Kindergeld for foster child requires household admission

BFH XI R 1/16Bfh / Division 1112 de out. de 2016Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Fiscal Court dismissed the taxpayer's revision against the Cologne Fiscal Court. It held that foster-child status under § 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG still requires that the child be taken into the taxpayer's household. Since the child A lived in a separate apartment and was therefore not admitted into the claimant's household, the foster-child requirement was not met. The court also rejected the argument that this interpretation violated equal treatment under Art. 3(1) GG. Costs of the revision were imposed on the claimant.

Sumário Omnilex

§ 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG; foster-child status and household admission: the amendment by the Steueränderungsgesetz 2003 did not abolish the requirement that the child be taken into the taxpayer’s household. The new wording merely dispenses with proof of actual maintenance contributions; it still presupposes a household admission that is not for gainful purposes. The finding whether such admission exists is binding on appeal under § 118 Abs. 2 FGO unless successfully challenged by procedural objections. A refusal of foster-child status on this basis does not, as a rule, constitute a violation of Art. 3 Abs. 1 GG (consid. 3 ff.).

Texto completo

BFH — XI R 1/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-10-12

Aktenzeichen: XI R 1/16

ECLI: ECLI:DE:BFH:2016:B.121016.XIR1.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 32 Abs 1 Nr 2 EStG 2009, § 63 Abs 1 S 1 EStG 2009, EStG VZ 2014, Art 3 Abs 1 GG

Vorinstanz: vorgehend FG Köln, 25. November 2015, Az: 14 K 1304/15, Urteil

Spruchkörper: 11. Senat

Titelzeile

Kindergeld: Pflegekindschaftsverhältnis; Erfordernis der Haushaltsaufnahme

Leitsatz

NV: Ein zum Bezug von Kindergeld berechtigendes Pflegekindschaftsverhältnis i.S. von § 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG setzt voraus, dass der Kindergeldberechtigte das Pflegekind in seinen Haushalt aufgenommen hat .

Tenor

Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Köln vom 25. November 2015 14 K 1304/15 wird als unbegründet zurückgewiesen.

Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Klägerin zu tragen.

Tatbestand

1 I. Die Beteiligten streiten darum, ob die Berücksichtigung als Pflegekind (§ 32 Abs. 1 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes --EStG--) eine Haushaltsaufnahme voraussetzt.

Entscheidungsgründe

2 II. Die Entscheidung ergeht gemäß § 126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat hält einstimmig die Revision für unbegründet und eine mündliche Verhandlung nicht für erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.

3 1. Die Revision ist unbegründet. Das Finanzgericht (FG) ist zu Recht davon ausgegangen, dass ein Pflegekind i.S. des § 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG (weiterhin) in den Haushalt des Steuerpflichtigen aufgenommen sein muss. Dies ist nach den tatsächlichen Feststellungen des FG vorliegend nicht der Fall.

4 | | | | --- | --- | | a) § 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG lautet seit der Änderung durch das Zweite Gesetz zur Änderung steuerlicher Vorschriften (Steueränderungsgesetz 2003) vom 15. Dezember 2003 (BGBl I 2003, 2645) --und damit im Streitzeitraum (ab Oktober 2014)-- wie folgt: | | | "Kinder sind ... | | | | 2. Pflegekinder (Personen, mit denen der Steuerpflichtige durch ein familienähnliches, auf längere Dauer berechnetes Band verbunden ist, sofern er sie nicht zu Erwerbszwecken in seinen Haushalt aufgenommen hat und das Obhuts- und Pflegeverhältnis zu den Eltern nicht mehr besteht)." |

5 | | | | --- | --- | | b) § 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG lautete zuvor: | | | "Kinder sind ... | | | | Pflegekinder (Personen, mit denen der Steuerpflichtige durch ein familienähnliches, auf längere Dauer berechnetes Band verbunden ist, sofern er sie in seinen Haushalt aufgenommen hat und das Obhuts- und Pflegeverhältnis zu den Eltern nicht mehr besteht und der Steuerpflichtige sie mindestens zu einem nicht unwesentlichen Teil auf seine Kosten unterhält)." |

6 c) Sowohl nach altem wie nach neuem Recht setzt dies gemäß der ständigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs --BFH-- (vgl. BFH-Urteile vom 19. April 2007 III R 85/03, BFH/NV 2007, 1855, Rz 25; vom 22. Dezember 2011 III R 70/09, BFH/NV 2012, 1446, Rz 13; BFH-Beschlüsse vom 14. Januar 2011 III B 96/09, BFH/NV 2011, 788, Rz 7; vom 2. Juli 2012 VI B 13/12, Zeitschrift für Steuern & Recht --ZSteu-- 2012, R1161, Rz 2; vom 13. Januar 2015 III B 18/14, BFH/NV 2015, 701, Rz 12) u.a. voraus, dass der Steuerpflichtige das Kind in seinen Haushalt aufgenommen hat. Die Finanzverwaltung (A 11.1 Abs. 1 Satz 1 der Dienstanweisung zum Kindergeld nach dem Einkommensteuergesetz, BStBl I 2016, 826, 854) und die Literatur (z.B. Felix in Kirchhof, EStG, 15. Aufl., § 63 Rz 2; Grönke-Reimann in Herrmann/Heuer/ Raupach --HHR--, § 32 EStG Rz 47; Schmidt/Loschelder, EStG, 35. Aufl., § 32 Rz 15; Pust in Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, § 32 Rz 230 f.; Blümich/Selder, § 32 EStG Rz 19; HHR/Wendl, § 63 EStG Rz 6 "Haushaltsaufnahme") teilen diese Auffassung.

7 d) An dieser Haushaltsaufnahme fehlt es im Streitfall. Nach den tatsächlichen Feststellungen des FG wohnte A im Streitzeitraum in einer eigenen Wohnung, was das FG dahin gehend gewürdigt hat, A sei im Streitzeitraum nicht in den Haushalt der Klägerin und Revisionsklägerin (Klägerin) aufgenommen gewesen. Diese Würdigung ist möglich, verstößt nicht gegen Denkgesetze oder Erfahrungssätze und wird nicht mit Verfahrensrügen angegriffen; sie bindet daher den Senat gemäß § 118 Abs. 2 FGO (vgl. z.B. BFH-Beschlüsse in ZSteu 2012, R1161, Rz 3; in BFH/NV 2015, 701, Rz 12).

8 e) Der Einwand der Klägerin, nach dem Gesetzeswortlaut sei eine Haushaltsaufnahme nicht mehr erforderlich, greift nicht durch. Die Formulierung in § 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG "sofern er sie nicht zu Erwerbszwecken in seinen Haushalt aufgenommen hat" setzt vielmehr weiterhin (positiv) eine Haushaltsaufnahme des Pflegekindes voraus, die (negativ) nicht zu Erwerbszwecken erfolgt sein darf. Diese Auslegung wird durch die Gesetzesmaterialien bestätigt, wonach mit der Gesetzesänderung "Pflegekinder, die der Steuerpflichtige bzw. Kindergeldberechtigte in seinen Haushalt aufgenommen hat, berücksichtigt [werden], ohne dass es eines Nachweises der tatsächlichen Unterhaltsaufwendungen bedarf" (so BTDrucks 15/1945, S. 9).

9 2. Entgegen der Ansicht der Klägerin liegt in der Ablehnung des Pflegekindschaftsverhältnisses durch die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) auch keine unzulässige Ungleichbehandlung (vgl. BFH-Urteil vom 21. April 2005 III R 53/02, BFH/NV 2005, 1547, Rz 20).

10 3. Die Kostenentscheidung folgt aus § 135 Abs. 2 FGO.

Palavras-chave

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Questão jurídica principal

Whether recognition as a foster child under § 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG requires that the child has been taken into the taxpayer's household.

Decisão extraída

Yes. The statutory concept of a foster child still presupposes household admission; that requirement was not met because A lived in a separate apartment.

Fundamentação extraída

The court relied on the wording of the amended provision, prior case law, administrative guidance, and legislative materials, which show that the amendment removed proof of actual maintenance expenses but did not abolish the household-admission requirement.

Questão jurídica principal

Whether refusing foster-child status created an impermissible unequal treatment under Article 3(1) GG.

Decisão extraída

No. The refusal did not constitute unlawful unequal treatment.

Fundamentação extraída

The court referred to its prior case law rejecting this objection.

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