Court may require written power of attorney from tax adviser

BFH V B 7/09Bfh / Divisão 515 de abr. de 2010Dismissed

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Tax adviser X filed a non-admission complaint for the taxpayer after the taxpayer had informed the first-instance court that he had withdrawn X’s mandate. The BFH ordered X to produce a written power of attorney, but none was submitted. The court held that, although tax advisers are generally entitled to represent parties, a written power of attorney may be demanded where concrete indications show that the representative is not or is no longer authorized. Because such indications existed here, the complaint was inadmissible. Costs of the complaint proceedings were imposed on X as the representative acting without authority.

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§ 62 Abs. 6 FGO; admissibility of requiring written proof of authority from a representative listed in § 62 Abs. 2 Satz 1 FGO. Although the defect of authority is not automatically to be taken into account for such representatives, the court may, in the exercise of proper discretion, demand a written power of attorney where concrete indications show that the representative is not or is no longer effectively authorized. If the demanded proof is not produced, the procedural act filed by the purported representative is inadmissible. Costs may be charged to the representative acting without authority under § 135 Abs. 2 FGO.

Texto completo

BFH — V B 7/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-04-15

Aktenzeichen: V B 7/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 62 Abs 6 FGO

Vorinstanz: vorgehend FG München, 27. November 2008, Az: 14 K 1567/08, Urteil

Spruchkörper: 5. Senat

Titelzeile

Aufforderung zur Vorlage einer Prozessvollmacht

Leitsatz

NV: Im Verhältnis zu einer der in § 62 Abs. 6 Satz 4 FGO genannten Personen ist die Anforderung einer schriftlichen Prozessvollmacht ermessensgerecht, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass diese Person tatsächlich nicht oder nicht wirksam bevollmächtigt ist.

Tatbestand

1 I. Gegenstand des Rechtsstreits ist eine Nichtzulassungsbeschwerde, die Steuerberater X (StB X) im Namen des Klägers und Beschwerdeführers (Kläger) eingelegt hat. Die Nichtzulassungsbeschwerde bezieht sich auf ein Verfahren vor dem Finanzgericht (FG), in dem der Kläger zunächst von StB X vertreten worden war. Während des erstinstanzlichen Rechtsstreits teilte der Kläger dem FG mit Schreiben vom 31. Oktober 2008 mit, dass er StB X das Mandat entzogen habe.

2 Im Verlauf des Beschwerdeverfahrens hat die Geschäftsstelle des erkennenden Senats des Bundesfinanzhofs (BFH) StB X auf richterliche Anordnung u.a. aufgefordert, eine Prozessvollmacht des Klägers vorzulegen. StB X hat trotz des Hinweises auf das Schreiben des Klägers an das FG vom 31. Oktober 2008 und die Aufforderung, bis zum 27. Oktober 2009 eine Prozessvollmacht vorzulegen, bis heute keine Prozessvollmacht vorgelegt.

Entscheidungsgründe

3 II. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig, da StB X seine Bevollmächtigung durch den Kläger nicht nachgewiesen hat.

4 1. Nach § 62 Abs. 2 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) können sich im finanzgerichtlichen Verfahren die Beteiligten durch Bevollmächtigte vertreten lassen. Die Bevollmächtigung ist durch eine schriftliche Vollmacht nachzuweisen (§ 62 Abs. 6 Satz 1 FGO). Das Gericht hat den Mangel der Vollmacht von Amts wegen zu berücksichtigen (§ 62 Abs. 6 Satz 4 FGO); das gilt allerdings nicht, wenn als Bevollmächtigter eine Person i.S. des § 62 Abs. 2 Satz 1 FGO auftritt (§ 62 Abs. 6 Satz 4 FGO). Das gilt auch für das Revisionsverfahren (§ 121 Satz 1 FGO) und gleichermaßen für das Beschwerdeverfahren.

5 2. Im Streitfall hat StB X eine vom Kläger ausgestellte Prozessvollmacht trotz Aufforderung nicht vorgelegt. Dieser Mangel muss zwar nicht gemäß § 62 Abs. 6 Satz 4 FGO zwingend berücksichtigt werden, da StB X als Steuerberater eine Person i.S. des § 3 Nr. 1 des Steuerberatungsgesetzes i.V.m. § 62 Abs. 2 Satz 1 FGO ist. Daraus folgt aber nicht, dass das Fehlen der Prozessvollmacht unbeachtlich ist. Vielmehr ist in einem solchen Fall nach pflichtgemäßem Ermessen darüber zu entscheiden, ob die Vorlage einer Vollmacht für notwendig erachtet wird oder nicht (Loose in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 62 FGO Rz 53; Stapperfend in Gräber, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., § 62 Rz 44, m.w.N.). Kommt das Gericht dabei zu dem Ergebnis, dass die Vorlage der Vollmacht nicht verzichtbar ist, so ist der von dem vollmachtlosen Vertreter eingelegte Rechtsbehelf als unzulässig zu verwerfen (BFH-Beschluss vom 11. November 2009 I B 153/09, BFH/NV 2010, 904).

6 3. Im Verhältnis zu einer der in § 62 Abs. 6 Satz 4 FGO genannten Personen ist die Anforderung einer schriftlichen Prozessvollmacht ermessensgerecht, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass diese Person tatsächlich nicht oder nicht wirksam bevollmächtigt ist (BFH-Urteil vom 11. Februar 2003 VII R 18/02, BFHE 201, 409, BStBl II 2003, 606; Stapperfend in Gräber, a.a.O., § 62 Rz 46; Loose in Tipke/ Kruse, a.a.O., § 62 FGO Rz 54, m.w.N.). Solche Anhaltspunkte bestehen im Streitfall deshalb, weil der Kläger nach Aktenlage im erstinstanzlichen Verfahren StB X das Mandat entzogen hat und StB X daraufhin nicht mehr für ihn aufgetreten ist. Dies weist darauf hin, dass die möglicherweise ursprünglich bestehende Vollmacht des StB X erloschen und in der Folge nicht erneut erteilt worden ist. Angesichts dessen ist der Mangel der Vollmacht im vorliegenden Verfahren zu berücksichtigen mit der Folge, dass die Nichtzulassungsbeschwerde als unzulässig zu verwerfen ist.

7 4. Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind StB X als vollmachtlosem Vertreter aufzuerlegen (vgl. BFH-Beschluss vom 24. August 1998 VII B 118/98, BFH/NV 1999, 212).

Palavras-chave

power of attorneytax procedurerepresentationinadmissibilitycostsdiscretionauthorizationnon-admission complaint

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Questão jurídica principal

Whether the non-admission complaint was admissible despite the absence of a written power of attorney for the tax adviser.

Decisão extraída

The complaint was inadmissible because the tax adviser did not prove authorization; where concrete indications exist that a listed representative is not or is no longer effectively authorized, the court may require production of a written power of attorney.

Fundamentação extraída

Although tax advisers are among the persons who may represent parties under the FGO and the defect is not automatically considered under § 62 Abs. 6 Satz 4 FGO, the court may exercise discretion to demand proof of authority. Here, the taxpayer had notified the FG that he had withdrawn the mandate and the adviser no longer appeared for him, indicating that any earlier authority had lapsed and was not renewed.

Questão jurídica principal

Who bears the costs of the complaint proceedings?

Decisão extraída

The costs were imposed on the unprivileged representative acting without authority.

Fundamentação extraída

The cost order follows from the procedural loss; costs of the complaint proceedings are borne by the representative who acted without a valid power of attorney.

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