Non-admission complaint requires grounds for each alternative reasoning

BFH IV B 77/10Bfh / Divisão 430 de ago. de 2011Dismissed

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Resumo Omnilex

The BFH rejected the taxpayer’s non-admission complaint as inadmissible. The challenged FG judgment had two independent cumulative reasons for denying deduction of loan interest: lack of business motivation and insufficient substantiation regarding the continued existence of the refinanced receivables. The complaint addressed only the first reason and therefore failed to satisfy § 116(3) sentence 3 FGO. The court added that none of the asserted grounds for leave, nor alleged procedural defects, justified admission of the revision.

Sumário Omnilex

§ 116 Abs. 3 S. 3 FGO, § 115 Abs. 2 FGO; bei kumulativer Begründung der Vorentscheidung muss der Beschwerdeführer für jede selbständig tragende Begründung einen Zulassungsgrund schlüssig darlegen. Greift die Beschwerde nur eine von mehreren selbständigen Erwägungen an, ist sie unzulässig. Eine Zulassung kommt auch nicht in Betracht, wenn weder Divergenz, grundsätzliche Bedeutung, Fortbildungsbedarf noch ein Verfahrensmangel hinreichend aufgezeigt wird; bloße abweichende Rechtsauffassung oder fallbezogene Subsumtionsrügen genügen nicht.

Texto completo

BFH — IV B 77/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-08-30

Aktenzeichen: IV B 77/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 115 Abs 2 FGO, § 116 Abs 3 S 3 FGO

Vorinstanz: vorgehend FG Köln, 11. Juni 2010, Az: 15 K 4053/03, Urteil

Spruchkörper: 4. Senat

Titelzeile

Nichtzulassungsbeschwerde: Darlegung eines Zulassungsgrundes bei kumulativer Urteilsbegründung

Leitsatz

NV: Ist das angefochtene Urteil kumulativ auf mehrere Begründungen gestützt, die jede für sich nach Auffassung des FG das Entscheidungsergebnis tragen, so muss hinsichtlich jeder Begründung ein Zulassungsgrund geltend gemacht werden.

Gründe

1 Die Beschwerde ist unzulässig und war deshalb zu verwerfen.

2 Die Klägerin und Beschwerdeführerin (Klägerin) hat die Voraussetzungen für eine Zulassung der Revision nicht den Anforderungen des § 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) entsprechend schlüssig dargelegt. Nach dieser Vorschrift sind in der Beschwerdeschrift die geltend gemachten Zulassungsgründe darzulegen. Ist das angefochtene Urteil kumulativ auf mehrere Begründungen gestützt, die jede für sich nach Auffassung des Finanzgerichts (FG) das Entscheidungsergebnis tragen, so muss nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) hinsichtlich jeder Begründung ein Zulassungsgrund i.S. des § 115 Abs. 2 FGO geltend gemacht werden (vgl. z.B. BFH-Beschlüsse vom 2. Mai 1974 IV B 3/74, BFHE 112, 337, BStBl II 1974, 524, und vom 12. Mai 2000 IV B 74/99, BFH/NV 2000, 1133). Dies ist hier nicht geschehen.

3 Das FG hat die als Betriebsausgaben geltend gemachten Darlehenszinsen mit der kumulativen Begründung nicht berücksichtigt, dass einerseits die Zahlungen durch die Betriebs-GmbH (Vorgängerfirma der Klägerin) an die X-Firmen und die zur Refinanzierung dieser Zahlungen aufgenommenen Darlehen nicht durch den Geschäftsbetrieb der Betriebs-GmbH, sondern durch familiäre, außerbetriebliche Gründe veranlasst gewesen seien (1. Begründung). Anderseits seien die Zinsen im Streitjahr bei unterstellter zunächst gegebener betrieblicher Veranlassung nicht als Betriebsausgaben abzugsfähig, da die Klägerin zu dem Fortbestand der mit den Darlehen refinanzierten Forderungen keine ausreichenden Angaben gemäß § 90 Abs. 2 der Abgabenordnung gemacht hat. Es sei nicht auszuschließen, dass die Forderungen möglicherweise durch Tilgung oder Verzicht untergegangen seien (2. Begründung).

4 Die von der Beschwerde geltend gemachten Zulassungsgründe beziehen sich ausschließlich auf die 1. Begründung des FG. Mit der Beschwerde hätte aber ebenfalls dargelegt werden müssen, dass auch hinsichtlich der 2. Begründung ein Zulassungsgrund i.S. des § 115 Abs. 2 FGO vorliegt. Dies ist indes nicht geschehen.

5 Nur zur Klarstellung weist der Senat darauf hin, dass eine Zulassung der Revision aus den von der Klägerin im Einzelnen und sehr umfangreich dargelegten Gründen ebenfalls nicht in Betracht gekommen wäre. Die Vorentscheidung weicht nicht von den in der Beschwerde genannten BFH-Entscheidungen ab. Ebenso wenig liegt ein qualifizierter Rechtsanwendungsfehler vor. Die Rechtssache hat auch weder grundsätzliche Bedeutung noch ist insoweit eine Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts erforderlich. Der Streitfall erschöpft sich in der Entscheidung des konkreten Einzelfalls.

6 Auch die von der Beschwerde gerügten Verfahrensmängel liegen nicht vor. Das FG hat die ihm obliegende Sachaufklärungspflicht gemäß § 76 Abs. 1 FGO nicht verletzt. Ein Verstoß gegen Art. 103 des Grundgesetzes, § 96 Abs. 2 FGO und damit das Vorliegen einer Überraschungsentscheidung wird durch die Beschwerde nicht nachvollziehbar dargelegt. Das weitere Beschwerdevorbringen rechtfertigt schließlich auch nicht die Annahme, das FG habe gegen § 96 Abs. 1 und Abs. 2 FGO verstoßen.

Palavras-chave

non-admission complaintalternative groundsburden of substantiationtax deductionsprocedural admissibilityrevisionhearing rightduty to investigate

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Questão jurídica principal

Whether the non-admission complaint sufficiently set out a ground for leave to appeal under § 116(3) sentence 3 FGO when the FG judgment rested on two alternative grounds.

Decisão extraída

No. If the lower judgment is cumulatively based on several independent grounds, a ground for leave must be asserted for each ground supporting the result.

Fundamentação extraída

The complaint attacked only the first reasoning of the FG. It did not address the second, independent reason concerning insufficient substantiation under § 90(2) AO, so the complaint did not meet the statutory pleading requirements.

Questão jurídica principal

Whether there were other reasons to allow revision, such as deviation, qualified legal error, fundamental importance, or procedural defects.

Decisão extraída

No such reason existed.

Fundamentação extraída

The court stated, by way of clarification, that the case did not deviate from cited BFH case law, did not show a qualified legal error, had no fundamental importance, and did not reveal procedural defects such as a breach of the duty to investigate or of the right to be heard.

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