Criminal appeal: unlawful expansion of public hearing

BGH 1 StR 130/17Bgh / Câmara Penal I22 de mai. de 2017Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Court rejected the defendant’s revision against the judgment of the Landgericht Weiden. The sole complaint concerned an alleged unlawful expansion of the public hearing when three witnesses were examined. The court held that any error was harmless because the exclusion of the public was limited to intimate matters arising from the witnesses’ personal relationship with the defendant, which had no connection to the convicted offenses. It was therefore certain that the verdict would not have changed and that no additional exculpatory arguments would have emerged in a public closing submission. The defendant must bear the costs of the revision and the private party’s necessary expenses.

Sumário Omnilex

§ 171b Abs. 1 Satz 1 GVG, § 337 Abs. 1 StPO; Rüge der unzulässigen Erweiterung der Öffentlichkeit bei Zeugenvernehmungen: Ein Öffentlichkeitsausschluss, der sich auf Angaben aus dem persönlichen Lebensbereich und der Intimsphäre der Beteiligten beschränkt, ist für die Revision unbeachtlich, wenn die betreffenden Umstände nach den Urteilsgründen keinen Bezug zu den abgeurteilten Taten aufweisen und daher sicher ausgeschlossen werden kann, dass sich der Schuld- oder Strafausspruch auf dem Verfahrensverstoß beruht. Die Beruhensprüfung verlangt eine Gesamtwürdigung des Akteninhalts und der Urteilsgründe; genügt die sichere Verneinung eines Einflusses auf das Urteil, bleibt die Rüge ohne Erfolg (vgl. consid. 1).

Texto completo

BGH — 1 StR 130/17, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-05-22

Aktenzeichen: 1 StR 130/17

ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:220517B1STR130.17.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 171b Abs 1 S 1 GVG, § 337 Abs 1 StPO

Vorinstanz: vorgehend LG Weiden, 28. Oktober 2016, Az: 1 Ks 21 Js 10587/15

Spruchkörper: 1. Strafsenat

Titelzeile

Revision in Strafsachen: Berufen eines Strafurteils auf der ungesetzlichen Erweiterung der Öffentlichkeit

Tenor

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Weiden i.d. OPf. vom 28. Oktober 2016 wird als unbegründet verworfen (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Hinsichtlich der Rüge der Verletzung des § 171b Abs. 3 Satz 2 GVG ist ergänzend zum Antrag des Generalbundesanwalts anzumerken:

Die Rüge ist unbegründet, weil auszuschließen ist, dass der Schuld- und Strafausspruch auf der ungesetzlichen Erweiterung der Öffentlichkeit beruht (§ 337 Abs. 1 StPO). Der Ausschluss der Öffentlichkeit bei der Vernehmung der drei Zeugen erfolgte lediglich im Umfang ihrer persönlichen Beziehung zum Angeklagten, weil Umstände aus dem persönlichen Lebensbereich, insbesondere der Intimsphäre der Beteiligten zur Sprache kamen (§ 171b Abs. 1 Satz 1 GVG). Diese Umstände stehen nach den Urteilsgründen in keinem Zusammenhang mit den abgeurteilten Taten, so dass der Senat vorliegend sicher ausschließen kann, dass die Schlussvorträge weitere den Angeklagten entlastende Gesichtspunkte erbracht hätten, wenn in nicht öffentlicher Sitzung plädiert worden wäre (vgl. BGH, Beschluss vom 26. Oktober 2016 - 5 StR 234/16).

GrafJägerBellay
FischerBär

Palavras-chave

criminal revisionpublic hearingexclusion of the publicharmless errorwitness examinationintimate sphereberuhensprüfungcosts

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Questão jurídica principal

Whether the conviction had to be set aside because the public hearing was unlawfully expanded during the examination of three witnesses.

Decisão extraída

The challenge was unfounded because it could be excluded that the finding of guilt and the sentence were based on the public hearing issue.

Fundamentação extraída

The exclusion of the public from the witness examinations was limited to the witnesses' personal relationship with the defendant, since matters from the personal sphere and intimate life were discussed. Those matters were unrelated to the convicted acts, so it could be safely excluded that further exculpatory arguments would have been presented in a public closing submission.

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