Non-admission complaint inadmissible; no procedural defect shown

BSG B 1 KR 1/17 BBsg / Divisão 113 de jul. de 2017Inadmissible

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Resumo Omnilex

The Federal Social Court rejected the claimant’s non-admission complaint as inadmissible. The claimant had argued that the LSG wrongly failed to examine a possible entitlement to pedicure services against the health insurer under SGB IX/SGB XII. The court held that this did not properly allege a procedural defect, in particular not the absence of reasons under Section 136(1) No. 6 SGG. At most, the claimant criticized the substantive correctness and completeness of the LSG’s reasoning, which is not reviewable in a non-admission complaint. No costs were reimbursed.

Sumário Omnilex

§ 160 Abs. 2 Nr. 3, § 160a Abs. 2 S. 3 SGG; Rüge eines Verfahrensmangels im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren: Ein Zulassungsgrund ist nur ordnungsgemäß bezeichnet, wenn neben der behaupteten Verfahrensnormverletzung die Umstände dargetan werden, aus denen sich der entscheidungserhebliche Mangel ergeben soll. Die bloße Beanstandung, das Berufungsgericht habe einen bestimmten rechtlichen Gesichtspunkt nicht geprüft oder unrichtig gewürdigt, genügt nicht; damit wird regelmäßig nur die sachliche Richtigkeit des Urteils angegriffen. Ein Verstoß gegen § 136 Abs. 1 Nr. 6 SGG liegt erst vor, wenn überhaupt keine Entscheidungsgründe vorhanden sind; eine aus Sicht des Beschwerdeführers unvollständige oder fehlerhafte Begründung genügt nicht (vgl. consid. 4 f.).

Texto completo

BSG — B 1 KR 1/17 B, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-07-13

Aktenzeichen: B 1 KR 1/17 B

ECLI: ECLI:DE:BSG:2017:130717BB1KR117B2

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 136 Abs 1 Nr 6 SGG, § 160 Abs 2 Nr 3 SGG, § 160a Abs 2 S 3 SGG

Vorinstanz: vorgehend SG Köln, 12. November 2014, Az: S 9 KR 321/13vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 24. November 2016, Az: L 16 KR 58/15, Urteil

Spruchkörper: 1. Senat

Titelzeile

Nichtzulassungsbeschwerde - Zulassungsgrund - Verfahrensmangel - Fehlen der Entscheidungsgründe

Tenor

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen vom 24. November 2016 wird als unzulässig verworfen.

Kosten des Beschwerdeverfahrens sind nicht zu erstatten.

Gründe

1 I. Der bei der beklagten Krankenkasse versicherte Kläger ist mit seinem Begehren, ihm die Kosten für in Anspruch genommene Maniküre und Pediküre (27 Euro pro Sitzung ab 14.2.2013; 10 als Heilmittel verordnete Sitzungen) zu erstatten sowie die weitere Behandlung als Naturalleistung zur Verfügung zu stellen, bei der Beklagten und in den Vorinstanzen ohne Erfolg geblieben. Das LSG hat zur Begründung ua ausgeführt, bei der begehrten Leistung handele es sich nicht um Krankenbehandlung. Der Kläger benötige lediglich kosmetische Fußpflege, da es ihm infolge einer Sehstörung nicht möglich sei, diese selbst durchzuführen. Ob dem Kläger die begehrte Leistung als Hilfe zur Pflege (§ 61 Abs 2 SGB XII) zustehe, brauche das LSG nicht zu prüfen. Der Kläger habe ausdrücklich die Inanspruchnahme dritter Leistungsträger abgelehnt. Daher könne auch dahinstehen, ob die Beklagte als erstangegangener Leistungsträger gemäß § 14 SGB IX zuständig sei*(Urteil vom 24.11.2016)* .

2 Der Kläger wendet sich mit seiner Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im LSG-Urteil.

3 II. Die Beschwerde des Klägers ist unzulässig und daher gemäß § 160a Abs 4 S 1 Halbs 2 iVm § 169 S 3 SGG zu verwerfen. Seine Begründung entspricht nicht den aus § 160a Abs 2 S 3 SGG abzuleitenden Anforderungen an die Darlegung des allein geltend gemachten Revisionszulassungsgrundes des Verfahrensfehlers (§ 160 Abs 2 Nr 3 SGG) .

4 1. Nach § 160 Abs 2 Nr 3 SGG ist die Revision zuzulassen, wenn ein Verfahrensmangel geltend gemacht wird, auf dem die angefochtene Entscheidung beruhen kann. Der Verfahrensmangel kann nicht auf eine Verletzung von § 109 und § 128 Abs 1 S 1 SGG (Grundsatz der freien richterlichen Beweiswürdigung) und auf eine Verletzung des § 103 SGG (Amtsermittlungsgrundsatz) nur gestützt werden, wenn er sich auf einen Beweisantrag bezieht, dem das LSG ohne hinreichende Begründung nicht gefolgt ist. Um einen Verfahrensmangel in diesem Sinne geltend zu machen, genügt es nicht, lediglich den Verstoß gegen eine bundesrechtliche Verfahrensvorschrift zu rügen (vgl BSG SozR 1500 § 160 Nr 44 S 41; BSG Beschluss vom 17.10.2006 - B 1 KR 104/06 B - Juris RdNr 8; vgl auch Zeihe/Hauck, SGG, Stand April 2017, § 160 Anm 17a und 17b). Vielmehr ist auch die Bezeichnung der Umstände erforderlich, die den entscheidungserheblichen Mangel ergeben sollen (vgl zB BSG SozR 1500 § 160a Nr 14, 24, 36; BSG Beschluss vom 17.10.2006 - B 1 KR 104/06 B - Juris RdNr 8) . Daran fehlt es.

5 Der Kläger rügt nicht ausdrücklich einen Verstoß gegen eine bundesrechtliche Verfahrensvorschrift, sondern trägt lediglich vor, das LSG habe zu Unrecht nicht geprüft, ob er einen Anspruch auf Pediküre-Leistungen gegen die Beklagte aus § 14 SGB IX iVm § 61 SGB XII habe. Damit legt der Kläger aber nicht einmal sinngemäß einen Verfahrensmangel dar, das Fehlen von Entscheidungsgründen (§ 136 Abs 1 Nr 6 SGG). Der Kläger rügt nicht, dass das LSG-Urteil keinerlei Entscheidungsgründe enthalte, sondern macht bloß geltend, das LSG habe die oben aufgeführten, vom Kläger für wichtig erachteten rechtlichen Gesichtspunkte nicht behandelt. Einem Urteil fehlen Entscheidungsgründe nicht schon dann, wenn die angeführten Gründe aus Sicht des Klägers (vermeintlich) sachlich unvollständig, unzureichend, unrichtig oder sonst rechtsfehlerhaft sind (vgl zB BSG SozR Nr 79 zu § 128 SGG; BSG Beschluss vom 8.2.2006 - B 1 KR 65/05 B - Juris RdNr 15). Der Kläger greift mit seiner Rüge im Kern nicht das Fehlen von Entscheidungsgründen an, sondern die Richtigkeit der Entscheidung. Die Nachprüfung des angefochtenen Urteils auf seine sachliche "Richtigkeit" ist aber nicht Gegenstand der Nichtzulassungsbeschwerde (vgl BSG SozR 1500 § 160a Nr 7; BSG SozR 1500 § 160 Nr 44 S 42; BSG Beschluss vom 8.2.2006 - B 1 KR 65/05 B - Juris RdNr 15).

6 2. Der Senat sieht von einer weiteren Begründung ab (§ 160a Abs 4 S 2 Halbs 2 SGG).

7 3. Die Kostenentscheidung beruht auf einer entsprechenden Anwendung des § 193 SGG.

Palavras-chave

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Questão jurídica principal

Whether the non-admission complaint sufficiently alleged a procedural defect under Section 160(2) No. 3 SGG

Decisão extraída

No. The complaint merely attacked the lower court's failure to discuss certain legal arguments and did not adequately identify a decisive procedural defect.

Fundamentação extraída

A review of factual or substantive correctness is not part of the non-admission complaint. A procedural defect must be specifically designated, including the circumstances showing it; this was missing here.

Questão jurídica principal

Whether the alleged lack of reasoning in the LSG judgment amounted to missing reasons under Section 136(1) No. 6 SGG

Decisão extraída

No. A judgment lacks reasons only if no reasons at all are given; an allegedly incomplete or incorrect discussion of arguments does not suffice.

Fundamentação extraída

The claimant complained only that the LSG did not address his preferred legal theory. That challenges the correctness of the judgment, not the absence of reasons.

Questão jurídica principal

Costs of the complaint proceedings

Decisão extraída

No reimbursement of costs was ordered.

Fundamentação extraída

The cost decision followed an analogous application of Section 193 SGG.

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