Suspension of limitation during ongoing settlement negotiations

BGH IX ZR 120/11Bgh / Civil Chamber 919 de dez. de 2013Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Court of Justice rejected the defendant’s complaint against the refusal to admit revision. It held that no divergence existed regarding the effect of settlement negotiations on limitation. Under settled case law, limitation is suspended when the creditor asserts the claim and the debtor does not reject it immediately but engages in negotiations; the suspension generally relates back to the time of the claim assertion. The Court also found no decisive procedural-rights violations and no reason to admit revision for reasons of fundamental importance or legal uniformity. Costs were imposed on the defendant.

Sumário Omnilex

§ 203 Satz 1 BGB; Verjährungshemmung durch schwebende Verhandlungen; bei nicht sofortiger Ablehnung und Einlassen des Schuldners auf Erörterungen tritt Hemmung der Verjährung ein und wirkt grundsätzlich auf den Zeitpunkt der erstmaligen Geltendmachung des Anspruchs zurück (Bestätigung der bisherigen Rechtsprechung; vgl. consid. 2). Eine Divergenz zu späteren Entscheidungen anderer Senate liegt nicht vor, wenn diese entweder eine andere Normlage betreffen oder lediglich einen späteren Zeitpunkt als ausreichend erachten, ohne der gegenteiligen Rechtsprechung des VI. Zivilsenats entgegenzutreten. Die Nichtzulassungsbeschwerde bleibt ohne Erfolg, wenn weder grundsätzliche Bedeutung noch Fortbildungs- oder Sicherungsbedarf besteht und gerügte Verfahrensverletzungen nicht durchgreifen (consid. 1–4).

Texto completo

BGH — IX ZR 120/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-12-19

Aktenzeichen: IX ZR 120/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 203 S 1 BGB

Vorinstanz: vorgehend OLG Stuttgart, 12. Juli 2011, Az: 12 U 17/11vorgehend LG Ravensburg, 30. Dezember 2010, Az: 1 O 11/07

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Verjährungshemmung durch schwebende Verhandlungen

Leitsatz

Bei schwebenden Verhandlungen wirkt die Hemmung grundsätzlich auf den Zeitpunkt zurück, in dem der Gläubiger seinen Anspruch gegenüber dem Schuldner geltend gemacht hat (Anschluss an BGH, Urteil vom 11. November 1958, VI ZR 231/57, VersR 1959, 34, 36; vom 13. Februar 1962, VI ZR 195/61, VersR 1962, 615).

Tenor

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 12. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 12. Juli 2011 wird auf Kosten des Beklagten zurückgewiesen.

Der Wert der Nichtzulassungsbeschwerde wird auf 21.733,89 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Nichtzulassungsbeschwerde ist statthaft (§ 544 Abs. 1 Satz 1 ZPO) und zulässig (§ 544 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 ZPO). Sie hat jedoch keinen Erfolg. Die Rechtssache hat weder grundsätzliche Bedeutung, noch erfordert die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Die geltend gemachten Verletzungen von Verfahrensgrundrechten hat der Senat geprüft, aber für nicht durchgreifend erachtet.

2 Soweit die Nichtzulassungsbeschwerde die Grundsatzbedeutung mit einer divergierenden Rechtsprechung des VI. und des VII. Zivilsenats begründet, liegt eine solche Divergenz nicht vor. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs genügt es für das Vorliegen von die Verjährung hemmenden Verhandlungen, wenn der Berechtigte Anforderungen an den Verpflichteten stellt und dieser nicht sofort ablehnt, sondern sich auf Erörterungen einlässt. Antwortet der Verpflichtete auf die Mitteilung des Berechtigten alsbald in solcher Weise, dass dieser annehmen darf, der Verpflichtete werde im Sinne einer Befriedigung der Ansprüche Entgegenkommen zeigen, so tritt eine Verjährungshemmung ein, die auf den Zeitpunkt der Anspruchsanmeldung zurückzubeziehen ist (BGH, Urteil vom 11. November 1958 - VI ZR 231/57, VersR 1959, 34, 36; vom 13. Februar 1962 - VI ZR 195/61, VersR 1962, 615, 616; vgl. auch BGH, Urteil vom 13. März 2008 - I ZR 116/06, VersR 2008, 1669 Rn. 12, 13, 25).

3 Die von der Rechtsbeschwerde angeführten Entscheidungen des VII. und auch des VIII. Zivilsenats stehen dieser Rechtsprechung nicht entgegen. Entweder beziehen sie sich auf den anders lautenden § 639 Abs. 2 BGB aF (BGH, Urteil vom 7. Oktober 1982 - VII ZR 334/80, NJW 1983, 162, 163; vom 15. April 1999 - VII ZR 415/97, ZIP 1999, 1132, 1133) oder aber sie stellen auf den späteren Zeitpunkt ab, weil dies ausreichte, um eine rechtzeitige Hemmung annehmen zu können, ohne der anders lautenden Rechtsprechung des VI. Zivilsenats entgegenzutreten (BGH, Urteil vom 28. November 1984 - VIII ZR 240/83, BGHZ 93, 64, 66 ff; vom 26. Oktober 2006 - VII ZR 194/05, NJW 2007, 587 Rn. 15).

4 Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen, weil sie nicht geeignet wäre, zur Klärung der Voraussetzungen beizutragen, unter denen eine Revision zuzulassen ist.

Kayser Fischer Pape

Grupp Möhring

Palavras-chave

limitationongoing negotiationsretroactive effectnon-admission complaintrevisionprocedural rightsuniform case law

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Questão jurídica principal

Whether the non-admission complaint justified admission of the revision because of an alleged divergence on limitation suspension during negotiations.

Decisão extraída

No admissible divergence or need for revision review was shown.

Fundamentação extraída

The Court held that the established BGH case law already recognizes suspension of limitation when the creditor asserts the claim and the debtor does not reject it immediately but enters into discussions; the suspension then retroacts to the initial claim assertion. The cited later decisions of other senates did not contradict this line.

Questão jurídica principal

Whether the complaint could succeed on alleged procedural rights violations or general importance of the case.

Decisão extraída

No. The Court found no decisive procedural-rights violations and no need for clarification by the revisional court.

Fundamentação extraída

The asserted procedural complaints were examined and found unpersuasive; the case did not raise a question of fundamental significance nor require development of the law or safeguarding of uniform case law.

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