Constitutional complaint inadmissible for failure to exhaust remedies

BVerfG 1 BvR 734/14Bverfg / 1. Senat 1. Kammer24 de mar. de 2014Inadmissible

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Resumo

The complainants challenged a district court order directing the taking of a paternity expert opinion in proceedings brought by a man claiming biological fatherhood. The Federal Constitutional Court did not accept the constitutional complaint because the complainants had failed to exhaust available subsidiary remedies: an interlocutory family-court dispute concerning the witness/expert issue was still open under the FamFG and the ZPO. As a result, the request for an interim order was also disposed of.

Regest

§ 90 Abs. 2 S. 1 BVerfGG; subsidiarity of constitutional complaint against an order to obtain a paternity expert opinion: where family-court law provides an available interlocutory remedy under § 167a Abs. 3 FamFG in conjunction with § 178 Abs. 2 FamFG and §§ 386 ff. ZPO, the complainant must pursue that avenue before seeking constitutional review. The principle of subsidiarity obliges the exhaustion not only of formal legal remedies, but of all other existing possibilities to prevent or remove the alleged fundamental-rights violation (consid. 3). If the complaint is not admitted, an accompanying application for interim relief is rendered moot (consid. 4).

Texto completo

BVerfG — 1 BvR 734/14, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2014-03-24

Aktenzeichen: 1 BvR 734/14

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2014:rk20140324.1bvr073414

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: § 90 Abs 2 S 1 BVerfGG, § 1686a Abs 1 BGB, § 167a Abs 2 FamFG, § 167a Abs 3 FamFG, § 178 Abs 2 FamFG, §§ 386ff ZPO, § 386 ZPO

Vorinstanz: vorgehend AG Diez, 3. Februar 2014, Az: 12 F 35/12, Beschluss

Spruchkörper: 1. Senat 1. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: Mangelnde Rechtswegerschöpfung bzgl einer Anordnung über die Einholung eines Abstammungsgutachtens (§ 167a Abs 2 FamFG iVm § 1686a Abs 1 BGB) - fachgerichtlicher Zwischenstreit gem § 167a Abs 3 FamFG iVm §§ 178 Abs 2 FamFG, 386ff ZPO möglich

Tenor

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

Damit erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.

Gründe

1 1. Die Beschwerdeführer sind verheiratete Eltern und ihr sechsjähriger Sohn. Die Eltern werden von einem Mann, der glaubt, biologischer Vater des Kindes zu sein, nach § 1686a BGB auf Gewährung von Umgang und Auskunft in Anspruch genommen. Das Amtsgericht hat mit angegriffenem Beweisbeschluss vom 3. Februar 2014 die Einholung eines Abstammungsgutachtens angeordnet.

2 Dagegen wenden sich die Beschwerdeführer mit ihrer Verfassungsbeschwerde und ihrem Eilantrag. Sie rügen, dass die mit einer Abstammungsklärung verbundenen Grundrechtseingriffe nicht gerechtfertigt seien, solange nicht geklärt sei, ob die übrigen Voraussetzungen des § 1686a BGB vorlägen.

3 2. Die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig, weil sie nicht dem Grundsatz der Subsidiarität verfassungsgerichtlichen Rechtsschutzes genügt. Danach muss ein Beschwerdeführer über die Erschöpfung des Rechtswegs hinaus alle anderweitig bestehenden Möglichkeiten ergreifen, um die geltend gemachte Grundrechtsverletzung zu verhindern oder zu beseitigen. Hier steht nach dem neu eingeführten § 167a Abs. 3 FamFG in Verbindung mit § 178 Abs. 2 FamFG und §§ 386 ff. ZPO der Zwischenstreit über die Zeugnisverweigerung offen.

4 Mit der Entscheidung über die Verfassungsbeschwerde erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.

5 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

6 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Palavras-chave

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