Premature issuance of appointment certificates in civil service competition

BVerfG 2 BvR 1067/10Bverfg / 2. Senat 1. Kammer2 de dez. de 2010Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Constitutional Court did not admit the constitutional complaint in a civil-service competition dispute. The complainant argued that the police directorate issued appointment certificates to the successful candidates one day after service of the appellate decision, depriving him of effective judicial protection. The Court held that the complaint was inadmissible for reasons of subsidiarity. It nevertheless noted that Art. 19(4) GG in conjunction with Art. 33(2) GG requires the appointing authority to wait long enough after notification of the decision to allow the unsuccessful candidate to seek interim judicial protection; one day is not sufficient.

Sumário Omnilex

Art. 19 Abs. 4 GG i.V.m. Art. 33 Abs. 2 GG; beamtenrechtlicher Konkurrentenstreit und Aushändigung der Ernennungsurkunde; Der Dienstherr hat vor Aushändigung der Ernennungsurkunde einen hinreichenden Zeitraum abzuwarten, damit der unterlegene Bewerber effektiven Eilrechtsschutz erlangen kann, sofern andernfalls Rechtsschutz vereitelt würde. Eine Frist von einem Tag genügt diesen Anforderungen jedenfalls nicht (vgl. schon BVerfGK 12, 206 <208 f.>; BVerfG, Beschl. v. 9.7.2009 - 2 BvR 706/09). Gleichwohl ist eine Verfassungsbeschwerde insoweit unzulässig, wenn der Grundsatz der Subsidiarität die vorherige Ausschöpfung zumutbarer Rechtsschutzmöglichkeiten verlangt (§ 90 Abs. 2 S. 1 BVerfGG).

Texto completo

BVerfG — 2 BvR 1067/10, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2010-12-02

Aktenzeichen: 2 BvR 1067/10

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2010:rk20101202.2bvr106710

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: Art 19 Abs 4 GG, Art 33 Abs 2 GG, § 90 Abs 2 S 1 BVerfGG

Vorinstanz: vorgehend OVG Lüneburg, 13. April 2010, Az: 5 ME 7/10, Beschlussvorgehend VG Hannover, 21. Dezember 2009, Az: 13 B 6174/09, Beschluss

Spruchkörper: 2. Senat 1. Kammer

Titelzeile

Nichtannahme einer wegen Subsidiarität unzulässigen Verfassungsbeschwerde - hier: beamtenrechtlicher Konkurrentenstreit - Zum Erfordernis einer Wartefrist zwischen der Zustellung der Beschwerdeentscheidung und der Aushändigung der Ernennungsurkunde an die ausgewählten Bewerber

Gründe

A.

1 Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Versagung einstweiligen Rechtsschutzes in einem beamtenrechtlichen Konkurrentenstreitverfahren. Da die Polizeidirektion die Ernennungsurkunden den ausgewählten Mitbewerbern einen Tag nach Zustellung der Beschwerdeentscheidung des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts ausgehändigt hat, rügt er insbesondere, dass ihm die Möglichkeit genommen worden sei, Rechtsschutz beim Bundesverfassungsgericht zu erlangen.

B.

2 Die Verfassungsbeschwerde war wegen Unzulässigkeit nicht zur Entscheidung anzunehmen. Im Hinblick auf die aus Gründen der Subsidiarität (vgl. BVerfGK 12, 206 <208 f.>; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 09. Juli 2009 - 2 BvR 706/09 -, NVwZ 2009, S. 1430) unzulässige Rüge der verfrühten Aushändigung der Urkunden an die Mitbewerber des Beschwerdeführers wird darauf hingewiesen, dass aus Art. 19 Abs. 4 GG in Verbindung mit Art. 33 Abs. 2 GG eine Verpflichtung des Dienstherrn folgt, vor Aushändigung der Ernennungsurkunde einen ausreichenden Zeitraum abzuwarten, um dem unterlegenen Mitbewerber die Möglichkeit zu geben, Eilantrag, Beschwerde oder Verfassungsbeschwerde zu erheben, wenn nur so die Möglichkeit der Gewährung effektiven Rechtsschutzes besteht (vgl. zuletzt: BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 9. Juli 2009 - 2 BvR 706/09 -, a.a.O., m.w.N.). Eine Frist von einem Tag genügt diesen verfassungsrechtlichen Anforderungen jedenfalls nicht.

3 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

4 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Palavras-chave

constitutional complaintsubsidiarityeffective legal protectioncivil service competitionappointment certificateinterim relief

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Questão jurídica principal

Whether the constitutional complaint was admissible despite the alleged premature issuance of appointment certificates to selected candidates.

Decisão extraída

The complaint was not admitted because the challenge was inadmissible for lack of subsidiarity.

Fundamentação extraída

The complainant had to exhaust available interim legal remedies first. While Art. 19(4) and Art. 33(2) GG require the appointing authority to wait long enough after service of the decision so that the unsuccessful candidate can seek urgent relief, a one-day interval does not satisfy these constitutional requirements. Nevertheless, the specific subsidiarity objection rendered the complaint inadmissible.

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