No special representative for manifestly inadmissible appeal

BSG B 1 KR 1/17 SBsg / Divisão 118 de jan. de 2017Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Social Court held that the applicant’s complaint against the Thuringian State Social Court decision was not statutorily available and therefore inadmissible. Because no admissible remedy existed that could trigger a procedural deadline, reinstatement in the previous status was also inadmissible. The court further held that no special representative had to be appointed, even if the applicant were process-incapable, because a manifestly hopeless or plainly inadmissible remedy does not require such an appointment. Costs were not reimbursed.

Sumário Omnilex

§ 177 SGG, § 67 SGG, § 72 SGG; inadmissibility of a complaint to the Federal Social Court against an LSG decision, and no reinstatement or special representative where the remedy is manifestly non-statutory. A complaint barred by Section 177 SGG is not capable of opening a procedural time limit; reinstatement under Section 67 SGG therefore fails for lack of a permissible remedy. Appointment of a special representative under Section 72 SGG may exceptionally be omitted where, under a strict standard, the litigant’s remedy is obviously hopeless or already inadmissible, since such appointment cannot confer statutory admissibility. Costs follow Section 193 SGG.

Texto completo

BSG — B 1 KR 1/17 S, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-01-18

Aktenzeichen: B 1 KR 1/17 S

ECLI: ECLI:DE:BSG:2017:180117BB1KR117S0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 72 SGG, § 177 SGG

Vorinstanz: vorgehend SG Altenburg, 19. Juli 2016, Az: S 5 KR 1798/16 ER, Beschlussvorgehend Thüringer Landessozialgericht, 13. Dezember 2016, Az: L 6 KR 1033/16 B ER, Beschluss

Spruchkörper: 1. Senat

Titelzeile

Sozialgerichtliches Verfahren - besonderer Vertreter - keine Bestellung bei "offensichtlich haltlosen" oder nicht statthaften Rechtsmitteln

Tenor

Die Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluss des Thüringer Landessozialgerichts vom 13. Dezember 2016 und sein Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand werden als unzulässig verworfen.

Kosten sind nicht zu erstatten.

Gründe

1 I. Der Antragsteller begehrt von der Antragsgegnerin im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes die Zahlung von 2 500 000 Euro Schadenersatz "auf der Grundlage des sozialrechtlichen Herstellungsanspruches". Das SG hat den Antrag mit Beschluss vom 19.7.2016 abgelehnt, das LSG hat die Beschwerde des Antragstellers gegen den den Erlass einer einstweiligen Anordnung ablehnenden Beschluss des SG zurückgewiesen (Beschluss vom 13.12.2016) .

2 Hiergegen hat der Antragsteller mit einem am 12.1.2017 beim BSG eingegangenen Schreiben vom 10.1.2017 "Nichtzulassungsbeschwerde" eingelegt und ua geltend gemacht, er sei prozessunfähig. Deswegen sei für ihn unter Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ein besonderer Vertreter zu bestellen.

3 II. 1. Die Beschwerde ist nicht statthaft und daher als unzulässig zu verwerfen. Gemäß § 177 SGG können Entscheidungen des LSG - von den hier nicht einschlägigen Ausnahmen nach § 160a Abs 1 SGG und § 17a Abs 4 S 4 GVG abgesehen - nicht mit der Beschwerde an das BSG angefochten werden. Mangels eines eine gesetzliche Verfahrensfrist eröffnenden Rechtsmittels ist auch der Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (§ 67 SGG) nicht statthaft und daher als unzulässig zu verwerfen.

4 2. Ein besonderer Vertreter (§ 72 SGG) war nicht zu bestellen. Dabei kann offenbleiben, ob der Antragsteller prozessunfähig ist. Steht die Prozessunfähigkeit für den Prozess fest, kann dieser zwar grundsätzlich nur mit einem besonderen Vertreter fortgeführt werden, wenn eine sonstige gesetzliche Vertretung nicht gewährleistet ist und das Amtsgericht keinen Betreuer bestellt hat (vgl BSG SozR 4-1500 § 72 Nr 2 RdNr 9) . Von der Vertreterbestellung kann aber ausnahmsweise abgesehen werden, wenn unter Anlegung eines strengen Maßstabs das Rechtsmittel eines Prozessunfähigen "offensichtlich haltlos" ist, was insbesondere bei absurden Klagebegehren ohne jeden Rückhalt im Gesetz oder bei offensichtlich unschlüssigem Vorbringen anzunehmen ist, etwa wenn kein konkreter Streitgegenstand erkennbar ist, der Beteiligte nur allgemeine Ausführungen ohne irgendeinen Bezug zum materiellen Recht von sich gibt oder wenn sein Vorbringen bereits mehrmals Gegenstand gerichtlicher Entscheidungen war (BSG aaO RdNr 10) . Gleiches gilt aber auch dann, wenn das Rechtsmittel unter keinem denkbaren Gesichtspunkt Erfolg haben kann, weil es schon nicht statthaft ist. So liegt der Fall hier. Auch die Beteiligung eines besonderen Vertreters vermag nicht, die Statthaftigkeit einer nach § 177 SGG ausgeschlossenen Beschwerde herbeizuführen.

5 3. Die Kostenentscheidung beruht auf einer entsprechenden Anwendung des § 193 SGG.

Palavras-chave

social security procedureinadmissibilityspecial representativereinstatementprocess incapacityinterim reliefcosts

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Questão jurídica principal

Whether a complaint to the Federal Social Court against a decision of the state social court is admissible

Decisão extraída

The complaint was not statutorily available against the LSG decision and had to be dismissed as inadmissible.

Fundamentação extraída

Under Section 177 SGG, LSG decisions generally cannot be challenged by complaint to the BSG, apart from inapplicable exceptions. The filed remedy was therefore unavailable.

Questão jurídica principal

Whether reinstatement in the previous status could be granted

Decisão extraída

Reinstatement was inadmissible because no statutory procedural time limit was opened by a permissible remedy.

Fundamentação extraída

Without an admissible remedy capable of triggering a legal deadline, reinstatement under Section 67 SGG is not available.

Questão jurídica principal

Whether a special representative had to be appointed for an allegedly incompetent litigant

Decisão extraída

No special representative had to be appointed.

Fundamentação extraída

Even assuming incapacity, appointment may be omitted where the remedy is manifestly hopeless or plainly inadmissible; participation of a special representative cannot create admissibility under Section 177 SGG.

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