Non-admission complaint inadmissible; no valid grounds stated

BSG B 11 AL 4/15 BBsg / Division 1112 de out. de 2015Inadmissible

Abrir fonte

Extraído pela Omnilex

Resumo Omnilex

The BSG held the claimant's non-admission complaint inadmissible because none of the asserted grounds for appeal were properly substantiated. It found no sufficient showing of fundamental importance, no properly pleaded divergence, and no valid procedural defect based on judicial participation after remittal or on an alleged breach of the duty to investigate. The complaint was therefore rejected as inadmissible, and no extrajudicial costs were reimbursed.

Sumário Omnilex

§ 160 Abs. 2 Nr. 1-3, § 160a Abs. 2 S. 3 SGG; substantiation requirements for a non-admission complaint. Fundamental importance requires formulation of an abstract, decisive legal question and an explanation of its need for clarification and relevance; mere criticism of the application of law or fact-finding in the individual case is insufficient. Divergence requires identification of a decisive abstract legal principle of the LSG contradicting one of the BSG, GmSOGB or BVerfG. A procedural defect based on judicial disqualification under § 41 Nr. 6 ZPO is excluded where, after reversal and remittal, the same instance is reopened and the judges participated only in that same instance; a complaint under § 103 SGG additionally presupposes a specific evidentiary request that was rejected without sufficient reason. Consideration 4-7.

Texto completo

BSG — B 11 AL 4/15 B, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-10-12

Aktenzeichen: B 11 AL 4/15 B

ECLI: ECLI:DE:BSG:2015:121015BB11AL415B0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 160 Abs 2 Nr 3 SGG, § 160a Abs 2 S 3 SGG, § 46 Nr 6 ZPO

Vorinstanz: vorgehend SG Karlsruhe, 11. August 2010, Az: S 6 AL 731/09, Urteilvorgehend Landessozialgericht Baden-Württemberg, 23. März 2012, Az: L 8 AL 4638/10, Urteilvorgehend BSG, 4. Juni 2013, Az: B 11 AL 38/12 B, Beschlussvorgehend Landessozialgericht Baden-Württemberg, 19. Dezember 2014, Az: L 8 AL 2718/13 ZVW, Urteil

Spruchkörper: 11. Senat

Titelzeile

Sozialgerichtliches Verfahren - Nichtzulassungsbeschwerde - Verfahrensmangel - Ausschließung von Richtern - Mitwirkung im früheren Rechtszug - Aufhebung und Zurückverweisung

Tenor

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Landessozialgerichts Baden-Württemberg vom 19. Dezember 2014 wird als unzulässig verworfen.

Außergerichtliche Kosten des Beschwerdeverfahrens sind nicht zu erstatten.

Gründe

1 I. Der Kläger wendet sich mit seiner Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Landessozialgerichts (LSG) Baden-Württemberg vom 19.12.2014. Er macht geltend, die Rechtssache habe grundsätzliche Bedeutung, weil bereits ein Zurückverweisungsbeschluss des Bundessozialgerichts (BSG) in diesem Verfahren ergangen sei (Beschluss vom 4.6.2013 zum Az B 11 AL 38/12 B) und das LSG die Rechtsauffassung des BSG zur Klärung des Sachverhalts verkannt habe. Damit weiche das LSG auch von der vorangegangenen Entscheidung des BSG ab. Zudem liege in der Mitwirkung derselben Richter, die auch an der vom BSG aufgehobenen Entscheidung beteiligt gewesen seien, ein Verfahrensmangel. Diese Richter seien nach § 41 Nr 6 Zivilprozessordnung (ZPO) ausgeschlossen gewesen.

2 II. Die Beschwerde ist unzulässig, denn der Kläger hat keine Zulassungsgründe in der gebotenen Weise dargelegt bzw bezeichnet (§ 160a Abs 2 Satz 3 Sozialgerichtsgesetz ). Der Senat konnte deshalb über die Beschwerde ohne Zuziehung der ehrenamtlichen Richter gemäß § 160a Abs 4 Satz 1 Halbsatz 2 SGG iVm § 169 SGG entscheiden.

3 Gemäß § 160 Abs 2 SGG ist die Revision zuzulassen, wenn die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat (Nr 1) , das Urteil des LSG von einer Entscheidung des BSG, des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtshöfe des Bundes (GmSOGB) oder des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) abweicht und auf dieser Abweichung beruht (Nr 2) oder wenn ein Verfahrensmangel geltend gemacht wird, auf dem die angefochtene Entscheidung beruhen kann (Nr 3) .

4 Grundsätzliche Bedeutung hat eine Rechtssache nur dann, wenn sie eine Rechtsfrage aufwirft, die - über den Einzelfall hinaus - aus Gründen der Rechtseinheit oder Fortbildung des Rechts einer Klärung durch das Revisionsgericht bedürftig und fähig ist. Der Beschwerdeführer muss daher anhand des anwendbaren Rechts und unter Berücksichtigung der höchstrichterlichen Rechtsprechung - ggf sogar des Schrifttums - angeben, welche Fragen sich stellen, dass diese noch nicht geklärt sind, weshalb eine Klärung dieser Rechtsfragen aus Gründen der Rechtseinheit oder der Fortbildung des Rechts erforderlich ist und dass das angestrebte Revisionsverfahren eine Klärung erwarten lässt (vgl nur BSG SozR 3-1500 § 160a Nr 34 S 70 mwN) . Vorliegend ist der Beschwerdebegründung nicht einmal ansatzweise der Streitgegenstand und der Sach- und Streitstand zu entnehmen, sodass dem Senat mangels entsprechender Darlegungen eine Einordnung sich eventuell stellender Rechtsfragen und die Beurteilung deren Klärungsbedürftigkeit (= Entscheidungserheblichkeit) nicht möglich wäre. Im Übrigen hat der Kläger schon keine abstrakte Rechtsfrage formuliert. Er rügt vielmehr in Wahrheit die Rechtsanwendung im Einzelfall und eine unzutreffende Sachverhaltsaufklärung. Dem kommt eine über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung indes nicht zu.

5 Auch eine Divergenz iS von § 160 Abs 2 Nr 2 SGG hat der Kläger nicht hinreichend bezeichnet. Eine solche liegt nur vor, wenn sich Rechtssätze widersprechen und erfordert daher die Darlegung, dass das LSG einen tragenden abstrakten Rechtssatz in Abweichung von einem abstrakten Rechtssatz des BSG, des GmSOGB oder des BVerfG aufgestellt hat. Doch ist dem Vorbringen des Klägers, aus der Entscheidung des LSG ergebe sich, dass es von anderen Beweismaximen ausgehe, schon mangels jeglicher Sachverhaltsdarstellung nicht zu entnehmen, warum dieser Gesichtspunkt für die Entscheidung des LSG tragend war und für die Entscheidung des BSG nach einer Zulassung der Revision erheblich wäre.

6 Die Beschwerde genügt den Begründungserfordernissen des § 160a Abs 2 Satz 3 SGG auch nicht, soweit der Kläger eine unrichtige Besetzung der Richterbank als Verfahrensmangel rügt. Er stützt sich auf § 41 Nr 6 ZPO, der den Ausschluss von der Ausübung des Richteramtes ua für den Fall anordnet, dass ein Richter in einem früheren Rechtszug mitgewirkt hat; sein Vorbringen ist insoweit schon offensichtlich unschlüssig, weil durch die Aufhebung und Zurückverweisung eines Urteils dieselbe Instanz wiedereröffnet wird und die Mitwirkung an Urteilen derselben Instanz nicht von § 41 Nr 6 ZPO umfasst ist (BSG SozR 4-1750 § 41 Nr 1 RdNr 7 mwN; BSG vom 20.10.1998 - B 9 SB 58/98 B - RdNr 4) .

7 Eine Verletzung der Amtsermittlungspflicht (§ 103 SGG) wäre als Verfahrensmangel ebenfalls nicht ausreichend dargelegt. Denn auf eine Verletzung des § 103 SGG kann ein Verfahrensmangel nur gestützt werden, wenn er sich auf einen Beweisantrag bezieht, dem das LSG ohne hinreichende Begründung nicht gefolgt ist (§ 160 Abs 2 Nr 3 Halbsatz 2 SGG) . Hierzu trägt der Kläger aber nichts Konkretes vor. Sein allgemeiner Hinweis auf die "angebotenen Beweise" und auf die als "Zeugen angebotenen Personen" reicht ohne genaue Bezeichnung dieser Beweise bzw Benennung der Personen und des Beweisthemas nicht aus.

8 Die Kostenentscheidung beruht auf einer entsprechenden Anwendung des § 193 SGG.

Palavras-chave

non-admission complaintfundamental importancedivergenceprocedural defectjudicial disqualificationduty of investigationcosts

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the complaint sufficiently showed fundamental importance of the case under § 160 Abs. 2 Nr. 1 SGG.

Decisão extraída

No. The complaint did not formulate an abstract legal question or show why clarification was needed; it only attacked the application of law and fact-finding in the individual case.

Fundamentação extraída

A fundamental issue requires a precise, abstract legal question and explanation of its need for clarification and relevance. These requirements were not met.

Questão jurídica principal

Whether a divergence under § 160 Abs. 2 Nr. 2 SGG was properly substantiated.

Decisão extraída

No. The claimant did not identify conflicting abstract legal propositions between the LSG and higher courts.

Fundamentação extraída

A divergence requires a contradiction between decisive abstract legal principles. The submission lacked the necessary factual and legal comparison.

Questão jurídica principal

Whether the alleged participation of the same judges after remittal constituted a procedural defect under § 41 Nr. 6 ZPO and § 160 Abs. 2 Nr. 3 SGG.

Decisão extraída

No. Participation in the reopened instance after remittal is not covered by § 41 Nr. 6 ZPO, and no specific evidentiary request was shown for an alleged violation of the duty to investigate.

Fundamentação extraída

After reversal and remittal, the same instance is reopened; prior participation in that same instance does not trigger automatic exclusion. A § 103 SGG complaint also needs a specific rejected evidentiary request, which was missing.

Continue sua pesquisa no ChatGPT ou Claude

Conecte o Omnilex para pesquisar o corpus jurídico pelo seu assistente de IA.