Non-admission complaint on rental income and hearing rights

BFH IX B 233/09Bfh / Division 910 de jun. de 2010Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Fiscal Court dismissed the complainants' non-admission complaint against an FG Berlin-Brandenburg judgment concerning rental income from a lease with their son. It held that the alleged priority of an intent to earn income was irrelevant because such intent is examined only after an objectively established income-producing activity exists; here the lease was not tax-recognized because its actual performance was not proven. The court also rejected the asserted violation of the right to be heard, noting that the complainants argued from a different factual basis than the FG and that hearing rights do not require the court to adopt a party's view. Alleged factual and legal errors could not support admission of the revision.

Sumário Omnilex

§ 115 Abs. 2 Nr. 1, Nr. 2 Alt. 1, Nr. 3 FGO; § 96 Abs. 2 FGO; Art. 103 Abs. 1 GG: Die Einkünfteerzielungsabsicht ist als subjektives Tatbestandsmerkmal erst zu prüfen, wenn eine objektiv auf Einkünfteerzielung gerichtete Tätigkeit festgestellt ist; fehlt es an der steuerlichen Anerkennung eines behaupteten Mietverhältnisses wegen nicht nachgewiesener tatsächlicher Durchführung, kommt es auf die Einkünfteerzielungsabsicht und auf Fragen verbilligter Vermietung nicht an. Rechtliches Gehör verpflichtet das FG nicht, der Rechtsauffassung eines Beteiligten zu folgen; ein Gehörsverstoß liegt nicht vor, wenn das Gericht von einem anderen, prozessordnungsgemäß erörterten Sachverhalt ausgeht. Materiell-rechtliche Fehler und bloße abweichende Tatsachenwürdigung ersetzen keinen Zulassungsgrund (vgl. consid. 2-4).

Texto completo

BFH — IX B 233/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-06-10

Aktenzeichen: IX B 233/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 96 Abs 2 FGO, § 115 Abs 2 Nr 1 FGO, § 115 Abs 2 Nr 2 Alt 1 FGO, § 115 Abs 2 Nr 3 FGO, § 116 Abs 3 S 3 FGO, § 21 Abs 1 Nr 1 EStG

Vorinstanz: vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg, 18. November 2009, Az: 8 K 8051/08, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Prüfung der Einkünfteerzielungsabsicht - rechtliches Gehör

Leitsatz

  1. NV: Nach der Systematik des Einkommensteuergesetzes stellt sich die Frage der Einkünfteerzielungsabsicht als subjektives Tatbestandsmerkmal erst, nachdem eine auf Einkünfteerzielung gerichtete Tätigkeit als objektiver Tatbestand festgestellt wurde.

  2. NV: Die Gewährung rechtlichen Gehörs verlangt vom FG-- zumal bei einem anderen als dem vom FG festgestellten Sachverhalt-- nicht, der von einem Beteiligten vertretenen Ansicht zu folgen.

Gründe

1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die geltend gemachten Zulassungsgründe sind nicht gegeben.

2 1. Die Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO), auch bedarf es keiner Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 2 1. Alternative FGO. Die aufgeworfene Rechtsfrage nach dem (vermeintlichen) Vorrang der (bei dauerhafter Vermietung) zu unterstellenden Einkünfteerzielungsabsicht vor der Prüfung des zugrundeliegenden Mietverhältnisses unter nahen Angehörigen ist entgegen der Ansicht der Kläger und Beschwerdeführer (Kläger) mit dem Finanzgericht (FG) zu beantworten. Denn nach der Systematik des Gesetzes und ständiger Rechtsprechung stellt sich die Frage der Einkünfteerzielungsabsicht als subjektives Tatbestandsmerkmal erst, nachdem eine auf Einkünfteerzielung gerichtete Tätigkeit (als objektiver Tatbestand) festgestellt wurde. Daran mangelt es aber im Streitfall, wenn das zugrundeliegende Mietverhältnis zwischen den Klägern und ihrem Sohn steuerrechtlich wegen nicht nachgewiesener tatsächlicher Durchführung vom FG in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise nicht anerkannt wurde (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 27. Juli 2004 IX R 73/01, BFH/NV 2005, 192, unter II.4.; vom 31. Juli 2007 IX R 8/07, BFH/NV 2008, 350; jeweils zum Fremdvergleich bei Mietverhältnissen unter nahen Angehörigen). Auf die Zweifel des FG am Abschluss eines mündlichen Mietvertrages wie auf die Frage einer verbilligten Vermietung i.S. von § 21 Abs. 2 EStG kommt es daher nicht an.

3 Darüber hinaus führt nach den Grundsätzen der Abschnittsbesteuerung allein eine bestimmte Beurteilung in einem Veranlagungszeitraum nicht zu einer Bindung der Finanzbehörde für künftige oder zurückliegende Steuerabschnitte (vgl. BFH-Urteile vom 19. November 1985 VIII R 25/85, BFHE 146, 32, BStBl II 1986, 520; vom 6. Dezember 1994 IX R 64/92, BFH/NV 1995, 869; vom 14. Oktober 2009 X R 37/07, BFH/NV 2010, 406, unter II.4. b, m.w.N.).

4 2. Es bleibt dahingestellt, ob der gerügte Verfahrensmangel (§ 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) der Verletzung des Anspruchs der Kläger auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, § 96 Abs. 2 FGO) hinreichend i.S. von § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO dargelegt wurde (zu den Anforderungen s. z.B. BFH-Beschlüsse vom 7. September 2006 IX B 199/05, BFH/NV 2007, 75, unter 3.; vom 30. Mai 2007 VI B 119/06, BFH/NV 2007, 1697; jeweils m.w.N.); jedenfalls liegt der Verstoß nicht vor. Denn die Kläger gehen bei ihren Ausführungen von einem anderen als dem vom FG festgestellten Sachverhalt (fehlende Durchführung des Mietverhältnisses) aus, worauf sich die Kläger angesichts der versuchten Aufklärungsmaßnahmen des FG hinsichtlich der Durchführung des Mietverhältnisses hätten einstellen können. Die Gewährung rechtlichen Gehörs verlangt vom Gericht aber nicht, der von einem Beteiligten vertretenen Ansicht zu folgen (vgl. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 11. Juni 2008 2 BvR 2062/07, Deutsches Verwaltungsblatt 2008, 1056). Ausweislich des Sitzungsprotokolls der mündlichen Verhandlung "erhielten die Beteiligten das Wort"; eine zulässige Sachaufklärungsrüge ist nicht erhoben worden.

5 3. Die Kläger setzen einen anderen (vermeintlich unstreitigen) Sachverhalt ("verbilligte Vermietung") anstelle dem des FG und rügen eine (am Einzelfall orientierte) unzutreffende Tatsachenwürdigung und fehlerhafte Rechtsanwendung durch das FG, also materiell-rechtliche Fehler; damit kann indes die Zulassung der Revision nicht erreicht werden (vgl. z.B. BFH-Beschlüsse vom 30. August 2007 IX B 104/07, BFH/NV 2007, 2144; vom 24. September 2008 IX B 110/08, BFH/NV 2009, 39).

Palavras-chave

income intentfamily rentalhearing rightnon-admission complaintfundamental significanceevidentiary assessmenttax procedure

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Questão jurídica principal

Whether the case raised a question of fundamental importance or required development of the law regarding presumed intent to generate income in long-term rental.

Decisão extraída

No. The intent to generate income is only examined after an objective income-producing activity has been established; because the lease was not recognized as actually performed, the issue did not arise.

Fundamentação extraída

Under the structure of the Income Tax Act and settled case law, the subjective element presupposes an objectively established activity directed at earning income. The FG's finding that the lease with the son was not proven and thus not tax-recognized was not objectionable in revision.

Questão jurídica principal

Whether the FG violated the right to be heard by not following the complainants' view of the facts and law.

Decisão extraída

No. Even if the complained-of procedural defect were sufficiently pleaded, no violation occurred.

Fundamentação extraída

The complainants argued from a different factual premise than the one found by the FG, namely an unproven lease actually performed. The court had provided opportunities to address the performance of the lease; hearing rights do not require the court to adopt a party's legal view.

Questão jurídica principal

Whether alleged factual errors and misapplication of law could justify admission of the revision.

Decisão extraída

No. Such complaints attack the FG's fact assessment and substantive application of law and do not establish a ground for admission.

Fundamentação extraída

The complainants merely substituted their own version of the facts for that of the FG. This is insufficient to obtain leave to appeal.

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