No leave to appeal based on attacks on fact-finding

BFH IX B 25/10Bfh / Division 921 de jun. de 2010Dismissed

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Resumo Omnilex

The BFH dismissed the taxpayers' non-admission complaint against a Munich Fiscal Court judgment concerning income from a holiday apartment. The complaint mainly attacked the fiscal court's assessment of evidence, especially its finding that the apartment had been partially self-used. The BFH held that such objections cannot justify leave to appeal. It also found no divergence or need for clarification regarding the 30-year surplus forecast for partly self-used holiday apartments, nor any breach of the duty to investigate, because the taxpayers' asserted investment intent was legally irrelevant under the fiscal court's approach.

Sumário Omnilex

Art. 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO; attacks on the fiscal court's assessment of evidence do not justify leave to appeal. The question whether a holiday apartment was partly self-used or continuously offered for rent is a matter of fact to be decided by the fiscal court on the basis of the overall record; a non-admission complaint cannot successfully replace that assessment with its own view. No need for clarification exists where the challenged legal propositions correspond to established BFH case law. If the lower court's legal view renders a further factual inquiry immaterial, there is likewise no breach of the duty to investigate (Art. 76 FGO).

Texto completo

BFH — IX B 25/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-06-21

Aktenzeichen: IX B 25/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 21 Abs 1 EStG 2002, § 21 Abs 2 S 1 Nr 2 EStG 2002, § 115 Abs 2 Nr 2 FGO

Vorinstanz: vorgehend FG München, 22. Dezember 2009, Az: 6 K 1691/06, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Keine Revisionszulassung mit Angriffen gegen die Beweiswürdigung des FG

Leitsatz

NV: Angriffe gegen die Beweiswürdigung des FG können die Revisionszulassung nicht rechtfertigen.

Gründe

1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg.

2 1. Soweit die Kläger und Beschwerdeführer (Kläger) eine Revisionszulassung gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Sicherung der Rechtseinheit und zur Rechtsfortbildung begehren, entspricht der von ihnen hervorgehobene abstrakte Rechtssatz des Finanzgerichts (FG), wonach bei einer auch teilweise selbstgenutzten Ferienwohnung zwingend eine auf 30 Jahre angelegte Prognose zur Ermittlung der Überschusserzielungsabsicht anzustellen sei, der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH), so insbesondere in dem von den Klägern selbst herangezogenen Urteil des BFH vom 6. November 2001 IX R 97/00 (BFHE 197, 151, BStBl II 2002, 726). Insoweit besteht kein Klärungsbedarf. Gleiches gilt für den Rechtssatz, dass bei einer ausschließlich an wechselnde Feriengäste vermieteten und in der übrigen Zeit hierfür bereitgehaltenen Ferienwohnung ohne weitere Prüfung von der Überschusserzielungsabsicht des Steuerpflichtigen auszugehen ist (s. BFH-Urteil in BFHE 197, 151, BStBl II 2002, 726).

3 In der Sache wenden sich die Kläger gegen die Beweiswürdigung des FG, welches davon ausging, dass das streitbefangene Appartement teils auch selbstgenutzt wurde. Dahin gehende Einwände können die Revisionszulassung indes nicht rechtfertigen, insbesondere sind damit die Voraussetzungen von § 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO nicht dargetan; denn ob eine Selbstnutzung vorliegt oder die Ferienwohnung ohne jegliche Selbstnutzung dauernd zur Vermietung angeboten und bereitgehalten worden ist, hat das FG nach seiner aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen Überzeugung zu entscheiden (BFH-Urteil in BFHE 197, 151, BStBl II 2002, 726).

4 Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem Vortrag der Kläger, zugunsten des Steuerpflichtigen könne von einer ausschließlichen Vermietung ausgegangen werden, wenn er glaubhaft mache, dass er die Entscheidung über die Vermietung einem ihm nicht nahestehenden Vermittler übertragen und eine Eigennutzung vertraglich für das Gesamtjahr ausgeschlossen habe. Auch insoweit wenden sich die Kläger lediglich gegen die Beweiswürdigung des FG, wonach sich die Kläger eine Eigennutzung der Ferienwohnung vorbehalten hatten.

5 Auch soweit die Kläger meinen, das FG weiche vom BFH-Urteil in BFHE 197, 151, BStBl II 2002, 726 ab, da es davon ausgehe, dass die Prognose der Überschusserzielungsabsicht nicht nur zu Beginn des Erwerbs der Ferienwohnung vorzunehmen sei, sondern dass eine derartige Prognose auch zu einem beliebigen Zeitpunkt unter Berücksichtigung der zwischenzeitlich gewonnenen Erkenntnisse vorgenommen werden könne, liegt die behauptete Divergenz nicht vor. Denn das FG bezieht sich explizit auf das genannte BFH-Urteil und wendet dieses auf den Streitfall an.

6 Soweit die Kläger meinen, durch die Vorlage des Mietvertrages mit der Klagebegründung hätten sie die Überschusserzielungsabsicht nachgewiesen, wenden sie sich wiederum gegen die Beweiswürdigung des FG, machen damit aber keinen Revisionszulassungsgrund geltend. Gleiches gilt, soweit sie erstmalig im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren einen Auszug aus dem Verkaufsprospekt vorlegen; die Fehlerhaftigkeit der Beweiswürdigung des FG kann nicht im Wege der Nichtzulassungsbeschwerde erfolgreich angegriffen werden.

7 Auch eine Divergenz zu den Urteilen des BFH vom 28. November 2007 IX R 9/06 (BFHE 220, 63, BStBl II 2008, 515) und vom 30. September 1997 IX R 80/94 (BFHE 184, 406, BStBl II 1998, 771) besteht nicht. Beide Judikate betreffen keine Ferienwohnungen.

8 2. Da es nach der materiell-rechtlichen Rechtsauffassung des FG nicht auf die Intention der Kläger, das streitbefangene Appartement als Kapitalanlage nutzen zu wollen, ankam, hat das FG auch seine Sachaufklärungspflicht (§ 76 FGO) nicht verletzt, indem es keine weitere Sachaufklärung hierzu angestellt hat.

9 3. Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 116 Abs. 5 Satz 2 2. Halbsatz FGO abgesehen.

Palavras-chave

non-admission complaintevidence assessmentholiday apartmentsurplus intentself-useduty to investigatedivergenceleave to appeal

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether leave to appeal should be granted for alleged need to secure uniform case law and develop the law.

Decisão extraída

No. The challenged legal propositions matched existing BFH case law, so there was no need for clarification.

Fundamentação extraída

The fiscal court's abstract statements on the 30-year profit forecast for partly self-used holiday apartments and on presuming surplus-intent for exclusively rented holiday apartments were consistent with established BFH precedent.

Questão jurídica principal

Whether the appellants could challenge the fiscal court's factual finding of partial self-use in a non-admission complaint.

Decisão extraída

No. Attacks on the fiscal court's assessment of evidence cannot justify leave to appeal.

Fundamentação extraída

Whether self-use existed or the apartment was continuously offered for rent was for the fiscal court to decide from the overall record; the complaint merely disputed that evaluation.

Questão jurídica principal

Whether an alleged divergence from BFH case law on the timing of the surplus-intent prognosis existed.

Decisão extraída

No divergence existed, because the fiscal court expressly relied on and applied the cited BFH decision.

Fundamentação extraída

The fiscal court did not adopt a contrary legal rule but applied the relevant precedent to the case.

Questão jurídica principal

Whether the fiscal court breached its duty to investigate by not further clarifying the taxpayers' investment intent.

Decisão extraída

No. Under the fiscal court's substantive view, the taxpayers' subjective investment intention was irrelevant, so additional inquiry was unnecessary.

Fundamentação extraída

The duty to investigate extends only to legally relevant facts; if the court's legal assessment made the point immaterial, no further clarification was required.

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