Value of action for cancellation of mortgage lien

BGH V ZR 165/16Bgh / Câmara Civil V16 de fev. de 2017Inadmissible

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The plaintiff sought consent to delete a land charge of EUR 20,000 securing earlier fee claims. The Regional Court largely granted the claim, but the Higher Regional Court dismissed it as time-barred. The plaintiff filed a non-admission complaint to the Federal Court of Justice. The BGH held the complaint inadmissible because the relevant complaint value did not exceed the EUR 20,000 threshold of § 26 Nr. 8 EGZPO. For a deletion action concerning a land charge, the dispute value generally corresponds to the registered nominal amount, even if the charge is no longer valued.

Sumário Omnilex

§ 26 Nr. 8 EGZPO; Streitwert der Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision bei Klage auf Zustimmung zur Löschung einer Grundschuld; maßgeblich ist grundsätzlich der nach §§ 3, 6 ZPO zu bestimmende Wert des Beschwerdegegenstands. Der Streitwert einer Klage auf Einwilligung in die Löschung einer Grundschuld bemisst sich regelmäßig nach dem eingetragenen Nennbetrag, auch wenn die Grundschuld nicht mehr valutiert; denn die dingliche Belastung wirkt sich bei Veräußerung oder Beleihung wirtschaftlich in voller Höhe nachteilig aus. Ein abweichender Ansatz nach dem bloßen Rest- oder Bruchteilwert kommt danach grundsätzlich nicht in Betracht (vgl. BGH, Beschl. Rn. 4, 6).

Texto completo

BGH — V ZR 165/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-02-16

Aktenzeichen: V ZR 165/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:160217BVZR165.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 3 ZPO, § 6 ZPO, § 26 Nr 8 ZPOEG

Vorinstanz: vorgehend OLG Frankfurt, 7. Juni 2016, Az: 4 U 129/15, Urteilvorgehend LG Hanau, 21. Mai 2015, Az: 7 O 1336/13, Urteil

Spruchkörper: 5. Zivilsenat

Titelzeile

Streitwert einer Klage auf Einwilligung in die Löschung einer Grundschuld

Leitsatz

Der Streitwert einer Klage auf Zustimmung zur Löschung einer Grundschuld bemisst sich grundsätzlich auch dann nach dem eingetragenen Nennwert, wenn die Grundschuld nicht mehr valutiert.

Tenor

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 4. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 7. Juni 2016 wird auf Kosten der Klägerin als unzulässig verworfen.

Der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens beträgt 20.000 €.

Gründe

I.

1 Die Klägerin, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, hatte mit notarieller Urkunde vom 11. April 2002 zugunsten des Beklagten zur Sicherung etwaiger Honoraransprüche an ihren zwei Grundstücken eine Grundschuld über 20.000 € bestellt. Dem Beklagten stehen keine Honoraransprüche mehr zu. Daher verlangt die Klägerin von dem Beklagten die Bewilligung der Löschung der Grundschuld, hilfsweise „den Verzicht auf die Grundschuld und die Bewilligung der Löschung“.

2 Das Landgericht hat der Klage im Hauptantrag im Wesentlichen stattgegeben. Das Oberlandesgericht hat die Klage mit der Begründung abgewiesen, der Anspruch auf Rückgewähr der Grundschuld sei verjährt. Mit der Nichtzulassungsbeschwerde will die Klägerin die Zulassung der Revision erreichen.

II.

3 Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig, weil der Wert der mit der Revision geltend zu machenden Beschwer 20.000 Euro nicht übersteigt (§ 26 Nr. 8 EGZPO).

4 1. Für die Wertgrenze der Nichtzulassungsbeschwerde nach § 26 Nr. 8 EGZPO ist der Wert des Beschwerdegegenstands aus dem beabsichtigten Revisionsverfahren maßgebend, wobei die Wertberechnung nach den allgemeinen Grundsätzen der §§ 3 ff. ZPO vorzunehmen ist (BGH, Beschluss vom 24. Oktober 2007 - IV ZR 99/07, juris Rn. 5). Entgegen der Auffassung der Klägerin ist für die Bestimmung ihrer Beschwer nicht der Grundstückswert maßgeblich. Der Wert des Streites um die Löschung einer Grundschuld folgt vielmehr in der Regel dem Nennbetrag des eingetragenen Rechts, gleichviel ob für die Wertbestimmung § 3 oder § 6 ZPO herangezogen wird (BGH, Urteil vom 19. Januar 2006 - IX ZR 232/04, NJW 2006, 1286 Rn. 4, insoweit nicht abgedruckt in BGHZ 166, 74; Beschluss vom 24. Oktober 2007 - IV ZR 99/07, juris Rn. 6). Der Nennbetrag der Grundschuld beträgt hier 20.000 € und übersteigt damit nicht die Wertgrenze des § 26 Nr. 8 EGZPO.

5 2. Der Umstand, dass die Frage der Verjährbarkeit des gesetzlichen Anspruchs des Eigentümers aus § 1169 BGB (hier i.V.m. § 1192 Abs. 1 BGB) umstritten und höchstrichterlich nicht geklärt ist (vgl. nur Otte, DNotZ 2011, 897; MüKoBGB/Lieder, 7. Aufl., § 1169 Rn. 11, jeweils mwN), ändert nichts daran, dass die Nichtzulassungsbeschwerde wegen Nichtüberschreitens der Wertgrenze des § 26 Nr. 8 EGZPO unzulässig ist.

III.

6 Der Streitwert für das Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde beträgt entsprechend dem Nennbetrag der Grundschuld 20.000 €.

7 Allerdings wird die Frage, wie der Streitwert einer Klage auf Löschung einer nicht mehr valutierten Grundschuld zu bemessen ist, uneinheitlich beantwortet. Teilweise wird die Auffassung vertreten, dass lediglich ein Bruchteil des Nennbetrags der Grundschuld anzusetzen sei, da es nur um die Beseitigung einer formell noch bestehenden grundbuchmäßigen Position gehe (OLG Stuttgart, MDR 2010, 778; OLG Nürnberg, MDR 2009, 217; OLGR Frankfurt 2008, 321; OLGR Rostock 2009, 969, 970; OLG Celle, MDR 2005, 1196; Zöller/Herget, ZPO, 31. Aufl., § 3 Rn. 16 Stichwort „Löschung“; MüKo-ZPO/Wöstmann, 5. Aufl., § 6 Rn. 18; Wieczorek/Schütze/Kruis, ZPO, 4. Aufl., § 3 Stichwort „Löschung“; Thomas/Putzo/Hüßtege, ZPO, 37. Aufl., § 3 Rn. 99; N. Schneider in Schneider/Herget, Streitwert-Kommentar, 14. Aufl., Rn. 3548 ff.; offen gelassen BGH, Beschluss vom 12. März 2013 - II ZR 214/10, juris Rn. 4; BVerfG, NJW-RR 2000, 946, 947; vgl. auch Senat, Beschluss vom 15. April 2010 - V ZR 182/09, juris Rn. 5). Nach anderer Ansicht ist auch bei einer nicht valutierten Grundschuld deren eingetragener Nennwert maßgeblich, da es wirtschaftlich um die Befreiung von der vollen Eintragung gehe (OLG Düsseldorf, MDR 1999, 506, 507; OLG Saarbrücken, MDR 2001, 897; Stein/Jonas/Roth, ZPO, 23. Aufl., § 6 Rn. 36; Musielak/Voit/Heinrich, ZPO, 13. Aufl., § 3 Rn. 31; Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO, 75. Aufl., § 6 R. 14; Hartmann, Kostengesetze, 47. Aufl., § 48 GKG Anh. I (§ 6 ZPO) Rn. 14). Richtigerweise bemisst sich der Streitwert einer Klage auf Zustimmung zur Löschung einer Grundschuld grundsätzlich auch dann nach dem eingetragenen Nennwert, wenn die Grundschuld nicht mehr valutiert; denn sowohl bei einem Verkauf als auch bei einer möglichen Beleihung wirkt sich die dingliche Belastung des Grundbesitzes im Regelfall in voller Höhe des Nennwertes zum Nachteil des Eigentümers aus (vgl. OLG Düsseldorf, MDR 1999, 506, 507).

StresemannBrücknerWeinland
KazeleHamdorf

Palavras-chave

non-admission complaintvalue in disputeland chargemortgage lienadmissibilitynominal amountcosts

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Questão jurídica principal

Whether the non-admission complaint was admissible despite the value threshold under § 26 Nr. 8 EGZPO.

Decisão extraída

The complaint was inadmissible because the value of the complained-of interest did not exceed 20,000 euros.

Fundamentação extraída

The relevant amount for the complaint is determined under §§ 3 ff. ZPO; for a claim seeking deletion of a land charge, the dispute value generally follows the registered nominal amount, even if the charge is no longer valued.

Questão jurídica principal

How the value of a claim for consent to deletion of a non-valued land charge is to be assessed.

Decisão extraída

It is generally assessed according to the registered nominal amount, not a reduced fraction or the land value.

Fundamentação extraída

The encumbrance affects sale and possible refinancing in the full amount of the nominal charge; therefore the owner is burdened economically by the full registered amount.

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