No continuing legal interest after prisoner transfer

BVerfG 2 BvR 579/09Bverfg / 2. Senat 3. Kammer2 de mar. de 2011Inadmissible

Abrir fonte

Extraído pela Omnilex

Resumo Omnilex

The Federal Constitutional Court did not admit the constitutional complaint. It held that the complainant’s transfer to another prison, and later release, had rendered the original challenge to prison mail control moot. No continuing legal interest was shown: a possible return transfer was only theoretical, no repetition risk was substantiated, and no special circumstances of the mootness justified a review on the merits. The Court therefore left open whether the lower courts had violated fundamental rights.

Sumário Omnilex

§ 90 BVerfGG; admissibility of a constitutional complaint after the complained-of measure has become moot; a continuing need for legal protection is required. Mootness generally removes the admissibility of the complaint unless special circumstances justify a continuing interest, in particular a risk of repetition that is concrete and sufficiently probable, or other recognized grounds for review despite erledigung (consid. 1-4). A merely theoretical possibility of renewed interference is insufficient. Where no such interest is demonstrated, the Court will not examine the merits and the complaint is not admitted.

Texto completo

BVerfG — 2 BvR 579/09, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2011-03-02

Aktenzeichen: 2 BvR 579/09

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2011:rk20110302.2bvr057909

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: § 90 BVerfGG, §§ 108ff StVollzG, § 108 StVollzG

Vorinstanz: vorgehend OLG Hamm, 20. Januar 2009, Az: 1 Vollz (Ws) 1120/08, Beschlussvorgehend LG Hagen (Westfalen), 11. November 2008, Az: Vollz N 763/08, Beschluss

Spruchkörper: 2. Senat 3. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: Erledigung des ursprünglichen Rechtsschutzziels eines Strafgefangenen nach Verlegung in eine andere JVA - kein fortbestehendes Rechtsschutzbedürfnis

Gründe

1 Mit der Verlegung des - mittlerweile in Freiheit befindlichen - Beschwerdeführers in die Justizvollzugsanstalt M. ist hinsichtlich des im fachgerichtlichen Verfahren verfolgten Rechtsschutzziels Erledigung eingetreten (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 11. Oktober 2007 - 2 BvR 1538/06, 2 BvR 1828/06 -, juris). Umstände, aus denen sich ein dennoch fortbestehendes Rechtsschutzinteresse ergeben könnte, sind weder dargelegt noch sonst ersichtlich.

2 Gründe für ein Fortbestehen des Rechtsschutzbedürfnisses unter dem Gesichtspunkt der Wiederholungsgefahr (vgl. BVerfGE 104, 220 <233>; 117, 71 <122>, stRspr) legt der Vortrag des Beschwerdeführers nicht nahe. Der Beschwerdeführer beruft sich darauf, dass eine Rückverlegung in die Justizvollzugsanstalt S. "nicht auszuschließen" sei. Der Verweis auf eine solche rein theoretische Möglichkeit, ohne dass irgendwelche Anhaltspunkte benannt werden oder ins Auge fallen, die für eine gewisse Wahrscheinlichkeit der Realisierung dieser Möglichkeit sprechen, erlaubt nicht die Annahme einer das Fortbestehen des Rechtsschutzinteresses begründenden Wiederholungsgefahr (vgl. BVerfGK 12, 378 <379>; BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats, vom 1. Oktober 2008 - 1 BvR 2733/04 u.a. -, juris).

3 Unter welchem rechtlichen Gesichtspunkt ein fortbestehendes Rechtsschutzinteresse sich daraus ergeben soll, dass der Beschwerdeführer der beanstandeten Postkontrolle während der gesamten Dauer seiner Unterbringung in der Justizvollzugsanstalt S. ausgesetzt war, oder daraus, dass das Oberlandesgericht, dessen Beschluss er angreift, auch für Rechtsbeschwerden gegen Beschlüsse der für Strafvollzugssachen aus der Justizvollzugsanstalt M. zuständigen Strafvollstreckungskammer zuständig ist, erschließt sich nicht.

4 Auch Umstände der Erledigung, die die Anerkennung eines fortbestehenden Rechtsschutzinteresses erforderlich machen könnten (vgl. BVerfGE 116, 69 <80>), sind nicht erkennbar. Insbesondere sind keinerlei Anhaltspunkte vorgetragen oder sonst ersichtlich, die Veranlassung geben müssten, der Frage nachzugehen, ob die Erledigung - die die Justizvollzugsanstalt herbeigeführt hat, ohne das Anliegen des Beschwerdeführers als berechtigt anzuerkennen - gezielt im Hinblick auf den anhängigen Rechtsstreit erfolgte.

5 Daher kann nicht entschieden werden, ob das Landgericht Grundrechte des Beschwerdeführers verletzt hat, indem es unbeanstandet ließ, dass die Justizvollzugsanstalt S. gemäß einer insoweit für alle Insassen einheitlichen Praxis die für den Beschwerdeführer eingehende Behörden- und Gerichtspost mit der Begründung inhaltlich kontrollierte, es sei aus Behandlungsgründen sowie zur Wahrung der Sicherheit und Ordnung der Anstalt notwendig, sicherzustellen, dass den Gefangenen etwaige negative Entscheidungen in angemessener Form eröffnet und gegebenenfalls mit den Fachdiensten besprochen werden könnten.

6 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

7 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Palavras-chave

mootnesscontinuing legal interestrepetition riskprison lawmail controlconstitutional complaint

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the constitutional complaint remained admissible despite the transfer and release of the complainant.

Decisão extraída

The original legal objective had become moot after the transfer; no continuing need for legal protection was shown.

Fundamentação extraída

A continuing interest was neither substantiated nor otherwise apparent. A merely theoretical possibility of return transfer did not establish a repetition risk, and no special circumstances of the mootness justified review.

Questão jurídica principal

Whether a continuing legal interest could arise from an alleged ongoing exposure to mail control or from the appellate court's jurisdiction over later complaints.

Decisão extraída

No such continuing interest was apparent.

Fundamentação extraída

The court found the asserted bases too remote and legally insufficient to preserve standing after mootness.

Continue sua pesquisa no ChatGPT ou Claude

Conecte o Omnilex para pesquisar o corpus jurídico pelo seu assistente de IA.