Non-acceptance of constitutional complaint on prisoners' work pay

BVerfG 2 BvR 176/11Bverfg / 2. Senat 3. Kammer3 de mar. de 2011Inadmissible

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Resumo Omnilex

The Federal Constitutional Court did not admit the constitutional complaint against judgments concerning prisoners' work pay and work in private enterprises. It held that the complainant, although represented by counsel, failed to substantiate the complaint because he did not meaningfully engage with the decisive ordinary-court and constitutional case law. His criticisms of sections 43 and 41 in conjunction with 149(4) StVollzG and of the ILO Convention argument did not show a possible violation of fundamental rights.

Sumário Omnilex

§ 23 Abs. 1 S. 2, § 92 BVerfGG; Verfassungsbeschwerde wegen unzureichender Substantiierung und fehlender Auseinandersetzung mit der fachgerichtlichen und verfassungsgerichtlichen Rechtsprechung. Eine Verfassungsbeschwerde genügt den Begründungsanforderungen nur, wenn sie die tragenden Erwägungen der angegriffenen Entscheidung und die maßgebliche höchstrichterliche Rechtsprechung inhaltlich angreift; bloße Wiederholung eigener Rechtsauffassungen oder pauschale Kritik reichen nicht. Beanstandungen zur Vergütung von Gefangenenarbeit müssen sich an den vom Bundesverfassungsgericht entwickelten Kriterien zur Vereinbarkeit mit dem resozialisierungsorientierten Strafvollzug messen lassen. Die Auslegung des Art. 2 Abs. 2 lit. c IAO-Übereinkommen Nr. 29 hat am Wortlaut und der hierzu ergangenen Rechtsprechung anzusetzen; eine mögliche Grundrechtsverletzung ist andernfalls nicht aufgezeigt.

Texto completo

BVerfG — 2 BvR 176/11, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2011-03-03

Aktenzeichen: 2 BvR 176/11

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2011:rk20110303.2bvr017611

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: GG, § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG, Art 2 Abs 2 Buchst c IAOÜbk 29, § 149 Abs 4 StVollzG, § 41 StVollzG, § 43 StVollzG

Vorinstanz: vorgehend OLG Köln, 21. Dezember 2010, Az: 7 W 60/09, Beschlussvorgehend LG Köln, 20. Oktober 2010, Az: 5 O 326/09, Beschluss

Spruchkörper: 2. Senat 3. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: Arbeitspflicht von Strafgefangenen - unzureichende Substantiierung der Verfassungsbeschwerde mangels Auseinandersetzung mit fachgerichtlicher Rspr

Gründe

1 Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil sie keine Aussicht auf Erfolg hat (vgl. BVerfGE 90, 22 <25 f.>; 96, 245 <248>).

2 1. Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer setzt sich mit der von ihm beanstandeten Rechtsauffassung der Fachgerichte zur Rechtsnatur des geltend gemachten Anspruchs - insbesondere mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung, die das Oberlandesgericht zur Begründung angeführt hat -, nicht ausreichend auseinander. Die Verfassungsbeschwerde ist insoweit bereits nicht hinreichend substantiiert (vgl. BVerfGE 85, 36 <52>; 101, 331 <345>; 105, 252 <264>). Seine Einwände gegen die entscheidungstragende Rechtsauffassung der Fachgerichte sind im Übrigen auch offensichtlich unbegründet.

3 2. Auf die Einwände des Beschwerdeführers gegen § 43 StVollzG und gegen §41 in Verbindung mit § 149 Abs. 4 StVollzG kommt es insoweit nicht an. Unabhängig davon wird mit diesen Einwänden die Möglichkeit einer Verletzung von Grundrechten nicht aufgezeigt.

4 a) Die Verfassungsbeschwerde setzt sich mit keinem einzigen der Gesichtspunkte auseinander, von denen es nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts abhängt, ob die Höhe des monetären Entgelts für die Arbeit von Gefangenen mit deren grundrechtlichem Anspruch auf einen resozialisierungsorientierten Strafvollzug (vgl. BVerfGE 116, 69 <85>, m.w.N.) vereinbar ist (vgl. zuletzt BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 24. März 2002 - 2 BvR 2175/01 -, juris Rn. 37 f., 41, 44 f., 46, 48 f.).

5 b) Die Ausführungen des Beschwerdeführers zur Unvereinbarkeit der Arbeit von Gefangenen bei privaten Unternehmerbetrieben (§ 149 Abs. 4 StVollzG) mit Art. 2 Abs. 2 lit. c) des ILO-Übereinkommens Nr. 29 vom 28. Juni 1930 (vgl. BGBl 1956 II S. 640; in der Bundesrepublik Deutschland in Kraft seit 13. Juni 1957 <BGBl 1957 II S. 1694>) - dem als einem menschenrechtsbezogenen Übereinkommen allerdings Bedeutung für die Auslegung des Grundgesetzes zukommt (vgl. BVerfGE 98, 169 <206>; 116, 69 <90 f.>) - gehen bereits am Wortlaut der fraglichen Bestimmung vorbei. Mit der hierzu bereits vorliegenden Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (vgl. BVerfGE 98, 169 <206>) setzt der Beschwerdeführer sich ebenfalls nicht auseinander.

6 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Palavras-chave

constitutional complaintprisoners' worksubstantiationadmissibilityresocializationILO Convention No. 29fundamental rights

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Questão jurídica principal

Whether the constitutional complaint was sufficiently substantiated and had prospects of success

Decisão extraída

No. The complaint did not engage adequately with the decisive case law and therefore lacked sufficient substantiation; in any event the objections were manifestly unfounded.

Fundamentação extraída

The complainant failed to address the Federal Constitutional Court's and the ordinary courts' reasoning on the legal nature of the asserted claim and on the criteria for compatibility of prisoners' pay with resocialization-oriented detention.

Questão jurídica principal

Whether objections to sections 43 and 41 in conjunction with 149(4) StVollzG showed a possible violation of fundamental rights

Decisão extraída

No such possible violation was demonstrated.

Fundamentação extraída

The submission did not address the relevant constitutional criteria for prisoners' pay and misconstrued the scope of Article 2(2)(c) ILO Convention No. 29; existing constitutional case law was not engaged.

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