New insolvency exemption request barred for three years

BGH IX ZB 114/11Bgh / Civil Chamber 96 de out. de 2011Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Court of Justice refused legal aid for a debtor’s intended legal complaint against the Hamburg courts. It held that the complaint lacked prospects of success because the legal complaint was inadmissible. The decisive point was that the three-year blocking period for a new discharge-from-debt application also applies when the debtor withdraws the insolvency-opening petition and the cost deferral request after a refusal based on a breach of duties under § 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO. The court saw no need for clarification of principle.

Sumário Omnilex

§ 4a Abs. 1 InsO, § 287 Abs. 1 InsO, § 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO; new application for discharge from residual debt after withdrawal of the insolvency-opening petition and cost deferral request: a three-year blocking period applies. The restriction on renewed access to discharge proceedings is not avoided where the debtor, after refusal of cost deferral for an already established ground of refusal, withdraws the opening petition before the refusal decision becomes final. What is decisive is that the debtor may not, contrary to the statutory system, initiate new proceedings again immediately after failing to comply properly with his duties in the first proceeding (consid. 2-3).

Texto completo

BGH — IX ZB 114/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-10-06

Aktenzeichen: IX ZB 114/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 4a Abs 1 InsO, § 287 Abs 1 InsO, § 290 Abs 1 Nr 5 InsO

Vorinstanz: vorgehend LG Hamburg, 25. Februar 2011, Az: 326 T 123/10, Beschlussvorgehend AG Hamburg, 10. November 2010, Az: 67c IN 407/10

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Insolvenzeröffnungsverfahren: Sperrfrist für erneuten Restschuldbefreiungsantrag nach Rücknahme des Antrags auf Verfahrenseröffnung und Kostenstundung im Erstverfahren

Leitsatz

Nimmt der Schuldner seinen Antrag auf Verfahrenseröffnung und Kostenstundung zurück, nachdem ihm wegen eines Verstoßes gegen § 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO die Kostenstundung versagt wurde, ist ein neuer Antrag auf Restschuldbefreiung erst nach Ablauf einer Sperrfrist von drei Jahren zulässig .

Tenor

Der Antrag des Schuldners auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für das Verfahren der Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 26. Zivilkammer des Landgerichts Hamburg vom 25. Februar 2011 wird abgelehnt.

Gründe

1 Die Voraussetzungen für die Bewilligung von Prozesskostenhilfe liegen nicht vor. Die Rechtsverfolgung bietet keine hinreichende Aussicht auf Erfolg (§ 114 Satz 1 ZPO), denn die Rechtsbeschwerde ist unzulässig (§ 574 Abs. 2 ZPO). Die Rechtssache weist weder grundsätzliche Bedeutung auf, noch ist eine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich.

2 1. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gilt die dreijährige Sperrfrist für einen neuen Restschuldbefreiungsantrag auch dann, wenn im ersten Verfahren die beantragte Kostenstundung wegen der schon feststehenden Voraussetzungen für die Versagung der Restschuldbefreiung analog § 4a Abs. 1 Satz 3 und Satz 4 InsO versagt, die Eröffnung des Insolvenzverfahrens aus diesem Grunde mangels Masse gemäß § 26 Abs. 1 InsO abgelehnt und der Antrag auf Restschuldbefreiung gegenstandslos geworden ist (BGH, Beschluss vom 11. Februar 2010 - IX ZA 45/09, ZVI 2010, 100 Rn. 7; vom 18. Februar 2010 - IX ZA 39/09, ZInsO 2010, 587 Rn. 6). Dem Umstand, dass vorliegend der Schuldner seinen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens vor Rechtskraft des Versagungsbeschlusses des Amtsgerichts zurückgenommen hat, kommt keine entscheidungserhebliche Bedeutung zu. Nach Erlass der landgerichtlichen Entscheidung hat der Senat mit Beschluss vom 12. Mai 2011 (IX ZB 221/09, ZInsO 2011, 1127 Rn. 7) ausgesprochen, dass die Grundsätze über die dreijährige Sperrfrist selbst dann maßgeblich sind, wenn der Schuldner im Erstverfahren einen gestellten Antrag auf Restschuldbefreiung zurücknimmt, um hierdurch eine Entscheidung des Insolvenzgerichts über einen Versagungsantrag zu verhindern.

3 2. Diese Grundsätze gelten auch für die vorliegende Fallgestaltung, bei der Kostenstundung wegen eines Verstoßes gegen § 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO versagt wurde und diese Entscheidung durch eine nachfolgende Rücknahme des Eröffnungsantrags einschließlich des Stundungsantrags nicht in Rechtskraft erwachsen ist. Auch insoweit ist maßgeblich, dass es nicht im Belieben des Schuldners steht, neue Verfahren einzuleiten, wenn er bereits zuvor seinen Mitwirkungspflichten nicht ordnungsgemäß nachgekommen ist. Damit scheidet auch insoweit eine Grundsatzbedeutung aus. Dies gilt auch unter dem Gesichtspunkt der Gewährung von Prozesskostenhilfe.

Kayser Gehrlein Vill

Fischer Grupp

Palavras-chave

insolvencyresidual debt dischargecost deferralblocking periodinadmissibilitylegal aiddebtor duties

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Questão jurídica principal

Whether legal aid should be granted for the intended legal complaint.

Decisão extraída

Legal aid was refused because the intended legal complaint had no sufficient prospects of success; the complaint was inadmissible.

Fundamentação extraída

The court held that the three-year blocking period for a new application for discharge from residual debt also applies where the debtor withdrew the opening petition and cost deferral request after a refusal based on a violation of duties under insolvency law. Therefore, the complaint raised no debatable question of principle.

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