Reimbursement claim under SGB VII: cap by fictitious damages

BGH VI ZR 578/15Bgh / Civil Chamber 624 de jan. de 2017Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Court of Justice dismissed the defendant’s non-admission complaint in an accident-insurer recourse case. It held that the complaint failed to demonstrate grounds for revision under § 543(2) ZPO. The Court also rejected the argument that the tenor must expressly state the contributory-negligence quota relating to the fictitious tort damages claim when determining the insurer’s reimbursement claim under § 110(1) sentence 1 SGB VII. Such contributory negligence affects only the amount of the fictitious damages claim and need not be set out in the tenor. The defendant was ordered to bear the costs of the complaint proceedings.

Sumário Omnilex

§ 110 Abs. 1 Satz 1 SGB VII; Tenorierung des Regressanspruchs des Unfallversicherungsträgers bei Beschränkung auf die Höhe des fiktiven Schadensersatzanspruchs; die Begrenzung des Aufwendungsersatzanspruchs betrifft allein dessen Betrag. Ein etwaiges Mitverschulden des verletzten Versicherten ist bei der Bemessung des fiktiven Schadensersatzanspruchs zu berücksichtigen, wirkt sich auf den Regressanspruch jedoch nur mittelbar über dessen Höhe aus und ist deshalb nicht in den Tenor aufzunehmen (vgl. auch die Rechtsprechung des Senats). Eine Nichtzulassungsbeschwerde genügt den Anforderungen des § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO nur, wenn sie die gesetzlichen Zulassungsgründe substantiiert aufzeigt; andernfalls ist sie zurückzuweisen.

Texto completo

BGH — VI ZR 578/15, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-01-24

Aktenzeichen: VI ZR 578/15

ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:240117BVIZR578.15.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 110 Abs 1 S 1 SGB 7

Vorinstanz: vorgehend KG Berlin, 1. September 2015, Az: 27 U 127/14vorgehend LG Berlin, 3. September 2014, Az: 6 O 195/12

Spruchkörper: 6. Zivilsenat

Titelzeile

Rückgriffsklage des Sozialversicherungsträgers: Beschränkung des Aufwendungsersatzanspruchs auf die Höhe des fiktiven Schadensersatzanspruchs

Tenor

Die Nichtzulassungsbeschwerde des Beklagten gegen den Beschluss des 27. Zivilsenats des Kammergerichts vom 1. September 2015 wird zurückgewiesen, weil sie nicht aufzeigt, dass die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat oder die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts erfordert (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

Entgegen der Auffassung der Nichtzulassungsbeschwerde ist die Revision auch nicht zur Fortbildung des Rechts im Hinblick auf die Frage zuzulassen, ob im Tenor eines Urteils, mit dem das Bestehen eines Anspruchs aus § 110 Abs. 1 Satz 1 SGB VII bis zur Höhe des fiktiven zivilrechtlichen Schadensersatzanspruchs festgestellt wird, zugleich auszusprechen ist, in welcher Höhe hinsichtlich des fiktiven Schadensersatzanspruchs ein Mitverschulden des geschädigten Versicherten zu berücksichtigen ist. Der Rechtsprechung des erkennenden Senats lässt sich entnehmen, dass die Beschränkung des Aufwendungsersatzanspruchs nach § 110 Abs. 1 Satz 1 SGB VII auf die Höhe des fiktiven Schadensersatzanspruchs allein die Höhe des Aufwendungsersatzanspruchs betrifft (vgl. Senatsurteile vom 29. Januar 2008 - VI ZR 70/07, BGHZ 175, 153 Rn. 10; vom 27. Juni 2006 - VI ZR 143/05, BGHZ 168, 161 Rn. 12, 15; Senatsbeschluss vom 16. August 2016 - VI ZR 497/15, juris). Ein etwaiges Mitverschulden des Versicherten wirkt sich - als einer unter mehreren Gesichtspunkten - wiederum unmittelbar nur auf den fiktiven Schadensersatzanspruch aus und hat für den Aufwendungsersatzanspruch wie andere, den fiktiven Schadensersatzanspruch betreffende Umstände allein mittelbare, auf die Höhe des Anspruchs beschränkte Bedeutung. Vor diesem Hintergrund trifft die Auffassung des Berufungsgerichts zu, dass die auf den fiktiven Schadensersatzanspruch bezogene Mitverschuldensquote nicht in den Tenor aufzunehmen ist, mit dem die Verpflichtung des Schädigers festgestellt wird, dem Unfallversicherungsträger nach § 110 Abs. 1 Satz 1 SGB VII weitere Auf-wendungen zu ersetzen.

Von einer näheren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbs. ZPO abgesehen.

Der Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).

Streitwert: bis 80.000,00 €

Galkevon PentzOffenloch
RoloffMüller

Palavras-chave

reimbursement claimaccident insurancecontributory negligencenon-admission complainttenorleave to appealcosts

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Questão jurídica principal

Whether the non-admission complaint showed grounds for allowing revision.

Decisão extraída

No grounds were shown for fundamental importance, development of the law, or securing uniform case law.

Fundamentação extraída

The complaint did not meet the requirements of § 543(2) ZPO.

Questão jurídica principal

Whether the tenor must state the insured person's contributory negligence share when declaring a claim under § 110(1) sentence 1 SGB VII up to the amount of the fictitious damages claim.

Decisão extraída

No. The tenor need only state the employer's or tortfeasor's obligation to reimburse further expenses; the contributory negligence share concerns only the level of the fictitious damages claim and need not be included in the tenor.

Fundamentação extraída

Case law holds that the cap under § 110(1) sentence 1 SGB VII concerns only the amount of the reimbursement claim. Contributory negligence affects the fictitious damages claim directly and the reimbursement claim only indirectly through its amount.

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