Inadmissible constitutional complaint; abuse fee reimposed

BVerfG 2 BvR 528/16Bverfg / 2. Senat 3. Kammer15 de jun. de 2016Inadmissible

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The Federal Constitutional Court did not accept the constitutional complaint because it was manifestly inadmissible and utterly unsubstantied. The filing consisted mainly of incoherent allegations, invective, obscenities, and offensive images, so no possible violation of fundamental rights was discernible. As a result, the request for interim relief became moot and legal aid with appointment of counsel was refused for lack of any prospect of success. Given the abusive use of the Court and the complainant's repeated filings, an abuse fee of EUR 2,500 was imposed.

Sumário Omnilex

§§ 23 Abs. 1 S. 2, 34 Abs. 2, 90 Abs. 1, 92, 93a Abs. 2 BVerfGG; substantiation requirements and abuse fee: A constitutional complaint is inadmissible if its reasoning does not, even in essence, allow any review of a possible violation of rights because it lacks coherent factual and legal substantiation. Mere invective, wholly disjointed accusations and offensive material do not satisfy the duty of reasoned presentation. If the complaint is manifestly without prospect of success, legal aid and appointment of counsel are to be refused. Filing an obviously hopeless complaint may constitute abuse justifying a fee; prior abusive filings may be considered in assessing the complainant's ability to recognize the futility of the application.

Texto completo

BVerfG — 2 BvR 528/16, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2016-06-15

Aktenzeichen: 2 BvR 528/16

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2016:rk20160615.2bvr052816

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 34 Abs 2 BVerfGG, § 90 Abs 1 BVerfGG, § 92 BVerfGG, § 172 StPO

Vorinstanz: vorgehend OLG Köln, 19. Februar 2016, Az: III-1 Ws 6/16 - 6, Beschluss

Spruchkörper: 2. Senat 3. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: Offensichtliche Unzulässigkeit der Verfassungsbeschwerde bei völlig unsubstantiierter Begründung - Wiederholte Auferlegung einer Missbrauchsgebühr

Tenor

Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung eines Rechtsanwalts wird abgelehnt, weil die beabsichtigte Rechtsverfolgung keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet.

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

Damit erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.

Dem Beschwerdeführer wird eine Missbrauchsgebühr in Höhe von 2.500 € (in Worten: zweitausendfünfhundert Euro) auferlegt.

Gründe

1 Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen (§ 93a Abs. 2 BVerfGG), weil sie unzulässig ist. Die Verfassungsbeschwerde genügt offensichtlich nicht den Anforderungen der § 23 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 1, § 92 BVerfGG. Ihre Begründung lässt eine Verletzung von Rechten im Sinne des § 90 Abs. 1 BVerfGG inhaltlich nachvollziehbar schon im Ansatz nicht erkennen. Sie besteht im Wesentlichen aus zusammenhanglosen Anschuldigungen gegen Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte und Polizeibeamte sowie durchgängigen Invektiven gegen diesen Personenkreis und verbalen Obszönitäten. Zudem sind wiederkehrende Fotografien von Sitzungen des nationalsozialistischen Volksgerichtshofs, einer onanierenden männlichen Person sowie von Exkrementen und Erbrochenem eingefügt.

2 Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde wird der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegenstandslos (§ 40 Abs. 3 GOBVerfG).

3 Da die Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung anzunehmen ist, ist das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung eines Rechtsanwalts abzulehnen. Mangels Erfolgsaussicht der Verfassungsbeschwerde sind damit zugleich die Voraussetzungen für die Bewilligung von Prozesskostenhilfe nach der entsprechend anzuwendenden Vorschrift des § 114 ZPO (BVerfGE 1, 109 <112>) zu verneinen.

4 Dem Beschwerdeführer wird eine Missbrauchsgebühr in Höhe von 2.500 € auferlegt, weil die Einlegung der Verfassungsbeschwerde einen Missbrauch darstellt (§ 34 Abs. 2 BVerfGG). Ein Missbrauch liegt vor, wenn die Verfassungsbeschwerde offensichtlich unzulässig oder unbegründet ist und ihre Einlegung deshalb von jedem Einsichtigen als völlig aussichtslos angesehen werden muss (BVerfGK 6, 219; 10, 94 <97>). Das ist hier der Fall. Die Unzulässigkeit der Verfassungsbeschwerde war aus den oben dargelegten Gründen ohne Weiteres ersichtlich. Zudem wurde dem Beschwerdeführer, der bislang nahezu 400 Verfassungsbeschwerden beim Bundesverfassungsgericht eingelegt hat, bereits im Verfahren 2 BvR 1613/15, das ebenfalls ein Klageerzwingungsverfahren zum Gegenstand hatte und in dem die Verfassungsbeschwerde ebenfalls im Wesentlichen aus Obszönitäten und anstößigen Fotografien bestand, eine Missbrauchsgebühr von 2.000 € auferlegt. Daher war es dem Beschwerdeführer zumutbar, sorgfältig zu erwägen, ob er das Bundesverfassungsgericht ungerechtfertigt in Anspruch nimmt. Eine sorgfältige Abwägung hätte den Beschwerdeführer zu dem Ergebnis führen müssen, dass seine Verfassungsbeschwerde offensichtlich aussichtslos war (BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 3. März 2009 - 2 BvR 239/09 -; Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 1. April 2009 - 2 BvR 532/09 -; Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 22. Mai 2010 - 2 BvR 1783/09 -).

5 Das Bundesverfassungsgericht muss es nicht hinnehmen, dass es durch eine derart sinnentleerte Inanspruchnahme seiner Arbeitskapazität bei der Erfüllung seiner Aufgaben behindert wird und dadurch anderen Rechtsuchenden den ihnen zukommenden Grundrechtsschutz nur verzögert gewähren kann (BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 29. Juni 2010 - 1 BvR 2358/08 -).

6 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

7 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Palavras-chave

constitutional complaintinadmissibilitysubstantiationlegal aidinterim reliefabuse feefundamental rightsnon-entry

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Questão jurídica principal

Whether the constitutional complaint should be accepted for decision

Decisão extraída

No; the complaint was manifestly inadmissible because its reasoning did not even minimally and coherently show any possible violation of fundamental rights.

Fundamentação extraída

The submission failed to meet the substantiation requirements of § 23(1) sentence 2 and § 92 BVerfGG and consisted largely of incoherent accusations, invective, obscenities, and offensive images.

Questão jurídica principal

Whether legal aid and appointment of counsel should be granted

Decisão extraída

No; legal aid was refused because the intended constitutional complaint had no sufficient prospect of success.

Fundamentação extraída

Where the complaint is not to be accepted and is plainly without prospect, the prerequisites of legal aid under the analogous application of § 114 ZPO are absent.

Questão jurídica principal

Whether the request for interim relief remains pending

Decisão extraída

No; it became moot upon non-acceptance of the constitutional complaint.

Fundamentação extraída

The interim application lost its subject matter once the complaint was not accepted.

Questão jurídica principal

Whether an abuse fee should be imposed

Decisão extraída

Yes; an abuse fee of EUR 2,500 was imposed.

Fundamentação extraída

Filing a manifestly inadmissible complaint constituted abusive use of the Court, especially in light of the complainant's repeated filings and an earlier abuse fee in a similar case.

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