Melderegister secrecy requires concrete individual danger

BVerwG 6 B 11/16Bverwg / Divisão 67 de mar. de 2016Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Administrative Court rejected the complaint against non-admission of the appeal on points of law. It held that Section 51(1) BMG does not raise a clarifiable legal question: an entry of register secrecy requires concrete, individualized facts showing a danger to life, health, personal liberty, or similar interests. Professional affiliation may be relevant, but normally the specific activity and personal circumstances must be shown. The claimant had not demonstrated such an individual danger. Costs were imposed on the claimant.

Sumário Omnilex

§ 51 Abs. 1 BMG; Auskunftssperre im Melderegister setzt konkrete, auf die betroffene Person bezogene Tatsachen voraus, die die Annahme einer Gefahr für Leben, Gesundheit, persönliche Freiheit oder ähnliche schutzwürdige Interessen rechtfertigen. Die bloße Zugehörigkeit zu einer besonders gefährdeten Berufsgruppe genügt grundsätzlich nicht; erforderlich ist regelmäßig der Nachweis einer individuellen Gefährdungslage aufgrund der konkret ausgeübten Tätigkeit. Eine Frage der grundsätzlichen Bedeutung i.S.v. § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO liegt nicht vor, wenn sich die Antwort unmittelbar aus dem Gesetz ergibt (consid. 5-7).

Texto completo

BVerwG — 6 B 11/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-03-07

Aktenzeichen: 6 B 11/16

ECLI: ECLI:DE:BVerwG:2016:070316B6B11.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 51 Abs 1 BMG

Vorinstanz: vorgehend Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, 2. Dezember 2015, Az: 5 B 15.1423, Urteilvorgehend VG München, 7. November 2013, Az: M 22 K 13.2591, Urteil

Spruchkörper: 6. Senat

Titelzeile

Auskunftssperre im Melderegister

Gründe

I

1 Der Kläger wendet sich dagegen, dass die beklagte Stadt als Meldebehörde eine für ihn eingetragene Auskunftssperre im Melderegister aufgehoben hat; hilfsweise begehrt er, eine unbefristete, weiter hilfsweise eine befristete Auskunftssperre neu einzutragen. Das Verwaltungsgericht hat seine Klage abgewiesen, der Verwaltungsgerichtshof hat seine Berufung zurückgewiesen: Die Eintragung einer Auskunftssperre im Melderegister setze nach § 51 Abs. 1 BMG voraus, dass Tatsachen vorlägen, die die Annahme rechtfertigten, dass der betroffenen oder einer anderen Person durch eine Melderegisterauskunft eine Gefahr für Leben, Gesundheit, persönliche Freiheit oder ähnliche schutzwürdige Interessen erwachsen könne. Das Vorliegen einer besonderen Gefährdung sei auf den jeweiligen Einzelfall bezogen zu begründen. Das gelte auch dann, wenn die Gefährdung auf der beruflichen Tätigkeit des Betroffenen beruhen solle. Die Darlegung der Gefährdung müsse demzufolge über den Hinweis auf die berufliche Tätigkeit allein hinausgehen. Eine individuelle Gefährdungssituation habe weder der Kläger selbst noch seine derzeitige Dienststelle für ihn dargelegt. Eine solche individuelle Gefährdungssituation sei auch nicht sonst ersichtlich.

2 Der Verwaltungsgerichtshof hat die Revision gegen sein Urteil nicht zugelassen. Hiergegen richtet sich die Beschwerde des Klägers.

II

3 Die Beschwerde ist unbegründet. Ein Grund für die Zulassung der Revision nach § 132 Abs. 2 VwGO ist nicht gegeben. Die Rechtssache hat nicht die insoweit allein geltend gemachte grundsätzliche Bedeutung im Sinne des § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO.

4 Der Kläger hält für grundsätzlich klärungsbedürftig wie der Begriff der Gefahr für Leben, Gesundheit, persönliche Freiheit oder ähnliche schutzwürdige Interessen in § 51 Abs. 1 Bundesmeldegesetz (BMG) auszulegen ist, namentlich ob eine Gefahr im Sinne dieser Vorschrift bereits dann vorliegen kann, wenn der Betroffene einer besonders gefährdeten Berufsgruppe angehört oder innerhalb dieser Berufsgruppe eine Tätigkeit mit besonders hohem Gefährdungspotential ausübt.

5 Diese Frage rechtfertigt die Zulassung der Revision nicht. Soweit sich die Frage auf der Grundlage der tatsächlichen Feststellungen des Verwaltungsgerichtshofs überhaupt in einer den Einzelfall übergreifenden Weise stellen würde, ist sie nicht klärungsbedürftig, weil sich die Antwort auf sie bereits unmittelbar aus dem Gesetz ergibt und deshalb nicht erst in einem Revisionsverfahren gefunden werden muss.

6 Nach § 51 Abs. 1 BMG hat die Meldebehörde auf Antrag oder von Amts wegen eine Auskunftssperre im Melderegister einzutragen, wenn Tatsachen vorliegen, welche die Annahme rechtfertigen, dass der betroffenen oder einer anderen Person durch eine Melderegisterauskunft eine Gefahr für Leben, Gesundheit, persönliche Freiheit oder ähnliche schutzwürdige Interessen erwachsen kann. Ob eine solche Gefahr vorliegt, hängt von den individuellen Verhältnissen der jeweiligen Person ab und lässt sich nur bezogen auf eine konkrete Person durch Darlegung ihrer Verhältnisse belegen. Dies liegt ohne Weiteres auf der Hand. Ebenso liegt ohne Weiteres auf der Hand, dass zu den individuellen Verhältnissen die berufliche Tätigkeit der betroffenen Person gehört. Ob aus der beruflichen Tätigkeit eine Gefahr im Sinne des § 51 Abs. 1 BMG erwachsen kann, wird sich allerdings nur ausnahmsweise abstrakt für eine bestimmte Berufsgruppe und damit zugleich für jeden Angehörigen dieser Berufsgruppe feststellen lassen. Regelmäßig wird es vielmehr auf die Tätigkeit ankommen, die konkret ausgeübt wird.

7 Hiervon ist der Verwaltungsgerichtshof zutreffend ausgegangen. Er hat angenommen, dass nicht jeder Mitarbeiter des Sozialreferats der beklagten Stadt schon für sich genommen einer Gefahr im Sinne des § 51 Abs. 1 BMG ausgesetzt ist und sich eine solche Gefahr auch nicht aus den Tätigkeiten herleiten lässt, welche der Kläger im Sozialreferat konkret ausübt. Ob diese auf den Einzelfall bezogene Würdigung zutrifft, ist für die Zulassung der Revision unter dem Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung unerheblich. Der rechtliche Ausgangspunkt des Verwaltungsgerichtshofs wirft eine solche Frage jedenfalls nicht auf.

8 Die Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 2 VwGO, die Festsetzung des Streitwerts aus § 47 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3, § 52 Abs. 2 GKG.

Palavras-chave

population registersecrecy entryindividual dangerprofessional activityfundamental importancerevision admissibilityadministrative procedurecosts

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Questão jurídica principal

Whether the appeal on points of law should be admitted for fundamental importance under Section 132(2) No. 1 VwGO.

Decisão extraída

No. The asserted question is not in need of clarification because the answer follows directly from Section 51(1) BMG.

Fundamentação extraída

The legal standard already makes clear that a secrecy entry requires concrete facts showing an individualized danger. The mere fact of belonging to a risky profession or holding a risky job is not enough in the ordinary case.

Questão jurídica principal

How Section 51(1) BMG is to be interpreted as to whether professional activity alone can justify a register secrecy entry.

Decisão extraída

Section 51(1) BMG requires an individualized danger assessment based on the person's concrete circumstances; professional activity is relevant but ordinarily insufficient by itself.

Fundamentação extraída

A danger to life, health, personal liberty, or similar protected interests depends on the individual's circumstances and must be shown with respect to a specific person. Only exceptionally can a whole occupational group be treated abstractly as endangered; usually the concrete activity matters.

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