Obvious abuse in judicial recusal motion based on party proximity

BVerwG 1 B 21/11Bverwg / Divisão 129 de set. de 2011Dismissed

Abrir fonte

Extraído pela Omnilex

Resumo Omnilex

The Federal Administrative Court rejected the applicant’s motion to recuse President Eckertz-Höfer and Judge Prof. Dr. Dörig as manifestly abusive. The motion was based solely on alleged membership in or proximity to the SPD, without any explanation of relevance to the proceedings. The court held that such political affiliation or proximity is, by itself, insufficient to support a fear of bias under § 54(1) VwGO in conjunction with § 42(2) ZPO, and therefore the challenged judges could decide the motion themselves without first providing a statement.

Sumário Omnilex

§ 54 Abs. 1 VwGO i.V.m. § 42 Abs. 2 ZPO; Richterablehnung wegen politischer Parteiangehörigkeit oder -nähe: Eine bloße vermutete Mitgliedschaft bzw. Nähe zu einer politischen Partei vermag die Besorgnis der Befangenheit grundsätzlich nicht zu begründen. Ein Ablehnungsgesuch ist offensichtlich rechtsmissbräuchlich, wenn es allein hierauf gestützt wird, ohne einen konkreten Bezug zum anhängigen Verfahren darzulegen; dann dürfen die abgelehnten Richter über das Gesuch selbst mitentscheiden, und es bedarf keiner dienstlichen Äußerung (vgl. Erw. 1).

Texto completo

BVerwG — 1 B 21/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-09-29

Aktenzeichen: 1 B 21/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 54 Abs 1 VwGO, § 42 Abs 2 ZPO

Vorinstanz: vorgehend Hessischer Verwaltungsgerichtshof, 16. August 2011, Az: 3 B 1658/11, Beschluss

Spruchkörper: 1. Senat

Titelzeile

Offensichtlich missbräuchliche Richterablehnung; Zugehörigkeit oder Nähe zu einer politischen Partei

Gründe

1 Über das Ablehnungsgesuch des Antragstellers vom 23. September 2011 kann der Senat in seiner im Geschäftsverteilungsplan vorgesehenen Besetzung unter Mitwirkung der abgelehnten Richter entscheiden. Denn nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts dürfen abgelehnte Richter über das Ablehnungsgesuch selbst entscheiden, wenn sich dieses als offensichtlich missbräuchlich darstellt (Beschluss vom 7. August 1997 - BVerwG 11 B 18.97 - Buchholz 310 § 54 VwGO Nr. 57 m.w.N.). Das vorliegende Ablehnungsgesuch, das sich gegen die Präsidentin des Bundesverwaltungsgerichts Eckertz-Höfer und den Richter am Bundesverwaltungsgericht Prof. Dr. Dörig richtet, ist offensichtlich missbräuchlich. Die Besorgnis der Befangenheit wird allein auf die vermutete Mitgliedschaft bzw. "unangemessene Nähe" dieser Richter zur SPD gestützt, ohne dass eine Bedeutung dieses Umstandes für das vorliegende Verfahren aufgezeigt wird. Der Hinweis darauf, dass das Gericht den Vorgang nicht nach Art. 100 GG dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt hat, genügt hierfür nicht. Die Zugehörigkeit oder Nähe zu einer politischen Partei ist aber für sich allein von vornherein ungeeignet, die Besorgnis der Befangenheit im Sinne von § 54 Abs. 1 VwGO i.V.m. § 42 Abs. 2 ZPO zu rechtfertigen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 22. Februar 1960 - 2 BvR 36/60 - BVerfGE 11, 1 <3>). Deshalb bedurfte es auch nicht einer dienstlichen Äußerung der betroffenen Richter.

Palavras-chave

judicial recusalbiaspolitical partyabuse of rightsadministrative procedure

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the recusal motion was manifestly abusive so that the challenged judges could decide it themselves.

Decisão extraída

Yes. Because the motion relied only on alleged party membership or proximity without any case-specific basis, it was manifestly abusive.

Fundamentação extraída

A mere political party affiliation or proximity is, by itself, incapable of justifying an apprehension of bias under § 54(1) VwGO in conjunction with § 42(2) ZPO. Therefore, the challenged judges could participate in deciding the recusal request, and no special statement by them was required.

Continue sua pesquisa no ChatGPT ou Claude

Conecte o Omnilex para pesquisar o corpus jurídico pelo seu assistente de IA.