Cost liability of former GbR member for appeal costs

BGH XII ZR 83/11Bgh / Civil Chamber 1220 de jan. de 2017Dismissed

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Resumo

The BGH rejected the defendant’s reminder against the cost assessment. It held that the objection was admissible under § 66 GKG but unfounded because it merely attacked the final cost decision, which was no longer open to further review. The court confirmed that a former partner of a GbR can be liable for the society’s costs under § 29 Nr. 3 GKG because statutory joint liability suffices. The GbR remained party-capable for claims still pursued against it, and no completed liquidation was shown. The amount of the cost assessment also raised no concerns. The proceedings were declared fee-free.

Regest

§ 29 Nr. 3 GKG, § 66 GKG; cost debtor status and reminder against cost assessment. A person is a cost debtor under § 29 Nr. 3 GKG not only when directly charged with the procedural costs, but also when statutory joint liability exists for another's cost debt. For a former partner of a GbR, joint and several liability for the society's cost obligations suffices. A reminder under § 66 GKG is admissible only to the extent it challenges the payment obligation; it is unfounded where it in substance seeks review of an unappealable cost decision. A GbR remains party-capable so long as claims continue to be asserted against it and liquidation has not been completed (consid. 2-4).

Texto completo

BGH — XII ZR 83/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-01-20

Aktenzeichen: XII ZR 83/11

ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:200117BXIIZR83.11.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 29 Nr 3 GKG

Vorinstanz: vorgehend OLG Hamm, 28. Juni 2011, Az: I-7 U 54/10, Urteilvorgehend LG Dortmund, 30. April 2010, Az: 3 O 99/08, Urteil

Spruchkörper: 12. Zivilsenat

Titelzeile

Kostenfestsetzung: Kostenschuldnerschaft eines ursprünglichen Gesellschafters einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Tenor

Die Erinnerung des Beklagten zu 2 vom 29. November 2016 gegen den Kostenansatz gegen ihn vom 10. August 2016 (Kostenrechnung vom 24. August 2016, Kassenzeichen: 780016500328) in Verbindung mit dem Kostenansatz vom 21. Juli 2015 gegen die Beklagte zu 3 (Kostenrechnung vom 22. Juli 2015, Kassenzeichen: 780015500433) wird zurückgewiesen.

Das Verfahren ist gebührenfrei (§ 66 Abs. 8 GKG).

Gründe

1 Zur Entscheidung über die Erinnerung gegen den Kostenansatz am Bundesgerichtshof ist nach §§ 1 Abs. 5, 66 Abs. 6 GKG der Einzelrichter berufen (BGH Beschluss vom 23. April 2015 - I ZB 73/14 - NJW 2015, 2194).

2 Die Erinnerung ist nach § 66 Abs. 1 GKG zulässig, da der Empfänger der Kostenrechnung seine Zahlungspflicht in Abrede stellt (vgl. Hartmann, Kostengesetze, 47. Aufl. § 66 GKG Rn. 18). Sie ist jedoch unbegründet, weil sie sich inhaltlich gegen den Senatsbeschluss vom 7. März 2012 und die darin getroffene Kostenentscheidung richtet, gegen die ein weiteres Rechtsmittel nicht gegeben ist (vgl. BGH Beschluss vom 8. Dezember 1997 - II ZR 139/96 - NJW-RR 1998, 503).

3 Gründe, die der Zahlungspflicht des Kostenschuldners entgegenstehen könnten, sind nicht ersichtlich. Insbesondere kann der Kostenschuldner sie nicht mit der Begründung in Abrede stellen, er habe den Bundesgerichtshof nicht angerufen. Zwar ist das Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde nicht von ihm persönlich betrieben worden. Beschwerdeführer war aber die Beklagte zu 3, deren Gesellschafter der Kostenschuldner ursprünglich war und deren Prozessführung der Kostenschuldner in der mündlichen Verhandlung vor dem Oberlandesgericht am 29. März 2011 ausdrücklich genehmigt hat.

4 Zutreffend ist deswegen eine Kostenhaftung des Kostenschuldners nach § 29 Nr. 3 GKG angenommen worden. Nach dieser Vorschrift ist auch derjenige Kostenschuldner, der für die Kostenschuld eines anderen kraft Gesetzes haftet. Dafür reicht auch die gesetzliche Mithaftung, wie hier die gesamtschuldnerische Haftung des Gesellschafters einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) für die Kostenverbindlichkeiten der Gesellschaft, aus (vgl. BeckOK Kostenrecht/Semmelbeck [Stand: 15.11.2016] § 29 GKG Rn. 30). Die GbR ist dabei auch im Falle ihrer Auflösung so lange als parteifähig anzusehen, wie Rechte gegen sie geltend gemacht werden und sie noch nicht vollständig liquidiert ist. Entsprechend wurden hier auch noch im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde Mietzinsansprüche gegen die GbR verfolgt, wobei eine vollständige Liquidation oder Vermögenslosigkeit von der GbR nicht geltend gemacht worden war.

5 Auch der Höhe nach ist der mit der Erinnerung angegriffene Kostenansatz frei von Bedenken.

Dose

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