Unsubstantiated constitutional complaint inadmissible; misuse fee imposed

BVerfG 2 BvR 347/11Bverfg / 2. Senat 1. Kammer24 de mar. de 2011Dismissed

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Resumo

The Federal Constitutional Court did not admit a constitutional complaint against a criminal judgment because it failed to satisfy the statutory substantiation requirements. The submission did not engage in a case-specific, argument-based manner with the challenged judgment under constitutional standards and instead relied on generalities and unsupported accusations. As a result, the request for interim relief also became moot. In addition, the Court imposed a EUR 1,000 misuse fee on the complainants' counsel under § 34(2) BVerfGG because the complaint was manifestly hopeless.

Regest

§ 23 Abs. 1 S. 2, § 92 BVerfGG; § 34 Abs. 2 BVerfGG; constitutional complaint inadmissible for lack of substantiated, case-related reasoning; imposition of misuse fee on counsel. A constitutional complaint must, in a manner specific to the challenged decision, engage with the impugned reasoning and demonstrate at least the concrete possibility of a violation of specific constitutional rights. Mere generalities, formulaic assertions, unsupported insinuations, or extraneous allegations do not satisfy the pleading burden. Where the complaint is manifestly inadmissible and objectively hopeless, a misuse fee may be imposed on counsel if the recourse to the Court was recognizably futile (consid. tenor).

Texto completo

BVerfG — 2 BvR 347/11, Kammerbeschluss ohne Begründung

Entscheidungsdatum: 2011-03-24

Aktenzeichen: 2 BvR 347/11

Dokumenttyp: Kammerbeschluss ohne Begründung

Normen: § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 34 Abs 2 BVerfGG, § 90 Abs 1 BVerfGG, § 92 BVerfGG

Vorinstanz: vorgehend BGH, 11. Januar 2011, Az: 1 StR 480/10, Beschlussvorgehend LG Stuttgart, 29. Oktober 2009, Az: 5 KLs 201 Js 68101/06, Urteil

Spruchkörper: 2. Senat 1. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss mit Tenorbegründung: Offensichtliche Unzulässigkeit einer unzureichend begründeten Verfassungsbeschwerde - Auferlegung einer Missbrauchsgebühr iHv 1000 Euro zu Lasten des Bevollmächtigten

Tenor

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen. Sie ist mangels einer den gesetzlichen Anforderungen (§ 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG) entsprechenden Begründung unzulässig. Dem Beschwerdevortrag fehlt es an einer hinreichend substantiierten sachbezogen-argumentativen Auseinandersetzung mit dem angegriffenen Urteil des Landgerichts anhand der verfassungsrechtlichen Maßstäbe, wie sie in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts konkretisiert worden sind. An keiner Stelle der umfangreichen Verfassungsbeschwerde zeigt der Beschwerdevortrag die konkrete Möglichkeit einer Verletzung spezifischen Verfassungsrechts auf. Stattdessen ist der Vortrag gekennzeichnet durch Pauschalisierungen, Worthülsen und Floskeln, die Ausbreitung einer offensichtlich nicht haltbaren Verschwörungstheorie und durch nichts belegte Manipulationsvorwürfe bis hin zum Falschvortrag.

Damit erledigt sich der Antrag der Beschwerdeführerin zu 3) auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.

Dem Bevollmächtigten der Beschwerdeführer, Herrn Rechtsanwalt Prof. Dr. S. wird gemäß § 34 Abs. 2 BVerfGG eine Missbrauchsgebühr in Höhe von 1.000 € (in Worten: eintausend Euro) auferlegt, weil die Verfassungsbeschwerde offensichtlich unzulässig ist und die vorgebrachten Rügen ohne verfassungsrechtliche Substanz sind. Die Anrufung des Bundesverfassungsgerichts war deshalb für ihn erkennbar von vornherein aussichtslos.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Palavras-chave

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