Minor partial payments can defeat preferential taxation

BFH IX B 59/11Bfh / Division 920 de jun. de 2011Dismissed

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Resumo Omnilex

The taxpayers sought admission of their complaint against a lower court judgment denying preferential taxation of a severance payment. The BFH held that the relevant legal question about the harmfulness of minor partial payments is already settled in its case law and that no divergent reasoning by the FG was shown. Because no special factual circumstances existed and the total partial payments of EUR 15,815 were not merely insignificant in relation to the main compensation of EUR 139,307, the complaint failed.

Sumário Omnilex

§ 115 Abs. 2 No. 2 FGO; admissibility of a complaint for divergence or legal development concerning the impact of partial payments on preferential taxation of compensation under § 34 EStG. The harmfulness of minor partial payments is assessed, as a rule, without a rigid percentage threshold, by reference to whether the taxpayer's individual tax burden creates an exceptional situation (consid. 2). If no special factual circumstances explain or characterize the partial payments, their relevance is determined primarily by their amount. Partial payments totaling 10.2% of the main compensation were rightly treated as no longer minor and thus as defeating preferential taxation in the year at issue (consid. 3).

Texto completo

BFH — IX B 59/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-06-20

Aktenzeichen: IX B 59/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 34 EStG 2009, § 115 Abs 2 Nr 2 FGO, § 118 Abs 2 FGO

Vorinstanz: vorgehend Niedersächsisches Finanzgericht, 1. Februar 2011, Az: 8 K 343/10, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Außerordentliche Einkünfte aus Entschädigungen - geringfügige oder schädliche Teilleistung

Leitsatz

  1. NV: Die Frage nach der Schädlichkeit oder Unschädlichkeit von geringfügigen Teilleistungen im Hinblick auf die ermäßigte Besteuerung einer ganz überwiegenden Hauptentschädigungsleistung bestimmt sich - grundsätzlich ohne starre Prozentgrenze - nach dem Vorliegen einer Ausnahmesituation in der individuellen Steuerbelastung des einzelnen Steuerpflichtigen .

  2. NV: Sind keine besonderen tatsächlichen Umstände erkennbar, die die Teilleistungen bedingen oder prägen, ist die Frage, ob die Teilleistung der Außerordentlichkeit der Hauptentschädigungszahlung entgegensteht, allein ausgehend von der Höhe der Teilleistungen zu beurteilen. Danach hat das FG die Teilleistungen i.H.v. insgesamt 15.815 € (=10,2 % von 139.307 €) zutreffend als nicht mehr geringfügig und damit schädlich für eine ermäßigte Besteuerung der Hauptentschädigungsleistung im Streitjahr angesehen .

Gründe

1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Es bleibt dahingestellt, ob ihre Begründung überhaupt den Darlegungsanforderungen des § 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) entspricht.

2 Der von den Klägern und Beschwerdeführern (Kläger) geltend gemachte Zulassungsgrund i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO ist nicht gegeben. Denn eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung ist nicht erforderlich. Die Rechtsfrage nach der Schädlichkeit oder Unschädlichkeit von geringfügigen Teilleistungen im Hinblick auf die ermäßigte Besteuerung einer ganz überwiegenden Hauptentschädigungsleistung ist durch die BFH-Rechtsprechung geklärt; sie bestimmt sich --grundsätzlich ohne starre Prozentgrenze-- nach dem Vorliegen einer Ausnahmesituation in der individuellen Steuerbelastung des einzelnen Steuerpflichtigen (vgl. BFH-Urteile vom 26. Januar 2011 IX R 20/10, BFHE 232, 471; sowie vom 25. August 2009 IX R 11/09, BFHE 226, 265, BStBl II 2011, 27; vom 11. Mai 2010 IX R 39/09, BFH/NV 2010, 1801); das Urteil des Finanzgerichts (FG) divergiert auch nicht von dieser Rechtsprechung.

3 Nach den nicht mit Verfahrensrügen angegriffenen und damit den erkennenden Senat bindenden Feststellungen des FG (vgl. § 118 Abs. 2 FGO) sind die --neben der Hauptentschädigungsleistung in Höhe von 139.307 € (im Streitjahr 2009)-- an den Kläger gezahlten Teilleistungen in Höhe von 13.815 € (2007) und 2.000 € (2008) nicht aus Gründen der sozialen Fürsorge als ergänzende Entschädigungszusatzleistungen gewährt worden. Da überdies im Streitfall keine besonderen tatsächlichen Umstände erkennbar sind, die die Teilleistungen bedingen oder prägen, ist die Frage, ob die Teilleistung der Außerordentlichkeit der Hauptentschädigungszahlung im Streitjahr entgegensteht, allein ausgehend von der Höhe der Teilleistungen zu beurteilen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 232, 471). Danach hat das FG die Teilleistungen in Höhe von insgesamt 15.815 € (= 10,2 %), die zudem mit der Hauptentschädigungsleistung in drei Veranlagungszeiträumen gezahlt worden sind, zutreffend als nicht mehr geringfügig und damit schädlich für eine ermäßigte Besteuerung der Hauptentschädigungsleistung im Streitjahr angesehen.

Palavras-chave

severance paymentpartial paymentpreferential taxationdivergenceleave to appealexceptional situation

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Questão jurídica principal

Whether leave to appeal should be granted for divergence or need for legal development under § 115(2) No. 2 FGO regarding the effect of minor partial payments on preferential taxation of a main compensation payment.

Decisão extraída

No. The legal question is already settled. Without special circumstances, the effect of partial payments depends mainly on their amount; here the total partial payments were not minor and were harmful to preferential taxation.

Fundamentação extraída

The Federal Fiscal Court held that its case law already clarifies that there is no rigid percentage threshold; the assessment turns on whether the taxpayer's individual tax burden presents an exceptional situation. The FG applied this approach correctly and did not depart from existing case law.

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