulting from fictitious top-up insurance of former Reichspost employees.

Sumário Omnilex

§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO; Grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache bei ungeklärter Kostentragung für Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung aus fiktiver Nachversicherung ehemaliger Reichspostbediensteter. Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision ist zulässig, wenn dem Beigeladenen wegen unverschuldeter Fristversäumnis Wiedereinsetzung zu gewähren ist und die Beschwerdebegründung fristgerecht eingeht. Die materielle Beschwer eines Beigeladenen setzt voraus, dass er ordnungsgemäß beigeladen wurde und die Vorinstanz zu seinem Nachteil entschieden hat (vgl. consid. 2, 4, 6).

Texto completo

BVerwG — 6 B 41/13, 6 B 41/13 (6 C 7/14), Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-01-07

Aktenzeichen: 6 B 41/13, 6 B 41/13 (6 C 7/14)

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 132 Abs 2 Nr 1 VwGO, § 14 bis 18a PostPersRG

Vorinstanz: vorgehend Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 13. Mai 2013, Az: 13 A 2787/10, Urteil

Spruchkörper: 6. Senat

Titelzeile

Revisionszulassung; Kosten rentenrechtlicher Nachversicherung von Beamten der Postnachfolgeunternehmen

Gründe

1 1. Die Beschwerden der Beklagten und der Beigeladenen gegen die Nichtzulassung der Revision sind zulässig.

2 a) Die Beigeladenen haben zwar die am 24. Juni 2013 endende Frist aus § 133 Abs. 2 Satz 1 VwGO für die Einlegung der Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem am 22. Mai 2013 zugestellten Urteil des Oberverwaltungsgerichts versäumt, denn ihre Beschwerdeschrift ist erst am 2. Juli 2013 bei dem Oberverwaltungsgericht eingegangen. Den Beigeladenen ist jedoch auf ihren in der Beschwerdeschrift enthaltenen und innerhalb der Frist des § 60 Abs. 2 Satz 1 VwGO gestellten Antrag Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren, weil sie im Sinne von § 60 Abs. 1 VwGO ohne ihr Verschulden an der Einhaltung der Beschwerdefrist gehindert waren. Sie haben den Verlust der rechtzeitig zur Post gegebenen Beschwerdeschrift glaubhaft gemacht. Aus ihrem Vortrag und den zur Glaubhaftmachung beigebrachten eidesstattlichen Versicherungen hier und in dem Parallelverfahren zum Aktenzeichen BVerwG 6 B 31.13 ergibt sich zum einen, dass eine von dem Prozessbevollmächtigten der Beigeladenen bereits am 17. Juni 2013 gefertigte Beschwerdeschrift von dessen Hilfspersonal am selben Tag ordnungsgemäß zur Post gegeben wurde, so dass der Prozessbevollmächtigte der Beigeladenen von dem fristgerechten Eingang jener Schrift bei dem Oberverwaltungsgericht ausgehen durfte. Zum anderen ist glaubhaft gemacht, dass der Prozessbevollmächtigte der Beigeladenen am 28. Juni 2013 erfahren hat, dass das Oberverwaltungsgericht die besagte Schrift nicht erreicht hatte.

3 b) Entgegen der Ansicht der Klägerin haben die Beigeladenen die Beschwerdebegründungsfrist aus § 133 Abs. 3 Satz 1 VwGO eingehalten, denn die Beschwerdebegründung vom 19. Juli 2013 ist bei dem Oberverwaltungsgericht am selben Tag per Telefax eingegangen.

4 c) Den Beigeladenen fehlt es auch nicht an der für die Zulässigkeit ihrer Nichtzulassungsbeschwerde erforderlichen Beschwer, denn sie sind zu Recht zum Verfahren hinzugezogen worden und das Oberverwaltungsgericht hat zu ihrem Nachteil entschieden (vgl. zu der materiellen Beschwer eines Beigeladenen in diesem Sinne allgemein: Urteil vom 28. Oktober 1999 - BVerwG 7 C 32.98 - Buchholz 406.252 § 7 UmweltinfoG Nr. 1 S. 2, insoweit in BVerwGE 110, 17 nicht abgedruckt).

5 2. Die Beschwerden der Beklagten und der Beigeladenen sind begründet.

6 Die Rechtssache hat die geltend gemachte grundsätzliche Bedeutung im Sinne des § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO. Sie kann zur weiteren Klärung der Frage beitragen, ob die nach Maßgabe der §§ 14 ff. PostPersRG tätige heutige Postbeamtenversorgungskasse oder die Postnachfolgeunternehmen die Kosten zu tragen haben, die durch Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung auf Grund der fiktiven Nachversicherung von früheren Reichspostbediensteten entstanden sind.

Palavras-chave

leave to appealreinstatementnon-admission complaintfundamental importancepostal filingbeigeladenerpension top-up costs

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Questão jurídica principal

Whether the interveners were entitled to reinstatement after missing the deadline for the non-admission complaint.

Decisão extraída

Yes. They were reinstated because the late filing was shown to have occurred without fault after the complaint had been timely posted.

Fundamentação extraída

The court accepted the sworn statements and found that the complaint had been duly handed to postal services in time, so the interveners could assume timely receipt; they learned only later that the filing had not arrived.

Questão jurídica principal

Whether the interveners complied with the deadline for the complaint reasoning.

Decisão extraída

Yes. The complaint reasoning was filed by fax on the last day of the period and thus in time.

Fundamentação extraída

The fax reached the appellate court on the same day it was sent.

Questão jurídica principal

Whether the non-admission complaint was admissible despite the interveners' status.

Decisão extraída

Yes. They had been properly joined and were adversely affected by the lower court judgment.

Fundamentação extraída

A formally and materially adverse effect exists when an intervening party is lawfully joined and the judgment is unfavorable to it.

Questão jurídica principal

Whether the case has fundamental importance warranting leave to appeal concerning liability for pension top-up costs.

Decisão extraída

Yes. The matter could clarify whether the current Postbeamtenversorgungskasse or the post-succession companies must bear the costs arising from statutory pension insurance benefits based on fictitious top-up insurance of former Reichspost employees.

Fundamentação extraída

The unresolved allocation of cost responsibility raises a question of fundamental importance under § 132(2) No. 1 VwGO.

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