Main case moot; FG competent to decide counsel necessity

BFH V B 61/10Bfh / Divisão 523 de fev. de 2011Other

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The tax office amended the VAT assessments for 2000 and 2001 after the non-admission complaint had been filed, fully satisfying the claim. Both parties then declared the main proceedings moot. The BFH held that only the costs remained to be decided and ordered them against the tax office. It further stated that the fiscal court, not the BFH, is competent to decide whether retaining counsel for the extrajudicial pre-procedure was necessary, even when the mootness declarations are made only before the BFH.

Sumário Omnilex

§ 143 Abs. 1 i.V.m. § 138 Abs. 1, 2 FGO; Zuständigkeit für die Entscheidung über die Notwendigkeit der Zuziehung eines Bevollmächtigten im Vorverfahren: Erklären die Beteiligten den Rechtsstreit erst im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren vor dem BFH übereinstimmend für erledigt, wird das angefochtene Urteil gegenstandslos; zu befinden ist nur noch über die Kosten nach Maßgabe des durch die Erledigung veranlassten Obsiegens und Unterliegens. Für die Entscheidung nach § 139 Abs. 3 Satz 3 FGO bleibt das FG zuständig; die spätere Erledigungserklärung im Rechtsmittelverfahren verlagert diese Kompetenz nicht auf den BFH (vgl. consid. 1 und 3).

Texto completo

BFH — V B 61/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-02-23

Aktenzeichen: V B 61/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 138 Abs 1 FGO, § 138 Abs 2 FGO, § 139 Abs 3 S 3 FGO, § 143 Abs 1 FGO

Vorinstanz: vorgehend FG Münster, 18. Mai 2010, Az: 15 K 4721/06 U, Urteil

Spruchkörper: 5. Senat

Titelzeile

Erledigung der Hauptsache im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren; Hinzuziehung eines Bevollmächtigten für das außergerichtliche Vorverfahren

Leitsatz

NV: Für die Entscheidung, ob die Hinzuziehung eines Bevollmächtigten für das außergerichtliche Vorverfahren notwendig war, ist das FG auch dann zuständig, wenn die übereinstimmenden Erledigungserklärungen erst im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren vor dem BFH abgegeben werden .

Tatbestand

1 I. Nach Anhängigkeit der Nichtzulassungsbeschwerde hat der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt --FA--) mit den geänderten Umsatzsteuerbescheiden 2000 und 2001 vom 4. Februar 2011 dem Klagebegehren in vollem Umfang entsprochen und die Hauptsache für erledigt erklärt.

2 Die Klägerin und Beschwerdeführerin hat mit Schriftsatz vom 11. Februar 2011 den Rechtsstreit ebenfalls in der Hauptsache für erledigt erklärt und beantragt, dem FA die Kosten aufzuerlegen sowie die Hinzuziehung eines Bevollmächtigten im Vorverfahren für notwendig zu erklären.

Entscheidungsgründe

3 II. 1. Nachdem die Beteiligten den Rechtsstreit in der Hauptsache für erledigt erklärt haben, war nur noch durch Beschluss über die Kosten des Verfahrens zu entscheiden (§ 143 Abs. 1 i.V.m. § 138 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung --FGO--). Da die Erklärungen der Beteiligten erst im Nichtzulassungsverfahren abgegeben wurden, ist das angefochtene Urteil einschließlich der darin enthaltenen Kostenentscheidung gegenstandslos geworden (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 14. Februar 2006 V R 57/03, BFH/NV 2006, 1121 zur Erledigung im Revisionsverfahren).

4 2. Die Kosten waren nach § 143 Abs. 1 i.V.m. § 138 Abs. 2 Satz 1 FGO dem FA aufzuerlegen. Denn die Erledigung des Rechtsstreits ist dadurch eingetreten, dass das FA mit den geänderten Umsatzsteuerbescheiden 2000 und 2001 vom 4. Februar 2011 dem Klagebegehren in vollem Umfang entsprochen hat.

5 3. Für die Entscheidung darüber, ob die Hinzuziehung eines Bevollmächtigten für das außergerichtliche Vorverfahren notwendig war (§ 139 Abs. 3 Satz 3 FGO) ist das Finanzgericht zuständig (vgl. BFH-Beschluss vom 25. Juni 2002 X B 165/01, BFH/NV 2002, 1332). Das gilt auch, wenn die übereinstimmenden Erklärungen zur Erledigung der Hauptsache erst vor dem BFH abgegeben werden (vgl. BFH-Beschluss vom 25. Januar 1994 V R 128/85, BFH/NV 1995, 918).

Palavras-chave

tax proceduremootnesscost allocationpre-litigation representationcompetence of court

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Questão jurídica principal

Who must bear the costs after the main case became moot in the non-admission complaint proceedings?

Decisão extraída

The costs were imposed on the tax office because the dispute became moot after it fully granted the taxpayer's claim by issuing the amended assessments.

Fundamentação extraída

Under Section 143(1) in conjunction with Section 138(2) sentence 1 FGO, costs follow the party whose action caused the mootness; here the tax office satisfied the claim in full.

Questão jurídica principal

Which court is competent to decide on the necessity of engaging a representative for the extrajudicial pre-procedure?

Decisão extraída

The fiscal court remains competent to decide that question even if the parties declare mootness only before the Federal Fiscal Court.

Fundamentação extraída

Section 139(3) sentence 3 FGO assigns this decision to the fiscal court; the later declarations of mootness in the complaint proceedings do not change that allocation.

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