Applicability of § 81(8) GNotKG to court costs

BVerwG 3 KSt 1/17, 3 KSt 1/17 (3 B 54/16)Bverwg / Divisão 326 de jan. de 2017Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Administrative Court treated the applicant’s letter as a reminder against a EUR 60 cost invoice and rejected it. The court held that the applicant had to bear the costs because her earlier complaint had been inadmissibly dismissed. § 81(8) GNotKG was inapplicable, since the case was not one of voluntary jurisdiction or notarial fees. The fee followed from the GKG tariff for dismissed or rejected complaints. The reminder proceedings themselves were free of charge and no costs were reimbursed.

Sumário Omnilex

§ 154 Abs. 2 VwGO, § 1 Abs. 1 und 2 GKG, § 3 Abs. 2 GKG; Kostenpflicht and fee assessment for an unsuccessful complaint proceeding. Costs of an unsuccessful appeal are borne by the appellant. The GNotKG applies only to fees in matters of voluntary jurisdiction and notarial acts and is therefore excluded in administrative court appeal proceedings. For complaints not otherwise specifically listed, cost item 5502 GKG provides a fixed fee of EUR 60 where the complaint is dismissed or rejected. The remedy against the cost assessment is free of charge; reimbursement of costs is excluded (consid. 4-8).

Texto completo

BVerwG — 3 KSt 1/17, 3 KSt 1/17 (3 B 54/16), Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-01-26

Aktenzeichen: 3 KSt 1/17, 3 KSt 1/17 (3 B 54/16)

ECLI: ECLI:DE:BVerwG:2017:260117B3KSt1.17.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 1 Abs 2 Nr 1 GKG, § 1 Abs 1 S 1 GKG, § 3 Abs 2 GKG, § 81 Abs 8 GNotKG

Vorinstanz: vorgehend Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt, 11. Oktober 2016, Az: 3 O 178/16vorgehend VG Halle (Saale), 25. August 2016, Az: 7 A 267/16 HAL (PKH)

Spruchkörper: 3. Senat

Titelzeile

Anwendbarkeit des § 81 Abs. 8 GNotKG

Gründe

1 Das Schreiben der Antragstellerin vom 16. Januar 2017, mit dem sie sich gegen die Kostenrechnung vom 11. Januar 2017 wendet, ist als Erinnerung gegen diese Kostenrechnung zu werten, mit der von der Antragstellerin Gerichtskosten in Höhe von 60 € erhoben werden.

2 Diese Erinnerung, über die der Senat nach der senatsinternen Geschäftsverteilung durch den Berichterstatter als Einzelrichter entscheidet (vgl. BVerwG, Beschluss vom 25. Januar 2006 - 10 KSt 5.05 - juris), bleibt ohne Erfolg.

3 Zur Begründung ihrer Erinnerung macht die Antragstellerin geltend, die Kostenerhebung sei ungerechtfertigt, da sie laut § 81 GNotKG sowie § 66 Abs. 8 und § 68 Abs. 3 GKG ohne Rechtsgrundlage erfolge.

4 Die Einwendungen der Antragstellerin sind unbegründet. Ihre Kostentragungspflicht ergibt sich aus § 154 Abs. 2 VwGO; nach dieser Bestimmung fallen die Kosten eines ohne Erfolg eingelegten Rechtsmittels demjenigen zur Last, der das Rechtsmittel eingelegt hat. Diese Voraussetzungen sind hier erfüllt. Der Senat hat mit seinem der angegriffenen Kostenrechnung zugrunde liegenden Beschluss vom 21. November 2016 - 3 B 54.16 - die unzulässige Beschwerde der Antragstellerin gegen den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts des Landes Sachsen-Anhalt vom 11. Oktober 2016 verworfen.

5 Der von der Antragstellerin in Anspruch genommene § 81 Abs. 8 des Gesetzes über die Kosten der freiwilligen Gerichtsbarkeit für Gerichte und Notare (Gerichts- und Notarkostengesetz - GNotKG) ist hier nicht anwendbar. Dieses Gesetz gilt nach seinem § 1 Abs. 1 für die Erhebung von Kosten durch die Gerichte in Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit und durch die Notare für ihre Amtstätigkeit; darum geht es hier nicht. Ebenso wenig stehen die von der Antragstellerin angeführten §§ 66 Abs. 8 und 68 Abs. 3 GKG der Kostenerhebung entgegen; diese Bestimmungen betreffen die Erinnerung gegen den Kostenansatz bzw. die Beschwerde gegen die Festsetzung des Streitwerts, nicht aber das der Kostenrechnung hier zugrunde liegende Beschwerdeverfahren.

6 Die angegriffene Kostenrechnung ist auch der Höhe nach nicht zu beanstanden. Gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. Abs. 1 Satz 1 GKG sind Kosten nach Maßgabe des Gerichtskostengesetzes zu erheben. Gemäß § 3 Abs. 2 GKG i.V.m. Nr. 5502 des Kostenverzeichnisses fällt in Verfahren über nicht besonders aufgeführte Beschwerden, die nicht nach anderen Vorschriften gebührenfrei sind, eine Festgebühr in Höhe von 60 € an, wenn die Beschwerde verworfen oder zurückgewiesen wird. Die unzulässige Beschwerde der Antragstellerin erfüllt diesen Gebührentatbestand.

7 Die Gebühr wurde gemäß § 9 Abs. 2 Nr. 1 GKG mit der Kostenentscheidung des Senats fällig. Die Antragstellerin ist im betreffenden Rechtszug (§ 22 GKG) und als diejenige, der die Kosten durch die gerichtliche Entscheidung auferlegt wurden (§ 29 Nr. 1 GKG), zahlungspflichtig.

8 Das Verfahren über die Erinnerung gegen den Kostenansatz ist gebührenfrei; Kosten werden nicht erstattet (§ 66 Abs. 8 GKG).

Palavras-chave

court costsreminderappeal feeinapplicabilityfee scheduleinadmissible complaint

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Questão jurídica principal

Whether the reminder against the cost invoice was well founded.

Decisão extraída

No. The applicant must bear the costs of the unsuccessful appeal that led to the fee.

Fundamentação extraída

The underlying complaint had been inadmissibly dismissed, so the costs were chargeable under § 154(2) VwGO.

Questão jurídica principal

Whether § 81(8) GNotKG barred the charge of court costs.

Decisão extraída

No. The GNotKG does not apply because the case was not a matter of voluntary jurisdiction or notarial fees.

Fundamentação extraída

The cost claim arose from an administrative-court appeal proceeding, not from the types of proceedings covered by § 1(1) GNotKG.

Questão jurídica principal

Whether the amount of EUR 60 was unlawful under the GKG fee schedule.

Decisão extraída

No. A fixed fee of EUR 60 applies to rejected or dismissed objections in such proceedings.

Fundamentação extraída

Under §§ 1(2) no. 1, 3(2) GKG and cost item 5502, the fee is triggered when a not specially listed complaint is dismissed or rejected.

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