Constitutional complaint inadmissible: customs airport list decision sufficiently determined

BVerfG 1 BvR 100/11Bverfg / 1. Senat 1. Kammer10 de abr. de 2012Dismissed

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Resumo

The Federal Constitutional Court did not admit the constitutional complaint against a Federal Fiscal Court judgment concerning the customs administration’s decision to include an airport in the list of customs airports. It held that the relevant customs provisions, as interpreted by the fiscal courts, give the administration discretionary power guided by task-related, organizational, economic, budgetary, and possibly security considerations, while taking account of the airport operator’s occupational freedom. The complaint merely attacked the ordinary-law assessment and factual evaluation of the lower court and therefore had no prospects of success.

Regest

Art. 12 Abs. 1 GG; Art. 38 Abs. 1 Buchst. a ZK; § 2 Abs. 2, § 2 Abs. 4 S. 2 ZollVG; § 3 Abs. 1 ZollV; constitutional review of customs administration’s decision to include an airport in the list of customs airports: the statutory framework is sufficiently determinate as a Berufsausübungsregelung if the administration exercises discretion in light of the purpose of effective customs administration and considers organizational, economic, budgetary, and, where applicable, security concerns, while giving appropriate weight to the affected operator’s occupational freedom. A constitutional complaint that merely contests the factual assessment or ordinary-law interpretation of the specialist courts is inadmissible unless it discloses a specific constitutional violation; the Federal Constitutional Court does not substitute its own assessment for that of the specialist courts (consid. 2-4).

Texto completo

BVerfG — 1 BvR 100/11, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2012-04-10

Aktenzeichen: 1 BvR 100/11

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2012:rk20120410.1bvr010011

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: Art 12 Abs 1 GG, Art 38 Abs 1 Buchst a ZK, § 3 Abs 1 ZollV, § 2 Abs 2 ZollVG, § 2 Abs 4 S 2 ZollVG

Vorinstanz: vorgehend BFH, 28. September 2010, Az: VII R 45/09, Urteil

Spruchkörper: 1. Senat 1. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: Vorgaben für Entscheidung der Zollverwaltung über Aufnahme eine Flugplatzes in Liste der Zollflugplätze hinreichend bestimmt - keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen angegriffene Entscheidung des BFH

Gründe

1 Der Verfassungsbeschwerde kommt keine grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung zu; ihre Annahme ist auch nicht zur Durchsetzung der Grundrechte der Beschwerdeführerin angezeigt (§ 93a Abs. 2 BVerfGG), denn sie hat keine Aussicht auf Erfolg.

2 1. Die Auslegung des einfachen Rechts und seine Anwendung auf den Einzelfall sind im Verhältnis zum Bundesverfassungsgericht in erster Linie Sache der Fachgerichte. Nach der danach vom Bundesverfassungsgericht seiner verfassungsrechtlichen Prüfung zugrunde zu legenden Auslegung der einschlägigen zollrechtlichen Vorschriften (Art. 38 Abs. 1 Buchstabe a ZK, § 2 Abs. 2 und Abs. 4 Satz 2 ZollVG sowie § 3 Abs. 1 ZollV) durch den Bundesfinanzhof, steht die Entscheidung der Zollverwaltung über die Aufnahme eines Flugplatzes in die Liste der Zollflugplätze im Ermessen der Zollverwaltung, das nach Sinn und Zweck dieser Normen mit dem Ziel einer effektiven Aufgabenerfüllung der Zollverwaltung unter Berücksichtigung verwaltungsorganisatorischer, verwaltungsökonomischer, haushaltspolitischer und gegebenenfalls sicherheitspolitischer Gesichtspunkte auszuüben ist. Dabei ist zugleich, wie der Bundesfinanzhof nunmehr im Anschluss an den Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 31. August 2009 - 1 BvR 3275/07 - (NVwZ 2009, 1486) hervorhebt, die Berufsausübungsfreiheit des durch die Entscheidung betroffenen Flugplatzbetreibers mit dem ihr zukommenden Gewicht zu berücksichtigen.

3 Gemessen an dem nur mittelbaren, wenn auch unter Umständen beträchtlichen Einfluss einer solchen Entscheidung der Zollverwaltung über die Aufnahme eines Flugplatzes in die Liste der Zollflugplätze auf die Berufsausübung des jeweiligen Flugplatzbetreibers genügen diese aus den gesetzlichen Bestimmungen und der Verfassung abgeleiteten Vorgaben den verfassungsrechtlichen Anforderungen an eine hinreichend bestimmte Berufsausübungsregelung.

4 2. Soweit die Beschwerdeführerin die Anwendung dieser Grundsätze in ihrem Fall rügt, wendet sie sich gegen die Sachverhaltswürdigung und die Auslegung und Anwendung des einfachen Rechts durch das Fachgericht, die vom Bundesverfassungsgericht nur in engen (vgl. BVerfGE 18, 85 <92 f.>; stRspr), hier - nachdem der Bundesfinanzhof die Bedeutung des Grundrechts aus Art.12 Abs. 1 GG nunmehr berücksichtigt hat - nicht mehr überschrittenen Grenzen überprüft werden können.

5 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

6 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Palavras-chave

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