Unconstitutional complaint inadmissible for insufficient substantiation

BVerfG 1 BvR 822/11Bverfg / 1. Senat 3. Kammer13 de abr. de 2011Inadmissible

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Resumo Omnilex

The Federal Constitutional Court did not admit a constitutional complaint against a penalty order for failure to disclose annual accounts. It held that the complaint was inadmissible because the submissions did not satisfy the substantiation requirements and did not address the Court's established case law or the reasoning of the challenged decision.

Sumário Omnilex

§ 23 Abs. 1 S. 2, § 92 BVerfGG; unzulässige Verfassungsbeschwerde wegen fehlender Substantiierung. Wer eine Grundrechtsverletzung durch Ordnungsgeldfestsetzung nach § 335 HGB rügt, muss sich mit der tragenden Begründung der angegriffenen Entscheidung und der einschlägigen verfassungsgerichtlichen Rechtsprechung auseinandersetzen. Unterbleibt dies, genügt die Beschwerdebegründung den Anforderungen an eine hinreichend substantiierte Darlegung nicht; auf eine weitergehende Begründung kann nach § 93d Abs. 1 S. 3 BVerfGG verzichtet werden.

Texto completo

BVerfG — 1 BvR 822/11, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2011-04-13

Aktenzeichen: 1 BvR 822/11

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2011:rk20110413.1bvr082211

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: Art 12 Abs 1 GG, Art 14 Abs 1 GG, Art 1 Abs 1 GG, Art 2 Abs 1 GG, § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG, § 325 Abs 1 HGB, § 335 Abs 1 S 1 Nr 1 HGB

Vorinstanz: vorgehend LG Bonn, 21. Februar 2011, Az: 37 T 1699/10, Beschluss

Spruchkörper: 1. Senat 3. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: Ordnungsgeldfestsetzung bei unterlassener Offenlegung eines Jahresabschlusses gemäß § 335 HGB - Unzulässigkeit mangels hinreichender Substantiierung bei mangelnder Auseinandersetzung mit einschlägiger Rspr des BVerfG und angegriffener Entscheidung

Gründe

1 Die Verfassungsbeschwerde betrifft die Festsetzung eines Ordnungsgeldes wegen unterlassener Vorlage von Jahresabschlussunterlagen nach § 335 HGB.

2 Die Beschwerdeführerin rügt die Verletzung ihrer verfassungsmäßigen Rechte aus Art. 3 und Art. 12 GG.

3 Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil die Voraussetzungen hierfür nicht vorliegen (§ 93a Abs. 2 BVerfGG). Die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig, weil ihre Begründung offensichtlich den Anforderungen von § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG nicht genügt.

4 Das Bundesverfassungsgericht hat bereits mehrfach entschieden, dass mögliche Eingriffe in die Grundrechte durch die mit der Offenlegung in § 325 Abs. 1 HGB verfolgten, in erheblichem Allgemeininteresse liegenden Zwecke eines effektiven Schutzes des Wirtschaftsverkehrs durch Information der Marktteilnehmer und einer Kontrollmöglichkeit der betroffenen Gesellschaften vor dem Hintergrund deren nur beschränkter Haftung jedenfalls gerechtfertigt sind (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 11. März 2009 - 1 BvR 3413/08 -, juris = NJW 2009, S. 2588 = NZG 2009, S. 874; Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 10. September 2009 - 1 BvR 1636/09 -, juris; Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 1. Februar 2011 - 2 BvR 1236/10 -, juris = WM 2011, S. 614; siehe auch BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 11. Februar 2009

  • 1 BvR 3582/08 -, juris = NZG 2009, S. 515). Mit dieser verfassungsgerichtlichen Rechtsprechung setzt sich die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin ebenso wenig auseinander wie mit der Begründung der angegriffenen Entscheidungen.

5 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

6 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Palavras-chave

constitutional complaintsubstantiationadmissibilitydisclosure dutypenalty orderannual accounts

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Questão jurídica principal

Whether the constitutional complaint was admissible and sufficiently substantiated.

Decisão extraída

The complaint was not admitted because its statement of reasons did not meet the statutory requirements of substantiation.

Fundamentação extraída

The complainant did not adequately engage with the Federal Constitutional Court's settled case law on the constitutionality of the disclosure obligation and with the reasons given in the challenged decisions.

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