Non-admission complaint on mark "G" dismissed as inadmissible

BSG B 9 SB 41/13 BBsg / Division 918 de fev. de 2014Dismissed

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The claimant sought mark "G" on the basis of a bipolar disorder and alleged orientation problems. The social court and the LSG rejected the claim. In the non-admission complaint, the claimant relied solely on fundamental significance. The BSG held that the complaint did not meet the statutory substantiation requirements and, in any event, did not show that the proposed legal question was decisive in light of the LSG's binding factual findings. The complaint was therefore dismissed as inadmissible, and no costs were reimbursed.

Sumário Omnilex

§ 160 Abs. 2 Nr. 1, § 160a Abs. 2 S. 3 SGG; non-admission complaint based on fundamental significance; requirements for substantiation and reviewability. A party invoking fundamental significance must precisely formulate a decisive legal question and demonstrate its need for clarification and extra-individual importance. If the complaint does not show that the question is capable of affecting the outcome under the binding factual findings of the lower court (§ 163 SGG), it is inadmissible. The mere assertion that the lower court wrongly assessed the facts does not constitute a ground for admission.

Texto completo

BSG — B 9 SB 41/13 B, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-02-18

Aktenzeichen: B 9 SB 41/13 B

ECLI: ECLI:DE:BSG:2014:180214BB9SB4113B0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 146 Abs 1 S 1 SGB 9, § 69 Abs 4 SGB 9, § 3 Abs 1 Nr 7 SchwbAwV, § 163 SGG, § 160a Abs 2 S 3 SGG, § 160 Abs 2 Nr 1 SGG

Vorinstanz: vorgehend SG Stuttgart, 17. Dezember 2012, Az: S 14 SB 3216/12, Gerichtsbescheidvorgehend Landessozialgericht Baden-Württemberg, 8. Mai 2013, Az: L 3 SB 5383/12, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Nichtzulassungsbeschwerde - Schwerbehindertenrecht - Merkzeichen G - erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr - Einschränkung der Orientierungsfähigkeit - grundsätzliche Bedeutung - Klärungsfähigkeit der Rechtsfrage - Bindung an tatsächliche Feststellungen des Landessozialgerichts - sozialgerichtliches Verfahren

Tenor

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Landessozialgerichts Baden-Württemberg vom 8. Mai 2013 wird als unzulässig verworfen.

Kosten des Beschwerdeverfahrens sind nicht zu erstatten.

Gründe

1 I. Der Kläger begehrt in der Hauptsache die Zuerkennung des Merkzeichens "G". Der Kläger leidet nach fachärztlicher Feststellung an einer psychischen Erkrankung aus dem bipolaren Spektrum. Den Grad der Behinderung (GdB) stellte der Beklagte deswegen mit 60 fest, die Feststellung von Merkzeichen lehnte er ab (Bescheid vom 16.11.2011; Widerspruchsbescheid vom 23.5.2012). Die Klage, mit der der Kläger die Zuerkennung des Merkzeichens "G" wegen zeitweiliger Orientierungslosigkeit begehrt, blieb vor dem SG und dem LSG ohne Erfolg. Das LSG hat zur Begründung ua ausgeführt, die beim Kläger bestehende bipolare affektive Psychose könne zwar in akuten schweren depressiven Phasen zu einer ausgeprägten Antriebslosigkeit und durch ausgeprägte Phobien die Bewegungsfähigkeit einschränken. Eine allein relevante Orientierungslosigkeit sei damit jedoch nicht verbunden (Urteil vom 8.5.2013) .

2 Mit seiner Beschwerde wendet sich der Kläger gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des LSG.

3 II. Die Beschwerde des Klägers ist auch nach Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (§ 67 SGG) unzulässig und daher gemäß § 160a Abs 4 S 1 Halbs 2 SGG iVm § 169 S 3 SGG zu verwerfen. Ihre Begründung entspricht nicht den aus § 160a Abs 2 S 3 SGG abzuleitenden Anforderungen an die Darlegung des allein geltend gemachten Revisionszulassungsgrundes der grundsätzlichen Bedeutung.

4 1. Der Kläger legt die grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache nicht in der gesetzlich gebotenen Weise dar. Wer sich auf den Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache (§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG) beruft, muss eine Rechtsfrage klar formulieren und ausführen, inwiefern die Frage im angestrebten Revisionsverfahren entscheidungserheblich sowie klärungsbedürftig und über den Einzelfall hinaus von Bedeutung ist (vgl zB BSG SozR 3-1500 § 160a Nr 21 S 38; BSG SozR 3-4100 § 111 Nr 1 S 2 f; siehe auch BSG SozR 3-2500 § 240 Nr 33 S 151 f mwN).

5 Der Kläger wirft die Rechtsfrage auf, "ob ein Betroffener, der an einer psychischen Erkrankung leidet, die dazu führt, dass er (zumindest über längere Phasen) nicht in der Lage ist, sich außerhalb seines gewohnten Umfeldes allein zu bewegen oder zu reisen, ohne sich dabei zu verlaufen oder zu wissen, wo er sich gerade befindet, als orientierungslos im Sinne von § 146 Abs 1 Satz 1 SGB IX anzusehen und ihm deshalb der Nachteilsausgleich "G" zuzuerkennen ist."

6 Der Senat kann dahin gestellt sein lassen, ob der Kläger angesichts der zitierten gesetzlichen Regelung und der vom LSG hierzu - zur inhaltgleichen Vorgängerregelung des § 60 Abs 1 Schwerbehindertengesetz - ergangenen Rechtsprechung des erkennenden Senats (BSG Beschluss vom 10.5.1994 - 9 BVs 45/93) den nötigen Klärungsbedarf aufzeigt (vgl BSG Beschluss vom 31.7.2013 - B 9 SB 98/12 B) . Jedenfalls zeigt die Beschwerdebegründung die Klärungsfähigkeit im konkreten Fall nicht auf. Denn nach den nicht mit zulässigen Verfahrensrügen angegriffenen und deshalb verbindlichen (§ 163 SGG) Feststellungen des LSG liegt beim Kläger eine Erkrankung vor, die zwar in akuten schweren depressiven Phasen zu einer ausgeprägten Antriebslosigkeit führen bzw durch ausgeprägte Phobien die Bewegungsfähigkeit einschränken kann. Nach den weiteren bindenden Feststellungen des LSG ist damit eine Einschränkung der Orientierungsfähigkeit jedoch nicht verbunden und der Zustand besteht nur zeitweilig und vorübergehend in akuten schweren depressiven Phasen. Die verbleibende (behauptete) Unrichtigkeit der Entscheidung ist kein Zulassungsgrund (BSG SozR 1500 § 160a Nr 7).

7 2. Der Senat sieht von einer weiteren Begründung ab (§ 160a Abs 4 S 2 Halbs 2 SGG) .

8 3. Die Kostenentscheidung beruht auf § 193 SGG.

Palavras-chave

non-admission complaintfundamental significanceorientation abilitymark Gbinding findingsinadmissibilitysocial security proceedings

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Questão jurídica principal

Whether the complaint sufficiently substantiated the ground of fundamental significance for revision

Decisão extraída

No. The complaint did not show the required need for clarification and, in any event, did not demonstrate that the legal question was decisive in this case.

Fundamentação extraída

A party invoking fundamental significance must precisely formulate a legal question and explain its decisiveness, need for clarification, and importance beyond the individual case. Here, the LSG's binding findings showed only temporary impairment of mobility in acute depressive phases, but no accompanying impairment of orientation, so the proposed question was not capable of changing the outcome.

Questão jurídica principal

Whether the claimant was entitled to mark "G" due to orientation impairment under § 146 Abs. 1 sentence 1 SGB IX

Decisão extraída

The court did not examine the merits; the asserted error in the LSG's assessment was not a basis for revision in this complaint procedure.

Fundamentação extraída

Because the factual findings of the LSG were binding under § 163 SGG and no admissible procedural challenge was raised, the remaining alleged incorrectness of the decision could not justify admission of the revision.

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