Hearing complaint inadmissible despite submissions by unauthorized representative

BFH I S 3/14Bfh / Divisão 13 de fev. de 2014Dismissed

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Resumo Omnilex

The BFH held that the hearing complaint filed after dismissal of the non-admission complaint was inadmissible because it did not satisfy the substantiation requirements of Section 133a FGO. The complainant’s renewed attempt to argue a divergence did not concretely show any denial of the right to be heard. Submissions by the company’s managing director were disregarded because representation before the BFH is mandatory and his lack of capacity to act is not cured by acting 'on behalf of' the process representative. Court costs of EUR 60 were imposed.

Sumário Omnilex

§ 133a Abs. 1, Abs. 2 Satz 5 FGO; Vertretungszwang vor dem BFH nach § 62 Abs. 4 i.V.m. Abs. 2 Satz 1 FGO; eine Anhörungsrüge ist nur zulässig, wenn innerhalb der Frist substantiiert dargelegt wird, zu welchen entscheidungserheblichen Sach- oder Rechtsfragen keine Äußerungsmöglichkeit bestanden habe und welches Vorbringen das Gericht unter Verletzung von Art. 103 Abs. 1 GG übergangen habe. Pauschale Wiederholung früheren Vorbringens oder die bloße Behauptung einer Divergenz genügt nicht. Schriftsätze eines beim BFH nicht postulationsfähigen Beteiligten sind im vertretungsgebundenen Verfahren verfahrensrechtlich unbeachtlich; dies gilt auch dann, wenn er 'im Auftrag' des Prozessbevollmächtigten handelt. Kosten der Anhörungsrüge richten sich nach Nr. 6400 KV GKG.

Texto completo

BFH — I S 3/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-02-03

Aktenzeichen: I S 3/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 62 Abs 4 FGO, § 62 Abs 2 FGO, § 133a FGO

Vorinstanz: vorgehend BFH, 13. November 2013, Az: I B 20/13, Beschluss

Spruchkörper: 1. Senat

Titelzeile

Vertretungszwang bei Erhebung der Anhörungsrüge - Unbeachtlichkeit von Schriftsätzen eines nicht postulationsfähigen, "im Auftrag" des Prozessbevollmächtigten handelnden Vertreters

Leitsatz

NV: Die Schriftsätze eines beim BFH nicht postulationsfähigen Vertreters eines Beteiligten sind in einem Verfahren mit Vertretungszwang auch dann verfahrensrechtlich unbeachtlich, wenn der Vertreter "im Auftrag" des Prozessbevollmächtigten auftritt .

Tatbestand

1 I. Der beschließende Senat hat mit Beschluss vom 13. November 2013 I B 20/13 die Nichtzulassungsbeschwerde der Klägerin, Beschwerdeführerin und Rügeführerin (Rügeführerin) gegen das Urteil des Finanzgerichts (FG) Düsseldorf vom 13. Dezember 2012 12 K 1084/11 G als unzulässig verworfen.

2 Gegen den Senatsbeschluss wendet sich die Rügeführerin mit ihrer Anhörungsrüge.

Entscheidungsgründe

3 II. Die gemäß § 133a Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) statthafte Anhörungsrüge ist unzulässig, weil ihre Begründung nicht den Anforderungen des § 133a Abs. 2 Satz 5 FGO entspricht. Nach dieser Bestimmung muss in der Anhörungsrüge --und zwar innerhalb der Frist des § 133a Abs. 2 Satz 1 FGO-- dargelegt werden, dass die Voraussetzungen des § 133a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 FGO vorliegen. Dies erfordert die schlüssige, substantiierte und nachvollziehbare Darstellung, zu welchen Sach- oder Rechtsfragen der Rügeführer sich in dem rechtskräftig abgeschlossenen Verfahren nicht habe äußern können, welches entscheidungserhebliche Vorbringen des Rügeführers das Gericht unter Verstoß gegen Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes nicht zur Kenntnis genommen oder in Erwägung gezogen habe und woraus der Rügeführer dies meint folgern zu können (z.B. Beschlüsse des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 26. November 2008 VII S 28/08, BFH/NV 2009, 409; vom 3. November 2010 X S 28/10, BFH/NV 2011, 203; Gräber/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., § 133a Rz 12, m.w.N.). Daran fehlt es hier.

4 Die Rügeführerin tritt dem Senatsbeschluss in ihrer Rügeschrift vom 2. Januar 2014 insoweit entgegen, als dieser eine Divergenz des FG-Urteils zu dem BFH-Beschluss vom 24. April 2009 IV B 104/07 (BFH/NV 2009, 1398) als in der seinerzeitigen Beschwerdebegründung nicht schlüssig dargetan angesehen hat und versucht erneut, die behauptete Divergenz zu begründen. Ihrem Vorbringen ist jedoch nicht konkret zu entnehmen, inwiefern der Senat im Rahmen des angefochtenen Beschlusses das rechtliche Gehör der Rügeführerin verletzt haben soll.

5 Das nicht von dem prozessbevollmächtigten Rechtsanwalt und Steuerberater stammende und unterzeichnete Vorbringen des Geschäftsführers der Rügeführerin in den Schreiben vom 2. und 24. Januar 2014 durfte der Senat bei seiner Entscheidung nicht berücksichtigen, weil es aufgrund des beim BFH --auch im Rahmen der Anhörungsrüge gegen einen eine Nichtzulassungsbeschwerde verwerfenden Beschluss (BFH-Beschluss vom 22. Juli 2010 V S 8/10, BFH/NV 2010, 2095)-- bestehenden Vertretungszwangs (§ 62 Abs. 4 i.V.m. Abs. 2 Satz 1 FGO) verfahrensrechtlich unbeachtlich ist. Die fehlende Postulationsfähigkeit des Geschäftsführers lässt sich nicht dadurch überspielen, dass er "im Auftrag" des Prozessbevollmächtigten auftritt (vgl. Gräber/Stapperfend, a.a.O., § 62 Rz 56).

6 Die Kostenpflicht für das Rügeverfahren ergibt sich aus Nr. 6400 des Kostenverzeichnisses zum Gerichtskostengesetz --GKG-- (Anlage 1 zu § 3 Abs. 2 GKG i.d.F. des Zweiten Gesetzes zur Modernisierung des Kostenrechts vom 23. Juli 2013, BGBl I 2013, 2586). Es fällt eine Festgebühr von 60 € an.

Palavras-chave

hearing complaintmandatory representationinadmissibilityright to be heardprocedural irrelevancecourt costs

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Questão jurídica principal

Whether the hearing complaint was sufficiently substantiated under Section 133a FGO

Decisão extraída

No. The complaint did not specifically and substantively explain what the complainant could not address, what decisive argument was overlooked, and why a hearing violation was alleged.

Fundamentação extraída

Section 133a(2) sentence 5 FGO requires a coherent, substantiated showing of a violation of the right to be heard within the filing period; the submission failed to meet that standard.

Questão jurídica principal

Whether submissions by the managing director could be considered despite the representation requirement before the BFH

Decisão extraída

No. Submissions not filed by the authorized process representative were procedurally irrelevant, even if made 'on behalf of' the representative.

Fundamentação extraída

Because representation by counsel is mandatory before the BFH under Sections 62(4) and 62(2) sentence 1 FGO, a non-postulation-capable managing director cannot validly act in the proceedings; that defect is not cured by acting 'on behalf of' the lawyer.

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