Hearing complaint rejected in zoning plan challenge

BVerwG 4 BN 42/11, 4 BN 42/11 (4 BN 38/11)Bverwg / Divisão 43 de jan. de 2012Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Administrative Court rejected an Anhörungsrüge filed against its earlier refusal to allow a revision in a planning dispute. It held that the applicant had not shown a decisive violation of the right to be heard. His objection concerning the ownership situation at the access point was not outcome-determinative, because the municipality could re-plan the area as a green space and improve public access to the sea. The court also indicated that a purported claim under § 912 BGB does not make a zoning plan invalid.

Sumário Omnilex

§ 152a Abs. 1 Satz 1 VwGO; Anhörungsrüge and scope of review; the remedy serves only to cure a decisive denial of hearing and is not a means to obtain supplementation or explanation of a prior decision. A complaint is unfounded where the allegedly overlooked submission was in substance already addressed or was not outcome-determinative. In planning law, the fact that a third party owns land at an access point does not per se negate the planning necessity of a zoning plan, if the municipality may lawfully re-designate the area and the possibility of timely re-planning is not seriously doubtful. A claimed tolerance duty under § 912 BGB does not confer a stronger position than ownership; property rights cannot be used to bar land-use planning because planning itself determines the content and limits of property (consid. 4-5).

Texto completo

BVerwG — 4 BN 42/11, 4 BN 42/11 (4 BN 38/11), Beschluss

Entscheidungsdatum: 2012-01-03

Aktenzeichen: 4 BN 42/11, 4 BN 42/11 (4 BN 38/11)

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 912 BGB, § 85ff BauGB, § 85 BauGB

Vorinstanz: vorgehend OVG Lüneburg, 22. Juni 2011, Az: 1 KN 252/08

Spruchkörper: 4. Senat

Titelzeile

Duldungspflicht beim Überbau; Unwirksamkeit eines Bebauungsplans

Orientierungssatz

Die gegen diese Entscheidung erhobene Verfassungsbeschwerde hat das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 01.10.2013 - 1 BvR 327/12 - nicht zur Entscheidung angenommen.

Gründe

1 Die Anhörungsrüge hat keinen Erfolg. Zu Unrecht macht der Antragsteller geltend, der Senat habe seinen Anspruch auf rechtliches Gehör in entscheidungserheblicher Weise verletzt. Er hat daher keinen Anspruch nach § 152a Abs. 1 Satz 1 VwGO auf Fortführung des Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens.

2 1. Der Antragsteller trägt vor: Er habe gegenüber dem Oberverwaltungsgericht geltend gemacht, dass der Weg an einer Stelle in den Nordlandpark münde, der nicht im öffentlichen Eigentum stehe, sondern im Eigentum des Segelvereins Steinhude-Niedersachsen, und daraus den Schluss gezogen, dass eine ordnungsgemäße Zuwegung zum Nordlandgelände nicht gegeben sei. Auf diesen Vortrag sei das Oberverwaltungsgericht nicht eingegangen. Das habe er mit seiner Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision gerügt, darauf aber vom Senat keine Antwort erhalten.

3 Die Kritik des Antragstellers ist unberechtigt. Der Antragsteller hat in seiner Beschwerdebegründung vom 3. November 2011 dem Oberverwaltungsgericht vorgehalten, nicht geklärt zu haben, welche Flächen des Nordlandgeländes im Eigentum des Segelvereins Steinhude-Niedersachsen stehen. Darauf komme es an, weil nur die Teile des Nordlandparks der Öffentlichkeit Freizeitmöglichkeiten böten, die Eigentum der Antragsgegnerin seien, und der Weg an einer Stelle in den Park münde, an der sich das Grundstück des Segelvereins befinde. Die Formulierung des Senats im Beschluss vom 1. Dezember 2011, der Antragsteller rüge die fehlende Ermittlung, in welchem Umfang das Nordlandgelände zu Freizeitzwecken nutzbar sei (BA Rn. 9), fasst den an das Oberverwaltungsgericht gerichteten Vorhalt zusammen. Die Rüge hat der Senat verworfen, weil der Antragsteller in der mündlichen Verhandlung keine Beweisanträge gestellt habe, die sich auf das Nordlandgelände bezögen, und er auch nicht dargelegt habe, dass und aus welchen Gründen sich dem Oberverwaltungsgericht Beweiserhebungen hätten aufdrängen müssen. Diese Begründung ist nach wie vor tragfähig.

4 Der - angeblich übergangene - Vortrag des Antragstellers zur eigentumsrechtlichen Situation des Grundstücks im Einmündungsbereich des Weges ist zudem nicht entscheidungserheblich. Der Antragsteller meint, das Eigentum des Segelvereins an dem Grundstück, auf den der Weg stoße, verhindere auf Dauer die Umsetzung des angegriffenen Bebauungsplans und deshalb fehle diesem die städtebauliche Erforderlichkeit (§ 1 Abs. 3 Satz 1 BauGB). Diese Rechtsauffassung trifft nicht zu. Die Antragsgegnerin ist nicht gehindert, das zum Zeitpunkt des Satzungsbeschlusses als Allgemeines Wohngebiet ausgewiesene Nordlandgelände unter Einschluss des Grundstücks des Segelvereins im Wege der Planänderung als Grünfläche mit der Zweckbestimmung Freizeitanlage festzusetzen (§ 9 Abs. 1 Nr. 15 BauGB) und den öffentlichen Zugang zum Meer zu verbessern, zu dem der Weg beitragen soll. Nach den Feststellungen des Oberverwaltungsgerichts beabsichtigt die Antragsgegnerin im Bedarfsfall eine Umplanung und bestehen gegen die Möglichkeit, dies zeitnah zu tun, keine durchgreifenden Bedenken (UA S. 12).

5 2. Auf die Kritik des Antragstellers an der Behandlung seiner übrigen Rügen unzureichender Sachverhaltsaufklärung durch den Senat sowie der Bescheidung seiner Gehörsrüge im Zusammenhang mit § 912 BGB braucht nicht eingegangen zu werden. Sinn des Rechtsbehelfs nach § 152a VwGO ist es nicht, den Senat zu einer Ergänzung oder Erläuterung der Gründe seines beanstandeten Beschlusses zu veranlassen (vgl. Beschluss vom 23. Juni 2008 - BVerwG 9 VR 14.08 - juris Rn. 4). Der Senat erlaubt sich gleichwohl einen Hinweis zu dem behaupteten Anspruch des Antragstellers auf Duldung der Inanspruchnahme der Anschüttungsfläche aus § 912 BGB. Der Antragsteller irrt, wenn er meint, ein solcher Anspruch führe zur Unwirksamkeit des Bebauungsplans. Der Überbauer wird nicht Eigentümer der überbauten Grundfläche (BGH, Urteil vom 11. April 1975 - V ZR 165/73 - BGHZ 64, 273 <274>). Er kann deshalb nicht stärker geschützt sein als ein Grundeigentümer. Dieser ist aber nicht in der Lage, mit Hilfe des § 903 BGB jede ihm missliebige Überplanung abzuwehren. Vielmehr bestimmt die Bauleitplanung ihrerseits Inhalt und Schranken des Grundeigentums (vgl. Beschluss vom 4. Januar 1994 - BVerwG 4 NB 30.93 - BRS 56 Nr. 33 S. 98) und ermöglichen die §§ 85 ff. BauGB eine Enteignung des Grundeigentümers.

Palavras-chave

hearing complaintzoning planplanning necessityproperty ownershipencroachmentpublic accessright to be heard

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the court violated the applicant's right to be heard by allegedly overlooking his argument on land ownership at the access point.

Decisão extraída

No violation of the right to be heard; the complaint merely repeated a point already addressed, and the court's earlier reasoning remained sufficient.

Fundamentação extraída

The court had summarized the applicant's objection correctly and had rejected it because no relevant evidentiary motions had been made and no basis for further investigation had been shown.

Questão jurídica principal

Whether the alleged ownership of land at the road’s endpoint made the zoning plan unusable and therefore invalid for lack of planning necessity.

Decisão extraída

No; the municipality could still amend the plan to designate the area as green space for a recreational facility and improve public access to the sea.

Fundamentação extraída

The existence of a third party’s ownership did not prevent later planning; the municipality intended a prompt re-planning if needed, and such an approach was not seriously doubtful.

Questão jurídica principal

Whether a claimed entitlement under § 912 BGB to tolerate an encroachment could render the zoning plan ineffective.

Decisão extraída

No; any tolerance claim under § 912 BGB does not invalidate a zoning plan.

Fundamentação extraída

An encroacher does not become owner of the encroached land and therefore cannot be more strongly protected than a landowner. Since land-use planning determines the content and limits of property, the owner cannot block planning merely by invoking ownership or § 912 BGB.

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