No revocation needed for enforcement stay after finality

BGH VII ZB 2/17Bgh / Civil Chamber 720 de jul. de 2017Dismissed

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Resumo Omnilex

The BGH held that a stay of enforcement under § 20(2) AVAG based on security posting does not require a separate lifting order once the foreign judgment has become final. Enforcement is to be continued by the competent enforcement organ upon proof of finality. Because of this automatic continuation mechanism, the creditor's application to revoke the Senate's earlier stay order lacked a need for legal protection and was dismissed as inadmissible.

Sumário Omnilex

§ 20 Abs. 2 AVAG; § 775 ZPO; Fortsetzung der Zwangsvollstreckung nach Sicherheitsleistung und Eintritt der Rechtskraft des ausländischen Titels: Eine nach § 20 Abs. 2 AVAG wegen Sicherheitsleistung des Schuldners eingestellte Zwangsvollstreckung ist vom zuständigen Vollstreckungsorgan fortzusetzen, sobald der Gläubiger den Eintritt der Rechtskraft der zu vollstreckenden Entscheidung nachweist. Einer gesonderten Aufhebung der Einstellungsentscheidung bedarf es nicht; ein entsprechender Antrag fehlt daher mangels Rechtsschutzbedürfnisses (consid. 3).

Texto completo

BGH — VII ZB 2/17, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-07-20

Aktenzeichen: VII ZB 2/17

ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:200717BVIIZB2.17.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 20 Abs 2 AVAG, § 775 ZPO

Vorinstanz: vorgehend BGH, 31. Mai 2017, Az: VII ZB 2/17, Beschlussvorgehend LG Frankfurt, 16. Januar 2017, Az: 2-9 T 570/16vorgehend AG Frankfurt, 7. November 2016, Az: 82 M 15838/16nachgehend BGH, 14. Dezember 2017, Az: VII ZB 2/17, Beschluss

Spruchkörper: 7. Zivilsenat

Titelzeile

Einstellung der Zwangsvollstreckung wegen Sicherheitsleistung des Schuldners: Fortsetzung der Zwangsvollstreckung bei Eintritt der Rechtskraft des ausländischen Vollstreckungstitels

Tenor

Der Antrag der Gläubigerin auf Aufhebung des Senatsbeschlusses vom 31. Mai 2017, soweit damit die Zwangsvollstreckung aus dem Beschluss des Landgerichts Frankfurt am Main vom 23. September 2016 (2-03 O 315/16) eingestellt wurde, wird verworfen.

Gründe

I.

1 Das Landgericht Frankfurt am Main erklärte mit Beschluss vom 23. September 2016 ein Urteil des Berufungsgerichts in Brüssel vom 16. November 2011 für vollstreckbar, mit dem die Schuldnerin verurteilt worden war, an die Gläubigerin den Gegenwert von 6.906.600 USD in Euro zuzüglich Zinsen und Verfahrenskosten zu zahlen. Auf Grundlage dieser Vollstreckbarerklärung erließ das Amtsgericht Frankfurt am Main einen Pfändungsbeschluss und hob diesen auf die Erinnerung der Schuldnerin später auf, wobei es die Wirksamkeit des Aufhebungsbeschlusses von seiner Rechtskraft abhängig machte. Gegen die Aufhebung legte die Gläubigerin Rechtsmittel ein. Im Rahmen des Rechtsbeschwerdeverfahrens vor dem Bundesgerichtshof wies die Schuldnerin nach, dass sie die Sicherheitsleistung zur Abwendung der Zwangsvollstreckung vor Rechtskraft der Vollstreckbarerklärung geleistet hatte. Mit Beschluss vom 31. Mai 2017 stellte der Senat, auf den insoweit die Zuständigkeit des Vollstreckungsgerichts kraft Devolutiveffekts übergegangen war, entsprechend § 20 Abs. 2 AVAG die Zwangsvollstreckung aus der Vollstreckbarerklärung ein und hob den Pfändungsbeschluss auf; die Vollstreckbarerklärung war zu dieser Zeit noch nicht rechtskräftig.

2 Mit Schriftsatz vom 14. Juli 2017 beantragt die Gläubigerin, den Beschluss vom 31. Mai 2017 aufzuheben, soweit damit die Zwangsvollstreckung aus der Vollstreckbarerklärung eingestellt worden ist. Mittlerweile sei die Vollstreckbarerklärung rechtskräftig geworden, so dass inzwischen die Voraussetzungen für eine Einstellung der Zwangsvollstreckung nach § 20 Abs. 2 AVAG nicht mehr vorlägen und die Voraussetzungen für eine Fortsetzung der Zwangsvollstreckung gegeben seien. Sie meint, die Entscheidung vom 31. Mai 2017 stehe einer Fortsetzung der Zwangsvollstreckung entgegen.

II.

3 Der Antrag ist mangels Rechtsschutzbedürfnisses unzulässig. Eine nach § 20 Abs. 2 AVAG wegen Sicherheitsleistung des Schuldners eingestellte Zwangsvollstreckung wird vom zuständigen Vollstreckungsorgan fortgesetzt, wenn der Gläubiger nachweist, dass die zu vollstreckende Entscheidung rechtskräftig geworden ist (vgl. zu § 775 Nr. 3 ZPO Wieczorek/Schütze/Spohnheimer, ZPO, 4. Aufl., § 775 Rn. 54; BeckOK ZPO/Preuß, Stand: 1. März 2017, § 775 Rn. 36; Hk-ZPO/Kindl, 7. Aufl., § 775 Rn. 16; Schuschke/Walker/Raebel, ZPO, 6. Aufl., § 775 Rn. 13; Stein/Jonas/Münzberg, ZPO, 22. Aufl., § 775 Rn. 39; MünchKommZPO/Schmidt/Brinkmann, 5. Aufl., § 775 Rn. 28; Musielak/Voit/Lackmann, ZPO, 14. Aufl., § 775 Rn. 13; Zöller/Stöber, ZPO, 31. Aufl., § 775 Rn. 12). Einer Aufhebung der Einstellungsentscheidung bedarf es insoweit nicht.

EickHalfmeierKartzke
SacherBrenneisen

Palavras-chave

enforcement staysecurityfinalityforeign judgmentlegal interestenforcement continuation

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Questão jurídica principal

Whether the creditor's request to revoke the stay of enforcement was admissible after the foreign title had become final.

Decisão extraída

The request was inadmissible because enforcement resumes automatically once the creditor proves that the enforced decision has become final; no separate revocation of the stay is needed.

Fundamentação extraída

A stay under § 20(2) AVAG due to security is only temporary. Upon proof of finality, the enforcement organ must continue enforcement under § 775 ZPO. Therefore, the creditor lacked a need for judicial protection against the prior stay decision.

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